5 neue Supermarkt-Mythen: Stimmt’s, dass sich Supermarkt und Discounter nicht vertragen?

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Warum Obst und Gemüse immer am Anfang im Einkaufswagen landet, wieso es häufig gegen den Uhrzeigersinn im Markt entlang geht und was eine „Bückzone“ ist, wissen wir schon. Aber damit sind längst noch nicht alle Supermarkt-Mythen aufgeklärt. Höchste Zeit, noch einmal bei Claudia Horbert, Expertin für Ladenplanung beim Handelsinstitut EHI, nachzufragen, was hinter den viel verbreiteten Annahmen steckt.

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Mythos 6: Supermärkte werden immer größer, damit die Kunden mehr einkaufen.
Das sagt die Expertin: „Richtig ist, dass der Durchschnittsmarkt größer geworden ist und auch noch weiter wächst – das heißt aber nicht, dass das, was an Fläche hinzukommt, zwangsläufig mit Ware zugestellt wird. Das war in früheren Jahren so, weil man jeden Zentimeter nutzen wollte. Heute soll sich der Kunde frei bewegen können, auf keinen Fall bedrängt fühlen und Zeit für seinen Einkauf nehmen.“

Mythos 7: Im Discounter gibt es keine Einkaufskörbe, damit sich die Kunden einen Wagen nehmen.
Das sagt die Expertin: „Große Einkaufskörbe verführen den Kunden, eher mehr einzukaufen – und der Discounter funktioniert ja vor allem über die Menge, die er an Waren verkauft. Man versucht daher, den Kunden dazu zu veranlassen, auch schon Artikel zu kaufen, die er in diesem Moment vielleicht gar nicht braucht.“

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Wo niemand einen Korb kriegt: Im Discounter sollen Kunden den Wagen am besten randvoll räumen.

Mythos 8: Die Supermärkte schrauben jetzt überall Türen an die Kühlregale, um ökologisches Bewusstsein zu demonstrieren.
Das sagt die Expertin: „Das mit den Schränken ist so eine Sache: Es ist relativ teuer, bestehende Kühlregale mit Türen nachzurüsten. Der Punkt ist aber auch, dass die Energieersparnis nicht so einwandfrei erwiesen ist, vor allem wenn es um Produkte geht, die relativ schnell verkauft werden. Ein Beispiel: Wenn zum Beispiel an einem Samstag viele Leute im Markt sind und ständig einer die Tür aufmacht, um die Butter rauszuholen, ist die Ersparnis fast null. Sie brauchen für eine Umrüstung mit Türen aber mehr Gangfläche. Viele Händler sehen das deshalb sehr kritisch.
Es gibt aber genauso Untersuchungen, in denen von zu 20 Prozent Ersparnis die Rede ist. Da gehen die Meinungen gegenwärtig sehr auseinander.“

Mythos 9: Im Supermarkt wird mit Beleuchtung manipuliert.
Das sagt die Expertin: „Mit Beleuchtung lässt sich Ware zumindest in Szene setzen ohne dass der Markt in größerem Umfang umgebaut werden müsste. Im Vergleich zu einem Totalumbau sind die Kosten damit geringer und beim Kunden entsteht trotzdem der Eindruck: Da hat sich was getan. Wir beobachten, dass sich die Investitionen der Unternehmen stark in diese Richtung verlagern. Das gilt aber auch für andere Handelsbranchen.“

Mythos 10: Ein Supermarkt, der direkt neben einem Discounter eröffnet, kann sich doch gar nicht lohnen.
Das sagt die Expertin: „Ganz im Gegenteil, das funktioniert sehr gut. Hier in Köln hat gerade ein ausgezeichneter Edeka-Markt neben einem Lidl eröffnet. Das geht deshalb, weil viele Kunden die Grundnahrungsmittel und die preiswerten Artikel beim Discounter einkaufen, für Frischware und höherwertige Artikel sowie zum Beispiel Wein aber doch noch mal zum Supermarkt gehen. Das sind auch die Produkte, die für den Supermarkt am margenträchtigsten sind &ndash und nicht das Mehl für ein paar Cent. Vereinfacht gesagt: Der Discounter macht seinen Umsatz vor allem über den Grundbedarf und die Menge, der Supermarkt dann eher über höherwertige Artikel. Viele Supermärkte suchen sogar die Nähe zu Discountern.“

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Foto: Supermarktblog

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