Wer im Großbritannien-Urlaub schon mal versucht hat, bei Tesco Orangensaft zu kaufen, der weiß, dass es vorher praktisch gewesen wäre, ein Seminar zur beschleunigten Entscheidungsfindung zu belegen. Weil die Auswahl einen verrückt macht. Soll’s ein Saft mit oder ohne Fruchtfleisch sein (“smooth” oder “with bits”)? Die Bio-Variante? Doch lieber der billigste? In der Flasche oder im Karton? In kleinen Päckchen zum Mitnehmen? Ohne Zuckerzusatz? “100% Not From Concentrate”? “100% Not From Concentrate Pure Squeezed Smooth”? Aus gefrorenem Konzentrat? Und dann wieder: “smooth” oder “with bits”?
Dieser Tesco ist also ein echter Saftladen.
Falls Sie sich den Klick auf die vielen Links gespart haben: bei der aufgelisteten Auswahl handelt es sich ausschließlich um Eigenmarken. Von denen gibt es inzwischen so viele, dass die “echten” Marken in manchem Regal ziemlich untergehen. Nicht nur bei Tesco.
Damit die Kundschaft nicht völlig wahnsinnig wird, erfinden die Supermärkte im Ausland immer neue Mittelmarken für spezielle Zielgruppen oder Anlässe.
Tesco hat “Tesco Indian” im Angebot (indische Fertiggerichte), beim Konkurrenten Waitrose heißen kalorienarme Produkte “Love Life” und (was besonders hübsch ist) Kalorienbomben “Seriously”. Sainsbury’s verspricht für seine “Taste the Difference”-Fertigessen Restaurantqualität. Und Asda hat die von Kunden getestete Marke “Chosen by You” im Programm.
Soweit ist’s in deutschen Supermärkten noch nicht. Kann aber nicht mehr lange dauern.











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