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Lidl verspricht Kund:innen, die sich für die Lidl-Plus-App registrieren, zahlreiche Vorteile: Rabatt-Coupons, in Prämien eintauschbare Bonuspunkte, wechselnde Vergünstigungen. Beim Scan an der Kasse werden die Vorteile in der Regel automatisch verrechnet. Manchmal aber passiert genau das nicht.
Im Netz wächst die Zahl der Klagen darüber, dass Lidl-Plus-Coupons für Gratis-Produkte trotz korrekter Aktivierung an der Kasse nicht berücksichtigt werden. In Bewertungen der App taucht das Problem wiederholt auf.
Was kann man als Kund:in tun, wenn trotz Gratis-Zusage in der App auf dem Bon nachher der volle Preis steht? Mehr, als die App vermuten lässt.
Vorab-Check: Selbst schuld?
Nicht jedes Rabatt-Versäumnis ist automatisch ein App-Fehler – manche Stolperfallen liegen tatsächlich auf der Kund:innenseite. Eine einfache Checkliste:
Coupon aktiviert? Lidl-Plus-Coupons müssen vor dem Einkauf manuell in der App aktiviert werden – das gilt auch für Gratis-Produkte, die bislang über den „Rabattsammler“ erspielt wurden und für Prämien, die man sich für die gesammelten Lidl-Punkt aussucht. Ohne Aktivierung kein Rabatt.
Richtiges Produkt erwischt – die PLU-Falle. Der Coupon gilt ausschließlich für die Produktvariante, die in den Coupon-Details der App angegeben ist – erkennbar an der dort hinterlegten PLU-Nummer. Vorsicht: Manchmal gilt ein Coupon auch nur für eine bestimmte Mengenvariante des abgebildeten Artikels – etwa für eine 125-g-Packung, nicht aber für die 175-g-Variante desselben Produkts. Das bedeutet: Beim Auswählen genau hinsehen, was man aus dem Regal greift.
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Mindesteinkaufswert erreicht? Manche Coupons setzen einen bestimmten Bonbetrag voraus.
Coupon noch gültig? Manche Aktionscoupons laufen schneller ab, als man denkt.
Wenn du all das geprüft hast und der Rabatt trotzdem nicht eingelöst wurde, ist das vermutlich kein Einzelfall – und man kann sich beim Lidl-Kund:innenservice um eine nachträgliche Erstattung bemühen.
Nachträglicher Rabatt: So geht’s
In der Plus-App gibt es aktuell keinen direkten Reklamationsweg für nicht eingelöste Coupons. Der Chat mit der App-KI, der man das Anliegen schildern kann, ist mühselig. Der deutlich schnellere Weg zum Ziel führt oftmals über eine direkte E-Mail an die in den Teilnahmebedingungen angegebene Adresse:
Hilfreich ist es, folgende Informationen und Belege mitzusenden:
- Um welches nicht rabattierte Produkt es geht
- Foto oder pdf-Beleg des Kassenbons aus der App
- Screenshot des aktivierten Coupons aus der App (direkt nach dem Einkauf anfertigen, um Ablauf zu vermeiden)
Eine Vorlage zum Kopieren und Anpassen:
Hallo, bei meinem Einkauf am [Datum] in der Filiale [Ort/Filialnummer] wurde ein aktivierter Coupon trotz Scan meiner Lidl-Plus-Kundenkarte nicht eingelöst. Konkret: [Coupon-Bezeichnung, ggf. Artikelnummer]. Auf dem Kassenbon wurde der Rabatt nicht (bzw. nicht vollständig) berücksichtigt. Im Anhang finden Sie Kassenbon und Screenshot des aktivierten Coupons. Ich bitte um Prüfung und Gutschrift des entgangenen Betrags. Freundliche Grüße [Name, ggf. registrierte Lidl-Plus-E-Mail-Adresse]
Bei meinem eigenen Test kam die Antwort bereits innerhalb weniger Stunden – spätestens will sich Lidl innerhalb von „2 Arbeitstagen“ melden.
„Sorry Coupon“ statt Gutschrift
Eine nachträgliche Korrektur des Kassenbons sei „generell nicht möglich“, schreibt der Lidl-Kund:innenservice. Stattdessen bekommt man für kleinere entgangene Rabatte einen pauschalen Wertcoupon über 3 Euro in die App geladen – der dort als „Sorry Coupon“ auftaucht (und natürlich manuell aktiviert werden muss). Die Bedingungen:
- Mindesteinkaufswert: 3 Euro
- Einlösbar in Filiale und Online-Shop
- Gültigkeit: 30 Tage ab Ausstellung
Die 3 Euro sind eine Pauschale, unabhängig vom entgangenen Rabattwert.
Wie verbreitet ist das Problem?
In den Bewertungen der Lidl-Plus-App tauchen entsprechende Schilderungen in den vergangenen Monaten wiederholt auf. Auch Supermarktblog-Leser:innen berichten, das Problem zu kennen. Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung, dass ein solcher Schluckauf beim Einlösen vorkommen kann.
Dass der Kund:innenservice einen standardisierten „Sorry Coupon“ einsatzbereit vorhält und auf entsprechende Reklamationen routiniert reagiert, spricht ebenfalls dagegen, dass es sich um ein punktuelles Phänomen handelt.
Was sagt Lidl?
Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt Lidl, dass Kund:innen die App „wie gewohnt nutzen und von allen Vorteilen wie beispielsweise den Coupons profitieren“ könnten. Und:
„Eine Störung ist uns nicht bekannt.“
Auf die Fragen nach Häufigkeit, Ursache und betroffenen Coupon-Arten geht die Pressestelle nicht ein – mit dem Hinweis, „zu internen Prozessen oder Zahlen grundsätzlich keine Angaben“ zu machen. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, was Nutzer:innen tun können, um sicherzugehen, dass Coupons bei Ihnen so wie in der App versprochen einlösbar sind.
Daran, in der App einen direkten Reklamationsweg für nicht eingelöste Coupons einzuführen (etwa per Button), scheint Lidl derzeit kein Interesse zu haben.
Fazit
Lidl Plus ist – wie jedes Programm zur Kund:innenbindung – ein Versprechen: App nutzen, Rabatt einlösen. Wird dieses Versprechen technisch nicht zuverlässig eingehalten, ist das ärgerlich. Wenn zudem der einfachste Reklamationsweg nirgends prominent kommuniziert wird, dann ist das eine Designentscheidung, über die man reden kann.
Bis sich daran etwas ändert, hilft Betroffenen vorerst, Lidl selbst in die Pflicht zu nehmen – für die Versprechungen, die der Discounter im Tausch gegen die Daten zum eigenen Einkaufsverhalten macht: Bon prüfen, Screenshot machen, Mail schicken.
Danke an BlueKO!
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