Handzettel-Verzicht, Standorte vor dem Verkauf: Was bleibt übrig von Real?

Handzettel-Verzicht, Standorte vor dem Verkauf: Was bleibt übrig von Real?

Inhalt:

Langsam kristallisiert sich heraus, wie es mit Real weitergehen könnte: Ein Großteil der Standorte dürfte verkauft werden. Doch ein drastisch verkleinertes Filialnetz löst fast keines der bisherigen Probleme.

Partner und Sponsoren:

Ziemlich genau 13 Monate ist es her, dass Metro bekannt gegeben hat, sich künftig auf den Großhandel konzentrieren zu wollen und „einen systematischen Veräußerungsprozess von Real (…) zu beginnen“ (siehe Supermarktblog). Die SB-Warenhauskette habe durch eine Neuausrichtung „entscheidende Voraussetzungen für eine eigenständige Zukunft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel geschaffen“, hieß es damals. Über ein Jahr später ist immer noch nicht ganz klar, wie umfassend diese Zukunft ausfallen wird.

Anfang Oktober hatte Metro den Verkauf von Real an den Immobilieninvestor Redos, mit dem über Monate verhandelt wurde, beim Bundeskartellamt angemeldet (zum Ende des Metro-Geschäftsjahres am 30. September). Eine Woche später war der Deal bereits durchgewunken.

Was genau mit den Märkten passiert, wird sich aber wohl erst in den kommenden Wochen herausstellen. Bis zu dieser Woche konnten Wettbewerber Offerten für einzelne Standorte abgeben, an deren Übernahme sie interessiert sind. „Danach sollen die Pakete geschnürt und im Anschluss beim Bundeskartellamt zur Anmeldung eingereicht werden”, zitiert Reuters einen Metro-Sprecher. Laut „Lebensmittel Zeitung“ (Abo) gehören insbesondere Edeka und Kaufland zu den potenziellen Interessenten; auch Rewe und Globus könnten zum Zug kommen.


Kontaktloser Einkauf ohne Warteschlangen? Kein Problem mit Scan und Pay. GEBIT Solutions bietet Händlern individuelle Lösungen für App-basiertes Selfscanning mit hoher Kundenakzeptanz. Mehr erfahren.
Anzeige

Noch scheint aber nichts entschieden zu sein. Offensichtlich versuche Kaufland, so die LZ, auf alternativen Wegen an einzelne Filialen zu kommen (z.B. über den direkten Kontakt zu Vermietern) – wohl auch, um eine Exklusivvereinbarung mit einem konkurrierenden Investor nicht zu brechen, den Metro nicht zum Zug kommen lassen will.

Handzettel für Testmärkte nur noch online

Während der Verkauf in den Real-Märkten regulär weitergeht, macht sich mancherorts Rückzugsstimmung breit. Hinweistafeln in Berliner Filialen weisen derzeit darauf hin, dass Kund:innen auf einen gedruckten Wochenprospekt „für Ihren Markt“ verzichten müssen:

„Ab dem 30.9.2019 wird der Handzettel für diesen real Markt nicht mehr verteilt. Unsere Wochenangebote finden Sie zukünftig online unter real.de/markt.“

Mit dem Eigentümerwechsel habe der Verteilverzicht aber nichts zu tun, erklärt eine Real-Sprecherin auf Supermarktblog-Anfrage:

„Hintergrund dieser Entscheidung sind zum einen die immer stärker werdende Nutzung elektronischer Online-Prospektportale, wie z. B. kaufda auf dem Tablet oder Smartphone mit gleichzeitig drastisch abnehmender Nutzung eines gedruckten Angebotsprospektes. Auch unsere jährlich durchgeführte Studie zur Werbewirkung der digitalen Prospekte belegen diesen Trend sowohl bei der Nutzung als auch bei der Werbewirkung.“

Außerdem wolle man damit das „Nachhaltigkeitsengagement“ ausweiten, indem pro Jahr mehrere Tonnen Papier gespart würden. (Was logisch klingt – bis auf die Tatsache, dass laut Real bislang in lediglich zwei Filialen auf die Verteilung verzichtet wird: Wedding und Neukölln.) Alnatura hatte seinen gedruckten Handzettel im Vorjahr komplett abgeschafft; auch Kaufland testet einen Verteilverzicht in manchen Regionen.

Alte Probleme lassen sich nicht wegschrumpfen

Was am Ende übrig bliebt von Real, ist weiter ungewiss. Reuters zufolge will das Käuferkonsortium um Redos einen Teil der Filialen – etwa 50 von über 270 – wohl selbst übernehmen und unter der bisherigen Marke weiterbetreiben. Real würde massiv zusammenschrumpfen und Umsätze verlieren; zudem würde sich die Verhandlungsmacht, die die Handelskette in die Einkaufsgemeinschaft RTG Retail Group einbringt, um gemeinsam mit Partnern günstiger Ware beschaffen zu können, signifikant verschlechtern. Gleichzeitig würde sich an der grundlegenden Renovierungsbedürftigkeit vieler Filialen und der Überholtheit des Konzepts – den Kernproblemen von Real – nichts ändern. (Auch die Rentabilität der Eigenmarken müsste in diesem Zuge wohl neu bewertet werden.)

Umgekehrt könnten die großen Wettbewerber ihre Marktdominanz durch den Kauf einzelner Filialen weiter ausbauen. (Enorme Investitionen in den Umbau der übernommenen Standorte voraussetzt.) Die „Lebensmittel Zeitung“ (Abo) hatte kürzlich berichtet, dass viele Hersteller fürchten, die Handelsketten könnten sie in diesem Zuge zu neuen Zugeständnissen und Vergünstigungen zwingen – oder kurzerhand mit Auslistung drohen.

Für viele Markenartikel-Produzenten sind SB-Warenhäuser auch deshalb wichtig, weil dort genügend Platz ist, um eine breiteres Spektrum ihrer Produkte ins Regal zu bringen – wohingegen der Raum in kleineren Supermärkten (auch dank der wachsenden Zahl an Eigenmarken) knapper wird. Wie realistisch das auf lange Sicht ist, steht aber ebenfalls in Frage: Großflächen am Stadtrand haben in den vergangenen Jahren bei vielen Kund:innen an Attraktivität verloren.

Die „Markthalle“ als Lösung?

Real hatte in den vergangenen Jahren versucht, das mit dem „Markthalle“-Konzept zu ändern. In den aufwändig umgebauten Filialen wird der Lebensmitteleinkauf sehr viel zeitgemäßer inszeniert, als es in den klassischen Märkten jemals gelungen ist, und mit gastronomischen Angeboten kombiniert (siehe Supermarktblog).

Das scheint zu funktionieren: Real-Geschäftsführer Patrick Müller-Sarmeinto meldete zu Jahresbeginn für den ersten Standort in Krefeld gegenüber der Fachpresse „im Durchschnitt über 30 Prozent mehr Kundenbesuche als vor dem Umbau und ein deutliches Umsatzplus“. Erst vor wenigen Tagen eröffnete die ehemalige Real-Filiale in Aschaffenburg neu als „Markthalle“ Nummer vier.

Ob das Konzept der bei Redos verbleibenden Filialen eine Lösung für Real sein könnte? In der Vergangenheit war davon die Rede, „bis zu 30“ Märkte aus dem Filialnetz eigneten sich für einen Umbau. Dies wäre aber mit enormen Kosten verbunden – an denen nur ein Eigentümer Interesse haben dürfte, der langfristig im Lebensmitteleinzelhandel engagiert bleiben wollte.

Redos, das die verbleibenden Real-Standorte nach einer Übergangszeit wohl ebenfalls veräußern wollen würde, wird das aller Voraussicht nach nicht sein.

Vielen Dank an Marc H. für den Hinweis!

Fotos: Supermarktblog"

Mehr zum Thema:

Kommentieren

37 Kommentare
    • Emmas enkel? Wirde gakauft, nicht kreiert. Und dann fast gnzlich eingestampft. Glaube die filiale am hauptquartier in düsseldorf läuft inzwischen unter dem label

    • Genau, ist nur noch ein „normaler“ wenn auch ganz ordentlicher Supermarkt (Edeka-mäßig) in der Metro-Zentrale, der mit dem ursprünglichen „Emmas Enkel“-Konzept nichts zu tun hat. Immerhin inzwischen wieder mit freundlicheren Mitarbeitern, da hatte es zwischendurch enorm gehapert…

    • Spannend, da können die jetzt ja den Metro-Supermarkt in Düsseldorf wieder zurück umbenennen in „food“, vielleicht liegen die alten Schilder ja noch irgendwo herum 😀

  • Dass es real nicht mehr lange geben wird und auch die 50 Redos-Märkte nicht länger existieren werden als nötig ist keine Hellseherei. Die Eigenmarke TiP zumindest hat man schon versucht für die Zeit nach real zu retten, sie steht jetzt auch in den Famila- (Nordost) und Markant-Märkten der Bartels-Langness Gruppe (als Ersatz für die zahlreichen vorherigen Preiseinstiegsmarken) . Damit hat die RTG dann wenigstens noch ein paar Abnehmer wenn 280 Märkte wegbrechen.

    • Mich würde interessieren, was ist die Strategie dahinter? Ich war auch verwundert als ich las das die 50 Märkte behalten wollen. Aber so richtig kann ich mir daraus keinen Reim machen.

    • Ich kann mir nur vorstellen, dass die 50 Märkte die sein werden, die sonst wirklich niemand haben will. Da wird dann versucht sie über Jahre doch noch einzeln loszuwerden ansonsten werden sie geschlossen. Dort kann man dann vielleicht noch Eigenmarken-Produkte u. Ä. aus den Märkten, die jetzt an Kaufland und Co gehen losschlagen. Was an den 50 von ehemals 280 Märkten dann der gesunde Kern von real sein soll (O-Ton Metro-Chef Koch) ist mir ein Rätsel.

  • Ich habe das Konzept von Real nie verstanden und entsprechend die Läden immer gemieden. Marktkauf oder große Edeka und Rewe haben bessere Sortierung und Präsentation zum selben Preismix, Kaufland hat mindestens so gute Präsentation zu deutlich mehr Kampfpreisen im Markensortiment und Handelsmarken mit (subjektiv) krass besserer Qualität.
    Böse gesagt ist Real für mich in gar nichts gut und absolut verzichtbar.

    • In meiner Jugend, also vor etwa 20 Jahren, war der real,- in der Stadt (bzw. im Industriegebiet an deren Rand) der einzige Laden dieser Größe in der Nähe, so dass meine Mutter dort immer den Wocheneinkauf gemacht hat. Der Edeka bei uns im Dorf war eher klein und … naja, nicht besonders schick. Da ging man nur hin, wenn man was vergessen hatte. Irgendwann hat dann ein Dorf weiter Aldi einen Laden aus dem Boden gestampft, das war für real,- dann eher schlecht. Das Konzept (Lagerhallen-ähnliche Läden, wo man wirklich *alles* kriegen konnte) hatte schon seinen Sinn, hat sich inzwischen aber überlebt. Eben weil Metro viel zu lange nichts dran gemacht hat. Den Firmenkunden in ihren Cash&Carry-Läden mag es egal sein, wie’s da aussieht, so lange man palettenweise Lebensmittel kaufen kann, für Privatkunden bringt’s das nicht mehr.

    • Sehe ich etwas anders: es gibt Riesenunterschiede zwischen echt schäbbigen und irgendwann mal renovierten Läden, die dann ganz ok sind. Real hat meiner Meinung nach einige sehr gute Eigenmarken, und besonders traurig ist, dass ehemals gute Ideen oft ganz schnell wieder versandeten, wie z.B. die Permakultur-Gemüse/Obst/Kräuter; vermutlich geschuldet der Personalrotation (oder besser -wirbel?) in der Zentrale. Kaufland hat auch einige echt gute Artikel, aber es fehlen einfach zu viele Markenartikel (für mich), und über die Innovations“freude“ der Schwarz-Gruppe wurde hier ja schon oft genug geschrieben…

  • In Berlin-Lichtenberg spielt man seit August mit einem neuen, quadratischen Handzettel (das untere Drittel wird einfach abgeschnitten = 1/3 weniger Sonderangebote), verarscht die Kunden aber Online weiterhin mit der „regulären“ Angebotsauswahl.

    Von sowas kriege ich richtig schlechte Laune, von daher meide ich real seitdem konsequent. Mitarbeiter stellen sich unwissend, stattdessen spielen sie lieber Blame-Game mit real.de („mit dem Internetauftritt haben wir nichts mehr zu tun“).

    • Den Markt im Ring Center wird es bestimmt schwer haben, einen Nachfolger zu bekommen. Schließlich ist die Anordnung der Rolltreppen so schlech, dass zwar der Check out unten bei der ehemaligen Getränke Fläche aufzubauen. . Aber die Wege oben sind dann zu lang und schlecht im Aufbau. Da müsste das Kaffee umgebaut werden.

    • Ganz deiner Meinung. hässlicher 90iger Mief trifft hier auf beklemmende Enge. Falls Edeka seine 2019 investierten 1,5 Mio. € im Ring Center I (Ex-Kaisers) nicht in den Sand setzen will, werden die bei der Übernahme nen Bogen ums Ring Center II machen (oder den Sack eben zu ;p). Bleiben eigentlich nur Kaufland und Rewe, wobei Ersterer bietet zur Zeit ja gar nicht mit und Letzterer hat 500m südöstlich nen erst 4 Jahre alten Ex-Kaisers mit gutem Umsatz übernommen. Ma schaun, wer sich der Problemfläche annimmt. Hier ist eigentlich ne Kernsanierung erforderlich, neben hässlichen 80iger Waschbeton-Fußboden ist selbst die Klimaanlage schrottreif (idr. ab Mai schwitzt man konsequent bei 30+ Grad im viel zu engen Kassenbereich).

    • Guckt euch mal die Miefbude in 37077 von Real,- an. DA ist Investitionsstau. Das Ding wurde irgendwann in den 70ern auf die damals grüne Wiese gehämmert und seitdem nicht angefasst.

  • In Berlin gehören die Gebäude der ex real Märkte am Treptower Park und Hellersdorf (beide in den 90er gebaut und bis dato im gleichen hässlichen neo look) , See Straße (mit regionalen Zentrale – sehr großer Stau an Investitionen – Kaufland und Edeka schon in der Nähe) der Metro und somit keine Chance zur Übernahme als Supermarkt.
    Die Investitionen sind da zu hoch. In der See Straße ist nur ein Neubau möglich

  • Ich finde ja, zwischen real,- und Kmart (hier hat sich übrigens Kaufland neben dem Geschäftsmodell auch das rote „K“ in den 80igern geklaut) gibt es frappierende Gemeinsamkeiten fürs vollumfängliche Scheitern im Wettbewerb.

    Nach über 20 Jahren Investitionsstau sind beide Marken nur noch ein Schatten ihrer selbst. ThisIsDanBell hat hierzu 2017 mal ein cooles Video erstellt: https://www.youtube.com/watch?v=W6yA7r6WfJo

    (Fun-Fact: Die gleichen uralten IBM-Kassen stehen z. B. genau so auch bei real,- in Berlin-Lichtenberg, Kmart hat aber den schöneren Fußboden ;D)

  • Ist schon grad ne lustige Stimmung in den Märkten. Meiner um die Ecke hat schon einen Aufzug außer Betrieb genommen. Lange Gesichter in den Vorkassenläden, bemühte Betriebsamkeit bei den Mitarbeitern. Kassiererin macht Kunden vor mir kopfschüttelnd runter, weil er sein Obst nicht abgewogen hat. Bei mir schätzte sie „einen guten Preis“ für einen Artikel, der nicht über den Scanner ging.

  • Ich war damals als Kind ziemlich enttäuscht als Real unseren WalMart in HH-Oststeinbek übernommen hatte. Der Walmart hatte ein Aquarium an der Frischfischtheke und es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen. Real hat irgendwie alles kaputt gemacht und seitdem war meine Einstellung zu Real immer negativ. Auch die ganzen Umbauten bis jetzt haben nicht viel verändert. Warum können Supermärkte im Ausland besser aussehen als in Deutschland?

    • REAL ist schon ein Tiefpunkt diesbezüglich. Die großen Rewes und Edekas machen es vor wie es richtig geht. Und wer noch keinen GLOBUS von innen gesehen hat, sollte dies unbedingt auf seine to do Liste nehmen.

    • Ja, das wäre mein persönlicher Traum, wenn ein, zwei Reals im Raum Düsseldorf (z.B. der in Ratingen) zum Globus würde, denn die sind bislang im Rheinland praktisch nicht vertreten (einer bei Köln, viel zu weit für mich), aber mein Bruder aus Hessen ist nur am Schwärmen…
      (Vielleicht liest das ja ein Globus-Entscheider 😉 )

    • Mein letzter GLOBUS (Supermarkt) Besuch in Köln ist ca 10 Jahre her. Was ist daran jetzt so besonders? Aber vielleicht haben die sich ja mitlerweile herausgeputzt.
      In Bayern kenne ich nur GLOBUS als Baumarkt

  • Für konkrete Filialen ist wohl noch nicht viel entschieden. Hab heute erst eine Umfrage von Redos gehabt, u.A. mit der Frage: »Angenommen, in die Räume des real-Marktes zieht ein anderer Anbieter. Würden Sie dort Lebensmittel einkaufen gehen, wenn dort einer der folgenden Anbieter ansässig würde?« (Antwortmöglichkeiten mehr, gleich viel, weniger und nichts; jeweils auch für exotischere und größenmäßig unplausible Anbieter.)

    Dass bei Umfragen in Onlinepanels der Auftraggeber explizit genannt wird, ist sehr selten (hab übrigens auch schon Supermarktumfragen gehabt, die möglicherweise von Amazon waren). In der Liste zur Auswahl eines Real-Markts war auch noch der in Obersendling, der seit 3 Jahren wegen Einsturzgefahr geschlossen ist (Immobilie gehört nicht der Metro).

  • Als Dresdner finde ich, dass Real Vor- und Nachteile hat.
    Vorteile:
    • Unglaublich umfangreiches Non-Food-Sortiment. Da kann ich mir Schuhe, Kleidung und Haushaltsgeräte kaufen. Angesichts dieses Non-Food-Sortiments fände ich es schade, wenn Real geht. Ich kenne keinen Kaufland, Rewe oder Edeka, der mir diese Non-Food-Auswahl bietet.
    Nachteile:
    • Weiter Anfahrtsweg. Die Reals befinden sich südlich (Bannewitz) und südöstlich (Heidenau) im Umland.
    • Schlechte Atmosphäre. Die Reals sind in die Jahre gekommen und haben lange keine Modernisierung gehabt. Nur Norma ist noch heruntergekommener. Die anderen Handelsketten überbieten den Real deutlich. Selbst die unmodernisierten Kaufländer sahen besser aus.
    • Kaufland bietet eine bessere Lebensmittelauswahl als Real.

    Ich bin mal gespannt, was aus den beiden Reals im Raum Dresden wird. Zwei wurden ja bereits geschlossen: Der in Freital wurde zu einem Indoor-Freizeitpark („Oskarshausen“). Der in Niederau war zeitweise eine Flüchtlingsunterkunft, jetzt steht er leer. Bei dem in Bannewitz glaube ich nicht, dass sich irgendeine andere Handelskette dafür interessiert; die umliegenden Städte haben schon jeweils ihre eigenen Kaufländer und für Edeka/Rewe steht der Laden ziemlich weit weg von den Wohngebieten. Der Real in Heidenau hat eine gute Lage, der dürfte sowohl für Kaufland als auch für Edeka/Rewe interessant sein; am wahrscheinlichsten dürfte Kaufland sein.

    Sonst gibt es in Sachsen nur noch zwei weitere Reals: Bei dem in Riesa gibt es in der Nähe bereits einen Kaufland in besserer Lage, aber für Globus wäre der Standort ideal. Der in Leipzig liegt so derart ungünstig, dass ich nicht glaube, dass dort eine andere Handelskette hin will.

    Ein Handzettelverzicht ist mir noch nicht aufgefallen. In Dresden ist die Supermarktdichte anscheinend so hoch, dass die Handelsketten (auch Kaufland und Real) per Handzettel und Radiowerbung um die Gunst der Kunden buhlen müssen.

  • Kam grad rein: EDEKA will einige real Märkte haben und hat es beim Kartellamt eingereicht. Die bekommen bestimmt was sie wollen. Echte Konkurrenz hierzulande wird immer unmöglicher gemacht.

  • Der real in Mülheim-Kärlich wird schon seit ein paar Wochen umgebaut. Die Fläche wird um ca. 2000qm verkleinert. Der Getränkemarkt, wurde komplett in den Markt verlegt, da er vorher auch von der Straßenseite aus, mit einem zusätzlichen Eingang“Getränkemarkt“ versehen war. Die Regale wurden erheblich enger gestellt als vorher. Die Obstabteilung wurde von ganz hinten nach vorne zum Eingang verlegt. Es herrscht aber immer noch ein ziemliches Durcheinander. In der Nähe gibt es ein neuen Globus, Edeka und Kaufland.

    Kann ja mal paar Bilder davon machen.

    Grüße aus Koblenz

    • Interessant. Aber der Markt bleibt Real? Und sieht auch danach aus? Was passiert denn mit der restlichen Fläche?

    • Ja, es bleibt real. Teils wurden beim Wareneingang neue Schilder mit dem neuen blauen Logo angebracht. Aber der rote Schriftzug am Gebäude ist immer noch.
      Die Obstfläche wird als „Markthallte“ betitelt. Neue Kühlregale wurden hingestellt, aber enger zusammen. Die Infotheke wurde komplett neu gestaltet von vorher rechts am Eingang nun links und in komplett schwarzen Look.

      Was aus der freien fläche wird, keine Ahnung.

    • Der real im Rheincenter Neuss ist über den Sommer auch halbiert worden, statt 2 Stockwerken nur noch eines, das gesamte Non-food-Angebot (außer einiger weniger Drogerie-Artikel) wurde gestrichen. Besonders prickelnd, weil seitdem auf zwei Dritteln der hiesigen Handzettel-Seiten gedruckt stand, dass „diese Artikel nicht im Rheinpark-Center erhältlich sind“; seit kurzem wird der Markt einfach nicht mehr auf dem Handzettel aufgeführt; ist aber immer noch real.
      In das frei gewordene Stockwerk zieht wohl irgendein ein Sportartikel-Hersteller.

    • In dem Mülheim-Kärlich real herrscht seit Wochen Chaos. Keine Ahnung, warum der Umbau im laufenden Betrieb erfolgt und nicht konsequenterweise der Markt ein paar Tage geschlossen wurde für den großen Umbau.
      Jeder Besuch sorgt wieder für neue Überraschungen, weil Artikel wieder wo anders platziert und nicht auffindbar sind. Viele Regale weisen große Lücken ohne Ware auf, ganze Warengruppen sind auf mehrere Gänge gestreut (z.B. Milch).
      Die Leerflächen im Markt liegen jetzt brach und sind nur durch (teils leere) Regale oder Absperrbänder getrennt. Als Kunde fühlt man sich wie mitten auf einer Baustelle.

      Die neuen modernen Möbel, wie die erwähnte schwarze Infotheke, treffen auf 80er Jahre Mief wie z.B. Decken, Böden und Regale, das Gesamterscheinungsbild passt überhaupt nicht mehr.

      Bei dem Markt liegt einiges im Argen…der schlechte Eindruck beginnt bereits nach den ersten Metern im Markt, wo der Besucher mit einem penetranten Fettgeruch vom Imbiss begrüßt wird.

      Über Jahre wenig investiert und das Chaos jetzt, das sind Management Versagen. Bei allen Unwägbarkeiten, das Personal kann nichts dafür, die sind immer sehr freundlich und kompetent. Zudem führt real Marken, die es sonst im Raum Koblenz nicht gibt. Dies die Gründe, warum ich den Markt trotzdem besuche.

  • Und weiter bergab geht es mit Real:

    Der Berliner Real-Markt Wedding Müllerstraße soll zum Jahresende schließen. Wurden zuerst keine Handzettel mehr verteilt (siehe Foto in diesem Beitrag) gelten inzwischen die Wochenangebote in diesem Markt (und in Neukölln) nicht mehr. Diese beiden Märkte werden im Werbeprospekt nicht aufgeführt.

    Seit Jahresanfang 2020 wurden die Öffnungszeiten von 24 Uhr (bzw. 23.30 Uhr) auf 22 Uhr gekürzt, seit 15.06.2020 ist nur noch bis 20 Uhr geöffnet.

    Schilder weisen inzwischen darauf hin, daß dieser Markt nur noch bis 26.09.2020 geöffnet hat. Im Markt schon jetzt gähnende Leere an Kunden und Ware. Es wurden aus den Gängen sämtliche Aktionsaufsteller entfernt, in vielen Regalen sind die unterste und oberste Regalreihe schon leer. Abstand zu anderen Kunden kann man mühelos halten, trotz zu meinem Besuch nur 2 geöffneten Kassen gab es keine Warteschlange.

    Falls der Autor dieses Blogs noch ein paar deprimierende Bilder zur Abschreckung braucht: Nur hin, sieht schon so aus wie Real im Gesundbrunnencenter kurz vor Schließung.

    • Mal ein Update auf meinen Beitrag:

      Der Real-Markt in Berlin-Spandau schließt zum 30.06.2021. Bereits jetzt lichten sich deutlich die Regale, die obersten und unteresten Regalreihen haben im Food-Bereich schon keine Ware mehr. Noch geringer ist der Bestand an Non-Food, hier gibt es neben spärlich gefüllten Regalen auch immer mehr Freiflächen durch Verzicht auf Aktionsaufsteller. Was aus der Marktfläche im Einkaufszentrum wird, ist auch noch nicht bekannt.

      Noch beklemmender sieht es im Real Neukölln aus. Dieser nimmt seit 01.04 keine Sodexo- und Edenred-Gutscheine mehr an, seit Freitag sind die Leergutautomaten außer Betrieb. Der Markt schließt Samstag um 16 Uhr endgültig und hat dann bis Dienstag geschlossen. Nach nur kurzer Umbauzeit eröffnet am Mittwoch dort dann ein Kaufland, ähnliches Rekordtempo wie im A10-Center in Wildau, hier war Real auch nur wenige Tage geschlossen. In der Umbauzeit werden erst mal nur neue Kassen und Leergutautomaten installiert, die restlichen Umbauten erfolgen im laufenden Betrieb (Kaufland Berlin-Biesdorf wurde ja auch im laufenden Betrieb modernisiert und war nie geschlossen).

      Aktuell sind in Neukölln schon große Flächen mit Sperrholzbretten abgesperrt und Mitarbeiter bauen Regale auseinander. Nur noch wenig Ware vorhanden, zumindest im Non-Food-Bereich gibt es einige Rabatte. Und Kunden werden auf den Real-Markt Treptow verwiesen, ein Flyer gibt 5 (Food) bzw. 10 % Rabatt (Non-Food) bis Ende nächster Woche.

Blog-Unterstützer:innen können sich über Steady einloggen, um Support-Hinweise im Text auszublenden:

Archiv