Mini-Serie: Der schleichende Siegeszug der Spezial-Supermärkte

Mini-Serie: Der schleichende Siegeszug der Spezial-Supermärkte

Inhalt:

Wenn immer mehr Menschen sich immer individueller ernähren, können sich die großen Ketten nur begrenzt darauf einstellen. Das schafft Platz für neue Läden für sehr spezielle Zielgruppen. Wo kaufen Sie demnächst Ihr Algenschnitzel ein?

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Wenn die Leute von Edeka gerade nicht damit beschäftigt sind, sich Werbespots auszudenken, deren Humor ziemlicher Käse ist, und keinem Bundespolitiker ausgemalt werden muss, wie sehr die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann von nationaler Bedeutung ist, bleibt auch mal Zeit, um Kernkompetenzen zu pflegen. Im Netz hat sich Edeka deshalb Gedanken darüber gemacht, wie wir uns in Zukunft ernähren wollen, und zuallererst herausgefunden, dass „Essen als großer Trend“ bestehen bleiben wird. (Ganz ähnlich übrigens wie Atmen und Laufen.)

Anschließend gibt die Supermarktkette einen lesenswerten Überblick über die Besonderheiten, auf die eine größer werdende Zahl Menschen bei ihrer Ernährung wert legt.

Die einen konzentrieren sich auf Lebensmittel, die schon in der Altsteinzeit verfügbar waren („Paleo“); andere finden Gefallen am „Hybrid Food“ und kombinieren Croissant und Donut zum „Cronut“; wieder andere setzen auf „Food Pairing“ oder „Clean Eating“. Einen wesentlichen Trend hat Edeka aber wohlweislich ausgelassen: Das „Spezialsupermarkt Einkaufing“. Das hab ich zwar gerade erst erfunden, beantrage aber gleichwohl die sofortige Prüfung einer Aufnahme in künftige Listen mit Ernährungstrends. Weil die Frage ja nicht nur ist, wie wir künftig essen, sondern auch: wo wir das überhaupt herkriegen.


Sicher: Paleo-Fans sind an der Edeka-Fleischtheke weiterhin ganz gut bedient. Und gerade hat der Marktführer ja auch entdeckt, dass Veganer ganz gute Kunden sein können, wenn man ihnen was anzubieten hat. Außer der Kooperation mit Veganz gibt es deshalb seit kurzem die Edeka-Eigenmarke „Bio+ Vegan“, die auffällig im Kühlregal platziert ist und all jene begeistern dürfte, die sich gerne von vornehmlich aus Palmfett zusammengepanschter und in Plastik gepresster Ersatz-„Teewurst“ ernähren wollen.

(Pardon, das Zeug ist ungenießbar und ich bin bei aller Aufgeschlossenheit für nicht-tierische Bulettennachbildungen unsicher, ob man sowas als „Lebensmittel“ bezeichnen sollte.)

Aber die großen Supermarktketten werden sich nur in begrenztem Maße auf all die Spezialbedürfnisse einstellen können, die sich schon jetzt aus den vielen Nischen-Ernährungen ergeben.

Das schafft Platz für neue Läden, manchmal sogar Ketten, die sich nicht an die Masse richten, sondern an spezielle Zielgruppen mit sehr konkreten Vorstellungen – ganz ähnlich wie Veganz oder die deutschen Bioketten, nur nicht zwangsläufig mit demselben klaren Fokus. Im Ausland lässt sich beobachten, wie das aussieht. Und im Supermarktblog steht in den kommenden Tagen in einer Mini-Serie, welche Besonderheiten die Läden auszeichnen, die ich mir dort angeschaut habe.

Also: Wo kaufen Sie demnächst Ihr Algenschnitzel ein?

Morgen geht’s los. Und wenn Sie auch interessante Spezial-Supermärkte kennen oder besucht haben, schreiben Sie’s doch in die Kommentare.

Fotos: Supermarktblog

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5 Kommentare
  • Supermärkte mit regional oder länderspezifischen Angebot, z.B: russische Supermärkte, haben zum Teil ein ganz anderes Sortiment und ihre eigene Zielgruppe, die sich nicht über Essgewohntheiten definiert.

  • Die Vegane Bio Teewurst habe ich vor kurzem aus Neugierde gekauft,es gibt ja immerhin einige Vegane Wurstersaztsorten die geniessbar sind aber dieses Zeugs kann man höchstens zum Schwiegermuttererschrecken oder als Fensterkitt verwenden.Ich frage mich wie lange dieses Veganregal existieren wird,bis vor kurzem war dieser Platz in unserem E Center in Bremen noch mit Pferdewurst,Pferdeauschnitt und Pferdefrikadellen belegt

  • Bei unserem REWE, in der Castrop-Rauxeler Innenstadt, gibt es eine Regalreihe mit polnischen Lebensmitteln. Von Wurst bis Kuchenmischungen ist (fast) alles dabei.

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