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Warum wir im Supermarkt (manchmal) lieber mehr kriegen als weniger ausgeben

Denken Sie mal nicht lange nach, sondern sagen bloß: Welches dieser beiden Angebote würden Sie eher kaufen?

Superhasel-Nuss-Nougat-Creme – 35 Prozent billiger!
Superhasel-Nuss-Nougat-Creme – 50 Prozent mehr Inhalt!

Wenn Sie sich fürs zweite entschieden haben, ist es gut möglich, dass sie an BVN leiden. Macht aber nichts, Sie werden’s überleben. Die meisten Menschen erfahren sogar nie, dass sie zu den Betroffenen gehören. Es sei denn, sie stoßen durch Zufall auf die Ergebnisse einer Studie, die eine amerikanische Forschergruppe gerade veröffentlich hat.

Für ein Experiment wurde im Supermarkt eines amerikanischen Vororts eine spezielle Handlotion mit 35 Prozent Preisreduktion angeboten (“Price Discount”), aber nur in ungeraden Wochen; in geraden Wochen gab es die gleiche Lotion mit 50 Prozent mehr Inhalt (“Bonus Pack”). Nach vier Monaten haben die Forscher die Verkaufszahlen verglichen und herausgefunden, dass sich in sechs von acht Wochenvergleichen jeweils das “Bonus Pack” besser verkauft hatte. (Während es bei anderen Produkten im Laden keinen vergleichbaren Effekt gab.) Das Erstaunliche daran ist: Eigentlich war der Preisnachlass der bessere Deal, wenn auch nur geringfügig.

Anders formuliert: 50 Prozent mehr Inhalt entsprechen ungefähr einer Preisreduktion von 33,33 Prozent. (Echt!) Demnach sind die 35 Prozent Preisreduktion ein kleiner Vorteil gegenüber den 50 Prozent mehr Inhalt. Viele Leute kommen da nur nicht drauf.

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Der “Lidl-Check” geht in die Verlängerung

In seinem “Lidl-Check” findet das Erste am Montagabend ein paar ganz erstaunliche Dinge heraus.

Erstens: Wenn man 40 ganz normale Leute in ein Labor einlädt, um sie bei einer Blindverköstigung die Unterschiede zwischen Orangensäften aus dem Supermarkt und aus dem Discounter herausschmecken zu lassen, sagen nachher viele, dass ihnen die 100%-Saft-Säfte alle “zu wässrig” seien. (Auch der von Lidl.) Damit ist der endgültige Beweis dafür erbracht, dass – Probanden von Labortests Orangensaft nicht schmeckt.

Zweitens: Wenn man am Rechner eine virtuelle Lidl-Filiale baut und diese in ein Studio projiziert, um darin einen Experten zu befragen, sieht das lustig aus, hat aber exakt gar keinen Nutzen.

Drittens: Wenn man neun Paare in neun deutschen Städten mit der Stoppuhr an die Kasse schickt, jeweils zu Aldi und zu Lidl, und die Zeiten nachher zusammenrechnet – dann hat man mit einem absurden Drehaufwand eine lustige Quatschzahl errechnet, aber noch lange keine verlässliche Aussage über den “Stressfaktor” eines Discounter-Einkaufs.

Um aber nicht ungerecht zu sein: Der 45-minütige “Lidl-Check” hat trotz der teilweise seltsamen Experimente auch seine guten Momente. Und dass im deutschen Fernsehen direkt nach der “Tagesschau” übers Einkaufen berichtet wird, kommt ja sonst eher selten vor. (Aber schauen Sie sich’s doch einfach selbst an. Der Film müsste am Dienstag auch in der Mediathek aufschlagen und wird dann hier verlinkt.)

Das Ergebnis des “Checks” (in dem Backstationen, “Super-Samstage” und Mietwohnungen übrigens keinerlei Rolle spielten) ist jedenfalls folgendes:

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Die Rabattfalle: Wie Preisaktionen ganz schnell schief gehen können

Angenommen, mit der folgenden Frage ließe sich bei Günther Jauch die Million gewinnen. Wahrscheinlich wüsste jeder Kandidat schon vor Einblendung der Antwortmöglichkeiten, dass es gleich was zu feiern gibt:


Foto [M]: RTL / Supermarktblog

Die richtige Antwort ist natürlich D: Tiernahrung.

Sie wissen das vermutlich, weil es vor den Werbespots der Baumarktkette Praktiker eine Zeit lang fast kein Entrinnen gab. Vor allem, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Praktiker an Aktionstagen zum Teil ein Umsatzplus von 300 Prozent eines normalen Tages machen konnte.

Inzwischen ist das Geschichte (siehe FAZ.NET) – und Praktiker steckt trotz des zwischenzeitlichen Erfolgs in der Krise. Vor drei Wochen wurden die neusten Zahlen bekannt gegeben. Die Umsätze sind massiv eingebrochen, eine Jahresprognose traut sich die Geschäftsführung derzeit nicht zu. In den Meldungen wird unter anderem eine “verfehlte Marketingstrategie” als Grund für die Misere angegeben.

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Überall Sonderangebote: Lidls “Super-Samstag” und die Folgen

Mit seinem “Super-Samstag” hat Lidl im vergangenen Jahr einen furchtbaren Trend gesetzt: die Mediamarktisierung der Discounterwerbung. Während sich die großen Elektronikketten gerade von der Sonderangebotsbrüllerei verabschieden (siehe FAZ.NET), schreien nun also die Discounter ihre Kunden an, dass sie gefälligst in den Laden kommen sollen, um ausgewählte Schnäppchen abzugreifen – aber nur an ganz bestimmten Aktionstagen, solange der Vorrat reicht, wenn sie sich ganz arg beeilen und beim Einkaufen gelbe Socken tragen.

Bei Lidl hat das so gut funktioniert, dass auch die Konkurrenz sich dazu animiert fühlte, solche Aktionen zu erfinden.

Weil dabei schnell die Übersicht verloren geht, erklärt das Supermarktblog, woran Sie erkennen, welcher Aktionswochentag gerade ist. Am Ende stehen noch ein paar Vorschläge, wie auch der bisher vernachlässigte Dienstag, der Mittwoch und der Donnerstag zu etwas Sonderangebotsruhm kommen könnten.

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