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Neue Eigenmarke im Drogerie-Regal: Rêals “Today” heißt “Sôi”

"Sôi" oder nicht "Sôi", das ist hier die Frage - für sein Drogerieregal hat Real sie nun beantwortet

Es gibt gute Nachrichten von Real! Die neueste Eigenmarkenerfindung hat, anders als die letzte, wieder einen Namen und ist nicht nur ein produktgewordener Werbegag!

Die schlechte Nachricht lautet: Sie heißt “Sôi”. Mit lustigem Dach-Akzent. Und das ist nicht das einzige Hindernis, das sich Real in seine neue Drogerie-Markenstrategie eingebaut hat, die auf den ersten Blick sehr an das erinnert, was Rewe seit anderthalb Jahren praktiziert: Seit dem vorvergangenen Jahr tauscht der Real-Konkurrent die Artikel seiner roten “Rewe”-Eigenmarke im Kosmetik-, Wasch- und Zahnputzregal gegen gleichartige Produkte aus, auf denen jetzt der (auch bei Penny wieder eingeführte) Eigenmarkenname “Today” steht.

Das scheint der Real-Geschäftsführung gefallen zu haben. Also werden derzeit zahlreiche Drogerie-Produkte mit dem alten – und zugegebenermaßen: furchtbar scheußlichen – “Real Quality”-Eigenmarkendesign ausgelistet bzw. im untersten Drogerieregalboden verramscht. Damit Platz ist für “Sôi”.

150 Artikel soll die neue Eigenmarke für Damen und Herren umfassen. Gerade verteilt die SB-Warenhauskette übers Netz eifrig Kakao-Pflegeduschen und Bodycreme-Malve-&-Honig-Proben, um ein bisschen Wind für die offizielle Markeneinführung zu machen. Die könnte (zumindest nach dem aktuellen Stand in meinem Berliner Real) noch ein Weilchen dauern, weil die Produkte erst nach und nach ersetzt werden.

Um sich’s nach alter Real-Tradition selbst nicht zu einfach zu machen, bei den Kunden gut anzukommen, haben sich die “Sôi”-Produktentwickler einige Herausforderungen ausgedacht: Weiterlesen

Wer profitiert vom Aus für Schlecker?

Ein älterer Herr steht irritiert in einer dm-Filiale in Berlin-Wedding, hält eine Mitarbeiterin an, die gerade Ware in die Regale räumt, und fragt nach seinem Putzmittel. Das Putzmittel ist grün. Der Mann weiß genau, wie es aussieht. Nur nicht, wie es heißt. “Beim Schlecker hab ich immer gewusst, wo’s steht. Aber die haben jetzt zugemacht”, sagt er. Die Verkäuferin pampt genervt zurück: “Was Schlecker im Sortiment hatte, kann ich Ihnen aber nicht sagen.” Dann führt sie ihn zum meterlangen Putzmittelregal. Selbstbedienung, bitte.

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Am 29. Juni schließen die meisten Schlecker-Filialen, die noch übrig geblieben sind. Oder vorher, wenn sie schon leer sind. In der vergangenen Woche gab es “30 % auf alles, Einzelartikel bis 50 % reduziert”. Für die letzten roten Schilder im Schaufenster haben die Mitarbeiter in den Filialen, die noch nicht umgebaut wurden, die Aufkleber mit dem neuen Logo und “For You. Vor Ort” rausreißen müssen. Drinnen demonstrieren die Läden mit den leer gekauften Regalen noch einmal ihre ganze Traurigkeit.

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Jetzt noch schokoladiger! Real erklärt die Preisunterschiede seiner Eigenmarken

Was nehmen Sie alles mit, wenn Sie einkaufen gehen? Die EC-Karte natürlich. Eine Tasche vielleicht? Und den Einkaufszettel. Richtig. Die meisten Menschen sind allerdings so leichtsinnig, etwas ganz Entscheidendes zuhause zu lassen, nämlich: Verständnis. Dabei braucht es das im Supermarkt gleich haufenweise. Gerade hat Edeka an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Kunden “Verständnis” benötigen, um zu verstehen, dass das Unternehmen die Unterschiede seiner Eigenmarken lieber nicht erklären möchte.

Und jetzt sagt Real-Unternehmenssprecher Markus Jablonski:

“Wir bitten um Verständnis, dass wir zu einzelnen Eigenmarken grundsätzlich keine Erläuterungen machen, die über die bereits sehr ausführlichen Kennzeichnungen auf den Verpackungen hinausgehen.”

Die Frage, die dieser Antwort vorausging, war dieselbe wie bei Edeka: Was rechtfertigt den Preisunterschied bei Produkten der Mittelmarke (in diesem Fall: “Real Quality”) zu denen der Billigmarke (in diesem Fall: “Tip”). Glücklicherweise ist die Verständnisportion, die Real seinen Kunden abverlangt, kleiner als bei der Konkurrenz. Denn im Gegensatz zu Edeka bemüht sich Sprecher Jablonski dann doch, einige generelle Unterschiede zu erläutern.

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Kleines Eigenmarken-Einmaleins: Werden Sie Schorlenproduzent!

Heute basteln wir uns eine Eigenmarke. Ist ganz leicht und dauert auch nicht lange. Dazu brauchen wir:

1. eine Flasche.

2. eine zündende Idee für ein erfrischendes Sommergetränk, weil Produkte ja stets antizyklisch entwickelt werden. Zum Beispiel: erfrischende Melonenschorle mit einem Schuss von allem, was gerade hip ist – Guarana, Rhabarber und Mateextrakt.

3. eine ungefähre Ahnung von dem, was wir da überhaupt tun.

Na gut, kleiner Exkurs: Ein erfolgsorientierter Händler gibt sich nicht damit zufrieden, Produkte zu verkaufen, die andere hergestellt haben. Ein erfolgsorientierter Händler will immer auch Produkte verkaufen, die andere hergestellt haben, ohne dass er zuviel vom Umsatz abgeben muss. Und mit Eigenmarken, die im Auftrag der Handelsketten produziert werden, sind nunmal höhere Margen zu erzielen als mit klassischen Markenprodukten.

Darüber hinaus werden Eigenmarken vom Kunden unmittelbar mit dem jeweiligen Discounter oder Supermarkt in Verbindung gebracht – können also auch ein Grund sein, wieder dorthin zu gehen, wenn man zufrieden war. Die Händler sind zugleich unabhängiger vom Produzenten, der jederzeit ausgetauscht werden kann ohne dass der Kunde was merkt. Die Verpackung bleibt ja dieselbe.

Der Anteil, den die Eigenmarken in Deutschland am Umsatz der Händler haben, ist zuletzt leicht zurückgegangen (vor allem bei den Discountern), lag im vergangenen Jahr aber laut den Marktforschern von Nielsen immer noch bei durchschnittlich 37,4 Prozent.

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