“Oh Angie!”? So sieht Rewes Supermarkt- und Gastro-Trio in Berlin-Mitte aus

Hallo Sie da am zweiten Tisch von links! Bitte noch aufessen! Wegen Wetter und so

Hereinspaziert, Händewaschen nicht vergessen – und jetzt bitte hinsetzen! Im Berliner Shoppingcenter The Q an der Friedrichstraße hat Rewe am Donnerstag sein erstes Restaurant eröffnet, bei dem man den Gästen beim Rolltreppefahren auf den Teller schauen kann, ob’s auch geschmeckt hat. “Oh Angie!” heißt das Experiment, und es sieht trotz der ungewöhnlichen Lage mitten in der Halle schon mal deutlich einladender aus als der vollverkachelte Vorgänger. Vor allem aber gibt’s diesmal Sitzpflicht. Rewe erklärt:

“Das Angebot umfasst frisch zubereitete, zum Teil tageszeitlich variierende, gesunde Gerichte – am Tisch serviert und ausschließlich für den Vor-Ort-Verzehr.”

Also nix mehr mit To Go und Take Away.

Bei “Oh Angie!” wird im Sitzen gegessen, zur Auswahl stehen diverse Pastagerichte (“Strozzapretti, in Olivenöl geschwenkt mit ofengetrockneten Kirschtomaten, Rucola und Parmesan”), Sandwiches (“Pulled Pork Club”) und Asiatisches (“Red Curry Beef”). Dazu kommen verheißungsvoll experimentell benamte Vorspeisen wie der “The Q! Mozzarellatower” und Frühstückskombinationen (bis 11 Uhr).

Die beste Nachricht ist aber: Diesmal scheint tatsächlich alles frisch zu sein, und nicht bloß aus einer Plastikpackung befreit und aufgewärmt.

Damit von oben keiner draufniest hat der "Oh Angie!"-Bartempel ein schönes Glasdach

Architektonisch hat sich Rewe erkennbar Mühe gegeben, für Gemütlichkeit zu sorgen – sofern das eben im Untergeschoss eines Einkaufszentrums möglich ist.

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Die Rückkehr der Tanne: Mini-Comeback für Spar

Den gibt's schon länger: Spar Express am Chemnitzer Hauptbahnhof

Nein, das Bild über diesem Absatz ist kein Fenster in die Vergangenheit, sondern ein Foto aus der Vorhölle Vorhalle des Chemnitzer Hauptbahnhofs.

Und ja, Sie haben das völlig richtig in Erinnerung, dass es Spar in Deutschland eigentlich gar nicht mehr gibt, nachdem Edeka die deutschen Läden 2005 komplett übernommen hat und anschließend damit begann, die kleine grüne Tanne im Logo (niederländisch: “spar”) deutschlandweit abzuholzen.

Copyright: Spar

Ganz verschwunden ist das ziemlich zeitlose und tolle Logo aber nicht. An Bahnhöfen, unter anderem in Chemnitz (Foto oben), Eisenach und Stralsund, durfte Spar weiterexistieren, und zwar als Einkaufsshop unter dem Namen “Spar Express”.

Das hat offensichtlich so gut funktioniert, dass jetzt auch in vielen anderen Städten entsprechende Läden aufmachen. Die meisten werden bloß umgebaut. Bei Spar Express handelt es sich nämlich um eine Kooperation von Edeka und dem Gastro-Unternehmen SSP, das einen ganzen Strauß unterschiedlicher Shops an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen betreibt. Über 400 der Bahnhofsläden heißen künftig nicht mehr wie bisher “Point”, sondern eben “Spar Express” und werden von Edeka beliefert. (Deshalb gibt’s dort auch die Edeka-Eigenmarken zu kaufen.)

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Wie Edeka auf die Brötchenknast-Initiativen der Discounter reagiert

Im Wettbewerb um das schmuckreichste Backtheater liegen die Discounter derzeit eindeutig in Führung. Netto (ohne Hund) dichtete sich die “Backstube” an, Penny hat seine Aufbackware im Laden als “Bäckerkrönung” geadelt, woraufhin Lidl die Initiative “Unser Brot” startete. (Für die an den Filialen interessanterweise ohne Lidl-Logo geworben wird.)

Und was unternehmen die klassischen Supermärkte? Edeka hat zwei sehr verschiedene Wege aufgetan, um auf die neue Konkurrenz zu reagieren.

1. Die Ingolstadt-Methode

Ingolstädter E-Center in Bushaltestellenform (hinten)

Ins Ingolstädter Industriegebiet stellte die Edeka-Regionalgesellschaft Südbayern 2006 ein E-Center, das aussieht wie eine riesige Bushaltestelle für Lebensmittel. Grund dafür ist, dass der Markt unter seinem leicht überstehenden Flachdachaufsatz auf zwei Seiten komplett mit Fenstern bewandet ist, was beim Einkaufen dazu führen kann, dass man sonnenstandbedingt vorm Gemüseregal erleuchtet wird.

Von der hohen Decke strahlen zahlreiche Lichtpunkte. Ansonsten mag Edeka die Kundschaft nicht weiter mit Besonderheiten stören und erlaubt den unverstellten Blick durch den ganzen Markt.

Edeka in Ingolstadt: Erleuchtung am Gemüseregal und freier Blick in den Laden

In dessen Vorkassenzone verkauft die Edeka-eigene Backstube Wünsche Bergbauernbrot, Bierstangerl und Tropic-Joghurt-Taschen (“feinstes Plundergebäck mit saftiger Joghurt- und Pfirsich-Maracuja-Füllung”). Das Besondere daran ist, dass die mutige Plunderzutatenbefüllung komplett konkurrenzlos geschieht. Denn in besagtem E-Center verzichtet Edeka auf eine Backstation mit Aufbackbrötchen, wie sie sonst fast überall zur Standardeinrichtung gehören.

Bei der Eröffnung sei damals einfach keine Station eingeplant gewesen, erklärt ein Edeka-Südbayern-Sprecher und meint, das könne “aufgrund der Entwicklungen des Marktumfeldes und Nachfrage jederzeit neu bewertet werden”. Im Moment scheint die Kundschaft aber, ähm, keine Wünsche übrig zu haben, die eine Nachrüstung veranlassen würden.

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An die Tupper, fertig, los: Original Unverpackt öffnet in Berlin

So sehen Berliner Supermärkte aus, in denen es Lebensmittel gibt - aber keine Verpackungen: Original Unverpackt in Kreuzberg

Berlins erster verpackungsfreier Supermarkt hat ein Zuhause gefunden, die Wiener Straße in Kreuzberg, zwischen Görlitzer Park und U-Bahn Görlitzer Bahnhof. Einer der größten Wünsche der Gründerinnen ist somit schon mal in Erfüllung gegangen: Sie wollten mittenrein in den Kiez, nicht in irgendeine abgelegene Ecke, wo sich nur selten jemand hinverirrt. Das ist gelungen. Auch wenn man von draußen mindestens zweimal hinsehen muss, um den kleinen Laden tatsächlich auch als Supermarkt zu erkennen. Der Fairtrade-Klamottennachbar nebendran heißt aber ja auch textiluntypisch – und zwar ausgerechnet: “Supermarché”. Passt doch.

An diesem Samstag öffnet “OU – Original Unverpackt” erstmals für Kundschaft – und bis dahin ist auch noch einiges zu tun, wie bei einem ersten Termin für Journalisten am Donnerstag zu sehen war.

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Kaufland will nicht mehr rot werden

Das rote Logo bleibt - aber sonst will Kaufland ein bisschen moderner werden

Aldi Nord hat’s getan, um jüngere Kunden zurückzugewinnen; Penny ist immer noch dabei, um Fototapetenjugendsünden auszulöschen; die Supermärkte sind sowieso in einer Tour damit beschäftigt, um den Discountern voraus zu sein; und jetzt modernisiert auch Kaufland seine Märkte, um – ja, ähm: warum eigentlich?

Eigentlich scheint’s für die Lidl-Schwester auch so ganz gut zu laufen. Ständig baut Kaufland irgendwo einen neuen Großflächendiscounter hin oder schlüpft in ein umgebautes Ex-Citykaufhaus (siehe Supermarktblog). Die Kunden kommen quasi von alleine. Trotzdem wird jetzt umgebaut. Auf Facebook kündigte das Unternehmen an, seinen Fans und Followern häppchenweise “das neue Kaufland-Design” vorzustellen. Wir erledigen das hier mal in einem Schwung. Also:

Kaufland will nicht mehr rot werden.

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