Start in allen Filialen: So funktioniert der digitale Pfandbon mit Lidl Plus

Start in allen Filialen: So funktioniert der digitale Pfandbon mit Lidl Plus

Inhalt:

Lidl macht ernst mit digitalen Pfandbons. Auch außerhalb des bisherigen Testgebiets fordern Automaten Lidl-Plus-Mitglieder inzwischen aktiv zur App-Nutzung beim Leergut-Recycling auf. Neue Scan-&-Go-Schilder deuten zudem auf weitere Digitalisierung hin. (Text aktualisiert.)

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Was vor einigen Monaten noch ein Test in ausgewählten Filialen war (siehe Supermarktblog), scheint jetzt ausgeweitet zu werden: Lidl treibt die flächendeckende Einführung digitaler Pfandbons voran. In zahlreichen Filialen außerhalb des bisherigen Testgebiets fordern die Pfandautomaten Kund:innen inzwischen aktiv zur Nutzung der papierlosen Funktion auf, die städteübergreifend in der Lidl-Plus-App freigeschaltet ist.

„Pfandbon? Jetzt digital. Der neue E-Pfandbon ist da. Jetzt in deiner Lidl Plus App.“

So werden Kund:innen per Aufkleber und Touchscreen am Pfandautomaten auf die Neuerung aufmerksam gemacht, für die die Lidl-Plus-App auf dem Smartphone installiert sein muss.

Auf der App-Startseite tippt man auf die Schaltfläche „Ich möchte Leergut zurückgeben“, woraufhin sich ein QR-Code-Scanner eröffnet, der dazu animiert, den vom Automaten angezeigten Code zu erfassen.

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„Bitte lege dein Leergut ein oder scanne diesen QR-Code mit deiner Lidl Plus App, um deinen Pfandbon in der App zu erhalten.“

Per QR-Code-Scan lässt sich das eigene Lidl-Plus-Konto zur Bonausgabe verknüpfen; Foto: Smb

Die Darstellung am Automaten unterscheidet sich je nach Modell und Größe des Touchscreens, der dort zum Einsatz kommt. (Auf manchen wird direkt „Hol dir deinen Pfandbon“ mit scanbarem QR-Code eingeblendet.)

„Glückwunsch!“ zum neuen Pfandbon

Ist der Scan erfolgt, meldet der Automat, mit Lidl Plus verbunden zu sein und gibt sich „bereit“ für den Leergutempfang. In der App heißt es: „Identifizierung erfolgreich.“

Sind die Flaschen verschluckt, bedankt sich die Maschine „für das Recycling“ und erklärt:

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„Herzlichen Glückwunsch! Ein neuer Pfandbon wurde erstellt. In Kürze steht er dir in deiner Lidl Plus App zur Verfügung.“

Allzu lange Zeit lassen sollte man sich beim Einlegen der Flaschen allerdings auch in diesem Fall nicht: nach zehn Sekunden wertet der Automat den Vorgang als abgeschlossen und erstellt den E-Bon automatisch. Wer zu lange in der Tasche kramt, muss also im Zweifel nochmal scannen und einen weiteren Bon anlegen. (Was aber problemlos möglich ist.)

Die Pfandbeträge werden innerhalb weniger Sekunden in der Lidl-Plus-App als Guthaben hinterlegt. In einer Übersicht ist aufgelistet, welche Pfandbons noch „verfügbar“ sind, und welche Beträge in der Vergangenheit bereits „erstattet“ wurden. Die Gutschrift wird – falls nicht anders eingestellt – automatisch mit dem Zahlbetrag verrechnet, sobald der Lidl-Plus-Code das nächste Mal an der Kasse gescannt wird.

Will man nur einzelne Bons einlösen und andere aufsparen, kann man das in der App auswählen.

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Auch manuelle Einlösung möglich

Eine Einschränkung aus der analogen Welt hat Lidl mit ins Digitale genommen: Jeder Pfandbon kann (derzeit) nur in der Filiale eingelöst werden, in der er zuvor erstellt wurde.

Die Einlösung lässt sich auch separat anstoßen – indem man auf „Ist etwas schiefgelaufen?“ klickt. Daraufhin erscheint ein separater QR-Code in der App, mit dem ausschließlich das gesammelte Pfand an der Kasse eingelöst und ausbezahlt werden kann („Mit jedem QR-Code lassen sich bis zu 10 Pfandbons einlösen, beginnend mit dem ältesten Pfandbon“).

Bei meinen bisherigen Einlöseversuchen hat die Verrechnung problemlos funktioniert – auch an der SB-Kasse, wo es natürlich besonders praktisch ist, nicht extra noch Papierbons scannen und einwerfen zu müssen.

Der digitale Pfandbon lässt sich übrigens auch dann noch anfordern, wenn man gerade schon dabei ist, Flaschen in den Automaten einzulegen – man drückt die entsprechende Schaltfläche „Digitaler Pfandbon“ am Automaten, muss dann aber wieder sehr schnell sein Handy zücken und die App öffnen, um zu scannen – sonst gibt’s nach zehn Sekunden doch Papier.

Der digitale Pfandbon lässt sich auch noch anfordern, wenn schon erste Flaschen eingelegt wurden; Foto: Smb

Vorsicht vor der Konto-Löschung

Laut den Lidl-Plus-Nutzungsbedingungen (pdf) sind digitale Pfandbons für drei Jahre gültig, beginnend mit dem Start des Folgejahres nach der Erstellung. Wird das verknüpfte Lidl-Plus-Konto gelöscht, verfallen sämtliche noch nicht eingelösten Pfandbons unwiderruflich. Eine Wiederherstellung ist dann nicht mehr möglich.

Noch im Februar, als hier im Blog schon einmal über die Initiative berichtet wurde, testete Lidl digitale Pfandbons in ausgewählten Filialen. Damals war unklar, ob und wann eine bundesweite Einführung erfolgen würde. Die aktuellen Beobachtungen lassen darauf schließen, dass der Discounter damit nun ernst machen könnte.

Zu einer offiziellen Bestätigung wollte man sich in Bad Wimpfen aber dennoch nicht durchringen. Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt eine Sprecherin, man befinde sich „in einigen Filialen von Lidl in Deutschland in der Testphase“:

„Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Angaben zum digitalen Pfandbon machen möchten.“

Scan & Go als nächster Schritt?

Auch die nächsten Schritte der von Lidl vorangetriebenen Digitalisierung zeichnen sich ab: In den Filialen werden derzeit die Schilder über den Self-Checkouts ausgetauscht. Die neuen weisen nicht mehr auf „SB-Kassen“ hin. Stattdessen steht dort nun explizit:

„Scan&Go Kasse – Zahlung nur mit Karte oder Lidl Pay“

SB-Kassen sind bei Lidl jetzt „Scan&Go Kassen“; Foto: Smb

Die Änderung lässt sich als Indiz dafür deuten, dass Lidl auch die Scan-&-Go-Funktion, die bislang in sieben Filialen getestet wird (siehe Supermarktblog), auf weitere Märkte ausweiten will. Bei Scan & Go erfassen Lidl-Kund:innen die Barcodes der von ihnen gekauften Artikel während des Einkaufs selbst mit der Lidl-Plus-App auf ihrem Smartphone. Der Gesamtbetrag muss nachher an die SB-Kasse übertragen und dort bezahlt werden.

Bislang steht die Funktion in Neckarsulm, Koblenz, Unna, Dachau, Lübben, Mosbach-Diedesheim und Salzgitter-Bad zur Verfügung. In weiteren Märkten – auch solchen mit den neuen Schildern – ist sie aktuell (noch) nicht freigeschaltet (Stand: Donnerstag).

Test, Test, Test

Die Verknüpfung der oben beschriebenen Funktionen ergibt auf jeden Fall Sinn: Digitale Pfandbons sind ein wichtiger Baustein für Scan & Go, da Kund:innen dabei fast ihren gesamten Einkauf (bis auf die Bezahlung) über die App abwickeln. Auch in dieser Hinsicht gibt sich Lidl zugeknöpft und verrät nicht, ob der deutschlandweite Roll-out bevorsteht oder lediglich der Test erweitert wird. Die Sprecherin:

„Um unseren Kunden eine weitere innovative Bezahl- und Checkoutmöglichkeit anzubieten, testen wir die neue ‚Scan & Go‘-Funktion innerhalb der Lidl-Plus-App in verschiedenen Filialen von Lidl in Deutschland.“

Ziel sei es, „einen möglichst einfachen und entspannten Einkauf zu ermöglichen, Wartezeiten an den Kassen zu reduzieren, das Ein- und Auspacken von Produkten zu vereinfachen und eine ständige Kontrolle über Ausgaben und Ersparnisse zu gewährleisten“.

Ob Lidl mit der späten Einführung erfolgreich sein wird, hängt maßgeblich von der Nutzer:innenakzeptanz ab, die an eine möglichst fehlerfreie Umsetzung geknüpft sein wird.


Nachtrag, 22. Juli: Fünf Tage nach der Supermarktblog-Meldung bestätigt Lidl nun auch offiziell den Start des digitalen Pfandbons („ab Montag, den 4. August“). Vermutlich weil klickgetriebene Medien fälschlicherweise suggeriert hatten, der digitale Pfandbon ersetze den aus Papier, stellt die Handelskette zudem klar : „Alle Kunden haben weiterhin die Möglichkeit, den Papierbon zu wählen.“ Neu ist: „Sowohl digitale als auch gedruckte Bons können in jeder Filiale deutschlandweit eingelöst werden.“ Innerhalb der Lidl-Plus-App heißt es unter „So funktioniert’s“ weiterhin: „Der Pfand wird nur in der Filiale erstattet, in der du dein Leergut zurückgegeben hast.“ Das dürfte sich demnächst ändern.

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5 Kommentare
  • ich finde die Funktion mit der digitalen Möglichkeit den Pfandflasche perfekt. was aber im Artikel falsch beschrieben wird, dass die Einlösung nur in der jeweiligen Filiale möglich sei. bei meinen Tests war dies jedesmal in einer anderen Filiale möglich. vielleicht war ich einer der Tester, bei dem es so möglich war, aber es ist mega bequem. einfach kurz zu Lidl das Leergut abgeben und später in einer anderen Filiale beim Einkauf einzulösen.. ich hoffe , dass es weiterhin so leicht bleibt..

    • Dass die Einlösung in derselben Filiale erfolgen muss, steht so in den Nutzungsbedingungen und würde mir auf Anfrage beim Lidl Kundenservice diese Woche noch mal bestätigt. Heißt aber ja nicht, dass das so bleibt.

    • Mega gut dieses System. Und echt einfach und praktisch. Zum Thema Pfandabgabe: Hatte dies bei einem Test in der Filiale in der Warschauer Straße am U-Bahnhof sowie in der obern Filiale in der Märrkischen Allee jeweils Pfand abgegeben und bei einem Einkauf in der Filiale bei GALERIA am Kudamm voll einlösen können. …

  • Ganz sauber funktioniert es bisher nicht. Man muss aktiv in die Benachrichtigung zur Glocke und die Gutsschriftbestätigung dort einmal öffnen. Tut man das nicht, wird das vorhandene (und auf der Startseite sichtbare) Guthaben nicht verrechnet (trotz 15min im Laden rumtrödeln. Klickt man sich hingegen dort durch, geht die Verrechnung innerhalb <1min). PS: Filialübergreifende Einlösung hier auch nicht möglich (Filiale Frankfurter Allee)

  • Seit kurzem werden bei meiner Lidl Filiale einfach Pfandflaschen gefressen, ohne dass überhaupt was gutgeschrieben wird. Dann wird man noch belehrt, man hätte versehentlich auf „Spende“ gedrückt…

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