Es soll tatsächlich Menschen geben, die bei ihrem Einkauf im Supermarkt außer dem hastig geschriebenen Einkaufszettel und einem Einkaufskorb auch noch ein klitzekleines schlechtes Gewissen mit sich herumtragen – weil sie wissen, dass die Mitarbeiter, die am Morgen die Regale füllen, an der Käsetheke den Gouda schneiden und bis spätabends abkassieren, dafür nicht gerade fürstlich entlohnt werden. Gut, die meisten deutschen Verbraucher achten eher darauf, dass sie für möglichst wenig Geld möglichst viele Lebensmittel nachhause schleppen können.
Aber bloß mal angenommen, Sie gehörten zu den wenigen, denen es nicht egal ist, dass die geringen Preise im Discounter auch mit den Lohnkosten fürs Personal zu tun haben: Es gibt eine Alternative dazu, den Arbeitskräften wenig Geld zu zahlen.
Und die lautet: Man zahlt ihnen gar nichts.
Das mag zunächst wie der Alptraum jedes Kapitalismusverächters klingen, ist aber zum Beispiel in Großbritannien längst Wirklichkeit – und das, ohne dass die Gewerkschaften dagegen auf die Straße gingen. Denn im “The People’s Supermarket” im Londoner Stadtteil Holborn arbeiten Menschen nicht nur freiwillig, sie zahlen absurderweise auch noch Geld dafür.

Was sich nach einer besonders perfiden Art der Ausbeutung anhört, geht in Wirklichkeit auf die Initiative des Berufskochs Arthur Potts Dawson zurück und wird die etablierten Supermarktketten zwar nicht unbedingt das Fürchten lehren, soll aber aufzeigen, dass es eine Alternative gibt zum national gesteuerten Lebensmittelhandel, der in Großbritannien zu 75 Prozent von vier großen Ketten beherrscht wird (Tesco, Sainsbury’s, Asda und Morrisons).









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