Veganz schön gute Freunde: denn’s beliefert Berliner Vegan-Spezialisten

Veganz schön gute Freunde: denn’s beliefert Berliner Vegan-Spezialisten

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Veganz holt Produkte des Bio-Großhändlers Dennree in die Regale seiner Filialen. Auch eine weiterreichende Zusammenarbeit würde angesichts der Initiativen europäischer Wettbewerber Sinn ergeben.

Partner und Sponsoren:

Bei seinem Wandel vom Supermarktbetreiber zum Markenhersteller hat sich Veganz, der Berliner Spezialist für vegane Produkte, in den vergangenen Monaten vor allem darauf konzentriert, das eigene Sortiment zu erweitern und Teile davon in den klassischen Handel zu bringen. Inzwischen stehen Veganz-Artikel ganz selbstverständlich bei dm, Kaufland und Edeka, im Ausland bei Spar, Coop (Schweiz) und Albert Heijn.

Wer soviel gibt, der darf auch mal nehmen. Zum Beispiel eine andere schöne Handelsmarke für die verbliebenen eigenen Läden. In denen finden Kunden seit kurzem 20 Produkte des Bio-Großhändlers Dennree, teilweise direkt neben Veganz-Artikeln: vegetarische Bolognese, Soja Drink, Seitan, Kartoffelchips, Waffeln, Tofu, Streichcreme, Kokosnussmilch, Kartoffelpüree.

Veganz sagt auf Anfrage, man wolle den eigenen Kunden „qualitativ hochwertige Produkte auch zu attraktiven Preisen anbieten“. Das sei bei den Dennree-Artikeln der Fall.


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Mit denn’s Biomarkt ist Dennree bekanntlich selbst in Deutschland und Österreich als Händler aktiv. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass aus der Belieferung auch eine weiterreichende Kooperation werden könnte: Die Veganz-Produkte würden auch gut ins denn’s-Regal passen. Im Februar hatte Gründer Jan Bredack im Supermarktblog-Interview bereits sein Interesse bekundet, die Zahl der Verkaufsstellen weiter zu vergrößern:

„Wir sprechen (…) auch in Deutschland mit einem potentiellen Partner, um künftig im Biohandel vertreten zu sein. Zirka 80 Prozent der Veganz-Produkte werden heute schon in Bio-Qualität hergestellt.“

Bei denn’s umschifft man die Frage nach einer weiterreichenden Kooperation, bestätigt aber immerhin, sich gegenseitig ganz gut zu finden:

„denn’s Biomarkt und Veganz haben in Gesprächen sondiert, ob die beiderseitige Affinität zu veganen Produkten die Grundlage für eine Zusammenarbeit bieten kann. Hieraus ist eine Belieferung der bestehenden vier Veganz-Standorte entstanden.“

Und Veganz erklärt, ein Markentausch sei „momentan nicht geplant“. Womöglich ändert sich das, sobald 100 Prozent der Veganz-Produkte in Bio-Qualität hergestellt werden können. Eine engere Zusammenarbeit würde nämlich durchaus für beide Seiten Sinn ergeben.

Raus aus der Nische, rein in die Bredouille

Dem Berliner Vegan-Förderer ist es innerhalb weniger Jahre fast im Alleingang gelungen, den klassischen deutschen Lebensmittelhandel für Produkte zu öffnen, die nicht-tierischen Ursprungs sind. Durch die dafür geschlossenen Kooperationen mit etablierten Handelsketten hat Veganz die Alternativnahrungsmittel aus der Nische geholt, allerdings zugleich dafür gesorgt, dass die eigenen Märkte ein Stück weit überflüssig werden.

In Frankfurt, Leipzig, Hamburg, Essen und München (Foto) sind die Filialen deshalb wieder geschlossen worden.

Die übrig gebliebenen will Bredack grundlegend umbauen und stärker auf gastronomische Angebote ausrichten (siehe Supermarktblog). Umgesetzt ist von diesen Plänen bislang noch nichts. Dabei gäbe es auch noch eine andere Möglichkeit, falls Veganz und denn’s sich tatsächlich näher kämen: In einem Joint Venture ließen sich die Läden gemeinsam weiter betreiben – zum Beispiel als „denn’s Veganz“.

Neue Vegan-Supermärkte für Paris und Zürich

Die Berliner könnten von der Erfahrung des Partners mit seinem stetig wachsenden stationären Filialnetz profitieren, das denn’s in den zurückliegenden Jahren auch durch strategische Zukäufe vergrößert hat (in Berlin z.B. mit der Übernahme von Viv Biofrischemarkt).

Der Biohändler würde sich wiederum direkten Zugriff auf die Expertise von Veganz sichern und könnte ein alternatives Zweitformat aufbauen – im besten Fall so stabil, dass sich langfristig auch wieder eine Expansion lohnen würde.

Im europäischen Ausland machen’s Wettbewerber schließlich ganz ähnlich: In der Schweiz hat Coop seiner Veggie-Eigenmarke Karma einen eigenen Laden in Zug spendiert; ein zweiter soll demnächst in Zürich eröffnen. Und in Paris hat die Casino-Tochter Naturalia gerade erst drei Naturalia-Vegan-Märkte an den Start gebracht.

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Womöglich lag Bredack mit seiner Idee eines veganen Supermarkts vor sechs Jahren also goldrichtig – und war bloß zu früh dran. Oder hätte sich rechtzeitig um einen externen Partner bemühen müssen, der was vom stationären Geschäft versteht und die notwendigen Finanzmittel mitbringt. Dass die Priorität stattdessen darauf lag, Veganz zur Produktmarke umzubauen, ist schließlich auch der Erfahrung geschuldet, mit eigenen Läden nicht so schnell expandieren zu können wie das nötig gewesen wäre, um die Marke landesweit bekannt zu machen.

Das ist längst geschafft. Jetzt wäre die Zeit, sich wieder stärker um die eigenen Filialen zu kümmern – idealerweise mit einem Partner, der ein ähnlich großes Interesse daran hat, auf die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten vieler Kunden zu reagieren.

Offen für Kooperationen

Bei Dennree scheint man ohnehin offen für neue Kooperationsformen zu sein: In Hamburg haben die Bayern ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem unabhängigen Biohändler gegründet, der sich dadurch den Umzug auf eine größere Fläche leisten kann. Der neue Laden trägt künftig den Doppelnamen: „denn’s Grünkern“. Dem „Hamburger Abendblatt“ hat Eigentümer Burkhard Krebs erklärt:

„Eine Dimension größer, das wird für kleine Einzelhändler immer schwieriger. Allein hätten wir das nicht mehr gewagt. Deshalb sind wir froh über einen starken Partner.“

Das gilt längst auch für etwas größere Einzelhändler.

„denn’s Veganz“ wäre in jedem Fall eine interessante Antwort auf die Initiativen der europäischen Konkurrenz. Und eine Bereicherung für den deutschen Lebensmittelhandel allemal.

Fotos: Supermarktblog"


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