Billy mag kein Internet: Ikeas verkorkste Online-Strategie

Billy mag kein Internet: Ikeas verkorkste Online-Strategie

Inhalt:

Damit das System Ikea reibungslos funktioniert, müssen die Kunden in die Läden kommen. Den Einkauf im Netz gestaltet der Möbelkonzern deshalb so unangenehm wie möglich. Auf Dauer wird das nicht gutgehen.

Partner und Sponsoren:

Was würden Sie dafür geben, am nächsten Samstag nicht den halben Tag von Ikea verschluckt zu werden, bloß um ein neues Stockholm-Sofa zu kaufen? Dafür, sich nicht mit tausend anderen Leuten durch die Ausstellung im Obergeschoss zu schieben? Nicht Schlange zu stehen für ein paar Fleischbällchen mit pappigen Pommes? Und gar nicht erst in Versuchung zu geraten, noch mehr Teelichter zu kaufen?

Wie wär’s mit: 25 Euro?

Dieses Schmerzensgeld Sümmchen verlangen die kumpeligen Schweden von Kunden, die sich dem ganzen Möbelhaushorror verweigern, der zu einem durchschnittlichen Ikea-Besuch dazu gehört: dem Endlosirrgarten in der „Markthalle“, dem obligatorischen Stopp im Restaurant, dem Regalnummernsuchen im Lager, dem SB-Kassen-Anstehen, der Keksbevorratung im Schweden-Shop.


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Hinfahren müssen Sie dann zwar immer noch. Aber das Sofa wartet schon abholbereit am Click-&-Collect-Schalter auf Sie. Wie gesagt: für 25 Euro extra. Wo käme Ikea denn sonst hin, wenn dort alle einfach nur noch zum Möbeleinkaufen auftauchen würden?

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Im September hat der Möbelkonzern seine Umsatzzahlen für das vorige Geschäftsjahr bekannt gegeben (43,2 Milliarden Euro weltweit) und stolz erklärt, seine Online-Umsätze um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert zu haben (auf 1,4 Milliarden). Reuters berichtete, der Konzern habe den E-Commerce „umarmt“:

„Jahre lang hat sich Ikea darauf verlassen, dass Kunden in die Häuser am Rande der Stadt fahren und ihre Sachen selbst nachhause tragen.“

Inzwischen investiere das Unternehmen verstärkt in Online-Shopping und experimentiere mit kleineren Läden und Abholstationen. Nicht dazu geschrieben hat Reuters, wie unwohl sich Ikea dabei ganz offensichtlich fühlt. Anders lässt sich die verkorkste E-Commerce-Strategie eines der erfolgreichsten Möbelanbieter der Welt im Jahr 2016 kaum erklären.

Strafe für Mehrbesteller

Ein Jahr zuvor ließ sich der schwedische Ikea-CEO Peter Agnefjäll in einem Interview mit CNBC zu dem Eingeständnis verleiten, man hätte online „schneller sein können“ (Video ansehen). Dabei hat die Langsamkeit höchstwahrscheinlich System. Auch viele Monate später  unternimmt der Möbelkonzern immer noch alles, um seinen Kunden den Einkauf im Netz so unangenehm wie möglich zu machen.

Mit einer hoffnungslos veralteten Website, für die es längst eine modernisierte Variante gäbe (die im irischen Markt seit einer kleinen Ewigkeit getestet wird).

Und mit einer wenig nachvollziehbaren Versandkosten-Pauschale. Dass Ikea nicht kostenlos nachhause liefert ist dabei gar nicht der Punkt. Die Konkurrenz im Netz kann das ja auch nur, weil sie die Lieferkosten vorher in den Endpreis einkalkuliert hat. Bei Ikea geht das nicht. Die Kunden wissen, was die Möbel im Laden kosten. Sie erwarten diesen Preis auch im Netz. Klaus Cholewa, Country Customer Experience Manager Ikea Deutschland, erklärt auf Anfrage:

„Würden wir den Onlinekauf samt Lieferung zum selben Preis anbieten, müssten die Versandkosten in die Produktpreise eingerechnet werden. Somit würden Cash&Carry-Kunden die Belieferung der Online-Kunden mitbezahlen bzw. subventionieren.“

Das ist nachvollziehbar. Anders als die Staffelung der Versandpauschale nach dem Warenwert, die sich das Unternehmen ausgedacht hat.

Wer auf ikea.de zum Beispiel ein Kivik Dreisitzer-Sofa im Wert von 399 Euro ordert oder einen Pax-Schrank für 391 Euro kauft, zahlt für die Lieferung 49 Euro Versandkosten. Kunden, die sich lieber für das Stockholm-Sofa entscheiden und Ikea damit mehr als doppelt soviel Umsatz bescheren (999 Euro) oder für 815 Euro einen Pax mit schöner beklebtem Sperrholz, schickeren Türen und mehr Schubladen wollen, zahlen beim Versand 109 Euro. Obwohl das teurere Sofa kaum schwerer ist. Und der Schrank genauso groß.

Anders gesagt: Ikea bestraft Online-Kunden dafür, dass sie beim Einkaufen mehr Geld ausgeben, wenn sie zum Beispiel teurere Möbel kaufen, an denen das Unternehmen (mutmaßlich) wegen höherer Margen mehr verdient.

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Screenshot: ikea.com

Eine kostenlose Lieferung gibt es gar nicht. Ab 1200 Euro Einkaufswert wird auch kein Glückwunschschreiben mitgeschickt – sondern eine Rechnung über 149 Euro, der höchstmöglichen Versandgebühr.

Und wer clever ist, bestellt zum 399-Euro-Sofa besser keine Lampe für 20 Euro mehr dazu, weil sich der Versand sonst direkt nochmal um dieselbe Summe erhöht. Billiger ist’s, die Lampe danach extra zu ordern: für 6,90 Euro Paketversand.

Zu dieser mittelmäßig schönen „Customer Experience“ erklärt Country Customer Experience Manager Cholewa:

„Wir haben uns für eine Berechnung der Versandkosten auf Grundlage des Warenwertes entschieden, da dies aus Kundenperspektive die transparentestes Art und Weise ist. Außerdem verpflichtet der Gesetzgeber Online-Händler, die Gesamtkosten pro Bestellung eindeutig anzugeben, was unserer Einschätzung nach über dieses Modell am einfachsten möglich ist.“

Man überprüfe das Modell aber „in regelmäßigen Abständen“:

„Sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass eine andere Option aus Kundenperspektive geeigneter ist, würden wir das System umstellen.“

Aber wirklich nur, wenn’s gar nicht mehr anders geht.

Offline-Kunden sind die besten

Ikea steckt in einer Zwickmühle. Einerseits gibt sich CEO Agnefjall große Mühe, gegenüber Wirtschaftsjournalisten so zu tun, als gehe er mit der Zeit. Auf die Frage, wieviel Prozent des Umsatzes Ikea in zehn Jahren über das Internet machen werde, antwortet Agnefjall aber lieber nicht so genau. Weil ihm klar ist, dass das Geschäftsmodell seines Unternehmens ganz und gar nicht für die Online-Welt gemacht ist.

Schlimmer noch: jeder Kunde, der aus den Möbelhäusern ins Netz abwandert, gefährdet es sogar massiv.

Das System Ikea funktioniert vor allem als Mischkalkulation. Und die geht nur auf, wenn die Kunden weiter in die Läden kommen. Um dort außer den Billigmöbeln auch noch Stifthalter, Servietten und Zeitschriftensammler mitzunehmen. Den ganzen Kram, den Sie eigentlich gar nicht brauchen (weil die Pflanzen daheim auch nicht langsamer vertrocknen, wenn man ihnen einen neuen Topf kauft), Ikea aber umso mehr.

„Grundsätzlich möchten wir die Frequenz möglichst in den Häusern forcieren. Wir lösen eine Menge Impulskäufe in der Markthalle aus und dieses Potenzial möchten wir nicht […] torpedieren“,

hat Michael Mette, stellvertretender Geschäftsführer von Ikea Deutschland, kürzlich in einem Interview mit dem Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) erklärt.

Das heißt im Grunde: Wenn Sie online dieselben Ikea-Möbel kaufen, die Sie auch im Laden gekauft hätten (und artig Versandkosten dafür bezahlen), sind Sie für den Konzern trotzdem ein schlechterer Kunde.

Entsprechend übersichtlich ist der Online-Anteil am Gesamtumsatz in Deutschland immer noch: 2013 waren es in Deutschland 2,2 Prozent, 2015 immerhin 4,2 Prozent. Bis 2020 soll der Anteil auf 10 Prozent steigen, prognostiziert Mette.*

Pick-up statt Lauf-durch

In der Ikea-Strategie spiele das Einrichtungshaus „nach wie vor eine zentrale Rolle“, heißt es in der deutschen Unternehmenszentrale. Letztlich kann sich aber auch Ikea nicht erlauben, die sich ändernden Konsumgewohnheiten seiner Kunden zu ignorieren. Daher kommt die Anstrengung, stärker dorthin zu rücken, wo die Kunden sind, die nicht mehr freiwillig zum Einkaufen an den Stadtrand fahren.

In Hamburg-Altona ist das mit einem Einrichtungshaus in der Fußgängerzone gegen den erbitterten Widerstand von Bürger- und Künstlerinitiativen bereits gelungen; auch in Stuttgart scheint Ikea Interesse an einer City-Filiale zu haben, stößt dabei aber auf Widerstand bei der Stadt. Im bayerischen Memmingen hält sich die Begeisterung über die Pläne für eine Neuansiedlung ebenfalls in Grenzen.

Deshalb sind die eingangs erwähnten Abholstationen so wichtig.

Bislang gibt es 22 Ikea-„Pick-up points“ – weltweit. In Deutschland, das mit einem Umsatzvolumen von 4,75 Milliarden Euro nach wie vor Ikeas größter Markt ist (knapp vor den USA), sind es gerade einmal zwei. Eine wurde im Frühjahr 2015 in Leipzig eröffnet, eine weitere Anfang 2016 in Ravensburg. Flensburg könnte der nächste Standort sein. Dort sondiere man „verschiedene Standort-Optionen, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, erklärt das Unternehmen. („Sondiert“ wird aber schon seit Monaten).

Der Ravensburger Prototyp bietet auf 500 Quadratmetern eine kleine Ausstellung mit ausgewählten Möbeln (Pax, Metod, Besta, Godmorgon), aber keine Kasse: Die Kunden können nur abholen, was sie vorher im Netz bestellt und bezahlt haben. Oder direkt im „Pick-up Point“. Mitarbeiter sollen beraten und beim Planen helfen.

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Foto: Ikea Deutschland

Klaus Cholewa von Ikea äußert sich zufrieden mit der Resonanz:

„Seit der Pick-up-Point in Ravensburg eröffnet wurde, haben wir deutlich mehr Besucher aus der Bodensee-Region im Einrichtungshaus Ulm. Diese geben bei Befragungen an, erst durch den Pick-up-Point mit IKEA in Kontakt gekommen zu sein und dadurch auch Interesse an einem Besuch im Einrichtungshaus entwickelt hätten.“

Klingt nach Leuten, die man gerne mal kennenlernen würde: alleine schon, um sie zu fragen, wie sie ihre Ikea-Immunität so lange aufrecht erhalten konnten.

Was die Abholstation in Leipzig angeht, gibt man sich in der Deutschland-Zentrale deutlich zurückhaltender. Diese sei ein „reines Serviceangebot“ für Kunden, für die das Einrichtungshaus zwischen Leipzig und Halle „schwer zu erreichen“ sei:

„Der Pick-up-Point [in Leipzig] macht es vor allem für Innenstadtbewohner einfacher, ihre bei IKEA gekauften Produkte in Empfang zu nehmen.“

Zugleich gibt Ikea an, der Anteil der Kunden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Leipziger Abholstation kommen, liege „bei unter 5 Prozent“. Da Kunden „vorwiegend großvolumigere Artikel“ bestellten, sei das „nicht weiter verwunderlich“.

Also: falls Sie überhaupt irgendwas dorthin liefern lassen.

Als ich der Station im Sommer zur üblichen Ikea-Hochfrequenzzeit an einem Samstagmittag einen Besuch abgestattet habe, hätte ich in aller Ruhe den Empfangstresen abschrauben und als Andenken mit nachhause nehmen können.

War sonst ja nix und niemand da: keine Kunden, keine Mitarbeiter, keine Möbel.

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Das ist in der Tat nicht weiter verwunderlich.

Denn der Leipziger „Pick-up Point“ passt ganz hervorragend zu Ikeas verkorkster Online-Strategie. Er liegt im Industriegebiet am Rande der Leipziger Alten Messe in einem Gewerbehof, ist nicht völlig abgeschnitten vom ÖPNV – aber eben genau soweit von der nächsten S-Bahn-Haltestelle entfernt, dass man auf dieser Distanz keinesfalls seine neue Kommode zur Bahn schleppen wollte.

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Vor allem nicht, weil das ja auch nochmal zusätzlich kostet. (Die oben erwähnten 25 Euro bei einem Warenwert über 400 Euro, genau wie beim Abholen im Einrichtungshaus. Und zwar mehr als bei der Abholung im Einrichtungshaus.)

Draußen wird die Kundschaft hübsch von Müllcontainern empfangen, und wer sich auf der Bank daneben niederlässt, kann für einen angenehmen Moment davon träumen, seinen Nachmittag nicht mit dem Zusammenschrauben der neuen Einrichtung verbringen zu müssen.

Wieviele Bestellungen Ikea bislang über die Abholstationen abgewickelt hat, verrät das Unternehmen auf Anfrage nicht, erklärt aber, zumindest in Leipzig stehe „der Service für den Kunden für uns im Vordergrund, nicht der etwaige Mehrumsatz“. Also: der Service für Kunden, die auch zum „Pick-up Point“ in der Stadt wieder mit dem Auto kommen wollen; ganz sicher nicht der für alle, die das nächste Möbelhaus „schwer zu erreichen“ finden. Was für eine verschenkte Chance!

Friedhof der Restposten

Bislang fehlt Ikea schlicht und einfach der notwendige Druck, ein wirklich schlüssiges E-Commerce-Konzept zu entwickeln, anstatt Zeit mit mittelmäßig funktionierenden Zwischenlösungen zu vertrödeln. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen ist der klassische Möbelhandel in Deutschland stark regionalisiert, viele Händler haben andere Prioritäten, als ihr Geschäft ins Netz zu holen. (Zu, Beispiel: sich gegen die Dominanz von Ikea zu wehren.) Amazon hält bislang nicht viel vom Möbelverkauf. Und reine Online-Möbelversender sind bereits zahlreich an den enormen Kosten gescheitert, wieder eingegangen oder von Wettbewerbern übernommen worden.

Selbst der inzwischen weniger großspurig auftretende Platzhirsch Home24, der zu Rocket Internet gehört und zuletzt mit dem Konkurrenten Fashion for Home notfusionierte, tut sich schwer damit, seinen Kunden zu erklären, warum die alle paar Wochen shon wieder die Wohnzimmereinrichtung erneuern sollen bzw. braucht dafür mehr Geld.

In Berlin hat Home24 einen traurigen Möbelfriedhof eröffnet, auf dem Restposten und Retouren mit angestoßenen Ecken zu minimal niedrigeren Preisen verkauft werden. Die Ikea-Verantwortlichen haben inkognito sicher auch schon vorbeigeschaut. Und sind erleichtert wieder davon gefahren.

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Treue Ikea-Kunden wiederum haben gar keine Lust, sich umzugewöhnen und kaufen weiterhin das ein, was sie kennen. Selbst wenn es erst umständlich zusammengezimmert werden muss. Ab und an fällt jemandem auf, dass das sorgsam aufgebaute Kumpel-Image der Schweden eigentlich auch nur eine Mischung aus Presspan und zweifelhafter Hipster-Utopie ist. Aber die wenigsten trauen sich, deswegen online fremdzugehen und einen neuen Sessel zu bestellen, auf dem sie vorher nicht mehrere Wochenenden ausführlich probegesessen haben.

Für Ikea ist das ein Glücksfall.

Weil, wenn Ingvar Kamprads Nachfolger irgendwann gezwungen sein sollten, sich ernsthaft mit dem Thema E-Commerce auseinander zu setzen, ihr ganzes schönes Geschäftsmodell umzukippen droht. Wie eine Malm-Kommode, die der Besitzer vergessen hat, an der Wand festzuschrauben.


*Nachtrag, 8. November: Am Dienstagmorgen hat Ikea Deutschland die Zahlen zum abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016 (bis 31. August 2016) veröffentlicht (pdf) und nennt 232,6 Millionen Euro Umsatz für den Bereich E-Commerce, „ein Plus von 22,7 Prozent“. Das entspricht aber lediglich 4,9 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland (4,754 Mrd. €) und ist nach 4,2 Prozent im Vorjahr ein eher verhaltener Relevanzanstieg des Online-Geschäfts.

Fotos: Supermarktblog

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48 Kommentare
  • IKEA weigert sich bei diesem „Wir müssen ins Internet*“-Hype mitzumachen und zögert es so weit wie möglich hinaus. Ich frage Sie (und alle anderen Schreier): Was ist daran so schlimm?
    Egal ob eBay, Amazon oder irgendwelche Besserwisser, von jeder Seite hört man, dass Internetverkauf nur mit versandkompatiblen Produkten funktioniert, die man kaufen kann, ohne dass man sie zwingend gesehen haben muss. Sei es Mehl, ein Computer oder Duschgel. Und das Ableben der Konkurrenz zeigt doch, dass IKEA richtig liegt. Man kann einfach nicht alles ins Internet bringen.

    *Copyright by IBM, 1997

    • Ich verlange nicht, dass Unternehmen unbedingt eine Online-Strategie haben müssen. Ich glaube allerdings, dass es im Jahr 2016 gut wäre, nicht mehr darauf zu hoffen, dass das Internet wieder weg geht. Und bin fest davon überzeugt: Wenn man sich als Unternehmen eine Online-Strategie leistet, sollte es keine halbherzige sein.

      Abgesehen davon: Aus welchem Grund, glauben Sie, bin ich ein „Schreier“? Hab ich Ihrer Meinung nach überzogen formuliert?

    • Wie wäre es mit folgender Hypothese: IKEA macht es halbherzig, um die Aktionäre zufrieden zu stellen. Die kleine „Neue Medien“-Klicke welche am Liebsten alle Standorte schließen würde. Weil der Konzern genau weiss, dass er mit einer Onlinestrategie sowieso nicht weiter kommt und nur Verluste in der Sparte schreiben würde.

      Ich finde Ihr letzter Absatz bezeichnend für einen „Wir müssen ins Internet (warum weiss ich auch nicht)“-Schreier. Drei, vier Absätze vorher legen Sie sehr schön da, warum das mit dem Internet und Möbelhandel nicht klappt. Egal ob man nur eine billig Website betreibt oder gleich 100 Millionen Euro investiert. Doch dann sehen Sie es als Glücksfall dass die Kunden sind wie sind, falls IK mal gezwungen sein sollte sich näher mit E-Commerce zu beschäftigen. Sie schreiben also schon selbst, was alles gegen eine Online-Strategie spricht.

      Mir fehlt also der Grund, warum IKEA eine Online-Strategie aufbauen sollte. Deshalb der Verweis auf IBM. Platt zusammengefasst geht der Artikel so: „IKEA muss im Internet besser werden. Das, das und das läuft alles falsch. Die müssen richtig ins Internet.“ – „Warum?“ „Äh, keine Ahnung, aber das könnte sich rächen. Die müssen ins Internet.“

      Sie verstehen was ich meine? Es gibt kein Motiv IKEA ins Internet zu bringen, kein gutes Vorbild, keine clevere Geschäftsidee eines Pioniers. Was mich wieder zu meiner Hypothese bringt: IKEA betreibt so viel Online-Handel wie nötig um die „Schreier“ zufrieden zustellen, aber so wenig wie möglich, um daraus kein Schwarzes Loch wie bei der Konkurrenz(?) zu machen.

    • Ikea hat keine Aktionäre.

      Und Sie missverstehen meine Ausführungen dazu, warum Möbelhandel online eine Herausforderung ist, als generelles Argument dagegen. Der Grund dafür, Online strategisch mitzudenken, ist ganz einfach: Weil es sonst irgendwann jemand anders macht. Und damit womöglich die Kunden überzeugen kann. Der Elektronikhandel hat das erlebt. Und gerade müht sich der Lebensmittelhandel sehr, mit dem Einstieg von Amazon nicht das Heft aus der Hand zu geben.

      Ich verstehe, dass Sie das nicht für notwendig halten. Aber ich bin nicht Ihrer Meinung. Weil das Kundenverhalten sich, schon durch die Gewöhnung aus anderen Branchen, ändern wird. Langsam vielleicht. Aber nichtsdestotrotz. (Wie im Text erwähnt, merkt das ja längst auch Ikea.) Mit „Schreien“ hat das meiner Ansicht nach nichts zu tun.

      Gibt es noch andere (gerne auch gegenteilige) Meinungen? Wie kaufen die anderen Leser ihre Möbel ein? Würde mich sehr interessieren!

    • Ich finde Sie vergessen den Hype, den es um IKEA gibt. In welches Möbelhaus geht man als Familienausflug, zum gemeinsamen Frühstück, bummelt dann durch die Wohnlandschaften, lässt sich inspirieren, etc? Nicht zu vergessen Köttbullar, Mandeltorte, Zimtschnecken und Hotdogs. Nebenbei lernt man noch einiges über das Familienleben anderer oder wo sonst sieht man so viele Paare, die zwar ein gemeinsames Leben planen, sich aber schon wegen einer Küchenuhr öffentlich nach Herzenslust streiten?
      Und: Die Qualität und die Einfachheit des Aufbaus der IKEA-Möbel ist weit schlechter als ihr Ruf. Egal welche Möbel ich irgendwo bestellt oder woanders gekauft habe, ich hatte immer Probleme oder war nicht so zufrieden, wie ich es mit IKEA bin. Zudem bekommt man preiswerte Möbel und Deko passend zum aktuellen Trend. Sehr praktisch, wenn man sich beispielweise nicht unbedingt unbequeme Designer-Stühle leisten kann.

      IKEA lebt einfach vom Lebensgefühl und vom Image, das es vermittelt. Da kann kein noch so toller Möbellieferant mithalten und ich bin gespannt, welches Konzept irgendwann den stationären Handel vollständig ablösen soll. Gerade aus weiblicher Sicht ist es für mich nämlich undenkbar, nirgends mehr hinzufahren und meine Wunschprodukte anzufassen, auszuprobieren und einfach live zu begutachten.

    • Die Annahme, dass es ggf. irgendwann jemanders anders vormacht wie das geht mit den Möbeln im Internet geht ist vermutlich richtig.
      Aber wie diese Lösung aussieht, weiß heute doch gar keiner.
      IKEA muss daher strategische Business-Entscheidungen treffen: Wieviel Geld wollen wir investieren um derjenige zu sein, der als erster ein sinnvolles Geschäftsmodell entwickelt? Wie dringlich ist das Problem überhaupt? Und wie hoch sind unsere Erfolgschancen?

      Und ich glaube das IKEA (IMO zurecht) entschieden hat, dass sie keine Milliarden dafür ausgeben wollen zu versuchen die ersten zu sein und dass noch so manches Start-up Pleite gehen wird bis es irgendwann doch mal zündet.
      Mit seiner aktuell bewußt halbgaren Strategie baut sich IKEA eine Backup-Position auf, in der sie einerseits für relativ kleines Geld selbst schon einiges ausprobieren können (auch offensichtliche Fehlschläge wie in Leipzig) . Andererseits schaffen sie schon mal eine Internetvertriebsstruktur, auf der man in Zukunft aufbauen kann.

  • Bei Otto habe ich mal eine Couch bestellt für ca. 600€. Die musste ich zuhause selbst aufbauen. Die Verarbeitung war billig (teilweise keine vorgebohrten Schraubenlöcher. Optisch sah sie auch nicht so toll aus wie im Internet. Anruf bei Otto und sie haben sie wieder mitgenommen. Allerdings sind sie dabei nicht pfleglich damit umgegangen und ich vermute sie wurde wohl entsorgt. Online-Möbelkauf (sperrige Dinge) kommt für mich nicht mehr in Frage. Kleinere Dinge wie Lampen schon. Bei IKEA bin ich aber auch offline eher selten Kunde, die Möbel gefallen mir meist nicht.

    Couch, Schrank, Bett usw. kauf ich dann doch lieber im Möbelbau vor Ort oder in der nächsten Stadt, wo man es vorher sehen und testen kann. Meist gibt es dann auch noch einen Rabatt. Lieferung und Aufbau ist auch meist kostenlos.

  • Da explizit andere Meinungen angefragt wurden:
    Online First ist das Konzept mit dem sich JEDER Handeltreibende weltweit auseinandersetzen muss.
    Meine Möbel kaufe ich seit Jahren größtenteils online und habe dabei schöne Geschäftskonzepte, gerade auch von kleinen ebay Verkäufern, kennen gelernt die zeigen was machbar ist wenn man KEINE Einschränkungen durch die in der Vergangenheit aufgebauten Erfolge hat.

    Elektronikhandel von 1992 bis 2010 sowie Lebensmittelhandel sind die Branchen die ich von innen gut kenne.
    So wie vor vielen Jahren Elektronikkonzerne schon versuchten die bösen Onliner fern zu halten (und zwischenzeitlich Konkurrenz von vielen, vielen Händlern (was anderes ist es nicht wenn man sich Ware in China labeln lässt) bekommen haben), so wird es den Lebensmittelhändlern als nächstes gehen die heute versuchen die Frequenz in den Filialen hoch zu halten und darüber übersehen dass es für den Handel der Zukunft ganz andere Fähigkeiten benötigt um erfolgreich zu sein.

    Abholfilialen, egal ob von Rewe, Kaufland oder Lidl sind der falsche Weg da die Flächendeckung ohnehin gewährleistet ist (im Gegensatz zu Ikea – die Filiale in Ravensburg könnte Vorbildwirkung haben!) und die Pickkosten viel zu hoch im Vergleich zur realisierbaren Marge sind.
    Die Stärke online zu lernen was wann wo in welcher Menge benötigt wird (uvm.!) und im Extremfall sein Fleisch so vorbereiten zu lassen wie es gerade (diese Woche oder diesen Monat!) en vogue ist und verstärkt in die Filialen liefern zu lassen wo gerade schönes Wetter ist. Ladenfläche für die blitzschnelle Belieferung von kurzfristig benötigten Artikeln einsetzen (der Grill zum Fleisch der eben dort wo schönes Wetter ist verfügbar sein muss und eben nicht 4 Wochen vor Saisonbeginn in ganz Deutschland) und gleichzeitig Konsumenten mit ihrem „täglichen Bedarf“ bequem zu Hause zu bedienen (weshalb fahren so viele Deutsche ständig zum Wasser kaufen? DHL transportiert bis zu 32kg Wasser für wenig Geld durch ganz Deutschland!) um Zeit für schönere Dinge oder auch das kennen lernen innovativer, neuer Produkte freizuschaufeln – das sind die Herausforderungen und eben nicht die tägliche Frequenz in den Filialen.

    Unbestritten:
    Lidl und andere haben in den letzten 40 Jahren hervorragende Strukturen aufgebaut um Deutschland kostengünstig mit Lebensmitteln und anderem zu bedienen aber für die nächsten Jahrzehnte sind andere Fähigkeiten notwendig.
    => bevor Amazon Deutschland mit Filialen überzieht sollte Lidl sich überlegen jede 10 Filiale zu regionalen Schnelldreherlagern umzubauen um langfristig bestehen zu können (diese 300 Filialen wird Lidl meiner Meinung nach ansonsten ohnehin bis 2030 schließen MÜSSEN um die Frequenz je Filiale aufrecht zu erhalten).

    Egal ob Möbel, Bücher, Elektronik, Bekleidung oder Lebensmittel – die Probleme (am bestehenden festhalten) sind dieselben.
    => Für mich geht kein Weg daran vorbei dass die schöpferische Zerstörung von Amazon den Handel in den nächsten 5 Jahren noch mehr verändern wird als er es die letzten 5 Jahre getan hat. IKEA spielt dabei überhaupt keine Rolle da Geschichte.

  • Zunächst: Ich gebe zu, dass ich freiwillig gerne zwei/dreimal im Jahr zu IKEA fahre, um das ganze Programm zu erleben, mit gucken, was es neues gibt, Köttbullars oder Lachs im Restaurant, Markthalle mit spontanen Kleineinkäufen, und vielleicht noch einem Glas Hering im Shop. Ist für uns eher ein Freizeitpark ohne extra Eintrittsgebühr. Und manchmal findet man dann doch genau die Lösung, nach der man lange gesucht hat (z.B. ein Gewürzregal, auch wenn es im Markt als Bilder-Board angepriesen wird).

    Die meisten unserer Möbel kommen aber nicht von IKEA (für mich haben die Schweden noch am ehesten ein Regal-Monopol, das restliche Design hat sich in den Jahren immer weiter von unserem Geschmack entfernt). Aber Möbel online kaufen ist für mich größtenteils absurd. Die sind einfach zu teuer und die Lebenszeit ist zu lang, als dass ich ohne Probe-Sitzen, -Klappen, -Schubladen-Ziehen etwas nur nach Bild und gemarketingtem Text kaufen würde. Zumal, wie im Artikel erwähnt, der Versand problematisch und ein evtl. Rückversand einfach nur extrem lästig wären, ob des Volumens und Gewichts.

    Dass sich Möbelhäuser aber zum Teil extrem offene Flanken geben, wo der Kunde geradezu zum Online-Anbieter getrieben wird, habe ich auch schon erlebt. Da steht im großen (Nicht-IKEA)-Möbel“center“ irgendwo in den Schlafzimmern genau DER „stumme Diener“ (für die Hipster unter den Lesern: eine Art Stuhl-Gestell zum Aufhängen von Kleidung), den man lange mit gebremsten Elan gesucht hatte, und dann ist der nicht bestellbar, eigentlich nur ein Ausstellungsstück, aber mit Preisschild, und noch eines davon wäre unmöglich beschaffbar. Tja, dann halt online, denn das gute Stück war ein Markenmodell, und ein scheinbar recht erfolgreicher Sofa-Versender war sehr wohl in der Lage, mehrere Exemplare davon zu liefern. Nun ja, die waren aber trotz vollmontiertem Zustand und großzügiger Verpackung noch zu bewältigen, wo mir bei vernünftigen Schränken dann doch der Spassfaktor deutlich gegen Null rutschen würde…

    So sehe ich sehr wohl Nischen für Möbel online, aber mehr auch nicht, auf absehbare Zeit. Vielleicht bin ich aber auch zu phantasielos…

    PS: Was im Artikel nicht erwähnt wurde: Der IKEA-Katalog zwingt einen zum Planen schon heute ins Internet, denn konkrete Daten zu den Produkten (Maße, angebotene Farben, selbst teilweise Preise) werden seit einigen Jahren nicht mehr gedruckt, und im Markt kann ich nicht mal eben meine Nische zu Hause nachmessen! Der Katalog soll wohl eher Anregung sein und „Emotionen erzeugen“ (gähn!).

    PPS: Der Analyse des IKEA-Dilemmas stimme ich aber voll zu!

  • Ikea ist Entertainment und in gewissen Maße auch Lifestyle. Beides zu online transformieren ist extrem schwierig. Dafür ist das m.M.n. aber schon nicht schlecht gelungen. Die angeführten Beispiele haben für mich eher Test&Learn-Charakter – analog Amazons Drohnen.

    Wirkliche Innovation wäre, die Lieferzeit im gehobeneren Möbelhäusern zu verkürzen. Warum eine Küche mit weissen Oberschränken für 6000€ plus 8-10 Wochen Lieferzeit hat, das verstehe ich nicht. Viele dieser Kunden gehen dann lieber offline zu Ikea.

  • Nur ein Hinweis zum sehr gutem Artikel: die Abholstation in Leipzig liegt nicht bei der Messe sondern bei der Alten Messe, welche auch wesentlich Innenstadt näher liegt. Und man sollte nicht vergessen das auf der Alten Messe erst noch ein riesen Porta Markt eröffnet hat. Vielleicht auch ein Grund für den Standort.

  • Das Dilemma ist absolut verständlich: Man denkt sich als Kunde schon lange, dass IKEA mehr durch Restaurant und Nippes verdient, als mit den Möbeln. Die riesigen Hallen auf dem grünen Rasen wollen ja auch bezahlt werden.

    Ich war früher IKEA-Stammkunde, das hat sich immer mehr geändert. Es ist nicht nur umöglich vernünftig online zu bestellen, man kann nicht einmal online die Waren anschauen. Das Listing ist dermaßen unübersichtlich, dass man keinen Überblick gewinnt.

    Ich habe seit kurzem die Kollegen vom Dänischen Bettenlager entdeckt. das Sortiment ist überschaubarer, doch dafür kann man in Ruhe digital stöbern und im Anschluss auch direkt bestellen. Ab 1.000 € sogar versandkostenfrei. Die Preise sind dort auch die gleichen wie in den ca. 900 Filialen …

    • „Es ist nicht nur umöglich vernünftig online zu bestellen, man kann nicht einmal online die Waren anschauen. Das Listing ist dermaßen unübersichtlich, dass man keinen Überblick gewinnt.“
      Wichtiger Punkt! Bevor ich ein längere Anfahrt in Kauf nehme, will ich doch wissen, ob sich der Weg lohnt, es überhaupt passende Lösungen gibt und was in meiner Filiale vorrätig ist. Idealerweise mit genauer Standort-Angabe im Showroom und im SB-Regal, gerne auch mit der kürzesten Route im Shop auf dem Smartphone.

  • Müssen diese animierten Slideshows als Artikelbilder wirklich sein? Das ist ja eine nette opische Spielerei, aber ich finde das daraus resultierende Gezappel beim Lesen als außerordentlich störend (vom aktuellen Beitrag jhabe ich demzufolge auch nur die Abschnitte gelesen, die ich irgendwie so hinscrollen konnte, dass endlich Ruhe auf dem Bildschirm ist…).

  • Toller Artikel! Viele Online-Möbelhändler beschränken sich bei ihrem Sortiment auf Kleinmöbel, Heimtextilien und Accessoires – eben, weil sich Schränke und Sofas schlecht über das Internet verkaufen lassen. Die Gründe liegen zum einen in den logistischen Herausforderungen und zum anderen darin, dass man Möbel einfach sehen und evtl. auch ausprobieren muss.

    Ich verstehe allerdings nicht, warum sich IKEA bei seiner Online-Strategie nicht genauso macht, wie die vielen kleinen Onlinehändler und sein Sortiment im Onlineshop auf den Markthallen-Krusch, Teppiche und andere Heimtextilien beschränkt. Das könnte man mit humanen Versandkosten abbilden und IKEA könnte viele Kunden hinzugewinnen, die nicht mit dem Auto zur nächsten Filiale fahren können oder wollen.

    • „Die Gründe liegen zum einen in den logistischen Herausforderungen und zum anderen darin, dass man Möbel einfach sehen und evtl. auch ausprobieren muss.“

      Da habe ich allerdings kein Problem – ich schaue mir die Möbel vor Ort an und kaufe dann online (da ich nur ein kleines Auto habe und mir keinen LKW leihen will).

      Theoretisch.

      Denn leider macht es einem Ikea wirklich schwer: hohe Versandkosten und über einen Monat Lieferzeit – meiner Meinung nach ist das wahrlich Absicht, damit man doch selbst loszieht und sich die Dinger in den Bully wuchtet.

      Gut, dann kauf ich halt nicht und warte auf Händler die das Internetzeitalter verstanden haben.

  • Die Abholung in der IKEA Abholstation ist noch teurer als die Marktabholung und nochmals anders gestaffelt und teilweise für Artikel bis 50€ wenn sie Paketversandfähig sind mit 6,90 genau so teuer wie der Paketversand… da kann ich die mir ja gleich nach Hause schicken lassen…

    Online kaufen und selbst abholen im Ikeamarkt:
    5.-bis zu einem Warenwert von 50.-
    15.-bis zu einem Warenwert von 400.-
    25.-über 400.- Warenwert

    Abholung an der IKEA Abholstation:
    6.90 bis zu einem Warenwert von 50.-
    20.- bis zu einem Warenwert von 400.-
    30.- über 400.- Warenwert

  • Möbel konnte man doch schon vor dem Internet nur auf Grund von Bilder anschauen kaufen,damals z.B. bei Quelle und Neckermann.Die Qualität war solala,aber man hat einfach angerufen wenn was nicht stimmte und der Spediteur holte die Ware wieder ab.Warum Anbieter jetzt zu Internetzeiten Probleme damit haben ist mir ein Rätsel.IKEA suchen wir eigentlich nur auf wenn unser Kleiner seine Plüschmäuse und Ratten wieder zu unansehliche Klumpen verschmust hat ,er liebt diese Dinger halt.Das ein Besuch vom Möbelanbieter ein Familienspass sein kann hat in den 1970ern schon das Möbelhaus Meyerhoff in Osterholz-Scharmbeck bewiesen,es gab ein Bällebad für die kleinen Nervensägen,essen konnte man dort auch und für die Personen die nicht Mobil waren gab es den Abholservice am Bahnhof,jede Stunde kam der Meyerhoff VW Bulli vorbei und hat die Leute hin und her kutschiert und das auch noch kostenlos.Das letzte Möbel haben wir vor 2 Monaten über Internet bestellt,den Eckkleiderschrank Gusto für 209,95 € bei BS Moebel.Drei Wochen warten dann war er da,der Aufbau war wie bei den Ikea Möbeln,Anleitung mit viele Bilder die einem nicht weiterhelfen,man war leicht genervt weil etwas nicht so wollte wie es sollte,dann stand das schwere Presspappding ohne zusammen zu fallen,aber immerhin habe ich etliche Teile über warum auch immer ,das soll bei Ikea ja anders sein wie man schon hörte und las,da fehlt meistens etwas…………

  • Ich kann die Staffelung der Versandkosten nach dem preislichen Einkaufsvolumen vollkommen nachvollziehen. Jemand, der sich eine teure Couch kauft, kann sich auch einen teureren Versand leisten. Denn wie du im Artikel richtig schreibst, „erneuert“ man ja nicht „alle paar Wochen schon wieder die Wohnzimmereinrichtung“. Die Kaufabstände sind im Vergleich zu Lebensmitteln, Büchern oder auch Klamotten riesig. Und daß, wo man doch weiß, wie illoyal Onlinekunden sind. Kein Wunder, daß IKEA sein Internetgeschäft schleifen lässt – denn ein Erfong hier würde immer zulasten der eigenen Offlinegewinne gehen. Zumindest sehe ich keinen Weg, dieses zu verhindern, ohne einen gleichzeitigen Strategiewechsel in den Analogfilialen.

  • Was mich ja wirklich wundert, angesichts der happigen Preisaufschläge für Online-Besteller, sind die sehr spendablen Provisionen für IKEA.de-Affiliates. Aktuell 10% vom Warenkorbswert (via affili.net). Früher waren es sogar 15%.

    Eine Verrechnung der Versandkostenpauschale in die üblichen IKEA-Produktpreise scheint mir nicht unmöglich.

    • Weswegen im westlichen Grenzgebiet auch keiner zum IKEA nach Köln fährt. Alle, die nicht ausreichend niederländisch können, holen sich halt die Artikelnummer von der deutschen Seite und geben sie im .nl-Warenkorb ein. Mit der Liste geht es zum nahegelegenen Markt in NL. Wer 25 € zuviel hat, gibt die Liste so zum Zusammensuchen im Kundendienst ab, alle anderen schnapppen sich einen Wagen fürs Lager.

      Dabei spart man nicht nur bei den sinnvoll nach Gewicht gestaffelten Lieferpreisen (trotz Schleppen bis in die Wohnung am Wunschtermin), sondern auch noch oft bei den Artikeln, die zu geschätzt 90% gleich teuer oder günstiger sind als in Deutschland. Das niederländische IKEA liebt seine deutschen Kunden und versteckt das auch nicht.

  • Ikeas Lieferkonditionen empfinde ich auch als abschreckend. Bevor ich für die Lieferung eines neuen Sofas 69 Euro ausgebe, frage ich lieber jemanden mit einem großen Auto und fahre selber eine Stunde zur nächsten Filiale. Ist immer noch günstiger als liefern lassen.

    • Bei manchen Sofas muss das Auto aber schon sehr groß sein.

      Und mindestens zwei Stunden meiner Lebenszeit (ohne Möbelschleppen) sind mir – ehrlich gesagt – mehr Wert als 69 Euro.

      Aber gut, jeder wie er mag.

  • Ich mag den Laden nicht, egal ob online oder offline. Es ist einfach zu viel Show neben den Möbeln.
    Nur: Ich mag die Konkurrenz viel weniger. Ikea ist der einzige Laden in diesem Preissegment, bei dem ich nicht das Gefühl habe, permanent mit irgendwelchen Traumpreisen verschaukelt zu werden. Daher kaufe ich doch wieder dort ein, und würde es auch online tun, wenn ich nicht ein großes Fzg. hätte, in das alles reingeht.
    Alternative sind kleine bzw. kleinste Möbelhäuser, die sich extrem spezialisiert haben. Dort sehe ich keinen Onlinemarkt.

  • Ich bin durchaus ein Freund von Online-Einkäufen, habe daran bei IKEA aber noch nie gedacht, zumal ich nicht ungerne hinfahre. Und wenn man sein Schlafzimmer neu macht und Pax-Kleiderschränke für Family-Mitglieder derart vorteilhaft sind, dass die Lieferkosten mehr als abgedeckt sind, da wird man noch schnell Mitglied.
    Ansonsten ist das schon happig bei 10 – 20 km Entfernung.
    Wobei Family natürlich ein eigenes Thema ist …..

  • These: Das Mehr an Geld macht Ikea nicht mit den Möbeln, sondern mit den *unbedingt* nötigen Teelichtern – und die kauft man online nicht mit, denn da liegen sie nicht so hübsch im Weg….
    Ich vermute tatsächlich, dass es der Kleinkram ist, den man sonst noch mit einpackt, der den Preisunterschied ausmacht – wer lange in einem Markt verbringt und für viel Geld Möbel kauft, kauft vermutlich auch viel Kleinkram – für 150€?

    Köttbullar isst man übrigens nicht mit Pommes, sondern mit Kartoffelpüree. Vermutlich ist also ein Teil des Lieferaufschlags Schmerzensgeld für die Schweden 😉

  • Meine These zum Möbelmarkt: Er wird auf kurz oder lang an Volumen (nicht Umsatz!) verlieren. Die Leute werden immer mehr Richtung Kleinanzeigen tendieren. Geht mir genauso (um die Frage aufzugreifen wie man selbst den Möbelkauf handhabt). Da gibt es unter anderem Ikea-Möbel für kleines Geld, aber auch gute alte Schreiner-Handarbeiten.
    Kleinkrusch kann ich schwer beurteilen ob das weiter so geht, dass die Leute weiterhin soviel kaufen. Muss jeder selbst beurteilen was er braucht und was nicht.

  • Ich bin dazu übergegangen gebrauchte Möbel zu kaufen, seitdem mehrere entsprechende Märkte, zum Teil mit sozialem Hintergrund, eröffnet haben. Die Möbel sind gut erhalten oder aufbereitet, Schadstoffe längst ausgegast oder nicht vorhanden. Ein Liefer- und Aufbauservice wird auch angeboten.
    Wer soll die ganzen neuen Möbel kaufen? Jeden Mittwoch und Samstag bekomme ich ein Anzeigenblatt mit beigelegten Prospekten, bis zu acht von Möbelhäusern.
    IKEA-Möbel müssten doch ideal für den Versand sein, flach in Kartons verpackt.
    Ich lese hier schon lange mit, früher bei der FAZ, und finde es immer sehr interessant. Vielen Dank dafür.

    Zum Schluss ein schlechter Witz:
    „Was brennt da in meinem Garten?“
    „Schwedenfeuer!“
    „Aber das ist mein Billy-Regal!“
    „Sag ich doch, Schwedenfeuer.“

  • Da sich hier ja einige Leute wundern, warum auch online für IKEA sinnvoll sein kann: Ich wohne ca. 35km von einem IKEA entfernt in einer Kleinstadt und besitze kein Auto. Und kann mir auch nicht mal eben so eins leihen, in das ich ganze Sofas etc. bekomme. Meine Freunde und Verwandten fahren halt PKWs. Einen Hängerführerschein hat auch keiner unter 30 mehr seit der Änderung der Führerscheinvergabe.

    Wenn ich mir jetzt also ein Sofa kaufen will, habe ich die Wahl zwischen:

    a) Sprinter mieten, zum Ikea fahren, einkaufen, nach Hause fahren, Sprinter zurückbringen. Dummerweise gibt es die nächste Autovermietung nur im Nachbarort und das kostet auch ordentlich.
    b) Mit Bus & Bahn zum IKEA fahren und den Bringdienst nutzen
    c) Online bestellen

    Jetzt ratet mal, was man so macht.

    • Verstehe ich das jetzt so richtig, dass man bei IKEA in Deutschland für eine Lieferung der selbstversammelten und schon bezahlten Einkäufe genauso viel zahlt wie bei einer Online-Bestellung? Nach Warenwert und nicht etwa nach Größe, Gewicht, Entfernung oder irgendetwas anderem Relevanten? Muss man also dann folgend für den gleichen Service wie online (wenn man also „nur“ die Liste im Kundendienst abgibt und bezahlt) im Endeffekt vor Ort mehr zahlen? Das wäre…nun ja…also…äh…nein. Kaputt.

      (Und trotzdem hätte ich mit c ein Problem: Ein Sofa kaufen, auf dem man nie gesessen hat?)

    • So ist es.
      Virtuelles Selber-Zusammenklauben kostet letztlich nicht weniger, wenn ich die Warenliste höchst selbst zu Ikea fahre.

  • Der Ikea Online Shop ist eine Zumutung..

    Sogar den „KAUFEN“ Button msuste ich suchen. Und es gibt nicht mal ne gescheite Bestellverwaltung.

    … Gespart am falschen Ende

    • am meisten ärgert mich dass manche ikea produkte weder online, noch in meinem ikea markt siegen erhält,da soll mann sie doch aus dem programm nehmen

  • Ikea will ganz offensichtlich Online-Kunden gar nicht haben. Der Kunde soll in die Filiale gezwungen werden, damit er eben Gruscht kauft und Essen.

    Der Lieferservice von Ikea ist schlicht eine Zumutung. 5 Wochen Lieferzeit, die beim Kauf in der Filiale zugesagt wurden, streckten sich letztlich auf volle 3 Monate. Aber nur, wenn der Kunde ständig dahinter ist, schreibt, anruft und mehrmals hinfährt, um sich vor Ort zu beschweren. Sonst passiert gar nix. Die Ware war wohlgemerkt schon bezahlt.

    Die Ausreden waren immer kreativ. Die Filiale wollte z.B. keinen Vertragsrücktritt abwickeln können, denn die Ware sei ja nicht dort. (Vertrag abschließen und kassieren war aber gegangen). Der Lieferservice wollte mich nicht angetroffen haben, obwohl ich den ganzen Tag zu Hause gewartet hatte. Meine Telefonnummer, die ich extra per Anruf durchgegeben hatte, war nicht angekommen, trotz Beteuerung der Kundenservice-Dame, sie hätte alles eingetragen.

    – Letztlich konnte ich durchsetzen, dass doch noch alles geliefert und montiert wurde. „Aus Kulanz“. Als Entschädigung kriegte ich einen kleinen Warengutschein. Keine Entschuldigung, kein Hinweis, dass man Fehler einräumt und sich bemüht, dies zu ändern. Ikea fühlt sich offenbar tatsächlich im Recht. Kunden sind vermutlich dafür da, über den Tisch gezogen, gemolken und schikaniert zu werden. Rücksicht nehmen muss man nur auf interne Abläufe.

    Auch die sog. Click-And-Collect-Bestellung ist faktisch nicht durchführbar. Wenn in einem riesigen Warenkorb auch nur ein Artikelchen enthalten ist, das nicht in mindestens 5-facher Ausführung in der Abholfiliale liegt, dann streikt das System, die Bestellung wird erst gar nicht möglich. Natürlich ohne den geringsten Hinweis, warum das so ist. Das mit dem 5-fachen Vorrat habe ich erst von der Hotline erfahren. Auch die Tatsache, dass es gar keinen Wunsch-Abholtermin gibt. Innerhalb von 3 Tagen muss alles abgeholt werden. Was sonst damit passiert, wenn die Ware schon bezahlt ist, habe ich nicht mehr erfahren. Vermutlich wird Ikea sich totstellen und einfach Geld und Ware behalten, bis der Kunde massiv wird und vor Gericht zieht.
    Und dafür soll man dann auch noch extra Geld zahlen?

    Übrigens – wer mal erleben will, wie herrlich doof künstliche Intelligenz sein kann, der sollte bei Ikea anrufen. Der Sprachcomputer, der eigentlich die Anliegen der Anrufer entgegennehmen und verarbeiten soll, versteht 99 Prozent aller gesprochenen Worte und Sätze grundsätzlich gar nicht. Auch das, was er selbst vorgesagt hat. Egal, wie korrekt man es ausspricht. Deshalb fängt die virtuelle Dame immer wieder von vorne an zu fragen. Zum Totlachen, oder zum Verzweifeln, je nach Fall.
    Da ist die Digitalisierung noch nicht weit gekommen. Dass sich ein Weltkonzern keine anständigen Programmierer leisten kann… das kann nur Absicht sein. Man will eben nicht, dass die Leute anrufen.

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