Lebensmittel online bestellen: Die Angst vor der Matschaubergine

Lebensmittel online bestellen: Die Angst vor der Matschaubergine

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Lebensmittel liefern lassen? Die Deutschen sind noch skeptisch

Die Unternehmensberatung A.T. Kearney hat im vergangenen Frühjahr 2900 Leute in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt, wie und warum sie Lebensmittel im Internet bestellen, und fast drei Viertel haben geantwortet:

Häh? Lebensmittel im Internet bestellen? (Sinngemäß.)

Das ist erstmal keine schlechte Nachricht, weil es umgekehrt bedeutet, dass gut ein Viertel (genauer gesagt: 27 Prozent) das schon mal getan hat. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2011 (damals nur in Deutschland) waren es erst 18 Prozent. Schlechte Nachrichten gibt es trotzdem: Dass immer mehr Leute schon mal den Kühlschrank übers Netz befüllt haben, bedeutet nämlich nicht, dass sie große Fans davon geworden wären. Gerade einmal 2 Prozent der Befragten lassen sich regelmäßig mindestens einmal im Monat mit Lebensmitteln beliefern. Der Rest hat mal zur Probe bestellt. Und es dann wieder gelassen.


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In der Studie nennt A.T. Kearney auch ein paar Gründe, und die werden den meisten Händlern, die sich bereits darauf eingestellt haben, Kaffee, Pasta und Windeln nachhause zu liefern (siehe z.B. Supermarktblog), nicht begeistern. Weil sie am wichtigsten Grund nämlich nichts ändern können: 68 Prozent der Leute sind mit ihrer jetzigen Einkaufssituation schlicht und einfach – zufrieden.

(Es müssen wahnsinnig geduldige Menschen sein, die die beauftragten Universitäten da vor ihre Fragebögen gekriegt haben, oder die Kassenschlangen sind anderswo einfach immer kürzer als in Berlin.)

Dass der Online-Markt nicht so richtig in Gang kommt, liegt also erstmal nicht daran, dass die Händler so vieles falsch machen würden (was sie natürlich trotzdem tun), sondern daran, dass die nicht-virtuellen Läden offensichtlich ziemlich viel richtig machen. Die Befragten sehen einfach keinen ausreichenden Grund, sich umzugewöhnen. (Obwohl 38 Prozent zum Beispiel die Nachhause-Lieferung praktisch finden und 25 Prozent die Zeitersparnis schätzen.)

Dabei sind die Voraussetzungen ideal, hat A.T. Kearney gleich miterforscht. Nur wenige Befragte (8 Prozent) haben gesagt, dass Ihnen beim Online-Einkauf von Lebensmitteln Promotions, also Vergünstigungen, wichtig sind. Außerdem wurde in der 2011er-Studie bereits erfragt, ob die Leute bereit sind, für die Lieferung an die Kühlschranktür auch zu bezahlen. Ja, sind sie: Lieferkosten bis 5 Euro fanden mehr als die Hälfte damals in Ordnung, 17 Prozent würden sogar bis 10 Euro zahlen.

Eine Hürde ist in der Befragung dann aber doch aufgetaucht. Die Autoren schreiben:

„In der ‚Offline-Welt‘ spielt der Faktor Frische für Verbraucher bei der Auswahl des Supermarktes eine entscheidende Rolle. Er folgt an zweiter Stelle hinter dem Preis-Leistungs-Verhältnis und vor der Nähe beziehungsweise Erreichbarkeit der Filiale.“

Frische Lebensmittel spielen beim Einkauf eine große Rolle

Die meisten Kunden wollen nicht nur sehen, was sie kaufen, sondern es bestenfalls auch anfassen. Das geht online aber nicht – und das ist der von den Befragten am zweithäufigsten genannte Grund, der gegen Lebensmittel aus dem Netz spricht (47 Prozent), ebenso wie die fehlende Überprüfbarkeit der Qualität (41 Prozent). Die Schweizer wünschen sich deshalb u.a., Produkte bei der Lieferung kontrollieren und ablehnen zu können.

Die Kunden seien „noch nicht bereit (…), diese Verantwortung an den Händler abzugeben“, schreiben die Unternehmensberater und schlussfolgern:

„Möchten Online-Food-Retailer zu einer ernsthaften Alternative zum stationären Handel werden, müssen sie das Vertrauen der Verbraucher insbesondere in den Frischekategorien gewinnen.“

Aber mal langsam: Wenn die Angst der potenziellen Kundschaft vor der Matsch-Aubergine doch so groß ist und den Leuten gleichzeitig die Vorteile der Online-Bestellung klar sind, warum verzichten sie dann nicht einfach darauf, frische Lebensmittel zu bestellen, sondern kaufen die weiter im Laden um die Ecke ein? Darauf gibt die Studie leider keine Antwort.

Vielleicht ist alles bloß ein großes Missverständnis – und die Online-Händler müssen gar nicht mit Superfrische protzen, sondern bloß erklären, dass es auch ok ist, sich bloß die Dosen liefern lassen, in die man auch im Laden nicht reingucken kann, den Saft im Tetrapack, die Nudeln, die eh immer gleich verpackt sind. Also Lebensmittel, die beim Transport sowieso viel leichter handzuhaben sind, weil sie nicht andetschen können und währenddessen nicht dauerhaft gekühlt werden müssen.

Auf 370 Millionen Euro wird der Umsatz mit Online-Lebensmitteln in Deutschland für 2012 geschätzt. Das sind gerade mal 0,3 Prozent des Gesamtmarkts. (In Großbritannien waren es 2011 immerhin schon 4,5 Prozent – das entsprach 5,5 Milliarden Euro.)

Aber wenn mit einem Schlag allen Deutschen bewusst würde, dass sie ihren Salat weiter dort kaufen dürfen, wo sie ihn bisher schon ausführlich testdrücken, und der Rest vom Lieferanten heimgebracht werden kann, lässt sich das bis nächste Woche ganz bestimmt verdoppeln.

Mindestens.

Quellen: „Online-Food-Retailing: Ein Markt im Aufschwung“ (A.T. Kearney, Oktober 2013); „Online-Food-Retailing: Nischenmarkt mit Potenzial“ (A.T. Kearney, März 2012).

Foto: Supermarktblog

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40 Kommentare
  • Na ja: wenn ich für den Salatkauf doch noch mal in den Supermarkt muss, dann kann ich da auch gleich die restlichen Sachen mitnehmen, die ich brauche. Mir das Trockensortiment dann für fünf Euro nach Hause liefern zu lassen (was ja auch heißt, während des Lieferzeitfensters von üblicherweise 3 bis 4 Stunden zu Hause warten zu müssen), ist nun ziemlich unsinnig. Außer bei schweren Getränken, aber genau bei denen gibt es ein Lieferlimit von max. 2 Kisten bzw. Sixpacks.

    Ich gehöre zu denen, die den (Rewe-) Lieferservice bereits relativ regelmäßig (und gerne) nutzen: so alle vier bis sechs Wochen, wenn meine zwei Kisten Sprudel alle sind und ich Nachschub brauche. Dann bestelle ich auch gleich meinen restlichen Zweiwochenbedarf an Lebensmitteln mit – übrigens inklusive Obst & Gemüse. Beim Rewe-Lieferdienst kann man ja noch an der Tür zurückgeben, was man nicht haben will, zum Beispiel, weil es angedatscht ist – allerdings habe ich da bislang noch keine schlechte Erfahrung gemacht, hier in Frankfurt funktioniert das alles ziemlich gut.

    Was mich davon abhält, den Lieferservice noch öfters als bisher zu nutzen, sind vor allem die zu langen Vorlaufzeiten: ich bin ein schlechter Vorausplaner, es fällt mir immer erst ein, dass ich wieder einkaufen muss, wenn der Kühlschrank leer ist. Dann nützt es mir aber nichts, wenn das nächste frei Lieferzeitfenster erst übermorgen zu kriegen ist, bis dahin bin ich nämlich verhungert. Dass Blitzlieferungen für den gleichen Tag schwer zu bewerkstelligen sind, kann ich ja noch nachvollziehen. Wenn es aber wenigstens möglich wäre, zum Beispiel Donnerstags um 23 Uhr noch für Freitags 19 Uhr zu bestellen, würde ich den Lieferservice deutlich häufiger nutzen.

    Schön wäre es auch, wenn das komplette Sortiment auch online erhältlich wäre. Und die Artikelbeschreibung muss im Onlineshop deutlich besser werden (von immer noch fehlenden Grundpreisangaben bis hin zur vollständigen Zutatenliste bei abgepackten Lebensmitteln). Ich kaufe auch gern mal Neues, kann ich aber bislang im Onlineshop nicht, weil ich nicht weiß, was da drin ist. Und gerade bei Obst & Gemüse schreibt Rewe im Onlineshop noch nicht mal dazu, wo das Zeug aktuell herkommt – das ist für mich aber kaufentscheidend (Stichwort Transportwege).

  • Für die Produkte die ich regelmäßig kaufe würde ich sogar ein Lieferabbo abschließen, so dass ich nicht mehr den Stress im Geschäft und den Transport hätte (erledige alles mit dem Rad). Es würde einfach eine menge Zeit sparen, wenn einmal die Woche der Lieferant kommen würde und mir den Wochenvorat bringen würde. Nur leider kommen für mich (finanziell) bei den Basisprodukten nur die Eigenmarken der Discounter in Frage. Sobald diese zu faieren Lieferkosten geliefert würden, würde ich direkt besetellen.

  • H. Ehrlich gesagt, ich kauf genauso ein. Das ganze Low-Involvement-Zeug (aka Dosenware, Wasch-Putz-Reinigungsmittel, etc) online beim Rewe, der es immer noch noch hinbekommt sich häufig gekaufte Produkte in „Meine Produkte“ zu merken, geschweige denn sinnvoll zu filtern*. Den Salatkopf und so hole ich sowieso im Bioladen. Frische hab ich seit ewig nicht mehr von der Euro-Palette gekauft.

    Oh und ein Pro-Tipp an jene die wie „Aufrechtgehn“ beim Timing der Lieferzeitfenster ins Schwitzen kommen: Grundbestellung zeitig aufgeben. Zeitfenster sichern. Dann zeitnah und rechtzeitig Bestellung mit den Akut-Bedarf ergänzen.**

    *Die Datenbank ist eh vermutlich noch für einen C64 programmiert, wenn einem zum Kauf des „Danke Toilettenpapier“ dann Tequila empfohlen wird.

    **Auch da ist aber der Vorgang Usability-Halloween

    • Ja, danke für den „Pro-Tipp“. Aber um die Grundbestellung zeitig aufgeben zu können, müsste ich ja vorausschauend planen. Und genau daran hapert es halt bei mir…

  • Ich bestelle eigentlich lediglich nur Lebensmittel fürs Büro (Getränke beim örtlichen Lieferanten und Süßigkeiten, Kaffee, etc. bei Versandhändlern).
    Für privat wäre mir das meist zu nervig mit Vorbestellen und auf Lieferanten warten, allein schon, weil es im Rhein-Main-Gebiet an jeder Ecke einen Rewe gibt und i.d.R. die Schlangen wirklich nicht so lang sind.
    Zeitersparnis ist also schon mal weg und der Preis ist doch meist vor Ort günstiger.

  • Sie nennen es eine schlechte Nachricht, dass nur ein kleiner Teil der Verbraucher online bestellt. Frage aus Neugier: Was sehen Sie als Vorteil des Online-Einkaufs an? Bei der Vorstellung, dass sich nun jeder beliefern lässt (von den gleichen marktführenden Supermarktketten wie vorher), denke ich nur an erhöhtes Verkehrsaufkommen (Transport zu den einzelnen Haushalten statt zu einem Markt), mehr Verpackungsmüll (für den Transport etc.) und generell eine deutlich schlechtere Umweltbilanz.

    • Ich find’s praktisch, nicht in Kassenschlangen stehen zu müssen, weil ich das schrecklich finde, ebenso wie bestimmte Produkte in umgeräumten Supermärkten suchen zu müssen. Um das zu umgehen, nehme ich gerne in Kauf, mich auf ein 2-Stunden-Lieferfenster einzustellen und auch mal Liefergebühren zu bezahlen.
      Was den Verkehr angeht: Mein Eindruck ist, dass schon jetzt nicht wenige Kunden mit dem Auto einkaufen fahren. Wenn nicht mehr jeder in den eigenen Wagen steigt, sondern sich beliefern ließe, muss das nicht zwangsläufig mehr Verkehr bedeuten, vielleicht sogar das Gegenteil.
      Die Verpackung ist ein sehr kritischer Punkt, mehr dazu in Kürze. Nur soviel: Es gibt Dienste, die liefern in Tüten oder Klappkisten, die zurückgenommen werden.

    • Das hängt aber ziemlich von der Gegend ab. In den Innenstädten verfügt oft mehr als die Hälfte der Haushalte über garkein Auto und erledigt schon deshalb den größten Teil der Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und die mit Auto benutzen es da oft nur für Großeinkäufe oder wenn sie eh damit unterwegs sind. Auf dem Land schaut das natürlich ganz anders aus, aber da gibts kaum Lieferservice. Bleiben halt die Stadtränder.

      Mit Schlangen an Kassen hab ich kein Problem. Dass das mal länger als ein paar einzelne Minuten dauert, ist eigentlich überall die absolute Ausnahme. Die Zeiten, wo die Schlangen kurz vor halb Sieben oder samstags Mittag regelmäßig durch den halben Laden gegangen sind (plus Anstehn an den Bedienungstheken), sind ja längst vorbei.

  • „Dass der Online-Markt nicht so richtig in Gang kommt, liegt also erstmal nicht daran, dass die Händler so vieles falsch machen würden (was sie natürlich trotzdem tun)“

    Was ist das Ihrer Meinung nach ?

    “ Ja, sind sie: Lieferkosten bis 5 Euro fanden mehr als die Hälfte damals in Ordnung, 17 Prozent würden sogar bis 10 Euro zahlen.“

    5 Euro sind für Kommissionierung und Logistik so ziemlich am unteren Ende der Skala (gerade wenn man sich mal so unschöne Themen wie Mindestlohn und Energie-/Stromkosten ins Gedächtnis ruft (speziell bei den Lieferdiensten, nicht ?)) . Und bei 10 Euro wird die Luft mit 17% potenzieller Kunden schon deutlich dünner. Im Umkehrschluß heisst das nämlich, das gut die Hälfte der Bundesbürger Ihre eigene Arbeitskraft/Stunde mit 5 Euro bewerten und nur 17% mit 10 Euro (Ich gehe mal von 1 Std./Einkauf aus)

    „Aber mal langsam: Wenn die Angst der potenziellen Kundschaft vor der Matsch-Aubergine doch so groß ist und den Leuten gleichzeitig die Vorteile der Online-Bestellung klar sind, warum verzichten sie dann nicht einfach darauf, frische Lebensmittel zu bestellen, sondern kaufen die weiter im Laden um die Ecke ein? Darauf gibt die Studie leider keine Antwort.“

    Weil das den Hauptvorteil, nämlich die Zeitersparnis, wieder komplett pulverisiert !

    Unter welchen Umständen sind die 4,5% Anteil in GB zustande gekommen ? Wie verhalten sich Lohnkosten und Preise/Marge im Verhältnis. Wenn Sie schon solche Vergleiche Veröffentlichen dann gehen Sie doch bitte etwas tiefer in die Materie um einen annähernden Vergleich anstellen zu können.

    • Das ist leider mehrfach großer Quatsch: 1. Es kommt schon auch noch darauf an, wieviele Bestellungen pro Stunde ausgeliefert werden können.
      2. Ob ich unter der Woche frisches Obst und Gemüse kaufe oder einmal wöchentlich einen kompletten Großeinkauf erledigen muss, ist natürlich ein riesiger Unterschied.
      3. Ihr Ansagentonfall missfällt mir sehr, Sie sind aber herzlich eingeladen, sich selbst die Mühe zu machen und die verlinkten Quellen genauer durchzuarbeiten.

    • Die Leute, die Einkaufen als reine Arbeit betrachten, dürften wohl deutlich in der Minderheit sein, zumal der Onlineeinkauf ja auch mit Aufwand verbunden ist.

    • Die Leute, die Einkaufen als reines Vergnügen betrachten, dürften wohl auch deutlich in der Minderheit sein.
      Wer regelmäßig dieselben Produkte kauft, spart online massiv Zeit über diverse Merkzettel usw.

  • Klar kaufen die Kunden Frischprodukte online und wie. Wer das genauer wissen will, der soll einfach mal kurz das Factsheet von LeShop konsultieren: http://info.leshop.ch/php/BusinessLeShop.php?LeShopMenuId=13&lge=de

    Ach ja; kürzlich am Gemüsestand um die Ecke. Ein älteres Rentnerpaar drückte genüsslich an allen Aprikosen rum, nahm jede in die Hand. Da bestelle ich doch lieber online und weiss, dass das mit der Hygiene OK ist und da nicht schon X Leute vor mir rumgedrückt haben.

  • Ich hatte zu dem Thema vor einer Weile mal eine Diskussion mit meiner Partnerin, die Einkaufen völlig anders empfindet als ich.

    Für mich ist Einkaufen größtenteils eine lästige Pflicht, die eben erledigt werden muss und die ich lieber heute als morgen komplett auf online umstellen würde. Für sie ist einkaufen eher mit Erlebnis und Inspiration verbunden. Man muss dazu aber auch sagen, dass ich einen Bürojob habe und Einkäufe eher auf dem Heimweg (oder eben am Wochenende) erledige und sie als Freiberuflerin von zu Hause arbeitet und deswegen auch eher mal den Drang hat, aus dem Haus zu kommen.

    In der Diskussion kam auch raus, dass sie eine Art „soziales Stigma“ befürchtet – wer gesund und halbwegs „normal“ ist, der hat es doch nicht nötig, sich seine Einkäufe liefern zu lassen. Das geht eher so in die Richtung von „was sollen denn die Nachbarn denken?“. Ich hatte da noch nicht so drüber nachgedacht, aber vielleicht ist das wirklich ein wichtiger Punkt. Menschen richten sich nach anderen Menschen in ihrem Umfeld, und wenn der Online-Einkauf eher als sonderbares Verhalten denn als smarte Alltagsoptimierung (vielleicht sogar als positiver Luxus) wahrgenommen wird, dann könnte das eine ganz deutlich Barriere sein.

  • Geld ausgeben macht mir Spaß und anderen auch. Das ist eher die Mehrheit. Es macht insbesondere auch Spaß, sich die Sachen anzugucken. Zeitersparnis sehe ich nicht. Vermutlich würde ich nach der Arbeit auf die Lieferungen warten, die dann leider sehr viel später oder auch zu früh kommen.
    Ihr Artikel dürfte in fünf Jahren so aktuell wie jetzt sein.

  • Hmm, in meiner fußläufigen Entfernung (also <5 Minuten Weg) befinden sich nicht weniger als 4 Supermärkte (1xReal, 1x Penny, 1x Rewe, 1x Lidl) + diverse Metzger, Gemüseleute, Käseladen usw.
    Ich habe, obwohl ich sonst nahezu alles im Netz kaufe, noch niemals das Bedürfnis gehabt bei Online Liefernaten auch nur nachzuschauen. Einzige Ausnahme sind "exotische" Lebensmittel wie eine spezielle Schokolade (Cote D'or), die es sonst nirgends gibt.
    Mir wäre alleine das Wartezeitfenster zu lästig und ausserdem quatsche ich gerne mit der entzückenden Gemüsefachkraft 🙂
    Mit einem Lächeln auf den Lippen macht mir oflline einkaufen definitiv mehr Spaß.

  • Vielen Dank für die interessanten Beiträge, ist eine spannende Diskussion. Ich verstehe das mit der Einkaufsinspiration sehr gut (sonst gäbe es dieses Blog vermutlich nicht). Aber, nur zur Ergänzung: Alle, die gerne einkaufen, kaufen (und schleppen) die auch gerne – die Saft-Tetrapacks, die Wasserkisten, das Toilettenpapier, das Katzenstreu, die Windeln? (Frag ich nicht zur Provokation, sondern um weitere Meinungen dazu zu kriegen.)
    Online wird nie den ganzen Lebensmittel-Einkauf ersetzen, da bin ich mir sicher. Aber vielleicht den lästigen. (Wobei wir wieder beim Thema Versandkosten u.ä. wären.)

    • Wenn ich einen guten Deal gemacht hab, ist es auch befriedigend, die Beute heimzuschleppen. Und gerade Getränke und sonstige gewichtsrelevante Sachen kann man zu einem ziemlich großen Anteil reduziert kaufen. Wahrscheinlich wär es genauso befriedigend, drauf zu warten, aber mit Lieferung kriegt man halt bei Lebensmitteln selten den besten Preis.

    • Und wie kriegen das die Leute aus der Stadt aus Ihrem vorletzten Kommentar hin, wo „oft mehr als die Hälfte der Haushalte über gar kein Auto“ mehr hat?
      Was den „besten Preis“ angeht: Mancher Wettbewerber wirbt damit, exakt dieselben Preise wie im Laden anzubieten. Das heißt: Wochenangebote sind auch Wochenangebote, wenn sie geliefert werden. Sie müssten dann immer noch die Lieferung bezahlen, richtig. Aber auch das wäre erstmal mit den Kosten zu verrechnen, die ein Marktbesuch mit dem eigenen Auto verursacht (je nach Entfernung), um die Pauschalbehauptung halbwegs zu untermauern.

    • Bei den Preisen bzw. deren Gestaltung wird immer von der klassischen Supermarktkostenstruktur (teure Immobilie, riesige Parkflächen, aufwendige Einrichtung, Energie etc.) ausgegangen. Da einen Lieferdienst dranzuhängen kostet natürlich ein bißchen was, wobei die Autofahrt zum Supermarkt ja auch kostet, nur machen sich das viele nicht bewusst. Es gibt aber auch noch die Selbstabholer-Modelle, bei denen auch eine Akzeptanz gegeben ist. Dort könnte man aufgrund vorteilhafterer Kostenstruktur sogar günstigere Preis anbieten.

      Wenn ich mir Videos zu den bisherigen Services (z.B. real drive) anschaue, sehe ich Mitarbeiter des Marktes mit dem Einkaufswagen durch den Markt fahren und die Artikel in den Wagen legen. Das kostet natürlich und ist ineffizient. Das geht auch besser. Man muss einfach mal das Bild vom „normalen“ Supermarkt wie wir ihn kennen aus dem Kopf bekommen und das ganze neu denken.

    • Ich bin aus der Stadt und ohne Auto und kann mit dem Fahrrad mit Rucksack und Gepäckträger 30 kg kompakte Ware transportieren. Bis auf Kaufland, Marktkauf und Toom hab ich alles, was es überhaupt in der Gegend gibt, in maximal 2 km Entfernung; da kann ich auch mehrmals fahren. Wirklich schwierig ist bloß Mehrweg, seit mir mein Fahrradanhänger geklaut worden ist (und in meiner jetzigen Wohnung ist eine sichere Unterbringung auch schwierig).

      Attraktive Wochen- bzw. Wochenendangebote gibts fast nur bei Netto (ohne Hund; schon immer) und Lidl (seit Netto Plus übernommen hat) sowie manchmal bei Penny und den Großflächenanbietern, die aber alle nicht liefern. Der Rest hat in aller Regel bloß Markenware billiger, die sich davon noch nicht rentiert (und Obst/Gemüse, das wenig lagerfähig ist). Außerdem gibts teilweise noch Neueröffnungsangebote (Kaffee kauf ich z.B. fast ausschließlich bei Neueröffnungen von Lidl).

    • @xrw: Ich wage mal die Behauptung, dass Sie extrem in der Minderheit sind, wenn sie 30kg per Fahrrad transportieren und sogar bereit sind mehrmals zum Supermarkt zu fahren um sämtliche Einkäufe zu erledigen. Dafür muss ich noch nichtmals Rentner sein, damit mir das zuviel ist.

      @Thema: Ich kaufe gerne online Lebensmittel, allerdings bislang beschränkt auf exotische Sachen, die selbst ein gut sortierter Supermarkt nicht unbedingt hat (roter Quinoa, schwarze Bohnen, Adobo Chipotle, Mandelmus, Kokosfett, etc.). Den Rest meiner Einkäufe tätige ich im fußläufig zu erreichenden Lidl.
      Alle paar Wochen geht es allerdings auch zum Großeinkauf in den Real (mit dem Auto in eine andere Stadt) um eine Schiebe Orangensaft und ähnliche Großeinkäufe zu tätigen. Diesen Einkauf würde ich auch gerne durch entsprechende Onlinekäufe ersetzen wenn es entsprechende Angebote gibt.

    • Möglichst viel auf einmal zu transportieren ist eigentlich eher eine Minimierung von Aufwand. Richtig ist, dass nur wenige (auch Autofahrer) eine intensive Lagerhaltung pflegen und insofern ihre Einkäufe optimieren. Annähernd ihren gesamten Lebensmittelbedarf schleppen aber in der Stadt schon viele persönlich und ohne Auto heim; meistens halt gleichmäßiger verteilt. Auf 30 kg kommt man auch locker, wenn man neben dem Einkauf noch zwei Kinder im Fahrradanhänger transportiert.

  • Ich bin sehr sicher, dass durch einen intelligenten (nicht alleine nur am Preis orientierten) Lieferservice bzw. einem Abholservice viele potentielle Kunden angesprochen werden können. Der überwiegende Teil beim s.g. „Wocheneinkauf“ ist doch sowieso immer derselbe: verpackte Ware, bei der die Qualität fest definiert ist. Dazu eine Einkaufsliste im Onlineshop und fertig. Das Thema Obst & Gemüse ist auch recht klar: hier bei uns kaufen sehr viele Leute auf dem Wochenmarkt / Hofladen, teilweise sogar mehrmals pro Woche (weil die Qualität und die Beratung sehr gut sind). Dieser Einkauf ist für viele recht entspannt und man nimmt sich gerne Zeit dafür. Was aber sicher die wenigsten brauchen ist ein Supermarktbesuch (ohne Service) mit Schlangestehen an der Kasse (egal wie lange diese ist). Und was heißt schon die meisten Kunden „sind zufrieden“? Natürlich sind sie das. Vielleicht auch mangels Alternativen. Man muss das Thema Lebensmittel & Einkaufen einfach mal „neu“ denken, bzw. wie es früher war und dies mit den Möglichkeiten des E-Commerce kombinieren. Da geht noch einiges wie ich finde…

  • Interessante Diskussion. Ich warte auch schon geraume Zeit auf die Umstellung der Lebensmittelbeschaffung in Richtung online. Meine bisherigen Versuche wurden aber immer von zwei – hier auch schon erwähnten – Punkten überschattet:

    1. Bedienung des Shops (in diesem Fall REWE).
    Im Supermarkt kenne ich meine Laufwege, weiß meistens wo ich alles finden kann und kann meinen Einkauf strategisch planen (ich bin ein Kerl, demzufolge schreibe ich meine Einkäufe so auf, dass ich auf meiner Route durch den Markt in einer festgelegten Reihenfolge an allem vorbei komme).
    Im Shop muss ich erst einmal die Suche bemühen. Die Usability ist noch nicht rund und die Suchfunktion optimierungsbedürftig. Merkzettel gibt es nicht zwangsläufig und außerdem kommt bei jedem Einkauf noch ein variabler Anteil hinzu, der sich der Rationalisierung entzieht. Hinzu kommt, dass nachweislich im Markt erhältliche Ware online nicht angeboten wird. Alles in allem ein ungutes Erlebnis.

    2. Frischeprodukte sind in ihrer Qualität nicht einschätzbar.
    Die Matsch-Aubergine oder das (nicht bestellbare) *magere* Schweinefleisch. Das sind echte Show-Stopper. Da hilft auch kein Hinweis auf die Möglichkeit, die Ware an der Tür abzulehnen. Wenn ich die Ware brauche, gewinne ich nichts durch Zurückweisung der Leiferung. Dann müsste ich, ggf. kurzfristig, noch einmal los, um Ersatz zu schaffen.

    Aber um das klar zu sagen: Ich bin ein großer Online-Fan und würde sehr gerne auch Supermärkte online bemühen. Ein gelungenes Beispiel für den Online-Einkauf von Lebensmitteln hat mir vor eineinhalb Jahren kommtessen.de beschert. Dort habe ich guten Gewissens bestellt. Aber dort war das Konzept natürlich auch in sofern im Vorteil, als die Variabilität der Ware (jede Woche neue Rezepte plus Zutaten) Teil der Idee war.

    Solange sich also bei den Online-Supermärkten nichts gewaltiges ändert, wuäle ich mich auch weiterhin Samstags in die vollen Supermärkte im Offline-Land.

  • Was auch noch eine interessante Frage sein könnte: In welchen Szenarien würde ich möglicherweise einen Online-Einkauf nutzen?

    Nur weil es z.B. Pizza-Bringdienste gibt und ich diese hin und wieder nutze heißt das ja noch nicht, dass ich keine Pizza mehr selber mache oder nicht mehr in die Pizzeria gehe.

    Wann wären denn Lebensmittel-Bringdienste besonders nützlich – vielleicht auch nur temporär? Beispielsweise bei Krankheiten oder Unfällen (mit Gipsbein kauft es sich schlecht ein…) oder wenn eine größere Menge von Besuchern erwartet wird oder wenn man sichergehen will, dass ein bestimmtes Produkt auch ganz sicher da ist. Möglicherweise könnte der Anspruch, den Lebensmittel-Einkauf sofort komplett ins Netz zu verlagern, etwas überhöht sein. Ich bin mir aber sicher, dass es neben einer kleinen Randgruppe von Early Adopters durchaus auch eine größere Zielgruppe gibt, die den Online-Einkauf zumindest hin und wieder in Anspruch nehmen würde. Hier müsste man die Kundenbedürfnisse gut kennen und entsprechend optimieren.

  • Mir kommt das Thema „Lokaler Einkauf“ hier viel zu kurz. Ich kaufe nicht nur gerne Obst, Gemüse und andere frische Waren aus der Region, sondern auch andere Waren, um den Handel vor Ort zu unterstützen. Denn ich möchte keine Innenstädte mit hohen Leerständen.

    In den USA und England gibt es für diese Käufergruppe mit Good Eggs und Hubbub schon passende Angebote, nur wir in Deutschland scheinen (noch) zu schlafen. Mehr dazu unter http://www.best-practice-business.de/blog/geschaeftsidee/2013/08/28/good-eggs-ist-das-etsy-fuer-regionale-lebensmittel/

    • Nur mal als Gedankenspiel: Was wäre denn eigentlich so schlimm an Innenstädten ohne Kaufhäuser und Filialen großer Ketten (H&M, Benetton etc.) ?

      Die Städte haben doch ohnehin immer mehr Zulauf. Würde es da wirklich schaden, wenn etwas mehr Platz für’s Wohnen frei wäre und nur noch die Dinge, die wirklich lokal sein müssen, auch vor Ort wären? Ich fände ein anderes Gesicht der Innenstädte durchaus erstrebenswert: Mehr Gastronomie, Erlebnis-Shopping, Entertainment und natürlich Dienstleistungen, die lokal sein müssen (Frisöre, Ärzte, Schneider etc.). Dazu gerne noch ein paar kleinere Boutiquen, die eine Stadt einzigartig machen. Dafür würde ich gerne auf so manche Ketten-Filiale verzichten.

      Die Idee mit Good Eggs finde ich allerdings auch wirklich schön. Hoffentlich kommt sowas nach Deutschland! Allerdings könnten auch hier die etablierten Lebensmittel-Händler wie Rewe oder Edeka durchaus punkten, denn auch die bieten mittlerweile im großen Stil regionale Lebensmittel an.

    • Ich kaufe sehr gerne und fast auschließlich Lebensmittel aus der Region. Das meiste in regionaler Bio-Qualität. Diese Lebensmittel gibt es aber nicht in unserer Innenstadt. Die gibt es auf dem Land, oder in der näheren Stadtumgebung. Ebenso die Supermärkte, diese liegen alle eher in einer Randlage. In der Innenstadt (die natürlich sichtbar immer leerer wird, was den EH angeht) gibt es nur Modefilialisten, Billigkrempel und Handyläden. Ich persönlich kaufe dort nicht ein. Also von daher…

  • Also einen Getränke-Lieferdienst gibt es sogar in unserem Kaff seit Jahrzehnten(!). Beim örtlichen Getränke-Menschen. Den nutzen bis jetzt aber nur Leute die es körperlich nicht mehr schaffen, Getränkekisten zu schleppen, da recht teuer (so ca. 2€ pro Kasten mehr). Ich nutze das also (noch) nicht.
    Frische Sachen und TK-Dinge würde ich auch zukünftig „Vor-Ort“ kaufen.
    Den Drogerie-Driss könnte man tatsächlich mal gebündelt bestellen, wenn man es denn tatsächlich planen könnte/würde. Also wieder hin.
    Was bleibt sind günstige Online-Angebote bei Kaffee z.B. Aber selten.

  • Für mich ist der Onlinekauf von Lebensmitteln bislang noch nichts gewesen. Bis auf einzelne Versuche (zum Beispiel bei Froodies). Am meisten störte mich dabei bei mehreren Anbietern, dass es keine Eigenmarke gibt und ich so auf die Markenartikel hätte ausweichen müssen, was für mich in vielen Fällen nicht in Frage kommt.

    Ich bin überrascht, dass nur 8 Prozent der Käufer Preis-Promotions wichtig sein sollen. Für mich persönlich sind sie sehr wichtig und ich bevorrate mich dann gerne mit Produkten, die das gut hergeben (zum Beispiel Zahnpasta – die wird nicht schlecht und nimmt nicht viel Platz weg). Viele können das nicht nachvollziehen, aber mir macht es sogar Spaß, die Angebotszettel durchzublättern und dabei nach guten Angeboten zu fahnden, die ich mir dann im Laufe der Woche im Laden sichere.

    Zudem lasse ich mich im Laden auch gerne „treiben“. Ich habe zwar gewisse Dinge auf dem Einkaufszettel stehen, aber vieles wird auch spontan gekauft. Das geht online nicht so richtig gut.

    Hinzu kommt noch die hier schon mehrfach angesprochene Versandproblematik. Zum einen das „Problem“, die Lieferung in Empfang nehmen zu müssen (zu oft will ich die Hilfe der Nachbarn da auch nicht beanspruchen) und die Lieferkosten. Um die (zum Beispiel) 5 Euro zu sparen, stelle ich mich lieber selbst an der Kasse an und fahre beim Supermarkt auf dem Nachhauseweg von der Arbeit vorbei. Die Wartezeit an der Kasse ist effektiv auch gar nicht so lang, wie man vielleicht meint. Das ist zumindest meine Erfahrungen. Länger als 5 Minuten muss ich praktisch nie warten. Alles nicht so dramatisch, finde ich. Der Einkauf als solcher dauert zugegebenermaßen aber schon relativ lange.

    Und dann noch solche Kleinigkeiten, wie der Umstand, dass ich mir im Supermarkt selber die Verpackung ansehen und auswählen kann. Das mag zwar auf den ersten Blick nicht wichtig sein, aber für mich zum Beispiel ist das Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig. Online ist das meines Wissens nicht aufgeführt. Zudem kann ich mir im Supermarkt auch ein noch länger haltbares Produkt von hinten herausgreifen, während vorne in der Regel die kürzer haltbaren stehen. Online ist man in der Hinsicht fremdbestimmt.

    Das alles sind für mich persönlich wichtige Argumente, die weiterhin für Offline und gegen Online sprechen.

    PS: Der große Vorteil am Onlinekauf bei anderen Warenbereichen ist für mich der Preisvorteil gegenüber dem stationären Handel und nicht primär, dass es bequemer ist. Dieser Vorteil fällt im Lebensmittelbereich bislang weg bzw. verkehrt sich sogar zum Nachteil, da es teurer ist als offline.

  • Obwohl ich beruflich in Vollzeit arbeite, begeistert im Internet alle möglichen Dinge bestelle, ist es mir noch nicht in den Sinn gekommen, online Lebensmittel zu bestellen. Das hat mehrere Gründe:
    1) Mein Lieblingseinkaufsmarkt liegt sozusagen direkt an der Autobahn auf dem Weg nach Hause. Der Umweg ist minimal.
    2) Zum Einkauf von Lebensmitteln liebe ich die Inspiration. Alleine das Schlendern durch den Markt vorbei an den Frischetheken ist für mich ein Genuß und liefert die besten Ideen für schmackhafte Gerichte.
    3) Den Einkauf fürs Wochenende kann ich dank langer Öffnungszeiten in Ruhe donnerstags Abends erledigen. Herrliche Ruhe und eine freie Kasse garantiert.
    4) Da ich gerne mal Produktneuheiten probiere, gehe ich bewußt die Gänge ab, um zu sehen, zu entdecken, zu vergleichen.
    5) Getränke wie Wasser, Bier, Säfte lasse ich mir seit Jahren vom Getränkehändler liefern. Einmal im Monat den Vorrat auffüllen, und gut ist.
    Aber, jedem Tier sein Pläsier. Und so bin ich überzeugt, daß beide Arten des Einkaufens ihren Platz am Markt finden werden.

  • was das problem mit der frische angeht: da gibts doch seit jahren schon das konzept bio-kiste. wie steht´s damit eigentlich?
    ob das jetzt daran liegt, dass ich eine frau bin oder nicht, ich mag einkaufen auch gern: gucken, anfassen, inspirieren lassen. deswegen (und weil ich nicht den eindruck hab, dass der handel da ein ernsthaftes interesse hat) kam für mich bis jetzt kein online-supermarkt in frage. aber als stadt-radlerin finde ich die lieferung schon eine praktische vorstellung…

    • Stimmt, das mit dem Interesse sehe ich genau so. Die derzeitigen Player versuchen irgendwie einen Fuß in die Tür zu bekommen, aber ein wirkliches Interesse an den Bedürfnissen der Kunden kann man nicht erkennen. Da sind Bio-Kisten-Anbieter etc. schon viel weiter – wenn auch nur in kleinem Rahmen. Ich finde es wäre ganz interessant auch dazu mal etwas tiefergehendes zu lesen..

    • Wir haben das vor ewigen Zeiten mal probiert mit der Biokiste.
      Mit dem Ergebnis, dass etwa 30% der gelieferten Lebensmittel relativ zügig in den Müll gewandert sind, weil wir manche Produkte der Saison UND Region einfach nicht mögen. OK, der Schnitt ist nicht so schlecht, wenn man es mit einem Supermarkt vergleicht…
      Dazu kam, dass das Zeitfenster für die Lieferung immer größer und unzuverlässiger wurde und die Ware dann vor unserem Haus abgestellt wurde – worüber sich vor allem die Katzen und Vögel der Umgebung gefreut haben.
      Nach diesem Versuch sind wir etwas mutlos geworden.
      Aber Hamburg hat natürlich auch paradiesische Einkaufsmöglichkeiten. Bioprodukte aus der Region kann ich wöchentlich auf dem Biomarkt kaufen + 2x die Woche normale Produkte auf dem Wochenmarkt zusätzlich zu dem oben schon angeführten Angebot – und dann mit Plauderei an den Marktständen.
      Ich geniesse beim Einkaufen definitiv den Kommunikationsfaktor 🙂

  • In UK habe ich etwa 50% meiner Lebensmittel liefern lassen, vor allem schwere (Getränke, Frischmilch, Eiscreme) und sperrige (Müsli etc.) Sachen, aber aus „Convenience“ eigtl. auch alles andere. Die Anbieter (v.a. Ocado, aber auch Testo, Waitrose, Sainsburys) haben ein riesiges Angebot und sehr gut nutzbare Shops online. Sie hatten oft sehr gute Angebote (2-for-1s, 10%-off Voucher etc.), so dass ich selbst mit Lieferung nie viel mehr gezahlt habe als im Laden. Wenn mal was nicht i.O. war (Himbeeren eingedrück o.ä.), konnte man das online sofort anzeigen und hat sein Geld zurück bekommen. In der Stadt und ohne Auto war das schon ein Superangebot, das ich hier sehr vermisse.

    Meine Erfahrung in Deutschland bisher: lebensmittel.de war teurer als im Laden und lieferte Produkte die teils kurz vor dem Verfallsdatum waren in komischen Pappschachteln mit Kühlpads über DHL. Einmal und nicht nochmal.

  • Hi,

    danke für den Eintrag.

    Ich habe eine Frage zu diesem Absatz:

    Aber mal langsam: Wenn die Angst der potenziellen Kundschaft vor der Matsch-Aubergine doch so groß ist und den Leuten gleichzeitig die Vorteile der Online-Bestellung klar sind, warum verzichten sie dann nicht einfach darauf, frische Lebensmittel zu bestellen, sondern kaufen die weiter im Laden um die Ecke ein? Darauf gibt die Studie leider keine Antwort.

    Bin ich der einzige der die Sinnhaftigkeit dahinter nicht versteht? 🙂

    Danke für Aufklärung!

    LG

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