Bio im LEH – Mehr Umsatz und mehr Kunden
Anzeige. Der folgende Text stammt von BioHandel.
Das Kühlregal ist der Ort im Markt, an dem Bio konkret wird. Denn Bio-Milch- und Molkereiprodukte liefern das, was Bio-Qualität ausmacht: erklärbare Unterschiede zur konventionellen Ware. Die Basis ist eine andere – Bio-Milch stammt aus ökologischer Landwirtschaft. Die Kühe haben mehr Platz, meist Weidegang und bekommen Bio-Futter. Zusatzstoffe und Antibiotika sind streng begrenzt. Zudem enthält Milch von Kühen mehr Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäure, egal ob im Joghurt, im Kefir oder im Käse. Und die Nachfrage steigt stark.
Laut BÖLW Branchenreport 2026 verzeichnete Bio-Joghurt 2025 ein Mengenwachstum von 13,4 Prozent und ein Umsatzplus von 15,5 Prozent. Bio-Quark legte beim Umsatz um 14,7 Prozent zu.
Während Discounter im Segment vor allem auf Handelsmarken setzen, bieten Fachhandelsmarken wie Berchtesgadener Land, Andechser, Söbbeke oder Schwarzwaldmilch genau das, womit Vollsortimenter punkten können: Sortimentstiefe, Beratungskompetenz und Produkte mit Geschichte.
Die Sortimentsstrategie: Fachhandelsmarken als Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Discount einsetzen, Trendsegmente aktiv inszenieren statt nur zu listen – und das Kühlregal als Ort der Beratung begreifen.
Das online Magazin und die Veranstaltungen der BioHandel Akademie berichten aktuell und praxisnah für mehr Umsatz und mehr Kunden mit Bio im LEH. Ihr Erfolg fängt hier mit dem Abonnement des BioHandel LEH Newsletter an.
Fünf Trends, ein Sortiment
1. Darmgesundheit und Fermentation
Das Interesse vieler Verbraucher am Mikrobiom – der Gemeinschaft von Mikroorganismen im Darm – hat fermentierte Lebensmittel in den Fokus gerückt. Kefir profitiert davon besonders: Das traditionell durch Milchsäurebakterien fermentierte Getränk enthält lebende Kulturen, die die Darmgesundheit unterstützen können, zudem viel Kalzium und Proteine.
Die Milch für Bio-Kefir stammt von Kühen aus ökologischer Tierhaltung, das heißt, sie haben mehr Platz, bekommen Weidezugang und Bio-Futter. Die Fermentation von Bio-Kefir erfolgt ohne Zusatzstoffe. Künstliche Aromen und Farbstoffe, Gelatine oder modifizierte Stärke sind bei Bio nicht erlaubt.
Dass das Segment wächst, zeigen aktuelle Produktentwicklungen: Berchtesgadener Land hat seinen Bio-Kefir mild in Demeter-Qualität auf 15 lebende Kulturen erweitert (zuvor: 8), eine 400-Gramm-Packung enthält nun rund 6 Milliarden lebende Mikroorganismen. Schwarzwaldmilch bringt im Mai 2026 einen fettarmen Bio-Kefir mild mit 13 Kulturen auf den Markt. Probiotische Joghurts wie der ABC-Joghurt von Schrozberger bedienen denselben Trend.
💡 Für die Regalgestaltung: Ein kleiner Themenblock mit fermentierten Bio-Produkten und kurzem Infoaushang zum Mikrobiom positioniert den Markt als kompetenten Ansprechpartner für ein Thema, das viele Kunden gerade aktiv beschäftigt.
2. Proteinreich und kalorienarm
Ernährungsbewusste Kunden suchen Produkte mit viel Protein und wenig Fett – und Bio-MoPro hat starke Antworten darauf. Skyr und Magerquark haben sich als bevorzugte Wahl dieser Zielgruppe etabliert: Beide liefern besonders hohe Proteingehalte bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil. Berchtesgadener Land, Andechser und Schrozberger führen Skyr im Bio-Sortiment, Söbbeke und Schwarzwaldmilch bieten Magerquark an.
💡 Für die Regalgestaltung: Ein Hinweis auf den Proteingehalt direkt am Regal spricht eine Zielgruppe an, die sonst eher bei Sportlernahrung unterwegs ist – und Bio-Qualität schätzt, sobald sie darauf aufmerksam gemacht wird.
3. Genuss und Qualität: Fruchtjoghurt
Fruchtjoghurt ist das Einstiegsprodukt in die Bio-Welt des Kühlregals – und ein Segment, das vom wachsenden Wunsch nach Transparenz und natürlichen Zutaten profitiert. Er kommt ohne künstliche Aromen und synthetische Farbstoffe aus. Der Fruchtanteil von zehn bis 13 Prozent wird separat in der Zutatenliste ausgewiesen – bei vielen konventionellen Produkten erscheint dagegen nur der Gesamtanteil der Fruchtzubereitung, inklusive Zucker, Dickungsmitteln und Aromen. Einige Hersteller fermentieren ihren Joghurt bis zu 16 Stunden – dreimal länger als nötig – für mehr Aroma und cremigere Textur.
💡 Für die Regalgestaltung: Fruchtjoghurt ist ein Impulskauf-Produkt. Wer die Transparenz beim Fruchtanteil und den Verzicht auf künstliche Aromen und synthetische Farbstoffe aktiv kommuniziert, gibt Kunden einen konkreten Grund, zur Bio-Variante zu greifen.
4. Käse aus Heumilch
Handwerklich hergestellter Käse aus hochwertiger Milch – dieser Wunsch nach Ursprünglichkeit und Qualität treibt das Interesse an Heumilch-Spezialitäten. Kühe, die Heumilch geben, fressen im Frühjahr, Sommer und Herbst frische Gräser und bekommen im Winter ausschließlich Heu – Silage ist tabu. Das macht ihre Milch reicher an Omega-3-Fettsäuren und konjugierter Linolsäure, verleiht dem Käse mehr Aroma und macht synthetische Farbstoffe überflüssig.
Heumilch ist selten: Nur etwa drei Prozent der europäischen Kuhmilch werden nach diesem Standard produziert. Seit 2016 steht die Bezeichnung unter EU-Schutz, und entsprechend produzierter Käse kann mit dem blau-gelben EU-Gütesiegel für garantiert traditionelle Spezialitäten (g.t.S.) ausgezeichnet werden.
💡 Für die Regalgestaltung: Heumilchkäse funktioniert am besten an der Frischetheke, aktiv kommuniziert. Verkostungen erzeugen Wiederkäufer – gut temperierter Bergkäse mit einem Glas Weißwein ist ein klassischer Einstieg. Spezialisierte Bio-Käsegroßhändler bieten regelmäßig Schulungen für Verkaufspersonal an.
5. Convenience
Joghurt, Skyr und Kefir sind ideale Zwischenmahlzeiten: fertig portioniert, keine Zubereitung, hoher Nährwert.
💡 Für die Regalgestaltung: Ein saisonal wechselnder Frühstücks- oder Snack-Bereich im Kühlregal – ergänzt durch Bio-Müsli oder Nüsse aus dem Trockenregal – macht den Convenience-Aspekt sichtbar und kann Verbundkäufe auslösen.
Fazit
Bio-Joghurt, Bio-Quark, Bio-Kefir, Bio-Skyr: Die Wachstumszahlen sind kategorienweit stark, die Trends sind klar, und die Markenhersteller liefern Produkte, mit denen sich selbstständige Händler vom Discount abheben können. Bio-MoPro liefert die Argumente. Kaufleute müssen sie nur sichtbar machen.





Neueste Kommentare