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Die Rückkehr der Tanne: Mini-Comeback für Spar

Den gibt's schon länger: Spar Express am Chemnitzer Hauptbahnhof

Nein, das Bild über diesem Absatz ist kein Fenster in die Vergangenheit, sondern ein Foto aus der Vorhölle Vorhalle des Chemnitzer Hauptbahnhofs.

Und ja, Sie haben das völlig richtig in Erinnerung, dass es Spar in Deutschland eigentlich gar nicht mehr gibt, nachdem Edeka die deutschen Läden 2005 komplett übernommen hat und anschließend damit begann, die kleine grüne Tanne im Logo (niederländisch: “spar”) deutschlandweit abzuholzen.

Copyright: Spar

Ganz verschwunden ist das ziemlich zeitlose und tolle Logo aber nicht. An Bahnhöfen, unter anderem in Chemnitz (Foto oben), Eisenach und Stralsund, durfte Spar weiterexistieren, und zwar als Einkaufsshop unter dem Namen “Spar Express”.

Das hat offensichtlich so gut funktioniert, dass jetzt auch in vielen anderen Städten entsprechende Läden aufmachen. Die meisten werden bloß umgebaut. Bei Spar Express handelt es sich nämlich um eine Kooperation von Edeka und dem Gastro-Unternehmen SSP, das einen ganzen Strauß unterschiedlicher Shops an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen betreibt. Über 400 der Bahnhofsläden heißen künftig nicht mehr wie bisher “Point”, sondern eben “Spar Express” und werden von Edeka beliefert. (Deshalb gibt’s dort auch die Edeka-Eigenmarken zu kaufen.)

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Esst dieses Sandwich!, sagt die Hollywood-Tante

Die österreichische Supermarktkette Spar hat die frühere “Sex and the City”-Hauptprotagonistin Sarah Jessica Parker dafür gewinnen können, über den Kühltheken mit dem Sofortessen rumzuhängen. Nicht persönlich, versteht sich. Bei über 1600 Filialen wäre das vermutlich arg anstrengend, und da ist’s natürlich attraktiver, stattdessen weiter belanglose Hollywoodfilmchen zu drehen.

Parker hängt da nur auf Schildern, um Spar-Kunden mit einem pinken Zitat zum Verzehr der darunter zurechtportionierten und plastikeingeschalten Sandwiches und Obstmassaker aufzufordern. Das Zitat lautet:

“relax and enjoy”
Sarah Jessica Parker

Lecker, so ein "Spitzweckerl mit Burgunderschinken". Dafür bürgt Frau Bradshaw bei Spar mit ihrem Namen

Es handelt sich dabei nicht um einen Scherz. Spar hat tatsächlich Carrie Bradshaw eingekauft, damit die für ihr Sofortessen wirbt.

“[Sie] verkörpert wie keine andere den urbanen Lifeytle und ist daher für SPAR das passende Werbegesicht der neuen Convenience-Eigenmarke SPAR enjoy.”

Spar setzt auf Hollywood-Support beim Verkauf seines Sofortessens

So neu ist “Spar enjoy” zwar gar nicht mehr. Anders als viele deutsche Supermärkte haben die Österreicher jedoch tatsächlich die Chance ergriffen, sich ein Sofortessen-Sortiment zuzulegen, das auch als solches erkennbar und ernstnehmbar ist. Es gibt Säfte, belegte Brote, Obstsalate und Kuchen zu kaufen, alles ist schlicht, aber relativ modern verpackt und auf einen Blick zuzuordnen – ein bisschen so wie “penny to go”, bloß dass es schon über 100 “Spar enjoy”-Produkte gibt.

Nur eins passt so gar nicht dazu: die Frau im rosa Kleidch, die weniger den “urbanen Lifestyle” verkörpert (wie Spar es sich von der zuständigen Werbeagentur hat einreden lassen), sondern eher den Typ essscheue Hollywoodschauspielerin. Also das exakte Gegenteil einer prominenten Fürsprecherin allenfalls mittelkalorienarmer Zwischenmahlzeiten.

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zum weglaufen: penny startet “penny to go”

Sandwich, Salat und Saft aus der Discount-Kühltheke haben geheiratet und heißen jetzt "penny to go"

Seit zwei Jahren arbeitet Rewe am neuen Image des ewigen Discount-Nachzüglers Penny. Zahlreiche Märkte sind bereits umgebaut, ein Großteil der Eigenmarken ist zugunsten des neuen Penny-Labels aufgegeben worden, das ganze Konzept erinnert immer stärker an das klassischer Supermärkte.

Im “Handelsblatt” erklärte Rewe-Konzernchef Alain Caparros in der vergangenen Woche, wieso:

“Früher gingen die Menschen zum Discounter, wenn sie schnell wieder raus und sich nicht verführen lassen wollten. Das hat sich geändert. Die Discounter werden zu Vollversorgern mit breitem Sortiment, auch an Markenartikeln. Die Formate verschwimmen. (…) Der Kunde will Nachhaltigkeit, er will Bio, er will beste Qualität – und trotzdem günstig einkaufen.”

Ein anderes Bedürfnis hat Caparros in seiner Feststellung ausgelassen: das nach Convenience – also z.B. vorbereitetem Essen fürs schnelle Kochen zuhause oder Mittagssnacks für die Pause.

Auf Kunden, die sich letzteres wünschen, hat sich Penny bereits eingestellt und bei den umgebauten Märkten Kühltheken in der Obst- und Gemüse-Abteilung platziert, ganz vorne im Laden. Dort gibt es fertige Salate, Sandwiches, Säfte und Smoothies – die allerdings eine gewisse Preisgrenze nicht überschreiten dürfen, weil die Discount-Kunden sie sonst liegen lassen, hat Penny-Geschäftsführer Jan Kunath im vergangenen Jahr im Supermarktblog erklärt.

Jetzt verpasst Penny seinem Sofortessen nicht nur ein einheitliches Verpackungsdesign, sondern auch einen separaten Namen: “Penny to Go” – pardon: “penny to go”, alles kleingeschrieben.

auch die produktnamen.

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Bistro-Test in Köln: Rewe will “sozialer Treffpunkt” werden

Eine der wichtigsten Grundregeln im Goldenen Buch Des Einkaufens lautet: Geh niemals mit leerem Magen Lebensmittel besorgen! Weil der Magen sonst alleine bestimmt, wie lang der Kassenzettel wird. Die Supermärkte sind da natürlich anderer Meinung. Dass Rewe seine Umsätze mit hungrig in den Laden stürmenden Mittagspäuslern jetzt so konsequent selbst sabotiert, ist also erklärungsbedürftig.

Am Dienstag öffnet am Kölner Waidmarkt das erste “Made by Rewe”, ein Bistro mit direktem Supermarktanschluss, das auf den ersten Blick ein bisschen aussieht als sei ein Ikea-Restaurant mit einer Kantine zusammengestoßen.

Als als sei ein Schnellrestaurant mit einer Kantine zusammengestoßen: "Made by Rewe" in Köln / Foto: Rewe

Einige Supermarktblog-Kommentatoren haben an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auch viele selbstständige Kaufleute und SB-Warenhäuser Bistros an ihre Läden angedockt haben. “Made by Rewe” ist trotzdem was Besonderes. Weil es im Erfolgsfall der Auftakt zu einem Strategiewechsel im deutschen Lebensmittelhandel wäre.

Rewe-Supermarktvorstand Lionel Souque erklärt, “Made by Rewe” sei “für uns der konsequente Schritt, Supermärkte in hochfrequentierten Lagen verstärkt zu sozialen Treffpunkten zu machen”. Das heißt nichts anderes als dass Rewe daran glaubt, dass Supermärkte in Städten künftig nicht mehr nur die Orte sein werden, die wir ansteuern, um für zuhause einkaufen. Sondern mindestens auch, um dort unsere Mittagspause zu verbringen oder uns abends vor dem Kinobesuch kurz mit Freunden zu treffen. Das Bistro am Waidmarkt hat jedenfalls genauso lange auf wie der normale Supermarkt: von 7 bis 22 Uhr.

Darüber hinaus ist “Made by Rewe” ein riesiger Schritt in Richtung Convenience, bislang eine der größten Schwachstellen der Rewe-Märkte in Deutschland, die auch dreieinhalb Jahre nach dem Start von “Rewe to Go” nicht behoben ist. Ein paar einfallslose Salate und Wraps in die Kühltheke zu schleudern, macht einen eben noch nicht zum Starbucks-Konkurrenten.

Mit dem nun versprochenen Angebot aus frisch zubereiteten Pizzen, Nudelgerichten, Sandwiches und Desserts ginge das schon eher.

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In 5 Schritten zum Aldi-Lunch

I. Machen Sie heute im Büro mal ein bisschen früher Mittagspause als sonst, so gegen 11 Uhr. (Also jetzt gleich.) Sie können den Kollegen ja sagen, dass Sie “noch was erledigen” müssen.

II. Fahren Sie an den nächstgelegenen Flughafen, um dort ein Ticket nach London zu kaufen. Ja, für sofort. Stellen Sie sich nicht so an. Stansted ist günstiger. Aber Heathrow geht schneller. Und Sie haben doch Hunger!

III. Angekommen? Gut.

Von der Oxford Street, Ecke Marble Arch in der Innenstadt fährt die Buslinie 98 nördlich über die Edgware Road in den Stadtteil Kilburn (gehört u.a. zum Verwaltungsbezirk Camden). Steigen Sie Kilburn High Road aus. 100 Meter vor Ihnen befindet sich ein britischer Aldi.

"Do your fresh shop here": Aldi in London

IV. Bevor Sie reingehen: Ziehen Sie sich was drüber! Drinnen ist es immer zehn Grad kälter als draußen. Das liegt daran, dass der Laden keine Wände hat, sondern komplett kühlthekenverkleidet ist. (Bis auf die Fensterfront natürlich.) Suchen Sie sich in ebendiesen Theken ein Lunch raus: ein Sandwich, Obst in Plastik, was zu trinken. Stellen Sie sich in die sehr, sehr lange Schlange, die – typisch britisch –  einmal durch den halben Laden geleitet wird. Wenn eine Automatenstimme sagt: “Next customer to till 4 please” – folgen Sie der Anweisung. (Und lächeln Sie beim Bezahlen, das irritiert die Kassierer.)

Guten Appetit!

V. Fahren Sie heim. (Ihr Chef wird sich schon brennend dafür interessieren, wo Sie so lange waren.)

* * *

Was das alles soll?

Ganz einfach: Vor zwei Monaten hat das britische Supermarkt-Branchenblatt “The Grocer” Aldi in Großbritannien zum “Grocer of the Year” gewählt. Das muss ein ziemlicher Schock für die großen Handelsketten gewesen sein, die den Titel sonst Jahr für Jahr unter sich tauschen, ohne dass ihnen ein dahergelaufener Discounter dazwischen funkt. Vielleicht hat die “Grocer”-Jury mit ihrem Urteil provozieren wollen. Vielleicht ist die Auszeichnung auch berechtigt, weil Aldi bei den Briten gerade immer beliebter wird. (Wenn auch auf verhältnismäßig geringem Niveau, wie hier schon mal erwähnt.)

Auf jeden Fall ist der Discounter im Ausland mit einer Taktik erfolgreich, die in Deutschland bisher unvorstellbar wäre: Anpassungsfähigkeit.

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