Anzeige. Der folgende Text stammt von GEBIT Solutions.

Seit 35 Jahren entwickelt GEBIT Solutions modulbasierte IT-Individuallösungen für weltweit führende Einzelhändler. In der neuen Reihe „Innovation Insights“ im Supermarktblog kommen die GEBIT-Expert:innen zu Wort: mit fachlichen Einschätzungen zu aktuellen Marktentwicklungen, Einblicken in konkrete Projekte und einem Blick auf die Arbeitskultur dahinter.
Auf Entwicklermessen fällt ein Stand schon von Weitem auf. Es piept, blinkt, wird ziemlich laut: „Get ready to scan – 3 … 2 … 1 … GO!“ Davor eine Traube von Zuschauenden. In der Mitte steht jemand mit zwei Handscannern, der zu Arcade-Game-typischer Musik auf Barcodes zielt, die immer wieder neu auf vier Bildschirmen auftauchen. Jeder erfolgreiche Scan wird per Smiley belohnt. Auf dem Haupt-Bildschirm schraubt sich derweil der Punkte-Highscore nach oben.
Spätestens nach sechzig Sekunden kommt die Quittung – und zwar wortwörtlich: aus dem darunter installierten Bon-Drucker. Der Nächste bitte!
Wer einmal zugesehen hat, will gleich selbst ran. Und so mancher Softwareentwickler kommt mehrfach zurück, weil er unbedingt herausfinden möchte, wie sich das Ding vielleicht überlisten ließe.
Zeit für eigenbestimmte Experimente
Das Gerät, das aussieht, als seien einer echten Kasse an mehreren Armen Bildschirme gewachsen, heißt „Bonshooter“. Gebaut hat es Rene, Software Engineer bei GEBIT Solutions – ohne Budget, ohne Auftrag. Aber mit der Motivation, auszuprobieren, ob das überhaupt geht. Weil es im Entwickler-Team lange den Running Gag gab, dass es doch cool wäre, in Kassensysteme kleine Pausenspiele einzubauen. Merkwürdigerweise hatte das bis dahin nie ein Auftraggeber nachgefragt.
Als dann intern die Frage aufkam, ob jemand eine Idee für eine Messe beisteuern könne, witterte Rene seine Chance – und nutzte den „GEBIT-Freitag“, um loszulegen.
Genau dafür ist der Tag ja auch gedacht: Zweimal im Monat bekommen GEBIT-Mitarbeitende eigenbestimmt Zeit für Experimente, die fernab jeglichen Projektdrucks liegen. Um Kreativität zu fördern, Neues auszuprobieren. Und mit dem Ergebnis aus Versehen eine echte Messeattraktion zu landen.
Gebaut mit Tablets aus dem Sonderangebot
Rene hat damals auf eigene Rechnung Fire-Tablets bestellt, die gerade bei einem großen Online-Shop im Angebot waren, 35 Euro das Stück. Wenn es schiefgegangen wäre? Egal, dann hätten sich die Geräte schon irgendwo im Haus als Displays verwenden lassen.


Es ist aber nicht schiefgegangen, im Gegenteil. Der Sound, der wesentlich zur Dynamik des Spiels beiträgt, benötigte einiges an Frickelei – aber dank Stock-Material für 20 Euro, macOS-Sprachgenerator und einem Software-Mixer aus einer uralten GitHub-Bibliothek klang der Bonshooter schon bald wie seine großen Arcade-Brüder. Als das Ding wirklich lief und die Kolleginnen und Kollegen begeistert waren, folgte der Auftrag, das Gerät messefertig zu bauen. Bei seinem ersten Einsatz wurde es direkt zum Hit.
Technisch eine echte Kasse
Am Bonshooter lässt sich aber nicht nur ablesen, wie bei GEBIT Innovationskultur gefördert wird. Das, was nach Spiel aussieht, simuliert nämlich ziemlich konkret die Anforderungen an einen klassischen Kassiervorgang.
„Im Prinzip ist es einfach eine Kasse, auf der man Artikel scannt“, sagt Rene, „nur dass die Artikel dynamisch über die Barcodes erzeugt werden.“ Dreißig Sekunden lassen sich per Power-up auf die doppelte Zeit erweitern. Am Schluss gibt’s den Bon mit Losnummer für das Gewinnspiel, bei dem kleine Preise ausgegeben werden.

Anders gesagt: Was das Spiel der Technik abverlangt, deckt sich weitgehend mit dem, was eine Kasse im Handel leisten muss – Zuverlässigkeit, Performance, Robustheit. Es ist daher wenig verwunderlich, dass echter Kassen-Code, der identisch in produktiven Projekten im Einsatz ist, die Grundlage für das Spiel bildet.
Mehrere Scans pro Sekunde
Zuerst die Zuverlässigkeit: „Eine Kasse ist ein geschäftskritisches System, das praktisch rund um die Uhr durchhalten muss“, erklärt Rene. Gerade in der Hardware-Anbindung – seinem Spezialgebiet seit dem Einstieg bei GEBIT vor sechzehn Jahren – schlägt sich das nieder: „Du glaubst nicht, wie viele kuriose Probleme du mit Hardware bekommst, wenn du sie tausendfach ausrollst und ohne Pause betreibst.“ Ein Fehler, der nur in jeder millionsten Transaktion auftritt, ist kaum zu reproduzieren, bei mehreren Millionen Transaktionen täglich über tausende Systeme aber ein echtes Problem. Ein Gerät, das tagelang ohne Unterbrechung laufen muss, verzeiht keine Schwächen – dieselbe Härte gilt an der echten Kasse: „Reboot tut immer gut“ ist keine Lösung.
Dann die Performance: Mehrere Scans pro Sekunde müssen sauber abgearbeitet werden, am Messestand genau wie im Discounter. „Keine schlechte Werbung für die Kassensysteme“, findet Rene.
Ein paar hundert Millisekunden zu viel
Und jetzt noch die Robustheit, selbst unter widrigen Bedingungen: Die erste Bonshooter-Version setzte noch auf WLAN-Anbindung. Auf einer Messe, wo Hunderte Netze um Bandbreite ringen, war das eine Einladung für Ärger. Zwischen Scan und Quittung lagen mitunter ein paar hundert Millisekunden. Findige Besucher bemerkten, dass sie denselben Barcode in dieser Lücke gleich mehrfach abschießen konnten.
Rene beobachtete sie am Stand und justierte über Nacht die Spielregeln, sodass der Kniff am nächsten Morgen ins Leere lief. (Weil es mehrfach solche Anpassungen gab, existiert auch keine All-Time-Bestenliste.)
Die gesammelten Erkenntnisse der Einsätze über mehrere Jahre flossen in eine überarbeitete „Version 2.0“ ein. Die Tablets wichen professionellen Kassendisplays, gestellt von einem Zulieferer (der das Gerät natürlich auf einer Messe entdeckt hatte). Statt WLAN gibt es nun USB-Anbindung, dazu ein modernes Interface auf Basis von Web-Technologie.
Ausprobieren, überzeugen, ausarbeiten
Aus dem Bastelaufbau ist ein nahezu serienreifes Gerät geworden, das eigenständig läuft, betreut von den Messe-Kolleginnen und -Kollegen.
BIs heute gibt es den Bonshooter nur ein einziges Mal, untergebracht in einer maßgefertigten Transportbox. Aber der nächste ist bereits in Planung – und soll bald im Einsatz sein.
Auch darüber hinaus entsteht aus den GEBIT-Freitags-Experimenten immer wieder Konkretes – kleine Roboterarme etwa, die Kartenterminals für automatisierte Tests bedienen und inzwischen als internes Werkzeug genutzt werden. Erst bauen, dann fragen. Kommt manchem vermutlich bekannt vor.
Was für Händler wichtig ist
Für Händler zählt etwas anderes: Wer ein selbst gebautes Barcode-Game über Jahre stabil im Einsatz hält, beherrscht genau das, worauf es auch an der echten Kasse ankommt. (Dass am Stand der eine oder andere hängen bleibt und hinterher motiviert seine Bewerbung dalässt, ist aus GEBIT-Sicht natürlich ein praktischer Nebeneffekt.)
Der Bonshooter sieht aus wie Spielerei. Aber eigentlich ist er ein Kompetenznachweis. Einer, bei dem man nach dem Zusehen unbedingt auch mal den Highscore knacken möchte.

GEBIT Solutions entwickelt Checkout-, Pricing-, Campaign-Management- und Fraud-Prevention-Lösungen für Händler wie ALDI SÜD, SPAR, Deichmann, dm-drogerie markt, OBI und Kaufland.
Mehr erfahren: gebit.de





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