Aldi vs. Lidl: Wer ist der bessere Kundenversteher?

Schauen Sie sich diesen Koloss noch einmal ganz genau an. Vielleicht ist es das letzte Mal bevor er ins Discountmuseum kommt.

Aber jetzt erstmal zu einem völlig anderen Thema: Aldi muss kleinere Brötchen backen. Sozusagen. Der “Lebensmittelzeitung” zufolge verzeichnete Aldi Nord, der schrabbeligere der beiden Bruderdiscounter, im Geschäftsjahr 2011 einen Gewinnrückgang von 55 Millionen Euro. Mit dieser Zahl können Sie jetzt vielleicht nichts anfangen, aber das ging den Aldi-Nord-Managern mit dem Wort “Gewinnrückgang” vermutlich genauso. Die “LZ” schreibt vom schwächsten Ergebnis der vergangenen acht Jahre.

Das Geschäft mit Artikeln, die sich nicht aufessen lassen (Computer, Schlafanzüge, Schneeketten) soll 2011 nicht so gut gelaufen sein wie sonst. Und bei Lebensmitteln verliert Aldi in manchen Produktgruppen Marktanteile an die Konkurrenz.

Vor allem aber erklärt die Schwäche des Marktführers, warum nach jahrelanger Umbauverweigerung in diesem Jahr fast schon hektisch die Läden modernisiert werden und plötzlich lauter Markenartikel im Regal stehen: um zumindest diesen Nachteil gegenüber den Mitbewerbern, allen voran Lidl, auszugleichen.

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Warum Weihnachten im Supermarkt dreieinhalb Monate dauert

Bald ist es wieder soweit: Ein großes Fest steht vor der Tür! Freuen Sie sich auch schon so auf – Ostern 2013?

Während sich die meisten Deutschen noch mit der Weihnachtsgeschenke-Planung rumschlagen, sind Süßwarenhersteller und Supermärkte routinemäßig bereits im Hasenfieber. Seit drei Monaten können Lebensmittelhändler zum Beispiel bei Milka das komplette Ostersortiment vorbestellen, das dann in der zweiten Januarwoche 2013 ausgeliefert wird. Ist ja auch höchste Zeit: Zimtsterne, Marzipanbrot und “Schokolatius”-Gebäck liegen schließlich auch schon seit Anfang September in den Läden.

Alle Jahre wieder fragen sich die Kunden deshalb: Wieso dauert Weihnachten im Supermarkt eigentlich nicht drei Tage. Sondern dreieinhalb Monate?

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Albert Heijn to Go und das deutsche Supermarkt-Snack-Elend

Es folgt ein Memo an deutsche Supermärkte, die sich daran versuchen, ihren Kunden Sofortessen für den Unterwegsappetit anzubieten:

  • Pressschinken mit Käse, der zwischen zwei Brotscheiben mit Remoulade verklebt wird und anderthalb Wochen haltbar sein soll, ist kein frisches Sandwich.
  • Ein durch den Häcksler gezogener Mischsalat, auf dem zwei dürre Tomatenscheiben und drei Mini-Mozzarella-Kugeln liegen, ist keine “Salatschale Manhattan”.
  • Bloß weil morgens ein Mitarbeiter zwei Dosen Kidneybohnen und Mais aufmacht und deren Inhalt auf ein bisschen Grünzeug kippt, kommt dabei kein “Mexiko-Salat” heraus.

Anders formuliert: Was hiesige Supermärkte ihren Kunden zur schnellen Hungerbekämpfung anbieten, ist oftmals eine Zumutung. Einfallslos kombiniert, traurig angerichtet, mit Klebeetiketten aus dem Thermodrucker zugepappt.

Insofern können die Ketten froh sein, dass der niederländische Konzern Ahold seine Albert-Heijn-to-Go-Filialen aus logistischen Gründen zunächst bloß in Nordrhein-Westfalen eröffnet. (Die nächste übrigens am 5. Dezember 2012 in Düsseldorf, Graf-Adolf-Platz 6.) Weil sonst gleich das ganze Land für ihr langweiliges Kühltruhenessen verloren wäre.

Das liegt weniger daran, dass die Niederländer tausend neue Ideen mitgebracht haben. Mit dem Sortiment in den bisher eröffneten Läden bilden sie lediglich den Standard ab, der für Supermärkte in anderen europäischen Ländern seit Jahren selbstverständlich ist. Und dem sich die deutschen Läden bisher beharrlich verweigern. Ungewöhnliche Salatkombinationen, Gemüse-Snacks und Sandwichs, die nicht immer mit denselben drei Zutaten belegt sind, gehören in deutschen Supermärkten zu den Ausnahmen. Bei Albert Heijn to Go sind sie das Konzept.

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“Die Marktlücke ist da”: Albert Heijn to Go exportiert sein Snackkonzept nach NRW

Vor anderthalb Jahren eröffnete Rewe in Köln seine erste Filiale speziell für Snacks – mit Sandwiches, geschnittenem Obst, Getränken und Fertigmahlzeiten. “Convenience” heißt das in der Supermarktbranchensprache. Oder, wie hier im Blog: Sofortessen. Inzwischen sind drei weitere Rewe-to-Go-Filialen hinzugekommen, zuletzt am Kölner Hauptbahnhof. Vor allem gibt es einen neuen Konkurrenten: Im September holte der niederländische Konzern Ahold sein Ladenkonzept “Albert Heijn to Go” nach Deutschland. Los ging’s in Aachen. In dieser Woche öffnete im Ruhrgebiet die zweite Filiale ihre Türen.

Das Supermarktblog hat sich vorm Sandwichregal mit Deutschland-Chef Jürgen Hotz unterhalten – über unterschiedliche Snackkulturen, nächtliche Eigenmarkenlieferungen und die Konkurrenz durch Backketten und Schnellrestaurants.

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Herr Hotz, hier in Essen hat gerade die zweite deutsche Filiale von Albert Heijn to Go eröffnet. Schauen Sie sich jetzt erstmal an, ob die Deutschen Ihre Sandwiches mögen – oder geht’s gleich weiter?

Jürgen Hotz: Wir haben uns fürs erste Jahr insgesamt etwa zehn bis zwölf Filialeröffnungen vorgenommen. Das schaffen wir auch. Ich gehe davon aus, dass in jedem Monat eine neue Filiale hinzukommt. In zwei Wochen ist Düsseldorf dran, Anfang 2013 folgt Laden Nummer vier. Wir haben festgelegt, zunächst in Nordrhein-Westfalen zu bleiben. Daran halten wir uns auch.

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Brandnooz verteidigt die “Coolbox”: “97,3 Prozent sind pünktlich angekommen”

Das Supermarktblog hat Leserpost von Brandnooz bekommen. Dort ist man nicht ganz einverstanden mit der Kritik an der “Coolbox” aus der vergangenen Woche. Sprecherin Kerstin Altmann schreibt:

“Kommt sie heut nicht, kommt sie morgen? Nachdem 97,3 % der 5.000 gekühlten Brandnooz-Boxen pünktlich bei den Abonnenten ankamen, fand [am Freitag] der Nachversand der nicht zustellbaren Boxen statt. Das nehmen wir gern zum Anlass, Ihnen einen exklusiven Einblick in unsere Kennzahlen zu geben:

Die letzten drei Brandnooz-Boxen erreichten eine Kundenzufriedenheit von 94 % und nur rund 3 % der Abonnenten verzichten jeden Monat auf die weitere Zustellung. Wenn Ihnen der Inhalt also mal nicht gefällt, dann sind Sie in guter Gesellschaft, aber deutlich in der Minderheit.

In Deutschland darf eine Produktneueinführung sechs Monate lang als ‘neu’ bezeichnet werden. Knapp 90 % aller bisherigen Brandnooz-Box-Produkte fielen zum Zeitpunkt der Zustellung in diese Kategorie. Das ist aber nicht der einzige Entscheidungsfaktor beim Aboabschluss für unsere Kunden: 85 % schätzen den monatlichen Überraschungseffekt und 84 % probieren gern Produkte, die sie sonst nicht gekauft hätten.”

100 Prozent aller Supermarktblog-Autoren finden das zwar sehr interessant, würden aber trotzdem bei ihrer sachten Skepsis bleiben, was die bisherige Fortentwicklung des Konzepts angeht. Vielleicht ändert sich das ja mit den nächsten Boxen.