Alle Texte mit dem Schlagwort Lidl

3 Gadgets, die Sie unbedingt haben müssen (wenn Sie ein Discounter sind)

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1. Der To-Go-Truck

Wenn die Kunden nicht zum To-Go-Essen in den Laden kommen, muss das To-Go-Essen eben aus dem Laden zu den Kunden kommen. Muss sich Penny gedacht haben und hat seiner Sofortessen-Eigenmarke „penny to go“ einen kleinen Roadtrip spendiert. Der führte die ausführlich bezuckerten Knatschwaren auf den Vorplatz des Frankfurter Hauptbahnhofs, wo die Passanten das Mittagessen in dem mintgrünen Ausgabefahrzeug ausführlich ignorieren konnten.

Das mag auch daran gelegen haben, dass von den beworbenen „frischen Snacks für schnelle Genießer“ auf dem Aufsteller quasi nichts anderes zu sehen war als deren Verpackung – was ungefähr so clever ist, wie wenn eine beliebige Fastfood-Schleuder ihre pappigen Burger auf der Menükarte in der verschlossenen Pappschachtel abbilden würde. Immerhin besteht so die Chance, dass sich die Frankfurter erinnern, wenn sie demnächst bei Penny am To-Go-Regal vorbeilaufen: Hey, das sind doch die Verpackungen mit den Sachen, die ich neulich schon nicht gekauft habe!

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Danke an Supermarktblog-Leser S. für die Fotos!

2. Der begehbare Kühlschrank

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Wie BackWerk sein Aufbackrevier an die Discounter verlor (und trotzdem erfolgreich ist)

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Manche Geschäftsmodelle halten eine Ewigkeit. Andere nur so lange, bis Aldi und Lidl sie für sich entdecken. BackWerk-Geschäftsführer Karl Brauckmann sagt:

„Als die großen Discounter erstmals in eigene Backstationen investiert haben, gab es hier bei uns richtig Alarm. Wir wussten, dass sich das Kaufverhalten vieler Kunden dadurch wesentlich verändern könnte.“

Weil die meisten ihre Aufbackbrötchen dann beim Discounter kaufen würden – und viel seltener bei SB-Bäckern wie BackWerk, das nach der Gründung im Jahr 2001 lange Jahre als größter Feind der klassischen Bäckerien galt. Dabei war die Franchise-Kette bloß eine Zwischenstufe.

Heute werden in den inzwischen 330 Filialen zwar immer noch Backwaren verkauft. Aber hauptsächlich solche, die belegt, überbacken und gefüllt sind. Mit Schinken, Käse, Putenbrust, Buletten. Discounter und Supermärkte haben das Aufbackrevier mit ihren Brötchenknasts für sich erobert und die Billigbäcker fast überflüssig gemacht. Die hatten zwei Möglichkeiten: entweder aussterben – oder sich neu erfinden.

BackWerk hat sich für Letzteres entschieden. Rund 80 Prozent der Waren, die heute verkauft werden, sind Snacks. Und anstatt billig Brötchen in Tüten zu schaufeln und dann wieder zu verschwinden, wollen sich die Leute heute hinsetzen und einen Kaffee zum belegten Brötchen trinken. Brauckmann sagt: „Die Kunden haben ganz andere Erwartungen als vor fünf Jahren.“ Die Filialen werden größer und moderner. Giganten wie McDonald’s kriegen neue Konkurrenz.

Wie BackWerk den Discountern ausgewichen ist, und was das mit dem Fast-Food-Konsum der Deutschen zu tun hat, hab ich für Krautreporter aufgeschrieben:

„Unser täglich Schnitzelbrötchen“.

Foto: BackWerk

Veggie vom Discounter – passt das zusammen?

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Eine wachsende Zahl Deutscher findet es in Ordnung, nicht mehr jeden Tag ein Stück Fleisch auf dem Teller liegen zu haben. Viele verzichten gleich ganz darauf und ernähren sich komplett vegetarisch oder vegan und kaufen so genannte „Fleischersatzprodukte“. Die gehören inzwischen sogar zum Sortiment vieler Discounter.

Aber – lohnt sich das für Aldi, Penny & Co. überhaupt? Drei Erklärungsversuche (und ein Ratespiel).

1. Veggie-Käufer sind gar keine Vegetarier

Jedenfalls nicht mehrheitlich, hat die GfK ausgerechnet. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Umsätze mit vegetarischen Brotaufstrichen und „Fleischersatzprodukten“ – sagen wir doch einfach: Alternativschnitzel – fast verdoppelt, nämlich auf 213 Millionen Euro. Nielsen kommt sogar auf einen Jahresschnitt von 289 Millionen Euro (Februar 2014 bis Januar 2015). Die GfK vermutet, dass unter den rund 11 Millionen Veggie-Käufern zahlreiche „Flexitarier“ sind, also Leute, die ihren Fleischkonsum nicht ganz einstellen, aber zumindest reduzieren. Anders gesagt: Viele Veggie-Käufer sind gar keine Vegetarier. Sondern essen z.B. weniger Fleisch, weil sie Massentierhaltung satt haben oder die Umwelt schonen wollen.

Dabei werden ausgerechnet die Fleischkonzerne bald die größten Veggie-Produzenten sein: Vor einigen Monaten hat der Wurstproduzent Rügenwalder Mühle seine „Vegetarischen Schinken-Spicker“ in die Läden gebracht und erzielt damit schon 15 Prozent seines Gesamtumsatzes. Ab diesem Monat soll es „Vegetarische Mühlen-Schnitzel“ und „Mühlen-Nuggets“ geben, „unterstützt vom Vegetarierbund“.

Wiesenhof legt mit „Crispy Schnitzel“ und „Veggie-Sticks“ unter der Marke „Paul’s Veggie“ (mit echtem Deppenapopstroph) nach, Fleischproduzent Tönnies macht bald Tofu-Würstchen. (Mehr dazu hat FAZ.net aufgeschrieben.)

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Tescos Rekordverlust und die Wandlungsfähigkeit großer Supermarktketten

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Die britische Supermarktkette Tesco hat heute bekannt gegeben, im vergangenen Geschäftsjahr 8,9 Milliarden Euro Miese gemacht zu haben – ja, Sie haben richtig gelesen: Milliarden. Das ist einer der größten Verluste, die jemals von einem britischen Unternehmen gemeldet wurden. (Platz 6, um genau zu sein.) In der britischen Presse wird bereits über das „Ende der Ära Tesco“ geschrieben, zumal der Marktführer von den beiden stark expandierenden deutschen Discountern Aldi und Lidl zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Außerdem hat Tesco in den vergangenen Monaten einen Skandal nach dem nächsten produziert. Der alte Geschäftsführer, Philip Clarke, wurde im Sommer rausgeschmissen, sein Nachfolger hat anschließend bekannt geben müssen, dass über Jahre die Bücher geschönt worden sind. Kürzlich wurde bekannt, dass 50 geplante Eröffnungen neuer Läden abgesagt, sehr viele Leute in der Zentrale entlassen und ein ganzer Schwung unrentabler Märkte geschlossen werden.

Tesco ist einfach zu schnell gewachsen, sagen die Experten. („Over-Expansion“ lautet der Ausdruck dafür, also quasi: Über-Expansion.)

Dabei liegt der jetzt gemeldete Rekordverlust vor allem daran, dass viele Immobilien, die Tesco besitzt, an Wert verloren haben. Trotz des Konkurrenzdrucks sind die Verkäufe gar nicht so schlecht gelaufen, urteilen Analysten und meinen, der neue Chef David Lewis hole jetzt einfach eine Leiche nach der nächsten aus dem Keller, damit das ganze Elend bekannt ist – und er dann mit dem Aufräumen beginnen kann, damit jeder noch so kleine Schritt als Erfolg gewertet werden kann.

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Helau! Alaaf! Lidl geht dieses Jahr als Edeka

Neue Ladendeko bei Lidl

Weite Teile Deutschlands sind in diesen Tagen lahmgelegt, weil sich Menschen auf öffentlichen Plätzen und in Kneipen treffen, um möglichst originell verunstaltet miteinander zu feiern und sich einer jährlichen Alkoholverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Als Discounter aus dem Volk will Lidl da natürlich nicht außen vor bleiben und zecht so richtig mit! Sogar eine originelle Verkleidung hat sich das Unternehmen zugelegt: Dieses Jahr geht Lidl als Edeka!

Der Supermarkt-Konkurrent ist, außer durch die verzweifelt wirkenden Anknüpfungsversuche an seinen „Supergeil“-Werbehit aus dem vergangenen Jahr, immer noch vor allem durch seinen biederen, aber prägnanten Spruch „Wir lieben Lebensmittel“ und die dazugehörige schiefertafelige Sortimentsinszenierung bekannt. Genau das nimmt Lidl jetzt auf die Schippe.

Eigens für den Karneval 2015 werden in sämtlichen Lidl-Filialen schon seit Wochen Feelgood-Pappen aufgehängt, auf denen vor anthrazitfarbenem Hintergrund Sinnsprüche zu wichtigen Artikeln aus dem Sortiment stehen:

„Gutes Frühstück erkennt man an der Vielfalt.“
„Gutes Joghurt erkennt man am Geschmack. “
„Gute Wurst erkennt man an der Herstellung.“
„Guten Käse erkennt man an der Reife.“
„Gutes Waschmittel erkennt man an der Reinheit.“

Vielfalt, Geschmack, Reinheit, Lidl. Gnihihi. Nicht schlecht.

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