Platz da! Wo Amazon im Ausland überall seine Paketstationen installiert

Platz da! Wo Amazon im Ausland überall seine Paketstationen installiert

Inhalt:

Deutsche Kunden müssen zum Abholen an die Tanke. In anderen Ländern stellt Amazon seine Paketstationen in Supermärkte und Einkaufszentren. Ein Überblick.

Partner und Sponsoren:

In Deutschland hat sich Amazon bekanntlich mit der Tankstellenkette Shell verpartnert, um Plätze für seine Abholstationen-Großfamilie zu finden (siehe Supermarktblog). In anderen Ländern stehen die Amazon Locker eher an Orten, die weniger auf motorisierte Kunden ausgerichtet sind.

Einkaufszentren

Ausgerechnet dort, wo die ärgste Konkurrenz sitzt, stellt Amazon z.B. in Großbritannien und Frankreich seine Pakete zu: in Einkaufszentren. Ob das hierzuland denkbar wäre? Ketten, die teure Center-Mieten bezahlen, würden sich vermutlich bedanken, wenn sie einen ihrer größten Wettbewerber als Box direkt vor die Nase gesetzt bekämen.

In Großbritannien haben Center-Betreiber Zwischenlösungen gefunden, um eine mögliche Konfrontation zumindest abzumildern. Die Locker werden dort hingesetzt, wo sie wirklich nur für Kunden sichtbar sind, die danach suchen. Und für alle, die ganz, ganz dringend mal austreten müssen: auf dem Weg zum Klo, so wie im Londoner Center One New Change. (Wo der Locker übrigens auf den fantastischen Namen „Faust“ hört.)

Banken

In Texas macht der Handelsriese gemeinsame Sache mit der BBVA Compass-Bank, die aktuell elf ihrer Filialen im Raum Austin mit Locker-Boxen ausgestattet hat. Auch für Deutschland wäre das gar keine schlechte Idee: Die Zahl der Filialen geht wegen angekündigter Schließungen wie die der Deutschen Bank zwar zurück; aber es dürften noch genug Vorräume übrig bleiben, in denen neben dem Geldautomaten Platz für ein anthrazitfarbenes Locker-Brüderchen bliebe.

Der Vorteil ist: Den Banken kommt Amazon mit seiner permanenten Geschäftsmodellerweiterung derzeit (noch) nicht in die Quere.

Supermärkte

Träum weiter, Amazon: Rewe oder Lidl werden wohl kaum Verkaufsfläche für Boxen freiräumen, auf die alternativ auch ein kundenbezirzender Brötchenknast passt. Deutlich weniger Berührungsängste haben britische Supermarktketten wie The Co-Op. In deren Läden sind die ursprünglich gelben Abholstationen zwar notfalls auch mal zwischen Windeln und Konserven gequetscht oder hinter die Kassen geschoben (Titelfoto oben).

Aber offensichtlich überwiegt die Hoffnung, dass Paketabholer auch noch ein paar Spontaneinkäufe erledigen, wenn sie schon mal im Laden sind. (Und diese nicht einfach per Prime Now oder Fresh nachhause ordern.)

Mit Morrisons gibt’s sogar eine zweite britische Kette, die Locker in ihren Märkten aufgestellt hat.

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Allerdings kooperiert Morrison ohnehin mit Amazon und liefert Eigenmarken für den Lebensmittel-Bringdienst Fresh. (Mal sehen, wie lange das gut geht.)

Sie kennen weitere Locker-Standorte, die hier fehlen? Komplettieren Sie die Liste doch in den Kommentaren!

Fotos: Supermarktblog

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3 Kommentare
  • The Co-op sind in Großbritannien ja eher Tante Emma Läden auf dem Land (besonders in Schottland). Oftmals auch die einzige Einkaufsmöglichkeit in weiterer Umgebung. Dass Amazon Fresh dorthin liefert, ist mal nicht wahrscheinlich. Im Gegenteil setzt Co-op damit ja seinen Ansatz um, der Zentrale Anlaufpunkt in den Dorfgemeinschaften zu sein.

    • Das mag sein, allerdings ist The Co-op auch in London stark vertreten und setzt dort stark auf kleinere Convenience-Läden für schnelle Einkäufe (kürzlich sind zahlreiche Neueröffnungen angekündigt worden), die sich durchaus an Kunden richten, die auch Amazon mit Prime Now und Fresh im Blick haben dürfte. Außerdem dürfte die Notwendigkeit für Amazon Locker in kleineren Dörfern nicht so groß sein wie in der Stadt.

  • Installation der Boxen IN deutschen Supermärkten hätte natürlich den Nachteil, dass der Kunde sonntags nicht an die Locker herankommt. Ob das so clever wäre?

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