5 Gadgets, die Sie unbedingt haben müssen (wenn Sie ein Supermarkt sind)

Für Kochunbescholtene und Tiefkühkostgenießer: Der Menüschrank bei Real in Essen

1. Der Tiefkühlober

Um kochunbescholtenen Kunden die Last abzunehmen, einzelne Lebensmittel zu einer verzehrbaren Mahlzeit kombinieren zu müssen, hat Real in seinem neu eröffneten Markt in Essen einen Tiefkühlober aufgestellt. Einen riesigen Frostschrank, der seinen Betrachter dazu auffordert, sich vorportionierte Menüs bereits im Minusgradstadium zusammenzustellen. Dabei helfen die farblich gekennzeichneten Kategorien “Fisch”, “Fleisch”, “Vegetarisch” und “Aktuell” (für den risikofreudigen Tiefkühkostgenießer).

Zur “Gemüse-Reis Pyramide” mit Fischstäbchen, dem “Crispy Chicken Cordon Bleu Art” mit “Kartoffel-Knusperwellen” oder der Risikovariante (“13 Carlchen’s Dippers” mit “Crunch’n’Fisch”) lässt sich leicht ein passendes Tiefkühldessert aussuchen (“Eis”). Schlaue Kunden optimieren ihren Einkauf, indem sie nach dem Betreten des Markts geradewegs den Tiefkühlober ansteuern und sich dort komplettversorgen. Die Zutaten der einzelnen Menüs miteinander zu kombinieren, ist aus Supermarktblog-Sicht nur erfahrenen Benutzern empfohlen.

(Mehr zu den übrigen Segnungen des neuen Real in Essen steht im nächsten Supermarktblog-Eintrag.)

2. Die iKaufswagenrolltreppe

Weiterlesen

Rewe verabschiedet sein Großflächen-Konzept: Tschüß, Toom!

toom08

Das neue Jahr beginnt mit einem Abschied. In den kommenden Wochen montiert Rewe die Logos von den Toom-Lebensmittelmärkten ab. Das SB-Warenhaus-Konzept ist damit Geschichte. Die Märkte sollen aber nicht dicht gemacht werden, berichtet die “Lebensmittelzeitung”, sie sollen bis spätestens April bloß einen anderen Namen bekommen: “Rewe Center”.

So schnell wird Toom wohl niemand nachtrauern. Das liegt vor allem daran, dass die Märkte zum Schluss nicht unbedingt Orte waren, die Lust aufs Einkaufen gemacht haben. Sondern eher ein Fenster in längst vergangene Zeiten: mit angestaubter Einrichtung, schmuddeligen Ecken, vollgestellten Gängen. Rewe war lange damit beschäftigt, erst einmal seine Supermärkte zu modernisieren und steckt noch mitten im Umbau des Discounters Penny, der erst 2015 abgeschlossen sein soll. Bei so vielen Problemfeldern blieben die großen SB-Warenhäuser links liegen und gammelten sprichwörtlich vor sich hin.

Dass es mit Toom so nicht lange weitergehen würde, war absehbar (siehe z.B. Supermarktblog vom vergangenen August).

Weiterlesen

Das Supermarktblog wünscht allen Lesern frohe Weihnachten!

Und – sicher auch im Namen von Penny, wo der unten abgebildete mutige Sonderposten in den Regalen liegt – ein dufte “Happy End” für 2013 sowie alles Gute im neuen Jahr! Stehen Sie zwischendrin nicht so lange an Kassen herum.

Vielen Dank fürs Mitlesen, Kommentieren und Teilen!

Zwei Festtage in einem Produkt: Penny feiert Weihnachte und wünscht "Happy End" 2013

Foto: Supermarktblog

Selbstquälerische Zeithaber, geht öfter donnerstags einkaufen!

Was sind das bloß für Menschen, die sich samstags ins sichere Kassenanstehinferno begeben, um dort einen wesentlichen Teil ihrer Wochenendfreizeit damit zu verbringen, den vor ihnen in der Schlange drankommenden Kunden zuzusehen, wie sie der Kassiererin ankündigen, die verlangten 87 Cent in Kleingeld aufbringen zu wollen. Sicher Leute, die keine andere Wahl haben, oder? Die werktags so hart arbeiten, dass ein dazwischen geschobener Supermarktbesuch den völligen Zusammenbruch bedeuten würde. Leute, die sonst verhungern würden!

Die Forscher der TU München haben das womöglich auch erst gedacht. Und müssen ziemlich gestaunt haben, als nachher feststand: Das war ein Irrtum.

Im Auftrag des Bonussystems Deutschland-Card (das zur umtriebig buzzword-affinen Bertelsmann-Tochter Arvato gehört und so funktioniert) wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob sich die Kunden umlenken lassen, wenn man ein bisschen nachhilft.

dtlcard01

Nämlich weg von den Stoßzeiten, die nicht bloß für schlangestehenden Kunden ärgerlich sind. Auch die Supermärkte sind wenig begeistert, wenn’s im Laden aussieht wie auf dem Bahnhof kurz vor Heiligabend. Weil dann die meisten Mitarbeiter an der Kasse benötigt werden und sich kaum noch um andere Aufgaben kümmern können. Und weil die Kunden genervt sind, deshalb vielleicht weniger einkaufen als sie wollten, oder gleich zur Konkurrenz fliehen, wenn die einplanbare Anstehzeit eine Vermisstenanzeige nach sich ziehen könnte.

Auf dem Deutschen Handelskongress 2013 hat Deutschland-Card-Geschäftsführer Markus Lessing kürzlich erste Ergebnisse einer Studie präsentiert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördert wurde. (Darüber können Sie sich gleich noch ausführlicher wundern.)

Weiterlesen

Der Draußenkühlschrank: EmmasBox will Abholstationen für Lebensmittel bauen

Wie lässt sich die Online-Bestellung von Lebensmitteln (siehe Supermarktblog) so verbessern, dass sie den Kunden tatsächlich das Einkaufen erleichtert?

In München arbeitet ein Team von Hochschulabsolventen an einer neuen Lösung, bei der die Kunden ihren Einkauf aus öffentlich zugänglichen Kühlboxen abholen. (Mit Unterstützung des Zentrums für Innovation und Unternehmertum der TU München, Förderunterstützung der EU sowie mittelständischen Partnern aus der Industrie.) Das Projekt heißt: EmmasBox. Im Supermarkblog erklärt Gründer Michael Reichelt, wie es funktionieren soll.

Entwurf der EmmasBox-Abholstation / Copyright: EmmasBox

* * *

Herr Reichelt, Sie wollen eine Art Packstation für Lebensmittel bauen, ist das richtig?

Michael Reichelt: Ja. Der Prototyp ist in der vergangenen Woche fertig geworden. Dahinter steckt die Idee, dass viele Leute nicht vor 19 oder 20 Uhr aus dem Büro kommen, sich am anderen Morgen ärgern, weil beim Frühstück schon wieder die Milch fehlt – und wir uns gedacht haben: Das muss sich ändern lassen.

Dafür gibt’s doch schon die Lieferservices der Lebensmittelhändler.

Wir glauben aber, dass die Menschen ihre Einkäufe lieber abholen. Die Zustelldienste sind zwar beweglicher geworden, aber auch zweistündige Zeitfenster am Abend finden viele Kunden lästig. Man kann ja zwischendurch nicht mal duschen gehen, weil oft genau dann der Zusteller mit dem Paket klingelt. Außerdem mag niemand haufenweise Trockeneis nachhause geliefert kriegen. EmmasBox läuft mit einer Kühltechnik, die die Waren frisch hält, bis der Kunde sie abholt. Das ist, wie wenn Sie daheim den Kühlschrank aufmachen.

Dadurch entfällt aber der Vorteil, den Einkauf nachhause gebracht zu kriegen. So muss ich ja doch wieder schleppen.

Es wird, wenn der Online-Lebensmittelhandel in Deutschland mal funktioniert, viele verschiedene Modelle geben. EmmasBox richtet sich an diejenigen, die bis zur letzten Sekunde flexibel bleiben wollen – und nicht irgendwann nachhause hetzen, um das vereinbarte Lieferfenster abzusitzen.

Weiterlesen