„Werte passen nicht zusammen“: denn’s Biomarkt erklärt seinen Payback-Abschied

„Werte passen nicht zusammen“: denn’s Biomarkt erklärt seinen Payback-Abschied

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Ungewohnt deutlich begründet denn’s Biomarkt seinen Ausstieg bei Payback: Die Kunden hätten vermehrt erklärt, sich mit dem Bonusprogramm nicht wohl zu fühlen.

Partner und Sponsoren:

Seit Anfang Juni können Kunden der Biomarktkette denn’s an der Kasse keine Payback-Punkte mehr sammeln und bisher gesammelte Punkte auch nicht mehr gegen Prämien eintauschen. Nach fünf Jahren hat das Unternehmen seine Mitgliedschaft bei Payback beendet und bietet Kunden stattdessen das eigene Treueprogramm „Mein denn’s“ an (siehe Supermarktblog).

Supermarktblog-Leser Sven hat darauf hingewiesen, dass „Mein denn’s“ schon vor 2012 existierte und zu Gunsten von Payback eingestellt wurde. Warum sich denn’s Biomarkt für die erneute Aktivierung entschieden hat, war bislang unklar. Auf Supermarktblog-Anfrage wird man am Unternehmenssitz im bayerischen Töpen nun konkreter:

„Die Entscheidung gegen die Mitgliedschaft [bei Payback] ist eine Entscheidung für unsere Kunden. Wie sich herausgestellt hat, passen die Werte von denn’s Biomarkt und Payback nicht zusammen. Auch unsere Kunden haben uns vermehrt gespiegelt, dass sie sich mit dieser Kooperation nicht wohl fühlen. Deshalb haben wir mit ‚Mein denn’s‘ ein neues Treueprogramm komplett selbst entwickelt, bei welchem wir versichern können, wo genau die Daten liegen. Nicht zuletzt können wir die deutlich reduzierten Systemkosten in höhere Rabatte für die Kunden umwandeln.“

Das beinhaltet nicht nur die (naheliegende) Information, dass Payback sich die Teilnahme an seinem deutschlandweit etablierten Bonusprogramm von Partnerunternehmen ganz ordentlich bezahlen lässt.


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Sondern ist vor allem eine ungewöhnlich deutliche Bestätigung der Tatsache, dass zahlreiche Konsumenten Payback mit einem gewissen Misstrauen begegnen, weil für sie nicht nachvollziehbar ist, wie ihre Daten dort verwertet werden. (An einer umfassenden Aufklärung gegenüber anfragenden Journalisten ist Payback nach meinen Erfahrungen auch nicht unbedingt interessiert.)

Informationspreisgabe für Centbeträge

Dieses Misstrauen wird vom Handel gerne unter den Teppich gekehrt. Weil viele Unternehmen sich erhoffen, von den Daten zu profitieren, die die American-Express-Tochter über ihre Mitglieder erhebt (nicht mehr nur an der Kasse, sondern auch auf dem Weg zum Laden oder direkt am Regal – sofern sie die Payback-Smartphone-App installiert haben, die jetzt auch Rewe mit der Einführung von Payback Pay pusht).

Dieser vermeintliche Vorteil wird jedoch zum Bumerang, wenn Händler nicht registrieren, dass es einem Teil ihrer Kunden widerstrebt, kontiniuerlich Informationen über sich preiszugeben, bloß weil ihnen dafür Centbeträge gutgeschrieben werden. Im Laden dennoch jedes Mal die Teilnahme am Bonusprogramm aufgedrängt zu kriegen, hilft nicht gerade, die Kundenbeziehung nachhaltig zu festigen.

Kann sein, dass Konsumenten im Biomarkt besonders empfindlich darauf reagieren; kann auch sein, dass denn’s bloß kein Interesse hatte, weiter hohe Gebühren an Payback zu zahlen. Aber dass ein Händler auf das hört, was die eigene Kundschaft ihm kommuniziert, klingt eigentlich – angemessen und konsequent.

Fotos: Supermarktblog"


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9 Kommentare
  • Klingt zwar angenehm, wenn der Händler auf seine Kunden hört, aber ich glaube nicht so Recht, dass das tatsächlich der Auslöser für die Aktion war.
    Kunden, die Payback nicht nutzen wollen, lassen es. Punkt.
    Kunden, die ihre Daten nicht für ein paar Cent hergeben wollen, werden auch nicht an dem neuen Bonusprogramm teilnehmen.

  • Also ich habe mich oft an der Kasse beschwert und es auch von einigen anderen Kunden mitbekommen, die das ständige Fragen nervig fanden bzw. für einen Biomarkt einfach nicht passend fanden. Insofern dürfte das sicher ein Argument für den Ausstieg gewesen sein.

    • Und jetzt werrden Sie nach der denn´s Eigenen Karte (?) gefragt. Alos für sie ändert sich eigentlich nichts.

  • Ich frage mich seit Jahren was ein „Treueprogramm“ nutzt welches man auch bei der Konkurrenz einsetzen kann… Ich als Kunde muss mit Payback eben nicht treu sein. Das System funktionierte sowohl bei Denns als auch bei Alnatura. Analog dazu funktioniert es bei Rewe und Real.

  • Viel zu teuer der Saftladen, da geh ich lieber nach real u Rewe, und ob die sehen was ich kaufe ist mir scheissegal,durch die mehrfach Coupons komm ich im Jahr meist immer zw.17000 und 20000 payback Punkte, seit dem es Payback gibt nutze ich es und habe in den Jahren ca. 4100 € mir auszahlen lassen.

  • Und ich hab mich schon gewundert, warum ich nicht gefragt wurde als ich heute eine Zitrone kaufte. Darin ist dann aber wirklich ein großer Vorteil erkennbar: Das neue Kundenbindungsprogramm wird einem nicht so penetrant-nervig auf’s Auge gedrückt. Ausnahmslos jedes Mal wurde ich bei denn’s nach einer Payback-Karte gefragt (und einmal auch nach meiner Postleitzahl – ich dachte diese Unsitte wäre vor 10 Jahren bei Toys ‚R Us aufgegeben worden), mit dieser Konsequenz hat das kein anderer mir bekannter Markt durchgehalten. Und jetzt kann man einkaufen und bekommt einfach nur die Summe genannt. Herrlich.

  • Ich finde, man sollte ja komplett auf SB-Kassen umstellen, dann werden die armen Kunden überhaupt nicht mehr mit menschlicher Interaktion belästigt.

    • Dafür ertönt dann bei Real,- aus der SB-Kasse eine Stimme, deren 2. Satz nach Willkommen schon „Wenn Sie eine Payback-Karte haben, scannen Sie diese bitte“ ist. Durch Klick auf das durchgestrichene Lautsprechersymbol allerdings sofort abschaltbar.

      Falls ich tatsächlich mal nach einer PLZ gefragt werde (lange schon nicht mehr) nenne ich immer 27498 und unterstüzte die Aktion „Fachmärkte für Helgoland“. Gibt dazu leider nur noch ältere Einträge aus 2008, wie z. B. http://www.spieleplanet.eu/showthread.php?t=45075&langid=4

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