Tegut-Märkte ohne Käufer: Migros plant letzten Verkaufstag im Dezember

Tegut-Märkte ohne Käufer: Migros plant letzten Verkaufstag im Dezember

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In einem laufenden Bieterverfahren plant Migros Zürich, auch die Tegut-Standorte zu veräußern, für die es bislang keinen Nachfolger gibt. Als Tegut-Markt sollen sie aber unabhängig davon bloß noch wenige Wochen geöffnet bleiben. Ende des Jahres übernimmt Edeka auch das Logistikzentrum in Michelsrombach.

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Tegut-Märkte, für die die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) keinen Käufer findet, sollen voraussichtlich bis zum 19. Dezember geöffnet bleiben. Das hat Migros Zürich auf Supermarktblog-Nachfrage mitgeteilt. Es geht um Märkte, auf die Edeka und Rewe für eine Freigabe der Übernahme verzichten müssen; und um solche, die bislang auf keiner Übernahmeliste standen.

Migros selbst nennt 36 Standorte, nach eigenen Angaben hauptsächlich Supermärkte. (Eine Supermarktblog-Zählung kam auf 41 Supermärkte und fünf Sonderformate, siehe Analyse vom Mittwoch.) Was mit diesen Märkten passiert, war bislang offen. Eine GMZ-Sprecherin erklärte am Mittwoch auf Anfrage:

„Die Veräusserung von Tegut ist noch nicht abgeschlossen. Standorte, für die bisher noch kein Erwerber gefunden wurde, werden in einem weiteren und aktuell laufenden Bieterverfahren vergeben. Ein Enddatum ist dafür noch nicht festgelegt.“

Edeka will Tegut-Logistik weiter nutzen

Tegut hatte vergangene Woche erklärt, die betroffenen Standorte „bleiben bis auf weiteres regulär geöffnet und laufen im gewohnten Betrieb weiter – mit dem gewohnten Sortiment inklusive unserer Eigenmarken. Für unsere Kund:innen ändert sich hier zunächst nichts“.

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Damit stellte sich allerdings die Frage, woher die Ware für diese Märkte kommen soll. Denn seit der Anmeldung beim Bundeskartellamt war klar, dass Edeka außer der Mehrzahl der Tegut-Märkte und der unternehmenseigenen Herzberger Bäckerei auch das Logistikzentrum in Michelsrombach übernehmen wollte.

Edeka bestätigte am Mittwoch:

„Für das Logistikzentrum in Michelsrombach wurde inzwischen eine Perspektive entwickelt. Das Lager wird innerhalb von EDEKA weiterhin als Standort genutzt werden. Nach aktuellem Stand können dort rund 120 Arbeitsplätze erhalten werden. Zu weiteren Details zur künftigen Einbindung des Standorts in das Logistiknetz können wir uns derzeit noch nicht äußern.“

(Nach einem Bericht der „Fuldaer Zeitung“ mit dpa war das Logistikzentrum 2023 mit über 650 Beschäftigten eröffnet worden.)

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Geöffnet voraussichtlich bis 19. Dezember

Auch Migros Zürich bestätigt den Wechsel auf Supermarktblog-Anfrage – und nennt einen konkreten Termin dafür:

„Das Logistikzentrum wird per Ende Jahr an Edeka übergeben.“

Auf die Frage, wer die übrigen Tegut-Standorte danach beliefere, heißt es aus Zürich:

„Eine Belieferung über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht vorgesehen.“

Was das für die Märkte bedeutet, für die Migros bis dahin keinen Käufer findet, erklärt Migros Zürich auf Rückfrage:

„Die Filialen werden voraussichtlich bis zum 19.12 geöffnet sein. Die Verhandlungen mit potentiellen Erwerbern werden aber mit Hochdruck weitergeführt, so dass eine etwaige Übergabe besenrein zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Wir sind weiterhin bestrebt eine Lösung für die Mitarbeitenden und die Standorte zu finden.“

Spätestens zum Jahreswechsel dürfte das Kapitel Tegut im deutschen Lebensmitteleinzelhandel damit enden. Für einen möglichen nahtlosen Übergang in den betroffenen Filialen ohne Käufer bleiben noch acht Wochen Zeit. Käufer, die sich möglicherweise danach fänden, bekämen einen leeren Laden.

Edeka springt bei zwei Märkten ab

Gleichzeitig ist nicht sicher, ob wirklich alle Standorte, die etwa Edeka übernehmen wollte, auch geöffnet bleiben. In Meiningen-Walldorf etwa macht Edeka einem Bericht von „inSüdthüringen“ (Abo-Text) zufolge einen Rückzieher. Auch den Markt in Schleusingen will Edeka nicht betreiben. Laut „inSüdthüringen“ (Abo-Text) begründet das Unternehmen die Schließung mit der Größe der Märkte, die über weniger als 600 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügten. Auf Dauer seien diese nicht wirtschaftlich zu betreiben, hieß es. Man habe für keinen der beiden Standorte eine tragfähige Lösung gefunden.

Arbeitsplätze sollen laut Edeka nicht verloren gehen. Mitarbeitenden werde ein Angebot zur Weiterbeschäftigung in nahegelegenen Märkten gemacht.

Wann die beiden Märkte schließen, geht aus den Berichten nicht hervor. Tegut führt beide Märkte auf seiner Website weiter unter „Übergang zu EDEKA“, mit letztem Verkaufstag 29. Oktober. Bleibt die Frage, warum Edeka sich die Übernahme erst genehmigen ließ.

Alternativen für die Nahversorgung

In den Orten laufen derweil eigene Rettungsversuche. In Hünfeld spricht der Magistrat laut „Fuldainfo“ mit möglichen Betreibern und den Eigentümern über den Markt Am Niedertor, Bürger:innen sammeln Unterschriften für den Erhalt. In Schonungen gehört das Gebäude der Gemeinde, die laut „Main-Post“ verhandelt, und in Bad Königshofen sucht der Bürgermeister nach einer Lösung.

Welche Märkte bislang keinen Käufer haben, zeigt die Tegut-Standorttabelle mit dem Filter „ohne bekannten Käufer“.

ÜbersichtStand: 22. Oktober 2026

Tegut-Standorte: Wer übernimmt welchen Markt?

Alle Tegut-Märkte in einer Liste – und welche Händler sie übernehmen. Wird laufend aktualisiert.

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Alle Supermarktblog-Texte zur Tegut-Übernahme stehen hier.

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