Kleiner Discount-Ratgeber: So sabotieren Sie erfolgreich Ihr Luxussortiment!

Kleiner Discount-Ratgeber: So sabotieren Sie erfolgreich Ihr Luxussortiment!

Partner und Sponsoren:

Sie sind von ganzem Herzen Discounter und können sich nicht mit dem Entschluss der Geschäftsführung anfreunden, überflüssiges Luxusessen ins Sortiment aufzunehmen? Dann sabotieren Sie doch die eigene Premium-Marke! Lidl’s macht vor, wie’s geht.

1. Schaffen Sie Widersprüche!

Montags kommt die Kundschaft in den Laden, weil sie im Radio gehört hat, dass die Radieschen bei Ihnen statt der üblichen 39 Cent nur 27 Cent kosten. Halten Sie alle paar Wochen mit großflächiger Prospektwerbung für Hirsch in der Dose, edle Wurstzipfel in Plastik und Wachtelfamilie aus dem Tiefkühler dagegen! Damit ist Ihnen ein Kopfschütteln der Radieschenfuchser sicher. Denken Sie dran: kein Gericht ist zu absurd. Je größer der Kontrast zum Restsortiment, desto besser. (Obwohl Hirsch in der Dose natürlich schwer zu toppen sein wird.)


2. Machen Sie den Luxus zum ewigen Sonderposten!

Marketingpraktikanten behaupten, mit künstlicher Verknappung ließe sich alles verkaufen. Der wahre Vorteil der „Nur für kurze Zeit im Angebot“-Strategie ist aber, dass sich die Leute dann nicht dran gewöhnen. Und beim nächsten Wachtelangriff wieder genauso irritiert sind.

3. Nutzen Sie die gesamte Fläche!

Die beworbenen Produkte sollten großzügig über den ganzen Laden verteilt werden, damit möglichst lange danach gesucht werden muss. Verstecken Sie die Artikel dort, wo wirklich keiner sie vermutet: Die Aktionsfläche neben den Damenslips ist ein hervorragender Ort, der sich in Berliner Lidl-Filialen bewährt hat. Geben Sie den Sachen um Himmels Willen keinen festen Platz im Regal! Sonst finden die Leute sie wieder.

4. Sorgen Sie für Tarnverpackungen!

Wenn die Luxusartikel fast genauso aussehen wie die normalen Produkte, fügen sie sich chamäleonartig ins Gesamtbild ein und gehen nahezu unter.

5. Bestellen Sie keinen Nachschub!

Wenn sich nach einer Weile herumgesprochen haben sollte, dass der ein oder andere Luxusartikel verhältnismäßig genießbar ist und Kunden ihn wieder kaufen wollen (ganz zu schweigen von lästigen Weiterempfehlungen), ist er nicht mehr vorrätig. Das senkt die Zufriedenheit enorm.

6. Verramschen Sie die Reste!

Übriggebliebenes lässt sich nach einigen Wochen hervorragend in Tiefkühlgräbern beerdigen. Mit großen neonroten „Aktion“-Schildern konterkarieren Sie die hochwertig gestalteten Verpackungen. Entwerten Sie die Produkte zusätzlich über gesenkte Preise, damit die Kunden sich einprägen, dass der Normalpreis nur ein Scherz ist und sie den Kram immer erst am Aktionsende zu kaufen brauchen, weil er dann sowieso herabgesetzt wird.

7. Klonen Sie Doppelgänger!

Wenn zusätzlich zu der Luxusmarke, die alle paar Wochen wieder aus dem Laden verschwindet, andere Luxusmarken im Regal stehen, die ähnlich aussehen und immer vorrätig sind, blickt auch der treueste Kunde nicht mehr durch. Wiederholen Sie die Doppelgänger-Strategie beliebig oft, damit die Leute zuhause beim Auspacken schon nicht mehr wissen, wo sie die Sachen herhaben.

8. Keine Angst vor großen Portionen!

Je unhandlicher, klobiger und mengenreicher die Artikel sind, desto eher effektiver widerlegen sie das Luxus-Prinzip: Als Orientierungshilfe eignet sich die Anderthalb-Kilo-Entenpfanne in der XXL-Aluschale.

Wenn Sie diese in zahlreichen Lidl-Märkten erprobten Prinzipien beachten, wird es Ihnen in kürzester Zeit gelingen, das Luxusessen ein für allemal aus dem Sortiment zu radieren – und Sie können endlich wieder reiner 27-Cent-Radieschen-Discounter sein. Das Supermarktblog wünscht viel Erfolg!

Fotos: Supermarktblog

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