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Dayli! Migros! Walmart? Die Neuen kommen

Da hätte der alte Schlecker natürlich auch selbst drauf kommen können, dass sein Drogerieimperium im letzten Moment doch noch vor dem Komplettzusammenbruch zu retten gewesen wäre! Ist er aber nicht. Und deshalb macht’s jetzt Rudolf Haberleitner. Der ist von Beruf Öster-Reicher und versucht sich als Einzelhandelsvisionär, seit er im vergangenen Jahr mit seiner Investmentfirma über 1300 Schlecker-Läden in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg gekauft hat. Und zwar, um daraus Drogerien zu machen, die gleichzeitig Supermarkt, Reinigung, Stehcafé, Autoverleih und Reisebüro sein sollen. “Nahversorger” nennt Haberleitner sein Konzept, und dass da bisher sonst keiner drauf gekommen ist, liegt entweder an der Genialität Haberleitners – oder daran, dass die Idee, Shoppingcenter auf der Fläche einer Schlecker-Butze zu etablieren, nicht ganz ausgereift ist.

Dayli – so hat der österreichische Investor seine Kette getauft – soll trotzdem schon in diesem Jahr bis nach Deutschland wachsen, wo bereits über 500 ehemalige Schlecker-Läden angemietet wurden, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Auch nach Berlin soll Dayli kommen. 20 Millionen will Haberleitner investieren.

Ganz so revolutionär ist die Idee freilich nicht: Die “Lädchen für alles” von Tegut funktionieren ähnlich, wenn auch mit abgespecktem Leistungsumfang. Und sind, wie Tegut-Chef Thomas Gutberlet an dieser Stelle verraten hat, nicht unbedingt ein schneller Gewinnbringer.

Apropos Tegut: Seit diesem Monat ist das ehemalige Fuldaer Familienunternehmen Teil der Schweizer Handelsgenossenschaft Migros, die bereits angekündigt hat, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Renovierung der Läden und den Ausbau des Filialnetzes zu stecken. Die Schweizer sind vermutlich der spannendste Neuzugang im deutschen Lebensmittelhandel – über die fünf Filialchen in Süddeutschland, die Migros bisher unter eigenem Namen betreibt, sehen wir mal höflich hinweg, denn damit ließ sich im deutschen Markt nicht viel reißen. Mit 280 Tegut-Läden sieht das anders aus.

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Wenigstens “kein Sanierungsfall”: Der neue Metro-Chef fremdelt mit Real

Seit viereinhalb Monaten ist Olaf Koch neuer Vorstandsvorsitzender von Metro. Ein besonders spaßiger Job kann das nicht sein: Koch muss dafür sorgen, dass das Geschäftsmodell von Media Markt und Saturn nicht endgültig in sich zusammenfällt; er muss entscheiden, wie es mit Kaufhof weitergeht; und Strategien entwickeln, damit das so genannte “Cash & Carry”-Geschäft (die Märkte für Großkunden) wieder in Gang kommt.

In der vergangenen Woche hat Koch der F.A.Z. ein Interview gegeben, in dem es um all diese Probleme ging – und, ganz am Rande, auch mal kurz um Real, das ebenfalls zu Metro gehört (nachlesbar nebenan in Carsten Knops Blog “Ad hoc”):

“Die internationalen Erfolge zeigen, dass das Geschäftsmodell Potential hat. In Deutschland haben wir in Summe noch nicht überall den angestrebten Fortschritt erreicht, auch wenn viele Einzelprojekte sehr erfolgreich umgesetzt wurden. Das können Sie im Sortiment und auf der Fläche an vielen Standorten sehen, aber eben noch nicht durchgängig genug. Fest steht, dass wir uns mit diesem 8 Milliarden Euro Umsatz repräsentierenden Geschäft weiter profilieren müssen. Immerhin ist eine Stabilisierung erreicht. Der Cash-flow steigt. Und im ersten Quartal ist das Geschäft in Deutschland auf vergleichbarer Fläche gewachsen. Anders als 2007 ist Real heute kein Sanierungsfall mehr.”

Abgesehen davon, dass man sich wohl immer erst die Empathie rausoperieren lassen muss, um Vorstandsvorsitzender zu werden: Als glühender Real-Verfechter outet sich Koch mit diesen eher technisch formulierten Sätzen nicht gerade.

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Jetzt noch schokoladiger! Real erklärt die Preisunterschiede seiner Eigenmarken

Was nehmen Sie alles mit, wenn Sie einkaufen gehen? Die EC-Karte natürlich. Eine Tasche vielleicht? Und den Einkaufszettel. Richtig. Die meisten Menschen sind allerdings so leichtsinnig, etwas ganz Entscheidendes zuhause zu lassen, nämlich: Verständnis. Dabei braucht es das im Supermarkt gleich haufenweise. Gerade hat Edeka an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Kunden “Verständnis” benötigen, um zu verstehen, dass das Unternehmen die Unterschiede seiner Eigenmarken lieber nicht erklären möchte.

Und jetzt sagt Real-Unternehmenssprecher Markus Jablonski:

“Wir bitten um Verständnis, dass wir zu einzelnen Eigenmarken grundsätzlich keine Erläuterungen machen, die über die bereits sehr ausführlichen Kennzeichnungen auf den Verpackungen hinausgehen.”

Die Frage, die dieser Antwort vorausging, war dieselbe wie bei Edeka: Was rechtfertigt den Preisunterschied bei Produkten der Mittelmarke (in diesem Fall: “Real Quality”) zu denen der Billigmarke (in diesem Fall: “Tip”). Glücklicherweise ist die Verständnisportion, die Real seinen Kunden abverlangt, kleiner als bei der Konkurrenz. Denn im Gegensatz zu Edeka bemüht sich Sprecher Jablonski dann doch, einige generelle Unterschiede zu erläutern.

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Expedition ins Lebensmittelreich: Warum Aldi und Lidl anders sind als Edeka und Rewe

“Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Supermarkt und Discounter? (…) Als täglicher Einkäufer bemerke ich keinen, weiß also gar nicht, WO ich einkaufe – beim Supermarkt oder Discounter?”, hat Kommentator Wooster neulich unter einem Eintrag gefragt. Und weil das vielleicht auch ein paar andere Leser interessiert, steht hier jetzt die Antwort.

Discounter
zum Beispiel: Aldi, Lidl, Netto (ohne Hund), Penny, Norma, Netto (mit Hund)

Discounter gehören zur Gattung der Lebensmittelgeschäfte und sind ein bisschen beschränkt – was ihr Sortiment angeht. Im Durchschnitt liegen 800 bis 1600 unterschiedliche Produkte in den Regalen. Vieles wird auf Paletten reingeschoben, um die Zeit fürs Einräumen zu sparen. Discounter sind sehr preisaggressive Läden. Auf Handzetteln (und vereinzelt auch noch auf Anzeigenseiten in Zeitungen) hinterlassen sie Hinweise mit Sonderangeboten, um ihr Revier gegenüber Konkurrenten zu markieren und Kundschaft anzulocken.

Möglichst wenig Ware soll längere Zeit im Markt liegen. Deshalb gibt es vor allem Artikel, die für den schnellen Verbrauch bestimmt sind und ständig nachgekauft werden. So lohnt sich für den Discounter auch der günstige Preis, weil er seinen Umsatz eher über die Masse macht.

Lange Zeit haben Discounter vor allem städtische Randlagen besiedelt, seit einigen Jahren werden sie aber auch vermehrt in Innenstadtlagen gesichtet. Fußgängerzonen werden jedoch gemieden, weil dort die Mieten zu hoch sind. Discounter leben meist in schlichten Zweckbauten, die alle nach demselben Prinzip errichtet werden, also gleich hässlich sind. Zuletzt haben sie sich aufgrund der Sparbegeisterung ihrer Kundschaft rasant vermehrt und im Jahr 2010 etwa 57,5 Milliarden Euro umgesetzt. Damit stehen sie nunmehr der Spitze der Nahrungsmittelgeschäftekette.

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Chef, das Fleisch funkt – Ein Testeinkauf im Real Future Store

(aktualisierte Version vom 30. Mai mit Real-Statements)

Wenn die Logos noch ein bisschen größer geraten wären, könnte man sie vermutlich auch vom Mond aus sehen und wüsste: Ach, da unten kaufen die Menschen gerade fürs Wochenende ein. Wobei das als Werbebotschaft für potenzielle Kunden, die sich gerade in zirka 380.000 Kilometer Entfernung aufhalten, natürlich nur bedingt geeignet ist. Aber der Metro-Konzern ist nunmal ziemlich stolz auf den riesigen Markt, den er da ins niederrheinische Tönisvorst nahe Krefeld gebaut hat.

Und deshalb leuchten auf dem Dach riesige Buchstaben in Rot und Blau, die außer von Mondreisenden auch von vorbeifahrenden Pendlern gesehen werden können, denen es etwas leichter fällt, ihr Gefährt auf den überdachten Parkplatz des Real Future Store zu lenken.

“Das SB-Warenhaus der Zukunft” verspricht Metro seinen Kunden – auch wenn die Zukunft des Einkaufens vielleicht nicht ganz so spektakulär ist, wie Sie sich das jetzt vorstellen.

Na gut: Es gibt die Richtungsroboter Ally und Robert, die einem den Weg zu den gesuchten Produkten weisen könnten – wenn auf ihren Displays nicht gerade “macht Pause” stünde. Wer sich vorher gegen Altersnachweis eine Chipkarte freischalten lässt, kann an der Wein-Probierstation testen, welche Sorte sich am besten fürs Geburtstagsdinner eignet – jedenfalls wenn man riskieren mag, sich nachher aus dem Industriegebiet mit dem Taxi abholen zu lassen. Und bezahlt werden kann nachher in so vielen Varianten, dass die Kassenzone einem metallenen Irrgarten gleicht.

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