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Albert Heijn to Go und das deutsche Supermarkt-Snack-Elend

Es folgt ein Memo an deutsche Supermärkte, die sich daran versuchen, ihren Kunden Sofortessen für den Unterwegsappetit anzubieten:

  • Pressschinken mit Käse, der zwischen zwei Brotscheiben mit Remoulade verklebt wird und anderthalb Wochen haltbar sein soll, ist kein frisches Sandwich.
  • Ein durch den Häcksler gezogener Mischsalat, auf dem zwei dürre Tomatenscheiben und drei Mini-Mozzarella-Kugeln liegen, ist keine “Salatschale Manhattan”.
  • Bloß weil morgens ein Mitarbeiter zwei Dosen Kidneybohnen und Mais aufmacht und deren Inhalt auf ein bisschen Grünzeug kippt, kommt dabei kein “Mexiko-Salat” heraus.

Anders formuliert: Was hiesige Supermärkte ihren Kunden zur schnellen Hungerbekämpfung anbieten, ist oftmals eine Zumutung. Einfallslos kombiniert, traurig angerichtet, mit Klebeetiketten aus dem Thermodrucker zugepappt.

Insofern können die Ketten froh sein, dass der niederländische Konzern Ahold seine Albert-Heijn-to-Go-Filialen aus logistischen Gründen zunächst bloß in Nordrhein-Westfalen eröffnet. (Die nächste übrigens am 5. Dezember 2012 in Düsseldorf, Graf-Adolf-Platz 6.) Weil sonst gleich das ganze Land für ihr langweiliges Kühltruhenessen verloren wäre.

Das liegt weniger daran, dass die Niederländer tausend neue Ideen mitgebracht haben. Mit dem Sortiment in den bisher eröffneten Läden bilden sie lediglich den Standard ab, der für Supermärkte in anderen europäischen Ländern seit Jahren selbstverständlich ist. Und dem sich die deutschen Läden bisher beharrlich verweigern. Ungewöhnliche Salatkombinationen, Gemüse-Snacks und Sandwichs, die nicht immer mit denselben drei Zutaten belegt sind, gehören in deutschen Supermärkten zu den Ausnahmen. Bei Albert Heijn to Go sind sie das Konzept.

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“Die Marktlücke ist da”: Albert Heijn to Go exportiert sein Snackkonzept nach NRW

Vor anderthalb Jahren eröffnete Rewe in Köln seine erste Filiale speziell für Snacks – mit Sandwiches, geschnittenem Obst, Getränken und Fertigmahlzeiten. “Convenience” heißt das in der Supermarktbranchensprache. Oder, wie hier im Blog: Sofortessen. Inzwischen sind drei weitere Rewe-to-Go-Filialen hinzugekommen, zuletzt am Kölner Hauptbahnhof. Vor allem gibt es einen neuen Konkurrenten: Im September holte der niederländische Konzern Ahold sein Ladenkonzept “Albert Heijn to Go” nach Deutschland. Los ging’s in Aachen. In dieser Woche öffnete im Ruhrgebiet die zweite Filiale ihre Türen.

Das Supermarktblog hat sich vorm Sandwichregal mit Deutschland-Chef Jürgen Hotz unterhalten – über unterschiedliche Snackkulturen, nächtliche Eigenmarkenlieferungen und die Konkurrenz durch Backketten und Schnellrestaurants.

* * *

Herr Hotz, hier in Essen hat gerade die zweite deutsche Filiale von Albert Heijn to Go eröffnet. Schauen Sie sich jetzt erstmal an, ob die Deutschen Ihre Sandwiches mögen – oder geht’s gleich weiter?

Jürgen Hotz: Wir haben uns fürs erste Jahr insgesamt etwa zehn bis zwölf Filialeröffnungen vorgenommen. Das schaffen wir auch. Ich gehe davon aus, dass in jedem Monat eine neue Filiale hinzukommt. In zwei Wochen ist Düsseldorf dran, Anfang 2013 folgt Laden Nummer vier. Wir haben festgelegt, zunächst in Nordrhein-Westfalen zu bleiben. Daran halten wir uns auch.

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Ferien am Radieschen River: Ein Reisebericht aus Schweizer Supermärkten

Hohe Berge, tiefe Täler, tanzende DJs – Touristen hat die Schweiz so einiges zu bieten. Leider weigert sich die Fremdenverkehrswerbung bis heute, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Lebensmittelhandels in ihren Empfehlungskatalog aufzunehmen. Das Supermarktblog ist extra nach Zürich gereist, um Migros und Coop einen Besuch abzustatten und das Versäumnis nachzuholen. (Bevor Sie auch die Reiselust packt: bitte das Kleingedruckte lesen.*)

*Wechselkursbedingt eignet sich der Einkauf in Schweizer Supermärkten ausschließlich für mehrfache Lottogewinner, die gerade geerbt haben. Sollten Sie nicht zu dieser Gruppe gehören, seien Sie vorsichtig! Ihr Portemonnaie wird es Ihnen danken.

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Auf Wiedersehen, Grüne Wiese: Der Trend geht zum “City”-Markt

Es geht eine Erkenntnis um unter europäischen Supermarktbetreibern: Viele Kunden lehnen es ab, samstagmorgens mit dem Geländewagen an den Stadtrand zu fahren und dort in einem Supermarkt einzukaufen, der so riesig ist, dass man Brotkrumen hinter sich ausstreuen muss, um den Weg zurück zu finden.

Oder, anders gesagt: Die Grüne Wiese ist out. Willkommen in der Grauen Stadt!

Da ist meistens kein Platz, um Einkaufscenter hinzubauen. Aus diesem Grund haben die Ketten das “urban convenience store concept” erfunden. Oder wie wir einfacher gestrickten Leute sagen: den Stadtmarkt. Das Supermarktblog erklärt, was hinter den einzelnen Konzepten steckt.

Rewe City, Deutschland
Kennen Sie das? Gleich ist Feierabend, Sie wollen zuhause noch was kochen, doch – pardauz! – im Kühlschrank ist Ebbe und der nächste Wochenendeinkauf ist noch ein paar Tage hin. Was tun? Rewe hat da eine Spitzenidee: ein “Vertriebskonzept, das den aktuellen gesellschaftlichen Trends optimal gerecht wird”!

Oder wie wir Profis sagen: ein “urban convenience store concept”.

Seit 2009 nennt Rewe kleine Läden in großen Städten “Rewe City”, weil irgendjemand im Unternehmen entdeckt hat, dass die Leute gerne dort einkaufen wollen, wo sie wohnen. (Diese Teufelsmarktforscher wieder!) Das eigentlich Spannende am City-Konzept ist, dass Rewe dafür ganz bewusst auch neue Läden mitten in der Stadt sucht. Im vergangenen Jahr eröffnete eine Filiale direkt am Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße. Ansonsten halten sich konzeptionellen Besonderheiten aber in Grenzen.

Rewe sagt: Die City-Märkte haben besonders lange Öffnungszeiten. Aber das haben die normalen Märkte inzwischen auch.
Rewe sagt: In den City-Märkten gibt es ganz viel Frisches zu kaufen: Obst und Gemüse, Käse, Fleisch. Ja, genau wie in den normalen Märkten.
Rewe sagt: Die City-Märkte haben “nur” 8000 Artikel im Sortiment. Gut, das ist natürlich fatal, auf dem Heimweg nicht schnell noch ein paar aus Nicaragua importierte mandelbesplitterte Einleggurken mitnehmen zu können.

Unterschied zum normalen Rewe: minimal.

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Gute Supermarkt-Vorsätze für 2012

Traditionell denken sich die Menschen zu Silvester aus, was sie in ihrem Leben im nächsten Jahr besser machen wollen. Aber nirgendwo geschrieben, dass sich nicht auch Supermärkte was vornehmen dürfen. Im letzten Blogeintrag für dieses Jahr überlegen sechs Läden, was 2012 – vielleicht – anders werden soll.

Die Märkte möchten gerne anonym bleiben. Sie wissen ja: gute Vorsätze sind so leicht wieder gebrochen. Und das wird dann schnell peinlich.

Gesündere Ernährung

“Mir ist schon klar, dass das auf Dauer nicht so weiter gehen kann. Mit all den Schokoriegeln, den fettigen Chips und den Microwellen-Fertiggerichten, die ich im Regal stehen habe. Das Fett und der Zucker sind vielleicht gut fürs Geschäft. Ein ausgewogenes Sofortessen für zwischendurch sieht aber natürlich anders aus. Wenn nächstes Jahr der Nachwuchs in Düsseldorf dazu kommt, wird es wirklich höchste Zeit, ein bisschen mehr auf die Gesundheit zu achten. Bei der Verwandtschaft in Großbritannien klappt es schließlich auch. Leckere Salate und Sandwiches, auf die nicht meterdick Mayonnaise geschmiert wurde – das schaff ich auch. Versprochen: nächstes Jahr wird alles frischer! Ich freu mich schon richtig drauf.”

2011 hat in der Kölner Schildergasse der erste “Rewe to Go” als Imbissalternative eröffnet (siehe Supermarktblog vom April). 2012 kommt eine zweite Filiale in der Düsseldorf Innenstadt dazu.

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