Aus der Zauber: Lidl zieht Schlussstrich unter sein Kochboxen-Experiment

Aus der Zauber: Lidl zieht Schlussstrich unter sein Kochboxen-Experiment

Lidl testete die Boxen auch in den Filialen.
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Lidl sieht keine Perspektive mehr für Kochboxen im deutschen Markt und schließt das 2015 übernommene Start-up-Angebot Kochzauber. Damit dürften die Kochboxen auch wiueder aus den Test-Filialen verschwinden.

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In der Neckarsulmer Lidl-Zentrale ist jemandem (hoffentlich nicht durch diesen Bericht) aufgefallen, dass dem Unternehmen 600 Kilometer entfernt in Berlin noch ein Kochboxen-Versender gehört, der nach dem Aussortieren des Lebensmittel-Online-Geschäfts übrig geblieben war. An diesem Donnerstag hat Lidl den Mitarbeitern des 2015 aus der Insolvenz geretteten Start-ups mitgeteilt, dass der Kochzauber bald ein Ende hat. Wie Gründerszene.de zuerst berichtete, wird der Dienst zum 8. März eingestellt.

„Entgegen den Erwartungen hat sich der Markt für Kochboxen in Deutschland nicht so dynamisch entwickelt, wie es nötig gewesen wäre, um Kochzauber eine langfristige Wachstumsperspektive zu geben“,

zitiert das Online-Magazin einen Lidl-Sprecher. Die Kochzauber-Mitarbeiter wolle Lidl im Unternehmen halten.

Das Aus bedeutet auch, dass in Berliner Filialen künftig wieder mehr Kühltruhenplatz für Aktionsprodukte zur Verfügung steht. Bislang bot der Discounter dort Kochboxen-Varianten ohne Abo zum Preis von 9,99 Euro an.


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Seit dem Start im Sommer 2017 wurde das Konzept mehrfach verändert; zuletzt hatte Lidl noch versucht, verstärkt Kunden anzusprechen, die die Nachkochgerichte als Diäthilfe einsetzen sollten (siehe Supermarktblog).

Dass Lidl keine Perspektive für Kochboxen im deutschen Markt sieht, heißt freilich nicht automatisch, dass das für die ganze Branche gilt.

Europäische Händler experimentieren weiterhin regelmäßig mit Kombinationen aus vorportionierten Lebensmitteln samt Kochanleitung.

Gerade hat der niederländische Lebensmittel-Lieferdienst Picnic angekündigt, Kunden seine eigene Kochbox unter dem Namen „Presto“ nachhause zu bringen – ohne dass dafür zusätzliche Versandkosten anfallen. Das nötige Know-How für die Produktkategorie hat man mit Deutschland-Chef Frederic Knaudt, einst Gründer von Kochzauber, ja praktischerweise im Haus.

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Die Picnic-Initiative könnte auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Rezeptsets („Vers Paketen“) in niederländischen Supermärkten quasi zum Standardsortiment gehören – bei Albert Heijn genauso wie bei Jumbo und Deen, zum Teil in Zusammenarbeit mit Gemüse-Spezialisten oder als Absatzfördermaßnahme für Würzproduklte großer Markenhersteller.

Insbesondere im Discount dürften es die Boxen, die als Kombi deutlich teurer sind als die enthaltenen Produkte im Einzelverkauf, eher schwer gehabt haben; als zusätzliches Service-Angebot allerdings stand „Unsere Kochbox“ Lidl in den Läden gut zu Truhe. Dass sich die Handelskette alleine dafür keine eigene Abteilung (mehr) leisten möchte, ist traurig für die Mitarbeiter – aber aus Sicht des Discounters vermutlich nachvollziehbar.

Fotos: Supermarktblog

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3 Kommentare
  • Nachdem die Kochboxen in diesem Fall offenbar nicht so gut funktioniert haben, versucht es in Österreich nun ein anderer Discounter, nämlich Hofer. Dort gibt es jetzt drei unterschiedliche Gerichte um jeweils € 3,99 im Angebot, siehe https://www.hofer.at/de/angebote/ab-samstag-23032019/detailseite/ps/p/kochbox/
    Ich weiß aber nicht, ob das nur eine temporäre Aktion ist oder da langfristig etwas geplant ist. Hatte Aldi in Deutschland eigentlich schon mal Kochboxen im Angebot?

  • Kein Wunder bei dem schlechten Support braucht sich keiner Wundern wenn es nicht funktioniert .Meine Mail wurde erst Wochen später beantwortet und dann an der eigentlichen Frage vorbei.Hatte dann auch zurück geschrieben ob sie keine Lust auf Kunden haben ?
    Ich wollte eigentlich nur eine normale Box bestellen aber konnte nur nur die WW Box auswählen .
    Wahrscheinlich war da schon kein Geld übrig für einen gescheiten IT Mitarbeiter
    Hab dann wo anders bestellt .

  • […] Obwohl das Konzept sehr einfach klingt, gelingt es nur wenigen Konkurrenten mit Hellofresh Schritt zu Halten. Der einst größte Konkurrent in den USA (Blue Apron) steht kurz vor der Pleite, viele weitere Konkurrenten sind bereits insolvent oder mussten von Supermarktketten gerettet werden (Home Chef, Plated) und selbst Supermarktketten wie Lidl können sich am Markt nicht gegen Hellofresh durchsetzen. […]

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