Alle Texte mit dem Schlagwort Rewe

Sieht so der Supermarkt der Zukunft aus: unsichtbar?

Der unsichtbare Supermarkt: Abholstation auf dem Parkplatz der U-Bahn Highgate in London

Weil vielerorts gar nicht genügend Industriegebiete zur Verfügung stehen, die sich zusätzlich verschandeln lassen, indem man einen grässlichen Hypermarkt mit Betonparkplatz hineinbaut, ist die britische Supermarktkette Asda (die zu Walmart gehört) vor anderthalb Jahren kreativ geworden.

Und lässt seitdem einfach vielerorts die Supermärkte vor den Betonparkplätzen weg, wenn sie ihre Lebensmittel verkauft.

So wie oben auf dem Bild, das die Asda-Filiale im Norden Londons Norden am Rande von Hampstead Heath zeigt, wo die Leute teuer und verhältnismäßig umgrünt wohnen, aber gerne trotzdem günstig einkaufen wollen (Asda verspricht: “Saving you money every day”). Von der U-Bahn-Station Highgate führt eine lange Treppe hinunter zum Parkplatz, der mit allerlei grünen Hinweistafeln und Plakaten zugetextet ist – um Pendlern, die dort ihr Auto geparkt haben, zu signalisieren, dass sie an Ort und Stelle ihre im Netz bestellten Einkäufe abholen können.

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Des Käses neue Kleider: Rewe bekennt sich zu ja!

Neue ja!-Verpackung bei Rewe

Nach 30 Jahren kommt bei jeder Eigenmarke mal die Zeit, sich zu fragen, was sie bis zum Ablauf ihres Mindesthaltbarkeitsdatums noch alles erreichen möchte und welche bislang ungesehenen Ecken des Supermarkts es für sie noch zu ergründen gibt. Zum Beispiel die fernen oberen Regalreihen, die viele Discountmarken nur vom Hörensagen weit gereister Mittel- und Luxusmarken und aus Kundenschwätzchen kennen, aber nie selbst gesehen haben.

Rewes Billigmarke ja! lässt’s etwas langsamer angehen und hat sich erstmal für eine optische Veränderung entschieden.

Derzeit streifen die ja!-Produkte die farbigen Banderolen ab, die das schlichte weiße Design mit dem dunkelblauen Markenlogo bislang zierten. Die jeweilige Produktbezeichnung steht jetzt wieder frei, wie auf einer Art Tapetenrolle, an die diverse Servierhinweisbilder angedockt sind. (Achten Sie oben beim “Balkankäse” mal auf die Tomate, die sich zwischen die Tapete und deren angedeutetem Schatten schiebt; ein kleines Meisterwerk der Irritation.)

Zum Vergleich hier nochmal das alte Design:

Alte ja!-Verpackung

Rewe erklärt auf Supermarktblog-Anfrage:

“Das prägnant-schlichte Verpackungsdesign gehört zur Marke, doch behutsame gestalterische Anpassungen gehören genauso zur Markenpflege.”

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Wie sich Kaufland und Rewe vor der Tengelmann-Übernahme verbiegen

Kaiser's in Berlin

In der zurückliegenden Woche hat das Bundeskartellamt einen Warnschuss an Edeka abgefeuert, dass die angemeldete Übernahme der 451 Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann so nicht genehmigungsfähig sei, unter anderem, weil dies “zu einer Verdichtung der ohnehin stark konzentrierten Marktstrukturen insbesondere in Berlin, München und einzelnen größeren Städten in Nordrhein-Westfalen führen” würde. Die beiden Unternehmen können noch bis Mitte der Woche Stellung dazu nehmen, mit einer endgültigen Entscheidung wird Anfang März gerechnet – falls es nicht zu einer Fristverlängerung kommt.

Währenddessen haben sich die Wettbewerber schon in Position gebracht, um ihren Teil des Kada… – pardon: ihren Teil von Kaiser’s Tengelmann abzukriegen. Einige demonstrieren dabei eine ganz erstaunliche Biegungsfähigkeit.

Laut “Tagesspiegel” liebäugelt zum Beispiel auch Kaufland mit einer Teil-Übernahme. “Wir haben durchaus Interesse an einzelnen Kaiser’s- und Tengelmann-Filialen”, lautet das vollständige Sprecher-Zitat aus der Samstagsausgabe dazu. Auf eine Einschätzung, wie realistisch die eingeholte Information ist, verzichtet der “Tagesspiegel”. Dabei dürfte das Kaufland-Statement vor allem taktischer Natur sein.

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Dieser Text ist (mit Absicht) ziemlich Banane

Wenn Sie die “Simpsons” nicht mögen, eine Abneigung gegen Käse haben und die Straßenseite wechseln, sobald Ihnen der Briefträger mit seinem Wägelchen entgegenruckelt, müssen wir uns heute mal vorzeitig voneinander verabschieden. (Tschüß!) Denn dann ist dieser Text ganz bestimmt nichts für Sie. Es geht darin nämlich um: Bananen. Die von Rewe zum Beispiel. Fällt Ihnen auf, was an dem folgenden Bild ungewöhnlich ist?

Bio-Bananen bei Rewe

Ganz genau: Die Bananen sind nicht (mehr) in Plastik verpackt! Dabei war das in vielen Supermärkten bis vor kurzem noch Standard, vor allem bei Bio-Ware. Dafür gibt es mindestens zwei Gründe.

1. In der EG-Ökoverordnung (bzw. den dazu gehörenden Durchführungs-Verordnungen) steht die Vorschrift, dass Unternehmen bei Herstellung, Transport und Lagerung Vorkehrungen treffen müssen, “um jedes mögliche Vermischen oder Vertauschen mit nichtökologischen/nichtbiologischen Erzeugnissen zu unterbinden” und deren Identifizierung eindeutig zu gewährleisten. Die Regelung soll verhindern, dass wir – absichtlich oder aus Versehen – beschummelt werden. Deshalb lassen viele Läden, in denen es außer konventionellem Obst und Gemüse auch nach Bio gibt, die Bio-Artikel in Plastik verpacken.

Was natürlich völliger Unsinn ist, wenn Kunden ein nachhaltig erzeugtes Produkt kaufen möchten, um zur Schonung des Planeten beizutragen, auf dem sie es zu verspeisen gedenken – und dabei gleichzeitig den Berg an unnötigem Plastikmüll vergrößern.

Schließlich sind Bananen von Natur aus schon ganz clever verpackt! Die Verpackung ist nicht nur leicht zu öffnen, sie zeigt sogar noch den Reifegrad an. Das soll ihr erstmal ein Verpackungsdesigner nachmachen. Trotzdem haben die Supermärkte lange nicht auf Plastik verzichtet:

2. Damit sie selbst nicht beschummelt werden. Weil an der Kasse die Gefahr bestünde, dass irrtümlicherweise der niedrigere Preis für die ebenfalls unverpackte konventionelle Ware berechnet wird.

Inzwischen scheint sich die Einsicht durchgesetzt zu haben, das auch auf anderem Weg erreichen zu können. Rewe erklärt auf Supermarktblog-Anfrage, man sei “der Auffassung, dass Plastikverpackungen zukünftig weiter reduziert werden müssen”:

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Rewes Lieferservice streicht sein “Preise wie im Markt”-Versprechen

reweliefer01

Rewe verzichtet bei seinem Lebensmittel-Lieferservice seit Beginn des Jahres auf das Versprechen, dass Kunden bei Online-Bestellungen dasselbe wie im Laden bezahlen (“Preise wie im Markt”).

Im Dezember hat Leserin Andrea B. hier im Blog kommentiert, weil sie sich bei ihrer Bestellung über einen erheblichen Unterschied zum Ladenpreis gewundert hatte. Zwei Kisten Cola kosteten geliefert fast acht Euro mehr, obwohl sie laut Wochenprospekt im Angebot waren (Getränke-Sperrgutaufschlag nicht mitgerechnet). Der Kundenservice versuchte das damit zu erklären, dass die Lieferung aus einem der Lager kam, die Rewe inzwischen zur Warenkommissionierung an einigen Standorten in Betrieb genommen hat – und eben nicht aus einem Markt. Inzwischen hat man offensichtlich gemerkt, dass solche Erklärungen alles andere als zufriedenstellend sind.

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