Alle verschlagworteten Texte: Lebensmittel online einkaufen

Online-Supermärkte: Rewe senkt Liefergebühren auf 2 Euro

Anfang des Jahres hat Rewe-Chef Alain Caparros dem “Handelsblatt” gesagt:

“Uns gibt das Internet die Chance, Marktführer zu werden: Wir können mit Hilfe der Technik von der Nummer zwei im Lebensmittelhandel zur Nummer eins werden. Deshalb müssen und werden wir im Onlinegeschäft mit Lebensmitteln der Pionier sein.”

Das war ganz offensichtlich nicht nur so dahin geredet. Während die zahlreichen Investitionen in andere Bestellshops (u.a. Home24.de für Möbel und Zooroyal.de für Haustierzeugs) vor allem den Eindruck machen, dass Rewe große Angst hat, irgendeinen Trend im Netz zu verpennen, arbeiten die Kölner ziemlich konsequent am Ausbau des eigenen Lebensmittel-Lieferdiensts.

Anfang Juli hat die Nummer zwei der deutschen Supermarktketten ihre Website relauncht, die jetzt um einiges moderner aussieht, und in diesem Zuge den Lieferdienst integriert, der bisher separat unter rewe-online.de zu finden war. Direkt unter dem roten Rewe-Logo steht jetzt auf der Startseite:

“Bestellen”

Direkt unterm Logo fordert Rewe Kunden zum "Bestellen" auf

Die Botschaft könnte eindeutiger nicht sein: Der Lieferservice wird nicht mehr als Anhängsel betrachtet, den die Leute, die unbedingt wollen, im Netz separat finden müssen. Stattdessen wird das “Bestellen” künftig ganz selbstverständlich als zentraler Bestandteil von Rewe gesehen.

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Der Draußenkühlschrank: EmmasBox will Abholstationen für Lebensmittel bauen

Wie lässt sich die Online-Bestellung von Lebensmitteln (siehe Supermarktblog) so verbessern, dass sie den Kunden tatsächlich das Einkaufen erleichtert?

In München arbeitet ein Team von Hochschulabsolventen an einer neuen Lösung, bei der die Kunden ihren Einkauf aus öffentlich zugänglichen Kühlboxen abholen. (Mit Unterstützung des Zentrums für Innovation und Unternehmertum der TU München, Förderunterstützung der EU sowie mittelständischen Partnern aus der Industrie.) Das Projekt heißt: EmmasBox. Im Supermarkblog erklärt Gründer Michael Reichelt, wie es funktionieren soll.

Entwurf der EmmasBox-Abholstation / Copyright: EmmasBox

* * *

Herr Reichelt, Sie wollen eine Art Packstation für Lebensmittel bauen, ist das richtig?

Michael Reichelt: Ja. Der Prototyp ist in der vergangenen Woche fertig geworden. Dahinter steckt die Idee, dass viele Leute nicht vor 19 oder 20 Uhr aus dem Büro kommen, sich am anderen Morgen ärgern, weil beim Frühstück schon wieder die Milch fehlt – und wir uns gedacht haben: Das muss sich ändern lassen.

Dafür gibt’s doch schon die Lieferservices der Lebensmittelhändler.

Wir glauben aber, dass die Menschen ihre Einkäufe lieber abholen. Die Zustelldienste sind zwar beweglicher geworden, aber auch zweistündige Zeitfenster am Abend finden viele Kunden lästig. Man kann ja zwischendurch nicht mal duschen gehen, weil oft genau dann der Zusteller mit dem Paket klingelt. Außerdem mag niemand haufenweise Trockeneis nachhause geliefert kriegen. EmmasBox läuft mit einer Kühltechnik, die die Waren frisch hält, bis der Kunde sie abholt. Das ist, wie wenn Sie daheim den Kühlschrank aufmachen.

Dadurch entfällt aber der Vorteil, den Einkauf nachhause gebracht zu kriegen. So muss ich ja doch wieder schleppen.

Es wird, wenn der Online-Lebensmittelhandel in Deutschland mal funktioniert, viele verschiedene Modelle geben. EmmasBox richtet sich an diejenigen, die bis zur letzten Sekunde flexibel bleiben wollen – und nicht irgendwann nachhause hetzen, um das vereinbarte Lieferfenster abzusitzen.

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Abholservices fehlt der Drive

Bundesweit in 13 Märkten bietet Rewe Lebensmittel zur Abholung an

Wer Lebensmittel im Internet bestellt, muss nicht zwangsläufig auf einen Lieferanten warten. Große Ketten wie Rewe, Real und Edeka bieten in einzelnen Städten auch Abholservices an, bei denen Kunden die Waren in einem vorher angekündigten Zeitraum selbst mitnehmen können. (Wie das geht, steht z.B. hier.)

Während z.B. Rewe seinen Lieferservice kontinuierlich auf neue Städte ausweitet, ist vom Drive-Konzept aber nur selten die Rede. Bundesweit wird der Service derzeit in gerade einmal dreizehn Märkten (u.a. in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Koblenz, Landshut) angeboten. Im Ausland ist ein bisschen mehr los. Tesco hat in Großbritannien gerade den Versuch gestartet, bestellte Einkäufe nicht mehr nur bei sich in den Läden abholen zu lassen, sondern auch in Schulen, Büchereien und Sportzentren. In Frankreich haben Händler wie Auchan oder Leclerc positive Erfahrungen mit den Drive-Angeboten gemacht. Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt Rewe:

“Das liegt vor allem daran, dass die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland ganz anders als in Frankreich sind. In Frankreich nutzen viele Kunden den Abholservice, um Zeit zu sparen. Dieser Faktor spielt in Deutschland keine so große Rolle, weil die Standortdichte in Deutschland viel höher ist, es liegt immer ein Markt auf dem Weg.”

Die Franzosen seien es hingegen gewohnt, in größeren Märkten einzukaufen und dafür weiter zu fahren. Deshalb werde der Abholservice in Deutschland zumindest bisher eher als  Zusatzservice betrachtet. Auf die Frage, ob dennoch weitere Standorte in Deutschland geplant seien, heißt es aus Köln:

“Bezüglich der Drive-Alternative wird es sicherlich keinen nationalen Roll-out geben. Trotzdem werden wir den Abholservice an geeigneten Stationen weiter ausbauen.”

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Wenn der Postmann abends klingelt

Dass die Lebensmittel aus dem Internet zur Ankunft an der Wohnungstür angenehm nach Melonenlimonade duften, gehört wohl zu den Überraschungen des in fremde Hände gegebenen Wocheneinkaufs. Leider klebt er auch genau so. Beim Herunterwuchten des Pakets auf die Rampe des Lieferfahrzeugs hat eine der darin verpackten Flaschen Schaden genommen. Jetzt ist das Paket kaputt, der Lieferant zerknirscht – aber Zurückgeben ist auch keine Lösung. Weil sonst die Hälfte des Einkaufs gleich wieder verschwände. Und DHL ein gut durchfeuchtetes Paket mit Lebensmitteln zurück ins Lager transportieren müsste.

Also schnell auspacken: die erste Lieferung von Allyouneed.com, mit dem der Online-Supermarkt das gerade erst geschlossene Kundenverhältnis gleich zu Beginn auf die Probe stellt.

Lebensmittel aus dem orangenen Karton: Lieferung von Allyouneed.com

Kannjamalpassieren. Und in der großen Kiste steckt tatsächlich all das, was zuvor online geordert wurde: u.a. Ketchup, Grüner Tee, Rhabarbersaft, sechs fünf Flaschen der übel guten Fritz Melonenlimonade – und die Erkenntnis, dass 0,33 Liter ganz schön viel sein können, wenn sie ihr Glasgefäß gesprengt haben.

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Allyouneed.com-Chef Jens Drubel im Interview: “Die Leute erwarten von uns noch viel mehr als von ihrem Supermarkt”

Erst seit 2012 ist der Lebensmittel-Lieferdienst Allyouneed.com online, will aber den etablierten Supermarktketten Konkurrenz machen. Hinter dem Herausforderer steckt der Paketdienst DHL als Mehrheitseigentümer. Im Supermarktblog-Interview verrät Allyouneed.com-Geschäftsführer Jens Drubel, was er anders macht als die Konkurrenz – und wie er die Kunden überzeugen will, ihre Einkäufe künftig im Netz zu erledigen.

Paket mit Allyouneed.com-Logo

Herr Drubel, die Deutschen sind skeptisch, wenn es darum geht, Lebensmittel online zu bestellen. Sind wir zu sehr an die Niedrigpreise aus dem Discount gewöhnt?

Jens Drubel: Allyouneed.com ist auf jeden Fall kein Discounter. Wir werden auch nie in den Wettbewerb mit Discountern treten. Wir sind ein reiner Markenvertrieb und wollen unseren Kunden bessere Lebensmittel-, Drogerie- und Haushaltsprodukte anbieten.

Allyouneed.com zwingt seine Kunden vor allem, sich umzugewöhnen: Es gibt keine günstigen Eigenmarken.

Viele Haushalte kaufen laut GfK schon heute kaum Eigenmarken. Wir bieten Marken an, die es in vielen Supermärkten nicht zu kaufen gibt, und gewinnen kontinuierlich Kunden hinzu, die diese Auswahl im stationären Handel vermissen. Außerdem integrieren wir Produkte von kleineren Herstellern in unser Sortiment, die der stationäre Handel gar nicht bedienen kann, weil sie nicht die entsprechenden Warenumfänge liefern. Hier in Berlin haben wir unter anderem Wostok-Limonade im Sortiment, die als Alternative zu Coca-Cola entwickelt wurde und nicht auf einen Schlag 20.000 Kunden braucht. Wenn erstmal nur 100 oder 1000 bestellen, ist es auch in Ordnung.

Das heißt, Sie holen die Leute zu sich, denen die klassischen Supermärkte zu wenig Marken bieten?

Wir haben auch einen großen Anteil an Bio- und Fairtrade-Produkten. Probieren Sie mal, im Supermarkt Naturkosmetik zu kaufen – oder vegane Lebensmittel, ohne vorher 50 verschiedene Produkte in die Hand zu nehmen. Da spielt Online seinen Vorteil aus.

Seitenmenü bei Allyouneed.com

Wenn das alles so vorteilhaft ist, müsste der Online-Marktanteil im Lebensmittelhandel doch schon viel höher sein.

Es ist schwer, innerhalb weniger Monate Lebensgewohnheiten zu ändern, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden. Anfangs wollten wir bei Allyouneed.com nur die großen, schweren Artikel liefern und ein Abo-Modell anbieten, bei dem regelmäßig dieselben Standardwaren geliefert werden, vom Toilettenpapier bis zur Zahnpasta. Das Thema Frische spielt aber, auch weil die Berichterstattung in den Medien dazu beiträgt, eine große Rolle. Frische Produkte sind letztlich so oft angefragt worden, dass wir sie in unser Sortiment integriert haben.

Warum ist Frische für Lieferdienste so schwierig handzuhaben?

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