Lidl baut seinen Einkaufswagen ein neues Zuhause

Lidl baut seinen Einkaufswagen ein neues Zuhause

Inhalt:

Langsam wird’s unheimlich mit Lidls Verwandelung zum Supermarktdiscounter: Inzwischen engagiert sich der Aldi-Konkurrent intensiv in Sachen Einkaufswagenartenschutz. Und baut Unterstellhüttchen auf seine Parkplätze.

Partner und Sponsoren:

Okay, so langsam wird’s unheimlich mit Lidls Verwandelung zum Supermarktdiscounter: Vor eine in Köln-Ehrenfeld wiedereröffnete Filiale hat das Unternehmen seinen Einkaufswagen ein eigenes Unterstellhüttchen auf den riesigen Parkplatz gebaut. Ganz sauber mit Poller davor, Mülli daneben und modernem Glasdach plus Seitenschutz, damit die kleinen Metallracker nicht nass werden, wenn sie gerade nicht in Gebrauch sind.

Die „Einkaufswagen mit Babysafe“ haben ein eigenes Plätzchen bekommen, weil die dazu neigen, etwas in die Breite zu gehen. Dass eine Bar fehlt, an der die Wagen nach einem anstrengenden Kundendienst gemeinsam ein Schmieröl kippen können, ist sicher bloß ein Versehen.

Das Hüttchen ist freilich notwendig geworden, weil Lidl sich neuerdings kleine Eingangspaläste vor die Filialen baut. Wenn nicht viel Platz ist, fallen die eher übersichtlich aus (siehe Supermarktblog).

In Ehrenfeld war Platz aber kein Problem:

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Auch die läppischen Ladenschilder, unter die notdürftig bedruckte Banner mit Öffnungszeiten geschnallt wurden, sind Lidl nicht mehr gut genug. Am Parkplatzrand der Umbaufiliale steht deshalb eine kerzengerade Anthrazit-Informationssäule, auf der sämtliche (aktuell) relevanten Ladeninformationen Platz finden:

„Lidl lohnt sich.“
„Wir backen mehrmals täglich für Sie.“
„Montag bis Samstag 8-21 Uhr.“
„Herzlich willkommen!“

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(Im Hintergrund lümmelt an der Querseite noch ein altes, läppisches Ladenschild herum, mit dem sich die neue Informationssäule freilich nicht mehr abgeben will.)

Der Superdiscounter ist gar nicht weit von der Kölner Rewe-Zentrale entfernt. Und wenn die Supermarktkonkurrenz in der Mittagspause zum Spicken bei der Konkurrenz vorbeikommen sollte, kann sei sich trösten: Mehr Platz bedeutet im Zweifel auch bei Lidl bloß – mehr Platz, der zugeramscht werden kann. In den neuen, hellen, großen Eingangsbereich mit Kaffee- und Pfandautomat haben die Mitarbeiter augenblicklich Blumentopfbarrieren auf schrabbeligen Metallwägen aufgebaut.

So richtig wohl fühlt sich Lidl mit seinem neuen Schick halt (noch) nicht.

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Aber in Sachen Einkaufswagenvielfalt und -Artenschutz ist der Neckarsulmer Formwandelladen inzwischen absolute Spitze. Nicht nur, weil Lidl bereits seit längerer Zeit ein Herz für kleinere Rollbehälter hat.

Sondern weil’s die Wägen inzwischen auch mit ausklappbarer Getränkehalterung gibt, wie Supermarktblog-Leser Marcel entdeckte:

Auf die naheliegende Frage, ob womöglich geplant sei, testweise Getränke in Mehrwegkisten anzubieten, mag Lidl nicht direkt antworten, erklärt aber:

„Die Auszüge, mit denen alle unsere neuen Einkaufswagen ausgestattet sind – ausgenommen der einzelnen Sondermodelle – dienen zum Transport der Einweggetränke bzw. schwerer Gegenstände. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir aus grundsätzlichen Erwägungen keine Angaben zur zukünftigen Sortimentsgestaltung machen.“

Fotos: Supermarktblog

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15 Kommentare
  • Eine Überdachung haben alle Münchner Lidl, die ich kenne. Aber leider immer noch die viel zu tiefen Einkaufswagen. Lidl, wenn ihr hier mitlest: Was habt ihr euch dabei gedacht? Solche unbequemen Dinger kenne ich von keinem anderen Supermarkt.

    • In der Zossener Straße (nahe der Kreuzung mit der Alten Hellersdorfer Straße) in Berlin-Hellersdorf haben die Einkaufswagen auch das gleiche Zuhause.
      Das stimmt, die Wagen sind niedrig. Aber die bei Netto (mit Hund) empfinde ich immer als noch tiefer.

  • Haben wir in Bremen,zumindest bei der Filiale die ich ab und an mal aufsuche,nun auch und ich als Radfahrer finde das nervig.Früher waren die „kleinen Metallracker“direkt neben dem Eingangsbereich untergebracht,auch unter einem Dach,daneben waren die Fahrradständer.Fahrrad anschliessen,Einkaufswagen schnappen,einkaufen.Nun muss man erst einmal von der Fahrradabstellfläche quer über die Einfahrt(Aufpassen auf Autofahrer)dackeln,den Wagen schnappen und den ganzen Weg zurück zum Eingang.Das einzig beruhigende ist das die Autofahrer diesen langen unnützen Weg auch gehen müssen.

    • Heute in Remchingen (Enzkreis, Nähe Pforzheim) habe ich erstmals so einen Neu-Lidl betreten. Die haben auch diesen Unterstand, dort gibt es zweierlei Einkaufswagen: die klassischen großen und tiefen sowie eine deutlich kleinere Version (mit ausgeprägter ausklappbarer Kistenhalterung). Und direkt neben den Metallrackern sind eine Vielzahl solcher Metallstangenbügel montiert, an die der Cowboy sein Pferd… äääh der Kunde sein Fahrrad anschließen kann. Also auch hier kürzester Weg vom Radl zum Wagerl.

  • Bei uns haben die Wagen seit dem Umbau auch so ein neues Zuhause bezogen. Die kleinen Wagen wurden in dem Zuge wieder abgeschafft und durch Einkaufskörbe(mit Rollen und Griff zum ziehen) ersetzt, welche direkt hinter dem großen, Voll verglasten, Tanzsaal (soll wohl ein Foyer darstellen) auf die Kunden warten. Zumindest wenn jemand daran denkt, die Körbe vom Ausgang wieder dorthin zu befördern…

  • Zu Lidl komme ich nicht so oft. Aber der Aldi (Süd) meines Vertrauens, üblicherweise auch dem Discounter-Segment zugerechnet, beherbergt seine Einkaufswagen schon einige Jahre in so einem Glasverschlag auf dem Parkplatz.

  • Der Lidl in Köln-Lövernich hat meine ich auch so ein Dach. Und massive Fahrradständer nebenan. Obs auch Stromtankstelle hat oder ich das mit dem nahen Aldi verwechsel, weiss ich gerade nicht.
    Aber Neid für offensichtlich soweit funktionierenden Kommunikationsdraht zu Lidl. Fragt man bei Facebook etwas, wird man immer auf einen Formular verwiesen, auch wenn es um generelle Fragen geht, bei denen es nicht auf einzelnen Filialen oder Artikel ankommt.

  • Diese Wagengarage gibt es in Erfurt nach Umbau seit ca. einem Jahr. Die zwei unterschiedlichen Wagengrößen sind praktisch. Nur muss man beim Einparken dann die richtige Spur erwischen.

  • In Heiligenhaus gab es schon vor einiger Zeit einen solchen Unterstand mit Licht etc. auf dem Parkplatz. Die Einkaufswagen, die sonst direkt unter dem Vordach am Eingang standen, wurden dort hingebracht. Kurze Zeit später war der (sicherlich nicht billige) ganze Aufbau abgerissen worden und wieder in die früheren 3 Parkplätze umgewandelt.

  • Apropos „Superdiscounter“. An „meinem“ Frankfurter Lidl hängt jetzt ein großes, natürlich anthrazitfarbenes Plakat „neue Öffnungszeiten: Mo-Fr 7-24 Uhr“. Das ist länger als der nächstgelegene Rewe. Ich postuliere: Der Harddiscount in Deutschland liegt im Sterben, nur in einem kleinen Reservat rumpelt und wühltischt noch der kleine Stamm der Normas vor sich hin. Er wird mir irgendwie fehlen.

    • Mir auch. Alles wird supermarktiger, austauschbar. Irgendwann wird auch Norma sich wandeln oder pleite gehen und dann gibt es keine wahren Discounter mehr.

    • @Jonas: Och na ja, es gibt ja noch Aldi Nord. 😉 Ansonsten etablieren sich als Nachfolger der klassischen Discounter zunehmend die Sonderposten-Läden sowie russiche und türkische Lebensmittel-Märkte, bei denen es oft so ramschig und trashig zugeht, dass die klassichen Discounter dagegen wie Premium-Märkte wirken.

    • Das mit den Öffnungszeiten ist mir auch aufgefallen. Ist das eine Ausnahme-Filiale oder machen das jetzt mehrere? Ich spreche von dem Lidl am Frankfurter Westbahnhof, da habe ich das Banner mit den neuen Öffnungszeiten erblickt…

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