Das große Niedrigpreis-Illusionstheater bei Rossmann und dm

Das große Niedrigpreis-Illusionstheater bei Rossmann und dm

Inhalt:

Kein Scherz: Drogeriemarkt-König dm schickt Mitarbeiter zum Konkurrenten Rossmann, um dort Sonderangebote einzukaufen. Das Supermarktblog hat ein paar Tipps, damit sie da nicht übers Ohr gehauen werden.

Partner und Sponsoren:

Beim Drogerie-Marktführer dm ist man stolz, anders zu sein als die meisten Handelsketten und verspricht Kunden maximale Transparenz. Zum Beispiel mit dem „dm-Dauerpreis“: Produkte haben in allen Läden denselben Preis, dasDatum der letzten Erhöhung wird am Regal und in Aushängen bekannt gemacht. Sonderpreise gibt es nicht. (Außer bei Neueröffnungen und wenn Produkte aus dem Sortiment gestrichen werden.)

„Wir möchten, dass unsere Kunden dann ihr Shampoo kaufen, wenn sie es brauchen. Und nicht, wenn wir ein Aktionsschild in den Laden hängen“,

erklärt dm das Prinzip in einem Video und verspricht zugleich, „immer der günstigste Anbieter vor Ort“ sein zu wollen bzw. „das Beste für unsere Kunden herauszuholen“.

Notfalls auch, indem die eigenen Mitarbeiter zum Einkaufen bei der Konkurrenz geschickt werden.


Der „Focus“ berichtet in dieser Woche über konkrete Anweisungen aus der dm-Zentrale, Produkte zu niedrigen Preisen bei Wettbewerbern wie Rossmann einzukaufen. Die arbeiten nämlich regelmäßig mit Sonderpreisen, um Kunden in ihre Läden zu locken.

Dem Magazin zufolge hat die dm-Abteilung Marketing+Beschaffung sogar eindeutige Empfehlungen erarbeitet, wie sich die dm-Mitarbeiter während Ihres Einkaufs auf feindlichem Drogerieterritorium verhalten sollen:

„Kaufen Sie die Regale nicht komplett leer.“
„Nutzen Sie 10% Coupons der Mitbewerber.“
„Der Einzelbon darf die Höhe von 150€ nicht überschreiten.“
„Verhalten Sie sich wie ein normaler Kunde.“

Es scheint sich dabei nicht um einen schlechten Scherz zu handeln, denn „Focus“ hat sich von Christoph Werner, Sohn des Drogerieketten-Gründers und Geschäftsführer Marketing+Beschaffung bestätigen lassen, dass dm das für eine ganz normale Praxis hält:

„Wir stellen unseren Kolleginnen und Kollegen in den Märkten Informationen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, die günstigste Einkaufsquelle für ihren Markt zu nutzen.“

Indirekt erklärt Werner damit das „Dauerpreis“-Modell von dm für Unfug. Weil die Kunden sich eben nicht darauf verlassen können, dort immer so günstig einkaufen zu können, wie ihnen das suggeriert wird. Sonst bräuchten dm-Mitarbeiter ja nicht zur sanften Plünderung bei der Konkurrenz geschickt werden.

Damit diese Strategie für die Karlsruher Niedrigpreisspezialisten auch zukünftig ein lohnendes Geschäft bleibt, sind allerdings einige Zusatzhinweise von Nöten, die von der Abteilung Marketing+Beschaffung baldmöglichst in die Mitarbeiteranweisung eingearbeitet und im Intranet zur Verfügung gestellt werden sollten. Damit bei dm niemand aus Versehen den Preis-Tricks der Rossmann-Kollegen erliegt.

1. Lassen Sie sich keine überhöhten Ersparnisse vorgaukeln!

Sonderangebote in the Rossmann shelf appear cheaper than they are. Damit Kunden im Laden sofort von den Angeboten angesprungen werden, die sie hergerufen haben, heftet ihnen Rossmann Preisschilder mit kleinen roten Rahmen und dem Signalhinweis „WERBUNG“ ans Regal. Darauf steht links neben dem Angebotspreis in vielen Fällen der sehr viel höhere „UVP“-Preis.

Zum Beispiel beim Waschmittel (zum Vergrößern anklicken):

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Oder beim Deo:

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„UVP“ ist aber bloß die „unverbindliche Preisempfehlung“ des Herstellers. Und nach der richtet sich Rossmann sonst so gut wie gar nicht, sondern bietet die Artikel – wegen des harten Konkurrenzdrucks – auch regulär günstiger an. Der „UVP“ auf dem Sonderangebots-Schild suggeriert angebotsunerfahrenen dm-Mitarbeitern also, sehr viel mehr Geld zu sparen als das tatsächlich der Fall wäre, wenn sie den Artikel stattdessen in einer anderen Woche zum Rossmann-Normalpreis kaufen würden! Fies.

2. Originalpreis-Check nicht vergessen!

Damit nicht das große Umsteck-Chaos ausbricht, schieben Rossmann-Mitarbeiter die (größeren) Sonderangebots-Preisschilder direkt vor die (kleineren) Normalpreis-Schilder. Wenn undercover einkaufende dm-Mitarbeiter wissen wollen, wie groß die Ersparnis tatsächlich ist, sollten Sie deshalb nachsehen.

Hier zum Beispiel: Die Dr.-Best-Polimed-weich-Zahnbürste kostet diese Woche im Rossmann-Sonderangebot 2,29 Euro (UVP: 3,29 Euro). Und in ein paar Tagen dann wieder – 2,35 Euro. Wer jetzt zuschlägt, spart also gerade mal: 6 Cent.

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Allerdings: Beim Duschgel auch!

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Macht dann schon zwölf. Das ist den Aufwand, plündernd bei der Konkurrenz einzufallen, doch wirklich wert.

3. Überprüfen Sie, was „WERBUNG“ tatsächlich bedeutet!

Bei Eigenmarken kann Rossmann keinen „UVP“ angeben, deshalb steht auch keiner auf rotgerahmten „WERBUNG“-Preisschildern. Sondern eben nur der vermeintliche Aktionspreis. Der aber nicht zwangsläufig eine Ersparnis bedeuten muss. Schauen Sie mal, was die leckeren Babydream-Gläschen kosten, wenn sie keinen roten Rahmen haben. Ach, so ein Zufall: dasselbe.

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„WERBUNG“ heißt für Rossmann also offensichtlich: Dieses Produkt ist im Wochenprospekt oder sonstwo abgedruckt – schau’n Sie halt selbst nach, ob es tatsächlich günstiger ist.

Nein, liebe dm-Mitarbeiter: keine falsche Scheu. Dass nach ihrer Einkaufstour im Zweifel dann Rossmann-Eigenmarken im dm-Regal stünden, fiele bestimmt nicht weiter auf und wäre bloß der nächste logische Schritt anstatt sich mit der Herstellung eigener Eigenmarken zu belasten.


Wenn dm-Mitarbeiter diese einfachen Zusatzregeln beachten, steht einer erfolgreichen Regalauffüllung des eigenen Markts so gut wie nichts mehr im Wege. (Außer vielleicht dem Mitleid der Kollegen.) Gern geschehen!

(Und falls Sie weder bei dm noch bei Rossmann arbeiten, sondern bloß Kunde sind, wissen Sie jetzt immerhin, dass die Preisstrategien im deutschen Drogeriehandel ein ziemlicher Murks sind.)

Fotos: Supermarktblog

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47 Kommentare
    • Was ist dann Ihrer Meinung nach der Nutzen des „WERBUNG“-Hinweisschilds am Regal für den Kunden dm-Mitarbeiter?

    • Wer den Artikel im Prospekt gefunden hat, greift zum richtigen Produkt. Ist natürlich ein schwacher Nutzen, aber immerhin: ein Nutzen.

    • Naja, die Schilder ziehen schon sehr darauf ab, den Eindruck zu erwecken, dass es sich um einen besonderen Preis handelt, finde ich.

    • Macht das Edeka nicht ähnlich? Ich meine, dass der Grossteil! der im Prospekt angebotenen Waren gar keinen Sonderpreis bekommt.

    • Das Bewerben „kostenstabiler“ Artikel könnte als Angebot verstanden werden, ihn mal auszuprobieren. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Schließen Sie einfach nicht von sich auf andere. Als ich heute meine etwas rüstigere Nachbarin sah, fiel mir ein, dass sie gezielt Prospekte durchsucht und vermutlich für diesen Service dankbar ist. Thomas‘ Edeka-Beispiel könnte also auch als Entgegenkommen gegenüber der Prospektzielgruppe verstanden werden.

    • Ich selbst habe Preise wie Ihre angegebenen bei RM noch nie gesehen. Tatsächlich aber haben Sie in Ihrem reißerisch formulierten Artikel all jene sehr teuren Markenartikel der Dekorativen Kosmetik „vergessen“! Fast jede Woche gibt es 20% Rabatte auf z.B. alle Mascara von Firmen Maybelline, Mac und L’oreal. Was meinen Sie zu solchen Preisunterschieden zu Anbietern wie dm?

    • Ich ärgere mich über die Behauptung, diese Preise würden tatsächlich existieren. Ich werde das beim nächsten Mal mit meinem Fotoapparat festhalten. Im Übrigen sollten Sie bei generell geringpreisigen Artikeln darüber nachdenken, was da als Angebot gewertet wird. Wenn ich für einen Artikel sowieso nur 0,69€ zahle ist es ein Angebot, wenn es den plötzlich für 0,55€ gibt. Aber Sie gehen wohl nicht so oft einkaufen und auf Preise müssen Sie auch nicht achten?

    • @jana niese: Machen Sie mal ein BWL-Kurs, dann werden Sie sehen, wie sich die Preise wirklich zusammensetzen! Die Einkaufspreise für die Händler liegen weit unter dem was der Kunde am Ende für das Produkt zahlt!

      Die TY-Figuren u.a. Beanie Boos (15-cm-Figuren) z.B. kosten im Einkauf zwischen 1,99 Euro und 3,99 Euro und werden dann je nach Geschäft zwischen 6,99 Euro und 9,99 Euro verkauft! Mach endlich Deine Augen richtig auf!

    • Das ist wirklich schon seit Jahren bekannt. Im Fernsehen gab es sogar schon mehrere Dokus zu diesem Preisverhalten!

    • „aus unerserer werbung“-regale/aufsteller haben doch ganz viele läden. damit sollen kunden, die in der werbung ein produkt entdeckt haben, was sie haben wollen, schnell zum produkt im laden geführt werden, damit sie nicht erst lange suchen müssen.

    • Ich versteh’s wirklich nicht. Stehen Babybreigläschen im Laden nicht immer einfach im Regal mit den Babybreigläschen? Und wo das Regal ist, wissen Sie doch auch erst, wenn Sie’s gefunden haben.

    • Hallo Peer,

      ein Handzettel/Faltblattt hat eben nicht nur den Nutzen dem Kunden „günstige“ Artikel anzubieten, sondern auch „neue“ Artikel oder Artikel, die einen kleinen Schub brauchen. Bei meinem alten Arbeitgeber aus dem Saarland war es üblich Eigenmarken groß in die Flatblätter zu integrieren. Da dort das dm-Prinzip des Dauerniedrigpreises vollzogen wurde, ging es ledglich darum „Awareness“ zu schaffen und für den Niedrigpreis zu sensibilisieren. Und das auch mit Erfolg.

      Schöner Artikel – eigentlich wie immer 🙂

    • Okay, verstehe. Allerdings finde ich es nach wie vor befremdlich, dafür dieselben Preisschilder zu verwenden, die sonst im Laden eine Preisreduktion anzeigen.

  • Klingt doof aber ich kaufe wirklich gerne bei dm ein, weil es da eine Spielecke für Kinder und kleine Einkaufwagen für selbige gibt. Das macht den Einkauf für mich wesentlich entspannter und ist mir viel wichtiger als 10 Cent hin oder her.

  • Entschuldigung, aber ich habe den Sinn der Einkaufstouren von dm-Mitarbeitern noch immer nicht verstanden.

    Das heißt, die „Sonderpreise“ bei Rossmann im Laden liegen dann tatsächlich unter den Händler-Einkaufspreisen beim Grossisten?

    • Es sind wohl einige, eher spezielle Artikel. Sonst wären die Läden ja voll mit DM-Einkäufern.
      DM dürfte in der Regel aufgrund seiner Größe und Marktmacht schon die besten Einkaufspreise haben.

    • dpa zitiert Werner mit den Worten, man beschaffe Artikel über Wettbewerber, „wenn diese Artikel unseres Sortiments zu einem Preis anbieten, der unter unserem Einkaufspreis beim Hersteller liegt“ (via tagesschau.de).

  • Ich kaufe auch sehr viel lieber bei DM ein, weil es ohne Angebote deutlich entspannter ist.
    Zudem sind die Preise oft niedriger als bei Rossmann & Co.
    Wie viel man bei Rossmann spart, wenn man die Artikel aus der Werbung kauft, zeigt da Artikel ja recht eindeutig. (Dazu kommen dann noch Produkte zum regulären (und teuren Preis).

    • @Ben: Ich frag nur vorsichtig an, weil ich unsicher bin, aber: Sie müssten nächstes Mal eine gültige Email angeben, um hier kommentieren zu können. Wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben. Danke!

  • Ich fand die ganze Geschichte schon am Wochenende sehr merkwürdig.
    Die Begründung für diese Aktion lautet doch, dass sie nur Artikel kaufen, die die Konkurrenz billiger anbietet als sie dm vom Hersteller beziehen kann.
    Das heißt doch eigentlich, dass die Einkaufsabteilung von dm nicht richtig funktioniert und nicht in der Lage ist, mit den Herstellern nicht den günstigsten Preis auszuhandeln. (Was einen bei der Marktmacht eigentlich auch wundern muss.)

    Und heißt dass Ganze dann am Ende, dass dm damals™ Schlecker Pleite gekauft hat?

    • Hi BlueKO,

      das würde ich der Einkaufsabteilung von dm nicht vorwerfen. Die Fabrikabgabepreise sind in in der Regel für alle Händler gleich. In der Branche ist es üblich auch „temporäre“ Konditionen zu vergeben; so lassen sie die Händler übrigens die Werbung subventionieren. Als Beispiel: Rossmann erhält für den Monat November für ein Waschmittel eben 20 % Rabatt auf den Fabrikabgabepreise. Unter der Annahme, dass dm keinen temporären Rabatt erhält, sondern dauerhaft 10 % auf den Fabrikabgabepreisebekommt, lohnt es sich eben im Monat Dezember das Waschmittel bei Rossmann zu kaufen. Am Ende des Jahres kann es sein, dass dm und Rossmann gleiche Preise (gemittelt) bezahlt haben, aber sich diese über das Jahr anders darstellen. So macht es eben manchmal Sinn beim Wettbewerber im Regal einzukaufen; selbst wenn es nur wenige Cents sind, da die Margen eh nicht mehr bombastisch sind.

      P.S.: Das ist übrigens sehr vereinfacht; die Kondtionssysteme der Industrie sind bei weitem noch viel komplexer.

    • Danke für die Erklärung, die natürlich auch nachvollziehbar ist.
      Es fällt mir aber trotzdem schwer zu glauben, dass die Preise bei der Konkurrenz so billig sein können, dass sich ein (größerer) Einkauf für dm dort lohnt, weil sie unter dem Abgabepreis des Herstellers an dm liegen. Schließlich sind im Preis des Händlers auch seine Kosten und (wenn auch sehr geringe) Gewinnmargen einkalkuliert.
      Ich will nicht ausschließen, dass das in Einzelfällen schon vorkommen kann, aber auf breiter Fläche doch eher nicht. Alles natürlich unter der Prämisse, dass man sich an das Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis hält. Danach wird’s eh gefährlich für dm.

      Die logischere Alternative wäre doch eher, dass dm die Regale leer kauft, damit der reguläre Kunde nichts mehr findet und dann das Produkt bei dm kaufen muss.

  • Seit der Schelcker-Pleite merke ich jedenfalls keine Abnahme der Konkurrenz.
    Bei uns in Lübeck sprießen die Filialen der Drogeristen schneller aus dem Boden, als Unkraut.
    Nach der Schleckerpleite versucht BUDNI hier Fuß zu fassen. Dies beantwortete Rossmann zuerst mit neuen und größeren Filialen. Mittlerweile greift aber dm hauptsächlich BUDINI an und eröffnet Läden in Nahkampfabstand.
    Die Innenstadt haben die Hamburger bereits verlassen. dm nutzt die Lücke und eröffnet im Karstadt-Haus eine weitere Filiale.
    Auch in der Nachbarschaft hat nun ein dm direkt gegenüber eines BUDNI eröffnet.
    Meine Prognose: in fünf Jahren wird BUDNI von der Bildfläche verschwinden.
    ROSSMANN hatte schon dutzende Filialen in Lübeck, bevor auch nur ein BUDNI oder dm in der Nähe war und veranstaltet keine offensichtliche Verdrängungstaktik.

    In Sachen Konzepte und Expansion geht hier gerade die Luzi ab (dm, BUDINI, ALDI, Kaufland, coop…).

    • Hier in Aachen kann man durchaus einen starken Wettbewerb bei freien Ladenflächen sehen. dm hat z.B. in der Fußgängerzone eine mittelgroße Filiale, unter der sich in der Mall im Untergeschoss eine große Filiale befindet (da können maximal 15m Erdreich zwischen sein). Da Xenos jetzt auch in diese Mall gezogen ist, hat dm die Chance genutzt und im ehemaligen Xenos 700m weiter eine Neueröffnung plakatiert. Blöd nur, dass sich auf der anderen Straßenseite schon ein dm befindet. Aber solange Rossmann das Lokal nicht bekommt, ist alles andere anscheinend nicht so wichtig.

    • In Berlin ist der Abstand zwischen DM-Fillialen teilweise auch sehr gering. Auf dem Berliner Alexanderplatz gibt es 2 Fillialen, eine neben C und A und eine neben Saturn. Beide allerdings immer voll. Gleiches gilt für die Müllerstraße in Wedding. Auch hier sind 2 DM-Fillialen nah beieinander.
      Ich schätze den Abstand am Alexanderplatz und in der Müllerstraße auf maximal 50 Meter.
      Und der Abstand zwischen der Rossmann-Filliale im U-Bahnhof Alexanderplatz und Rossmann in den Rathaus-Passagen dürfte auch nur 50 Meter betragen.

      Auch der Abstand zwischen DM und Rossmann ist oft nicht weit, so dass die DM-Mitarbeiter keine weiten Wege zurücklegen müssen… am Berliner U-Bahnhof Tierpark sind Rossmann und Dm gegenüber, im Ring-Center gibt es Dm im Untergeschoß und Rossmann im 1. Stock.

      Nimmt Rossmann eigentlich Rabattgutscheine von Dm an? Dm-Mitarbeiter könnten ja sonst versuchen, diese dort abzugeben und dann noch mit einem Rossmann-Papiergutschein und den ganzen Gutscheinen in der Rossmann-App kombinieren…
      In einem bekannten Schnäppchenportal finden sich dazu auch noch Tipps rund um die App inkl. Strichcode-Tabelle, um die Coupons direkt vom Bildschirm in die App zu scannen.

    • Soweit ich weiß, zieht die entsprechende Filiale am Theater komplett um. Macht ja entsprechend Sinn bei der deutlich größeren Ladenfläche. Das man eine Filialen im Center und auf der Straße hat ist eigentlich recht smart, da mittelfristig rund um das Center sicherlich eine attraktive Lage entsteht

    • Hi Batman,

      das ist Service am Kunden; für DM lohnt sich es dann, wenn ein eigentlicher Rossmann Kunde eben seinen Einkauf und damit Umsatz bei DM macht. Verdienen tut man damit nicht wirklich mehr, es geht um den Mehrumsatz.

    • Die beiden Großen können es sich halt leisten, Marge gegen Marktanteil einzutauschen. Sonst gibt es ja nur noch Müller, die das ganze Gedränge (noch?) nicht zu interessieren scheint, und ein paar Reformhäuser. Selbst in den Bahnhöfen gibt es hier mittlerweile fast ausnahmslos Rossmann statt kleinerer Drogerien.

    • (Fairerweise muss man dazuschreiben, dass -zumindest hier- Müller ja den ganzen Irrsinn mit dem Akzeptieren von fremden Rabattscheinen angefangen hat. Irgendwie scheinen die sich aber nur für die richtig großen Lokale und klassischen Einkaufszentren zu interessieren.)

  • bei scharfen aktionspreisen liegen rossmann oder auch andere händler teilweise unter ihren regulären einkaufspreisen.
    Beispiel:

    regülärer EK-Preis Duschgel: 1,00€
    regulärer VK-Preis Duschgel: 1,20€
    Super-Mega-Hyper-Knüller-Preis: 0,79€

    Ich schätze mal, dm kauft aus zwei Gründen solche Artikel aus dem rossmann-Regal:

    1) der Preis ist dann tatsächlich günstiger als der eigene EK, weil Rossmann die Artikel subventioniert.
    2) Dadurch, dass dm die Artikel kauft und somit die Verfügbarkeit reduziert, schwächen sie die Wirkung der Aktion, da weniger echte Rossmann Kunden Zugriff auf das Mega-Angebot haben. Es kommt einfach schneller zu Out-of-Stocks

    BG

    • Das muss nicht zwangsweise Subventionierung sein, es könnte ja auch sein das Rossmann da etwas mit den Herstellern ausgehandelt hat für die Aktion, z.B. durch eine größere Abnahmemenge oder schlicht „Druck“ („Wir müssen mal die und die Aktion zusammen machen, sonst mach ich das mit Marke / Hersteller xyz oder verschlechtere die Platzierung / Whatever oder auch eine Kombination aus beiden.

      Sofern Die hersteller die Rosmman-Filialen nicht direkt beliefern sondern Rossmann da ein Zentrallager oder so hat könnten sich auch niedrigere Lieferkosten (400 EUR Anlieferung verteilen sich halt auf 10 Paletten besser als auf 4 sowie interne Handlingkosten (Kommissionierung im eigenen lager) besser auf die 10 Paletten als auf 4) sofern durch so eine aktion wirklich mehr verkauft wird

  • Es ist schon erstaunlich, dass der dm-Geschäftsführer damit zugibt, dass seine Einkäufer schlechter einkaufen als die Rossmann-Einkäufer.

    Außerdem unterstützt er mit dieser Maßnahme den Rossmann-Umsatz. Der hat den Umsatz sofort, dm muss die Artikel bei sich zu einem deutlich höheren Preis erst mal abverkaufen.

    Das klingt nicht sehr souverän.

    • Der dm-Mitarbeiter bringt eben nicht den gleichen Umsatz, wenn er z.B. das Duschgelangebot leerkauft, aber ansonsten nichts mitnimmt. Er schmälert überproportional den Gewinn und füllt günstig den eigenen Bestand. Markenduschgel hält sich lang genug und dreht nicht zu langsam. Zudem verfälscht er bei Rossmann noch die Metrik, was sich vielleicht auf zukünftige Angebotsaktionen auswirkt. Nicht nett, aber auch nicht dumm.

  • DM ist meist Marktführer bei den Preisen und m.E. verläßlicher bei der Bildung eines Preisbewußtseins für einen beliebigen Artikel ( wenn es nicht gerade um Pampers geht ). Rossmann torpediert dieses bewußt mit Sonderpreisen über eine oder mehrere Wochen, vermittelt „Preiskompetenz“ und zerschießt die Preise der Wettbewerber. Mittlerweile haben die Gespräche mit der Industrie aufgehört, wenn Rossmann betriebswirtschaftliches Harakiri betreibt. Rossmann bekommt schon lange von niemandem mehr bessere Preise als DM, egal wie groß die Mengen sind.

    Ich kann es daher sehr gut nachvollziehen, daß DM sich auf diese Weise bei dem Wettbewerber bedankt. Preisagressive Artikel die nicht verfühbar sind, schaffen unzufriedene Kunden.

  • Mir stellt sich die Frage: Gehen die dm- Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit bei Rossmann einkaufen? Bekommen sie ihr Fahrgeld erstattet? Ich finde es schon seltsam, sollten die Mitarbeiter nicht in der Filiale sein und sich um das Anliegen ihrer Kunden kümmern?

  • Beim Drogerie-Markt Müller nimmt man übrigens die 10%-Rabatt-Gutscheine von DM und Rossmann auch an. Das ist geringfügig eleganter, als den Kollegen das Regal zu räumen.

    • Zumal Drogerie-Markt Müller auch Vinyl im Angebot hat. In einer 300.000 Einwohner Stadt auch noch das beste Angebot (neben Nischenanbietern , da gibt es andere).

      Ich muss mir meine Rossmann-Coupons, die mit der Post kommen (warum auch immer?) gut einteilen. Dann noch den 3% Rabbat dazu, die Bons sammele ich bei anderen Kunden ein, und mein Plattenspieler freut sich über frisches schwarzes Gold.

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