Anzeige. Der folgende Text stammt von GEBIT Solutions.

Seit 35 Jahren entwickelt GEBIT Solutions modulbasierte IT-Individuallösungen für weltweit führende Einzelhändler. In der neuen Reihe „Innovation Insights“ im Supermarktblog kommen die GEBIT-Expert:innen zu Wort: mit fachlichen Einschätzungen zu aktuellen Marktentwicklungen, Einblicken in konkrete Projekte und einem Blick auf die Arbeitskultur dahinter.
Verschwindet der Checkout, wie ihn die Branche bislang gedacht hat – als abgegrenztes System mit eigener Hardware, eigenem Ort, eigener Funktion? Tatsächlich spricht vieles dafür, sagt Tobias Weidemann, Product Manager bei GEBIT Solutions. Doch an seine Stelle tritt keine neue Kassengeneration – sondern eine neue Art, die bisherige Kassenzone überhaupt zu denken.
In seinem Vortrag „Den Checkout neu entwickeln – zusammen“ hat Weidemann in der EHI-Session „Checkout-Trends“ kürzlich skizziert, was das für Händler bedeutet.
Die vier wichtigsten Erkenntnisse für alle, die sich damit beschäftigen, wie ihre Kundinnen und Kunden morgen einkaufen werden:
1. Der Checkout wird zur Systemfähigkeit – nicht zur Station
Smart Home kennt jeder: Wer heute neu baut, installiert keinen Lichtschalter mehr, der in einem Raum eine einzelne Lampe anschaltet. Licht wird zentral gesteuert, der Schalter ist nur noch ein Zugriffspunkt von vielen. Genau diese Verschiebung vollzieht sich gerade auch am Checkout, und zwar sichtbar im Alltag: Kundinnen und Kunden wechseln – je nach Einkauf – zwischen der klassischen stationären Kasse, dem Self-Checkout, mobilem Kassieren auf der Fläche und Bezahlen am Einkaufswagen inzwischen völlig selbstverständlich.
Für die Architektur dahinter bedeutet das eine grundsätzliche Verschiebung. „Der Checkout wandert ins Gesamtsystem als Fähigkeit“, sagt Weidemann. „Die einzelnen Geräte verlieren an fachlicher Bedeutung.“ Die Parallelität verschiedener Checkout-Varianten ist damit kein Sonderfall mehr, sondern der künftige Normalbetrieb.
2. KI gehört in die Mitte des Prozesses, nicht an den Rand
Künstliche Intelligenz wird in der Branche häufig als Feature verstanden, das sich nachträglich an einen bestehenden Checkout andocken lässt. Das greift zu kurz, sagt Weidemann. Artikelerkennung bei Obst und Gemüse, Fraud- und Anomalie-Erkennung, Altersverifikation, sprachbasierte Assistenz: Diese Funktionen sind keine isolierten Features, sondern bestimmen ganz unmittelbar den Ablauf des Kaufvorgangs. KI beeinflusst Entscheidungen in Echtzeit – Mitarbeitende wissen binnen Sekunden, ob ein Eingriff nötig ist.
Entscheidend ist deshalb auch weniger die Auswahl eines spezialisierten KI-Anbieters, sondern die Qualität der Integration in einen flüssigen Checkout-Prozess. Das schließt laut Weidemann die händlerspezifischen Schwellwerte, Freigabelogiken und Eingriffsregeln ausdrücklich ein – denn genau hier differenzieren sich Händler voneinander.
3. Mobile Checkout ist kein Komfort, sondern Struktur
Dass Kassieren auch mobil auf der Fläche funktioniert, ist in manchen Stores längst Realität. Und es geht um mehr als eine neue Bequemlichkeit: Beratung und Kaufabschluss verschmelzen, Mitarbeitende schließen den Verkaufsprozess dort ab, wo er entsteht – ohne dass die Kundschaft an einen stationären Punkt wechseln muss. Eine strukturelle Veränderung der bisherigen Logik.
Gleichzeitig werden mobile Geräte zum Baustein der Betriebssicherheit. Im Störungsfall können sie als Backup-Kassensystem einspringen. Mit Blick auf aktuelle Business-Continuity-Fragen – ein Thema, das laut Weidemann manche Händler „vielleicht leidvoll“ beschäftigt – ist Mobile Checkout damit nicht länger nur ein Zusatzangebot, sondern Teil der operativen Absicherung.
Wo konkret Potenzial besteht, lässt sich an vier Kriterien festmachen: direkter Kundenkontakt mit bewusstem Personaleinsatz, mobile Nutzung auf der Fläche statt hinter Band oder Theke, eher kleinere oder beratungsorientierte Warenkörbe – und Situationen, in denen ein mobiles Backup-System operativ sinnvoll ist.
Im LEH sieht er deshalb besonderes Potenzial etwa in Wein- und Feinkostbereichen, bei Event- und Pop-up-Formaten oder im Assisted Self-Checkout mit Freigaben durch Mitarbeitende am Mobilgerät. Sein Zukunftsszenario: farblich markierte Checkout-Zonen, in denen SCO-Geräte und Mitarbeitende mit mobiler Kasse nebeneinander arbeiten – ohne stationäre Kasse im klassischen Sinne.
4. Standard und Individualentwicklung sind kein Widerspruch
Alle, die auf „die eine“ fertige Retail-Plattform hoffen, werden es schwer haben – oder vergeblich warten: Reine Standardlösungen reichen in der Regel nicht mehr aus, um die beschriebene Komplexität abzubilden. Komplett individuelle Eigenentwicklungen sind aber oft ebenso wenig eine Option. Stattdessen geht es um ein intelligentes Zusammenspiel: eine modulare Plattform als stabile Grundlage, auf die händlerspezifische Anpassungen gezielt aufsetzen.
In genau diesen Anpassungen spiegelt sich Weidemann zufolge die Differenzierung eines Händlers – in den Freigabeprozessen, im Umgang mit Risiken, in der Rolle der Mitarbeitenden im Store. Individualisierung ist damit kein Sonderfall mehr, sondern ein gezielter Teil der Lösung.
Die entscheidende Frage ist dabei nicht wie viel Individualentwicklung entsteht, sondern wo, sagt Weidemann. Die Faustregel: Sobald eine Anforderung direkt die spezifische Arbeitsweise, Organisation oder das gewünschte Kundenerlebnis eines Händlers abbildet, wird Individualisierung strategisch interessant – etwa beim Zusammenspiel von Beratung und Checkout, bei Eskalationslogiken oder bei der Anbindung an Bestandssysteme, in die der Händler bereits investiert hat. Gerade dort stecke oft die Expertise des Händlers – also genau das, womit er sich im Markt unterscheiden wolle.
Was das für die Zukunft bedeutet
Hinter diesen vier Punkten steht eine Fokus-Verschiebung: weg von der Hardware-Frage, hin zur Architektur-Frage. Nicht: Welches System nutze ich? Sondern: Wie organisiere ich Checkout als Fähigkeit, die sich über den gesamten Store verteilt?
Für Weidemann ist das die eigentlich strategische Entscheidung, vor der Händler heute stehen – und eine, die Anbieter und Handel nur gemeinsam beantworten können. Oder, wie Weidemann es zusammenfasst: „Der Future Checkout entsteht nicht als Produkt, sondern im Zusammenspiel.“

GEBIT Solutions entwickelt Checkout-, Pricing-, Campaign-Management- und Fraud-Prevention-Lösungen für Händler wie ALDI SÜD, SPAR, Deichmann, dm-drogerie markt, OBI und Kaufland.
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