Kooperationen (2): Butlers und Depot richten sich im Supermarkt häuslich ein

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Dass der Bedarf an sandmusterverzierten Dekoschalen, altrosafarbenen Käfigattrappen für Holzvögel und dünnbödigen Tabletts, die sich unter der Last von mehr als drei Duftkerzen bedenklich zu biegen beginnen, größer ist als man das als Wohnaccessoires-Laie vermuten würde, beweisen die beiden Krimskramsketten Butlers und Depot jeden Tag aufs Neue. Ihr Geschäftsmodell ist die konsequente Konzentration auf hübsch aussehende Überflüssigkeiten. Irgendwas gibt es ja immer in einer Schachtel zu verstauen, und wer viele Vasen hat, kriegt ganz bestimmt öfter Blumen geschenkt.

Auf der Suche nach weiteren Verkaufsstellen haben die Wettbewerber die großen SB-Warenhäuser für sich entdeckt. Zumindest scheint deren Anziehungskraft auf Butlers und Depot ähnlich hoch zu sein wie die der verkauften Utensilien auf Hausstaub.

 Sie betreten jetzt die dekorierte Zone

Zum Beispiel im Marktkauf der Edeka-Händlerfamilie Scheck in Weinheim (Marktkauf gehört zu Edeka), der von außen eher nicht zu den architektonischen Schönheiten des Landes gehört (Foto oben).

Bekanntlich zählen bei Supermärkten jedoch vor allem die inneren Werte. Die demonstriert das „Scheck-In Center“ gleich nach dem Eingang neben der Obst- und Gemüse-Abteilung – mit einem riesigen Klotz, der auf die dahinter liegende Sonderfläche von Depot hinweist:

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In Regalen, auf Tischen und in kleinen Boxen steht, hängt und lehnt alles, was das Herz des Dekoartikel-Sammlers begehrt. Ein paar Nützlichkeiten haben sich dazwischen auch versteckt. (Ich hab nicht weiter danach gesucht, Pardon.)

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Kooperationen (1): Rewe holt Tescos Modelabel F&F nach Deutschland

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Zwei Jahre ist es her, dass Rewe in Egelsbach bei Frankfurt ein ehemaliges Toom-SB-Warenhaus in ein durchdesigntes Rewe Center verwandelte (siehe Supermarktblog). Inzwischen wurden diverse Riesensupermärkte auf das neue Konzept umgestellt, zum Teil mit integriertem „Oh Angie!“-Restaurant. Und Rewe erklärt:

„Das neue Großflächenkonzept hat sich in den umgebauten Märkten bisher mehr als bewährt. Insofern wird auch in 2016 und 2017 bei anstehenden Umbauten das Großflächenkonzept umgesetzt und weiterentwickelt.“

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass bestimmte Ideen aus dem Center-Konzept in weniger große Rewe-Supermärkte geholt werden: „Elemente des ‚Marktplatzes der Frische‘ können wir uns beispielsweise auch auf kleineren Flächen vorstellen.“

Ein wesentlicher Baustein der Center ist derweil die Kooperation mit „starken Partnern“, wie Rewe es selbst draußen an die Riesensupermärkte dranschreibt. Gemeint sind bekannte Marken, die einen eigenen Bereich im Laden reserviert kriegen und dort ihre Sortimente verkaufen können – ähnlich wie die großen Modeketten in Kaufhäusern.

Ausgerechnet in Sachen Mode setzt Rewe aber nicht auf Marken wie Esprit oder s.Oliver, sondern ein Label, dessen Name sich in Deutschland erst noch herumsprechen muss. Anders vielleicht als der des Konzerns, zu dem es gehört: Tesco.

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Kurzeinkauf: Der kleinste Supermarkt der Welt, Rewe übt Boxen, Aldi liefert Wein

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Der „kleinste Supermarkt im Kiez“ hat eine Tür, lässt aber keinen rein. Weil es sonst schon ab einem Kunden ein bisschen darin eng würde. Schließlich handelt es sich um einen Kühlschrank – genauer gesagt: um 26. Die hat das Berliner Start-up Home Eat Home über die ganze Stadt verteilt aufgestellt und befüllt sie wöchentlich mit Kochtaschen, die man sich vorher im Netz reservieren kann, um sie auf dem Nachhauseweg abzuholen. Zum Beispiel im Spätkauf, an S-Bahn-Stationen und im Fitnessstudio.

Wer die Kochtasche bei der Online-Reservierung bezahlt hat, braucht vor dem Kühlschrank bloß noch die dazu gehörende Nummer in die Smartphone-App einzugeben, dann öffnet sich die Tür automatisch und gibt eine Tasche frei. Mit gerade mal zwei Gerichten zum Selberkochen (und drei Aufwärmvarianten) hält sich die Auswahl allerdings in Grenzen.

Die größte Merkwürdigkeit ist allerdings, dass einige der selbst erklärten Mini-Supermärkte ausgerechnet in einem Maxi-Supermarkt Unterschlupf gefunden haben: Von 26 Kühlschränken stehen acht in einer Berliner Kaiser’s-Filiale (Foto oben). Sicher, die liegen an zentralen Orten und jeden Tag kommen dort ziemlich viele Leute vorbei. Aber es sind halt auch, ähm: Supermärkte. Wer dort eine 14 Euro teure Kochtasche (für ein 2-Personen-Gericht) abholt, anstatt die Zutaten für das online veröffentlichte Rezept an Ort und Stelle einfach selbst und sehr viel günstiger einzukaufen, muss es schon sehr, sehr, sehr eilig haben. Sehr, sehr eilig.

Mehr über die Kochboxen-Schwemme hab ich für Krautreporter aufgeschrieben.

Dort gibt’s dann auch diese famose Karottengrafik in voller Größe:

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Ein paar Quadratmeter größer ist der Kühlschrank, den sich Alexander Kersten auf den Parkplatz seines Rewe-Markts in Fürstenfeldbruck betoniert hat. Seit dieser Woche können Kunden ihre Online-Einkäufe zur Abholung dort in eine riesige Abholstation einstellen lassen und abholen, wann es ihnen gerade in den Kram passt. (In der Testphase erstmal nur in zwei Zeitfenstern.)

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Walmart kann kein Kleinklein

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Wer nach der Arbeit Lust hat, sich ein formidables Abendessen zu kochen, setzt sich nicht erst ins Auto und fährt an den Rand der Stadt, um dort in einem Supermarkthangar zu verschwinden. Sondern geht in den Laden um die Ecke. Ist halt blöd, wenn diese Läden um die Ecke alle der Konkurrenz gehören, hat der amerikanische Handelskoloss Walmart 2011 gemerkt und angefangen, die ersten Märkte zu eröffnen, die keinen fußballstadiongroßen Parkplatz vor der Tür haben.

Drei Jahre später war „Walmart Express“ ein so großer Erfolg, dass USA-Chef Bill Simon einen ganzen Schwung mehr davon in Aussicht stellte:

„Die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden verändern sich. Sie wollen einkaufen, wann und wie sie wollen, und wir verändern uns, um diesen Erwartungen gerecht zu werden.“

Vor zwei Wochen Woche wiederum hat Walmart-Präsident Doug McMillon indirekt erklärt, dass das Unfug gewesen ist und angekündigt, weltweit 269 Läden zu schließen – darunter alle 102 Walmart-Express-Filialen in den USA.

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Funktioniert Rewes „Oh Angie!“ im Industriegebiet genauso gut wie in der Stadt?

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Während große Discounter versuchen, ein bisschen mehr wie ihre Erzfeinde, die Supermärkte, zu werden, versucht Rewe, ein bisschen mehr zu einem Ort zu werden, an dem Menschen Lebensmittel nicht nur einkaufen, sondern auch gleich aufessen. Aus diesem Grund kooperieren die Kölner demnächst nicht nur mit Starbucks, sondern haben vor anderthalb Jahren auch den Ableger „Oh Angie!“ erfunden – ein Holz-Glas-Teppich-eingerichtetes Systemgastro-Konzept, das im Untergeschoss eines Berliner Einkaufszentrums Premiere feierte (siehe Supermarktblog).

Das scheint ganz gut zu funktionieren. Seit vergangenem Oktober gibt es in der Hauptstadt ein zweites „Oh Angie!“ im Bezirk Prenzlauer Berg. Der Laden liegt direkt an einer Hauptverkehrsstraße (Foto oben) neben einem normalen Rewe-Markt und ist dadurch sehr viel sichtbarer als der erste.

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Über dem Eingang steht in großen schwarzen Buchstaben rätselhafterweise: „Angie ruft zu Tisch.“ Und direkt darunter auf der Markise nochmal:

„Angie ruft zu Tisch! Angie ruft zu Tisch! Angie ruft zu Tisch!“

Okay, verstanden.

Das rote „Oh Angie!“-Logo hängt mit etwas Abstand daneben. Und dass jemand, der hier zum ersten Mal essen will, auf Anhieb den tatsächlichen Namen des Etablissements errät, ist unwahrscheinlich. Aber vielleicht auch egal. Denn obwohl Rewe weiterhin nicht als „Absender“ der Minikette in Erscheinung tritt, scheint das Konzept für das Unternehmen zu funktionieren. Zumindest gibt es die Bereitschaft, damit weiter zu expandieren.

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