Warum die „Mehrweg-Hygiene-Schleuse“ sofort nach ihrer Erfindung wieder abgeschafft werden kann

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Foto: Hiebers Frische Center

Gruseln bzw. freuen Sie sich nicht zu früh: Bei dem schwarzen Kasten mit der metallenen Öffnung auf dem Bild oben handelt es sich nicht um ein frühes Replikatormodell, in dem sich Ihre künftigen Abendessen aus dem Nichts materialisieren lassen. Gekocht wird schön weiterhin selbst! Drin ist, was drauf steht: eine „Mehrweg-Hygiene-Schleuse“.

Sie steht in einem der zwölf Märkte des selbstständigen Edeka-Kaufmanns Dieter Hieber, der – wie regelmäßige Supermarktblog-Leser wissen – Spaß am Tüfteln und Designen hat. Und sie ist der Versuch, den Unverpackt-Trend aus kleinen Läden in den klassischen Supermarkt zu holen.

Die Inspiration stamme tatsächlich vom Berliner Laden-Start-up Original Unverpackt, sagt Hieber. Es gebe bei den Kunden einen Bedarf, weniger Verpackung einzukaufen.

„Die Bevölkerung ist da weiter als der Handel. Also hab ich überlegt, wie sich das Prinzip in einen größeren Supermarkt übertragen lässt, vor allem an den Frischetheken.“

Das Problem ist: Bislang können die Kunden nicht einfach ihre eigenen Mehrwegboxen mitbringen, um sie hinter der Theke mit Fleisch oder Käse befüllen zu lassen anstatt alles in Plastik eingewickelt zu kriegen. Das erlauben die Hygienevorschriften nicht. (Das kennen Sie vom Brötchenknast.) Also hat sich Hieber nach Alternativen umgesehen.

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Rewe to Go vs. Sainsbury’s Microstore: Wer ist der bessere Pausensupermarkt?

Schauen Sie sich mal diesen Pausensupermarkt an: klein, kompakt, hübsch in Brombeer getunkt …

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… nein, nicht den. Das ist die Zentrale der britischen Supermarktkette Sainsbury’s im Londoner Bezirk Holborn, mitten im Stadtzentrum.

Der Pausensupermarkt ist schräg gegenüber, trägt das übliche Logo der „Sainsbury’s Local“-Kompaktläden in der Stadt, ist aber eine Besonderheit. Nicht nur, weil er schon von außen aussieht wie der Veranstaltungsort eines internationalen SB-Kassen-Treffens. Sondern vor allem, weil es sich dabei um Sainsbury’s ersten „Microstore“ handelt: einen Laden, der noch kompakter sein will als alle, die der Konzern bislang betreibt. Und in dem es wirklich nur das Allernotwendigste für die Mittagspause zu kaufen gibt.

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In dieser Hinsicht sind die Briten ausnahmsweise mal nicht schneller gewesen als ihre deutschen Handelskollegen. Schließlich hat Rewe den Pausensupermarkt schon vor fünf Jahren in der Kölner Fußgängerzone erfunden, praktischerweise zum Start dieses kleinen Blogs.

All die Jahre später gibt’s Rewe to Go an derselben Stelle immer noch. (Obwohl der Großteil seiner Nachfahren längst in Aral-Tankstellen wohnt.) Und selbst wenn sich von außen nicht allzu viel verändert haben scheint: Drinnen hat Rewe in der Zwischenzeit kräftig umgeräumt.

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Der Brötchenknast ist aus der hinteren Ladenecke nach vorne gerutscht und steht jetzt gegenüber der Kaffeeautomaten in der Mitte.

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An seinen Platz ist ein Tresen mit warmem Mittagstisch gerückt – die ursprüngliche Idee, dass sich Kunden gekühlte Fertiggerichte in der ladeneigenen Mikrowelle warmmachen, hat sich also definitiv nicht durchgesetzt. Wobei die mangelnde Appetitlichkeit dabei eher keine Rolle gespielt haben dürfte.

Zumindest ist auch das „Heiß durch die Woche“-Angebot ästhetisch eher im unteren Schnellkantinenbereich angesiedelt. (Was die Kundschaft aber bei meinem Besuch nicht davon abhielt, für das Schöpfessen Schlange zu stehen.)

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Anders gesagt: Könnten Sie auf Anhieb erraten, was da vor den Hähnchenkeulen im metallenen Warmhaltebottich versenkt wurde?

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Lidl baut seinen Einkaufswagen ein neues Zuhause

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Okay, so langsam wird’s unheimlich mit Lidls Verwandelung zum Supermarktdiscounter: Vor eine in Köln-Ehrenfeld wiedereröffnete Filiale hat das Unternehmen seinen Einkaufswagen ein eigenes Unterstellhüttchen auf den riesigen Parkplatz gebaut. Ganz sauber mit Poller davor, Mülli daneben und modernem Glasdach plus Seitenschutz, damit die kleinen Metallracker nicht nass werden, wenn sie gerade nicht in Gebrauch sind.

Die „Einkaufswagen mit Babysafe“ haben ein eigenes Plätzchen bekommen, weil die dazu neigen, etwas in die Breite zu gehen. Dass eine Bar fehlt, an der die Wagen nach einem anstrengenden Kundendienst gemeinsam ein Schmieröl kippen können, ist sicher bloß ein Versehen.

Das Hüttchen ist freilich notwendig geworden, weil Lidl sich neuerdings kleine Eingangspaläste vor die Filialen baut. Wenn nicht viel Platz ist, fallen die eher übersichtlich aus (siehe Supermarktblog).

In Ehrenfeld war Platz aber kein Problem:

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Auch die läppischen Ladenschilder, unter die notdürftig bedruckte Banner mit Öffnungszeiten geschnallt wurden, sind Lidl nicht mehr gut genug. Am Parkplatzrand der Umbaufiliale steht deshalb eine kerzengerade Anthrazit-Informationssäule, auf der sämtliche (aktuell) relevanten Ladeninformationen Platz finden:

„Lidl lohnt sich.“
„Wir backen mehrmals täglich für Sie.“
„Montag bis Samstag 8-21 Uhr.“
„Herzlich willkommen!“

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Amazon als Getränkelieferant? So sieht das Berliner Stadtlager für „Prime Now“ aus

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Die Zeit der Entbehrungen für gestresste Großstädter wird bald vorbei sein. Dann muss es niemanden, der das Büro wegen dieses superwichtigen Meetings nicht verlassen kann, um zum Supermarkt um die Ecke zu gehen, mehr hungern oder dürsten. Ein paar Klicks in der „Prime Now“-App reichen – und die notwendigen Meetingüberlebensmittel kommen nach zwei Stunden per Kurier an den Schreibtisch. Das neue Smartphone gleich dazu. Wer nett fragt, dem schmiert der Zusteller bestimmt auch noch ein Brot, bevor er weiterrauscht.

Ungefähr so kann man sich Amazons neusten Service für Online-Hektiker vorstellen, die immer alles sofort haben wollen. (Aber auch nur ungefähr.)

In den USA gibt es „Prime Now“ schon länger (siehe dazu Exciting Commerce), in London ist der Dienst vor wenigen Monaten gestartet. Das Versprechen ist überall dasselbe: Keiner soll bis zum nächsten Tag warten, wenn er seine Online-Bestellung auch gleich haben kann. Das gilt freilich nicht fürs gesamte Sortiment, zumal der kurzfristige Bedarf an Hollywoodschaukeln überschaubar bleiben dürfte. Aber immerhin für ein paar tausend Waren des alltäglichen Bedarfs, die Amazon in Stadtlagern stapelt, um sie möglichst schnell zu den Kunden katapultieren zu können.

Innenstädtischer geht’s kaum

Die Spekulationen zum Deutschland-Start von „Prime Now“ sind inzwischen relativ konkret, zum Beispiel in Berlin. „Welt“ und „Berliner Morgenpost“ meldeten im März zuerst, Amazon niste sich mit einem neuen Lager in einem Einkaufszentrum am Berliner Kudamm ein. (Ausführliche Infos dazu hatte kurz darauf auch der „Tagesspiegel“).

Die Fenster besagter Fläche sind akkurat zugeklebt (Foto ganz oben), und Amazon mag das, was inzwischen alle wissen, immer noch nicht bestätigen. Langsam wird die Geheimniskrämerei aber ein bisschen albern. Weil am seitlichen Lieferzugang schon ein Poster mit Sicherheitsanweisungen fürs Personal und dem „Prime Now“-Logo hängt. Der Start ist also nur noch eine Frage der Zeit.

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5 außergewöhnliche Supermärkte aus 5 Jahren Supermarktblog

Die wenigsten Reiseführer empfehlen ihren Lesern den Besuch interessanter Supermärkte am Urlaubsort. Hab ich noch nie verstanden. Wie kann man nur auf so wichtige Tipps verzichten? Zum 5. Geburtstag dieses Blogs wird es Zeit, das auszugleichen: mit fünf (plus zwei) außergewöhnlichen Supermärkten, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe. Und die Sie sich auch anschauen sollten, wenn Sie mal in der Gegend sind.


Top 5: Real – Asda – Tesco Metro, Essen und London

Den fünften Platz teilen sich drei Läden, die ein bisschen anders sind als die meisten.

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Wie ein schlafender Drache aus Glas und Rasen sieht das Center aus, in dem Real 2013 sein modernstes SB-Warenhaus eröffnet hat. Man braucht bloß ein bisschen Fantasie. An der wuchtigen Kopfseite prangt gut sichtbar das Supermarkt-Logo, die Dachebenen sind begrünt, die Fenster riesengroß.

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Bloß das Reingehen können Sie sich sparen: Weil die Real-Designaufpäppelung zweieinhalb Jahre nach ihrer Erfindung längst wieder veraltet ist und mit der Drachenarchitektur draußen ganz und gar nicht mithalten kann.

Hinkommen: Haedenkampstraße 21, 45143 Essen; ÖPNV: S1, S3, S9 bis Essen-West, dann 600 m zu Fuß.
Mehr zum Thema lesen: Rettet Real in Essen das SB-Warenhaus – und sich selbst?

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Wer sagt eigentlich, dass Supermärkte Türen, Fenster und Regale brauchen? Beim britischen Walmart-Ableger Asda, der einen Pakt mit der Londoner Transportgesellschaft TfL geschlossen hat, reicht auch ein Parkplatz an einer Tube-Station. Auf dem holen Kunden, die vorher lässt online bestellt haben, ihre Einkäufe an kleinen Lieferwagen ab (wie hier an der Highgate Station). Außer man versäumt, ähem, zur richtigen Zeit da zu sein. (Auf dem Friedhof in der Nähe ist übrigens Karl Marx begraben, aber nicht deswegen.)

Hinkommen: Highgate Station Car Park, Archway Rd, London N6; ÖPNV: Northern Line oder Busse 43, 134, 263, dann die lange Treppe runtergehen.
Mehr zum Thema lesen: Sieht so der Supermarkt der Zukunft aus: unsichtbar?

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Kein Mensch fährt gerne in den Keller, um einzukaufen. Es sei denn, dort hängen schwarze Melonen von der Decke und es duftet nach frisch gebackenem Brot. So wie bei Tesco Metro, gleich um die Ecke der Londoner Tower Bridge. Dort testen die Briten im Kleinen, wie ihre Läden mit der Zeit gehen können: mit schlanken SB-Kassen, Mittagessen-Kombis und einer Selberkochauswahl, die jeden Restaurant-Lieferdienst in Panik versetzen würde.

Hinkommen: 125 Tooley St, London SE1 2TH; ÖPNV: Busse 47, 343, 381 bis Abbots Lane, direkt vor der Tür.


Top 4: Tegut, Wiesbaden

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Foto: Tegut

Oben in Sonnenberg, über der Wiesbadener Altstadt, zeigt Tegut den Marktführern, wie moderne Nachbarschaftsmärkte aussehen müssen. Es gibt eine klare Kundenführung, geschwungene Regalen, offene Bedientheken. Mag sein, dass das neuen großzügige Laden-Design, das 2014 in der hessischen Landeshauptstadt gestartet ist, Verkaufsfläche verschenkt. Dafür verschenken die vollgequetschten Wettbewerber die Chance, ihren Kunden den Einkauf um die Ecke so angenehm zu machen wie man das unter Nachbarn eben schätzt.

Hinkommen: Richard-Wagner-Straße 86,65193 Wiesbaden; ÖPNV: keine Verbindung. Ab Kurhaus Wiesbaden 1,4 km zu Fuß (bergauf).
Mehr zum Thema lesen: Tegut macht sich schick für die Expansion.

Und damit sind wir auch schon bei den Top 3:

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