App-Abstürze, Chaos-Überprüfungen, „Unbekanntes Produkt“: Wie Rewe Scan & Go versiebt

App-Abstürze, Chaos-Überprüfungen, „Unbekanntes Produkt“: Wie Rewe Scan & Go versiebt

Inhalt:

Ende 2020 meldete Rewe stolz, in zahlreichen Märkten Scan & Go anbieten zu wollen. Doch die Begeisterung scheint schnell wieder abgeebbt zu sein. In manchen Filialen ist die Technologie schon wieder abgebaut. Es ist ein Scheitern mit Ansage.

Partner und Sponsoren:

Irgendwer in der Kölner Rewe-Zentrale hat beim Abstauben im vergangenen Jahr die Schatulle gefunden, in der die Zukunft drin war, und nach dem Öffnen eine leidenschaftlich formulierte Pressemitteilung publiziert. „Wir geben Gas“, ließ sich Rewe-Bereichsvorstand Peter Maly darin zitieren und versprach, „unsere Innovationsführerschaft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel“ „untermauern“ zu wollen. Dass dies mit dem zügigen Ausbau einer Technologie geschehen sollte, die in anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren ganz selbstverständlich in den Einkaufsalltag zahlreicher Supermarkt-Kund:innen integriert ist, hätte da vielleicht schon ein klitzekleines bisschen stutzig machen können.

Aber es war ja trotzdem ein Signal: Dass es endlich auch eine deutsche Handelskette gestatten würde, Produkte während des Einkaufs zu scannen, direkt einzupacken und – mit kleinem Umweg über die SB-Kasse – schnell zu bezahlen (siehe Supermarktblog). Toll!

Um den Jahreswechsel sollten laut Rewe-Mitteilung bundesweit 100 Märkte mit der so genannten Scan-&-Go-Technologie ausgestattet sein, die entweder per ausleihbarem Handscanner oder per App mit dem eigenen Smartphone funktioniert. Anschließend ist die Begeisterung offensichtlich direkt wieder ins Stocken geraten.


Ende Mai dieses Jahres hieß es aus Köln, die Zahl der Scan-&-Go-fähigen Märkte habe sich „moderat erhöht auf rund 110“.

Die Waagen sind wieder weg

Und in den ersten Filialen scheint Rewe die so leidenschaftlich angekündigte Innovation inzwischen bereits wieder abgebaut zu haben – so wie im Frankfurter Nordwestzentrum (NWZ), wo sich Supermarktblog-Leser Dominik S. gewundert hat, dass die benötigten Waagen für loses Obst und Gemüse und die Handscanner schon wieder verschwunden sind:

„Skurril ist, dass weiterhin kleinere [auf Scan & Go] hinweisende Werbemittel im Markt rumhängen, die vielleicht aus Betriebsblindheit noch nicht entfernt wurden. Es werden aber weniger. Auf den elektronischen Preissschildern von Obst und Gemüse sind die Hinweise auf die korrekte S&G-Einbuchung noch da, nutzen aber meist nichts ohne Waagen. Etwas ulkig sind die Bodenpunkte, die vom Eingang her zur Handscanner-Ausgabe-Säule wiesen, jetzt aber nur noch auf einen Desinfektionsmittelspender.“

Die Handscanner-Station im Rewe NWZ ist wieder abgebaut, nur der Bodenaufkleber ist übrig; Foto: Dominik S.

Wie kann das sein, dass die Untermauerung so schnell schon wieder eingestellt worden ist?

Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt ein Rewe-Sprecher:

„Scan & Go ist ein moderner Service, der bewusst in unterschiedlichen Standorten installiert wurde, um Erfahrungen zu sammeln. Insofern ist es nur sinnhaft, Hardware in andere Märkte mit mehr Potential zu verlagern, wenn an vorheriger Stelle die Nutzung nach längerem Testzeitraum unter den Erwartungen geblieben ist.“

Rumpelige Integration

Okay, die Kund:innen im Nordwestzentrum scheinen den Service also nicht so gut angenommen zu haben. Und, mit Verlaub: Wer würde ihnen das auch verübeln wollen, bei der rumpeligen Integration in den Einkausfablauf, die sich Rewe in den vergangenen Monaten mit der angeblichen Zukunftstechnologie geleistet hat?

In den Berliner Märkten, in denen ich Scan & Go bisher nutzen konnte, darf zwar weiterhin schon während des Einkaufs gescannt werden. Ein Vergnügen ist das aber nur in Ausnahmefällen. Und der Erwerb von größeren Mengen frischem Obst und Gemüse zählt zum Beispiel eher nicht dazu.

Das liegt gar nicht mal daran, dass lose Ware einzeln auf eine herkömmliche Waage gelegt und übers Touchscreen-Menü ausgewählt werden muss, um Barcodes auszudrucken, die anschließend mit der App erfasst werden. (Was sich z.B. mit automatischer Warenerkennung und QR-Code-Anzeige auf dem Bildschirm sehr viel eleganter lösen ließe.)

Deutlich nerviger ist, dass die Smartphone-App beim Scannen regelmäßig an Produkten scheitert, deren Barcode vom abpackenden Unternehmen wohl zu liederlich auf die Packung gedruckt worden ist. In der App heißt es dann per Pop-up:

„Hinweis! Unbekanntes Produkt
Wir helfen Ihnen an der Kasse weiter.“

Und als Kunde bin ich gezwungen, „OK“ zu drücken, obwohl es das natürlich nicht ist – weil ich ja dank Scan & Go gar nicht an die reguläre Kasse will.

Jede. Ziffer. Einzeln.

Dass der Barcode auch auf den E-Preisschildern am Regal abgebildet ist, hilft leider oft auch nicht: zu schlecht ausgeleuchtet, unpraktisch befestigt – und das Ergebnis ist, egal ob bei den regionalen Erdbeeren aus Brandenburg oder bei den Plattnektarinen aus Spanien, wieder:

„Hinweis! Unbekanntes Produkt“

Wer den Fehler begeht, die Inkognito-Ware trotzdem einkaufen zu wollen und sie beim verpflichtenden Übertrag von der App an die stationäre SB-Kasse nachzuerfassen versucht, erntet nur ein müdes Kopfschütteln der Aufsicht: „Das Problem mit den Barcodes haben wir auch an der regulären Kasse.“ Da hilft nur: Den 13-stelligen Zifferncode händisch eingeben.

„Jetzt selbst scannen & ohne Wartezeit bezahlen!“ – von wegen.

Für Scan & Go mottet Rewe alte Obst-Waagen wieder aus; Foto: Smb

In den Kommentaren der App-Stores berichten Kund:innen zudem von regelmäßigen Abstürzen der Scan-&-Go-Smartphone-App, die unmittelbar nach dem Öffnen außerdem den Full-Screen-Modus erzwingt, sodass z.B. eine Einkaufszettel-App nur noch mit mühsamem Umschalten parallel dazu genutzt werden kann. Weil Rewe es halt so will.

Und dann sind da noch die Warenkorbüberprüfungen, bei denen Kasse und App in den Hinweismodus umschalten und informieren:

„Ihr Einkauf wird noch einmal überprüft. Eine/e Mitarbeiter/in kommt gleich zu Ihnen.“

Zeitaufwendige Nachkontrolle

Anschließend wird entweder eine Auswahl zufälliger Produkte zur Kontrolle nachgescannt oder eine konkret vorgegebene – ja, genau: aus dem zu diesem Zeitpunkt bereits komplett eingepackten Einkauf, der dann im Zweifel wieder ausgepackt werden darf.

Wenn Sie dieses Pop-up sehen, verlängert sich Ihr Turbo-Einkauf um unbestimmte Zeit; Foto: Smb

Supermarktblog-Leser Dominik S. muss bei seinen Einkäufen im Rewe Nordwestzentrum ein besonders verdächtiges Scan-Verhalten an den Tag gelegt haben, jedenfalls erfolgten die Nachkontrollen in schöner Regelmäßigkeit:

„[Einmal] hat die Mitarbeiterin mich, als die Kasse blockierte, an eine herkömmliche Kasse geschickt, wo ich doch noch alle mühsam selbstgescannten Produkte nochmal ausladen durfte. Sie meinte nach ratlos wirkendem Draufgucken, die Anlage wäre kaputt, aber mein Gefühl war, sie wusste nicht, was sie tun sollte. Und bei einem Mal ist irgendwie die ganze SB-Kasse abgestürzt und mein Einkauf im Nirvana verschwunden, ohne dass jemand wusste, was zu tun wäre.“

Die erste Überprüfung erfolgte direkt nach den drei von Rewe beworbenen rabattierten Einkäufen:

„Dachte noch: ‚Oha, die Flitterwochen sind offenbar vorbei‘.“

Kleine Scan-Odyssee

Eigentlich hatte die Handelskette im Zuge der Scan-&-Go-Ausweitung angekündigt, Mitarbeiter:innen, die künftig wegen der neuen Technologie womöglich nicht mehr an regulären Klassen benötigt würden, „angesichts des auch im Handel allgegenwärtigen Fachkräftemangels“ für „wichtige Serviceaufgaben, die kundenorientierte Beratung als auch die aufwändiger werdende Pflege des Warenangebots und der Sortimentsgestaltung“ einzusetzen.

Was natürlich nicht geht, wenn ständig Kundschaft nachkontrolliert werden muss.

Meine erste Warenkorbüberprüfung – übrigens ebenfalls beim vierten Einkauf, aber das kann natürlich auch Zufall gewesen sein – musste die Mitarbeiterin an der regulären Kasse miterledigen, nachdem sie die Kund:innen dort zu Ende bedient hatte.

„Schneller am Ziel: selbst scannen & fix zahlen“ – ein Scherz.

Geradezu hellsichtig war derweil die Prognose von Supermarktblog-Leser Aufrechtgehn, der Scan & Go kurz nach der Einführung in einem anderen Frankfurter Rewe-Markt (An der Alten Feuerwache) ausprobieren wollte – und nicht so recht gelassen wurde. Die kleine Odyssee ist an dieser Stelle dokumentiert und läse sich eigentlich sehr unterhaltsam – wenn sie nicht so bezeichnend und fatal wäre.

„Oh nein, Sie haben Scan & Go gemacht“

Bei den ersten fünf Scan-&-Go-Einkäufen wurde zweimal nachkontrolliert,

„was in beiden Fällen damit endete, dass ich den Einkauf doch noch mal selbst an der Expresskasse einscannen musste. Beim ersten Mal drückte die Aufsicht – erkennbar ohne Ahnung, was sie jetzt tun sollte – irgendwo auf den Touch-Screen, woraufhin mein Einkauf augenscheinlich storniert wurde, und ließ mich dann schlichtweg stehen, um sich um andere Kunden zu kümmern. Heute rief (eine andere) Aufsicht vorwurfsvoll-entsetzt aus: ‚Oh nein, Sie haben Scan&Go gemacht! Jetzt muss ich erst mal so ein blöde Pistole holen‘ und verschwand. Nachdem sie auch zwei Minuten später nicht wieder aufgetaucht war, habe ich dann den Vorgang in der App abgebrochen und die Artikel von Hand eingescannt.“

In den Märkten lockt Rewe Kund:innen mit Rabatten zum Ausprobieren der Technologie; Foto: Smb

Beim nächsten Versuch war die SB-Kasse abgesperrt; beim übernächsten Mal wurde wieder nachkontrolliert, der Einkauf gelöscht – und alles händisch nacherfasst.

„Es hilft halt natürlich auch nicht, dass die Kassenaufsicht im Bedarfsfall immer gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist oder sich während des Klärungsversuchs an der Expresskasse von anderen, ebenfalls hilfebedürftigen Kunden ablenken lässt und sich der Bezahlvorgang somit auf fünf Minuten verlängert.“

Hat sich nicht gelohnt?

Die Bilanz: Für Supermarktblog-Leser Aufrechtgehn war das Experiment schon kurz nach der Einführung in seinem Markt „krachend gescheitert“:

„Solange die Versuche bei Rewe offenkundig von (…) Angst und Misstrauen dominiert werden und die Abläufe nicht im Hinblick auf maximale Kundenfreundlichkeit und Effizienz, sondern maximal kompliziert konzipiert werden, kann und wird das nichts werden. Ich wette, in ein paar Monaten wird das alles wieder abgebaut und in Köln schiebt man es dann wieder auf die experimentierunwilligen Kunden statt auf das eigene Versagen. (…) Extrem ärgerlich. Und schade.“

Das war im Oktober 2020. Ein paar Monate später hab ich mal nachgefragt, ob es Scan & Go im betreffenden Markt noch gibt – und jetzt raten Sie mal.

„[T]atsächlich ist die Handscannerstation wieder abgebaut. Auch die zusätzliche Waage in der O&G-Abteilung ist verschwunden.“

Vom Kunden auf Scan & Go angesprochen, erklärte eine erste Mitarbeiterin, diesen Service habe man „noch nie gehabt“ („Was heißt, dass entweder sie über selektive Wahrnehmung verfügt oder ich mir mittlerweile Dinge einbilde“); die zweite erklärte dann, man habe Scan & Go wieder abgebaut, weil es „sich nicht gelohnt“ habe.

Oder wie es in Köln heißt: in andere Märkte „mit mehr Potential“ verlagert, wenn die Nutzung „unter den Erwartungen“ geblieben ist.

Systematische Versäumnisse

Dass Rewe es offensichtlich systematisch versäumt, Mitarbeiter:innen im Umgang mit der Technologie zu schulen, eine reibungslose Abwicklung von Warenkorbüberprüfungen zu organisieren, ohne dass diese regelmäßig zu massiven Zeitnachteilen für Technik-aufgeschlossene Kund:innen führen, und man nicht einmal die komplette Ware im Markt so ausgezeichnet kriegt, dass sie sich ohne krude Umwege erfassen lässt, war zur Untermauerung der Innovationsführerschaft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel offensichtlich nicht vorgesehen.

Man kann nur hoffen, dass sich Rewe bei der Einführung seiner autonomen „Smart Stores“ nach dem Amazon-Go-Vorbild, die derzeit vorbereitet wird, sehr viel mehr Mühe gibt und auf das Feedback seiner Kund:innen hört. Damit man’s nicht wieder auf sie schieben muss, wenn die Innovation versagt.

Allem Ärger zum Trotz: Für kleine Einkäufe von vornehmlich abgepackten Artikeln mit gut lesbar aufgedrucktem Strichcode kann Scan & Go beim Rewe-Einkauf eine echte Erleichterung sein. Auf Supermarktblog-Anfrage, inwiefern ein weiterer Ausbau der Technologie vorgesehen ist, erklärt ein Sprecher des Unternehmens:

„Laut Fachabteilung soll es Ende des Jahres rund 150 REWE-Märkte geben, die Scan & Go anbieten.“

Zur Erinnerung: Rewe betreibt hierzulande rund 3.600 Supermärkte.

Vielen Dank an Aufrechtgehn und Dominik S. für die Unterstützung!

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24 Kommentare
  • Ich habe das vor einigen Jahren schon bei Waitrose auf Jersey gesehen, aber als Einmalkunde (dort vor Ort) nicht ausprobiert, es waren aber etliche Geräte im Markt in Benutzung. Wenn ich das hier so lese frage ich mich, ob Herr Rewe mal eine Dienstreise zu so einem funktionierenden Markt finanziert bekam, oder ob er sich nur auf den verbalen Erguss eines Scanner-Verkäufers verlassen musste („alles ganz einfach“).
    Oder/und ist das „nur“ das ach so deutsche Streben nach „Perfektion“, wo jede noch so absonderliche Randbedingung mitgeplant werden muss, bis vor lauter Details die ursprüngliche gute Idee kaum noch erkennbar ist (Parallelen zu Impfzentren sind nicht rein zufällig)?!?
    Werden wir wohl nie erfahren…

  • Ich kann aus Nord-Norwegen berichten: Coop nutzt das Einkaufen mit Handscanner an allen mir bekannten Standorten ihres (Halb-)Discount-Ablegers Coop Extra. Ich benutze sie eigentlich bei jedem Einkauf, oft gerne ohne Einkauswagen um die Ware direkt in der Einkaufstasche zu verstauen.

    Obst & Gemüse muss man abwiegen, allerdings erkennt die Waage (wohl anhand vom Gewicht, sehe keine Kameras) alleine die Ware und gibt sehr zuverlässig eine absolut passende Auswahl an Obst & Gemüse am Touchscreen an, die Sucherei an der Waage entfällt zu 95%, sehr praktisch. Das fühlt sich für mich nach wie vor nach Zauberei an.

    Das Scannen von den elektronischen Regaletiketten funktioniert tadellos. Zusätzlich gibt es immer wieder (teils sehr gute) personalisierte Gutscheine für Waren die man oft erwirbt; öfter (umgerechnet) einige 10 bis 50 Cent, manchmal gibt’s auch Artikel umsonst (im Bereich von 1-2 Euro). Alles nützliche Sachen die ich sowieso gekauft hätte, also genau ‚meine‘ Marken und Produkte.

    Alle Preise werden sehr gut mit Rabatt (Angebotspreise dunkelgrün, Couponpreise hellgrün unterlegt) am Scanner angezeigt, mit Endsumme für den gesamten Einkauf.

    Die Kontrollen halten sich absolut in Grenzen. Ich nutze den Service seit rund einem Jahr für viele Einkäufe (kleine wie große); es dürfte sich um mehr als 100 Einkäufe handeln. Erinnern kann ich mich an 2 Kontrollen, wovon eine sehr schnell erledigt war, die andere ein paar Minuten Wartezeit in Anspruch nahm. Die Kontrolle an sich ging sehr schnell, müssen auf jeden Fall weniger als 1 Minute gewesen sein. Es wurde etwas am Touchscreen der SB-Kasse getippt, zufällig 5 Artikel aus der Einkaufstüte genommen und gescannt, das wars. Insgesant würde ich die Kontrollrate auf höchstens 2-3% einschätzen.

    Die Alterskontrolle für Alkohol muss vom Kassenpersonal an der normalen Kasse bestätigt werden, das funktioniert bei mir auf Sichtkontrolle (d.h. das Kassenpersonal guckt kurz rüber und schaltet meinen Einkauf direkt an ihrer Kasse frei), wie es bei Jüngeren funktioniert weiß ich nicht.

    Das Bezahlen geht per CoopPay ganz einfach. Man scannt an der SB-Kasse seinen Barcode der App ein, klickt ein paar Mal auf weiter, und bezahlt per Fingerabdruck auf seinem Smartphone. Das generiert einem einen Barcode, das man nun am Ausgang der SB-Kassen scannt, damit sich die zwei (supermarkttypischen) Törchen öffnen.

    Das war’s. Ich bin sehr zufrieden und bevorzuge Coop Extra oft auf Grund der Einfachheit des Systems. Die Preise gehören allerdings auch zu den günstigsten von allen Läden.

  • Was leider hier definitiv vergessen wird: Der Faktor Kunde – beim Scheitern und auch zur Thematik „Misstrauen“ – oft faul, unflexibel bei neuer Technik und gerne als „Volkssport“ den eigenen Vorteil (Geiz ist Geil Mentalität) herausschlagen (ggf. durch Unterschlagung oder Diebstahl). Man kann verwundert sein aus Sicht aus anderen Ländern, bei denen so ein System funktioniert. Aber diese haben oft nicht wie wir in Großstädten diese bestimmte Klientel, die so ein Misstrauen hervorruft. Eine Befragung eines Mitarbeiters z.B, im Rewe Markt an der Wahrschauer Brücke / Berlin oder in einem Rewe Markt in / Düsseldorf wäre bestimmt interessant. Zudem die Magen im Einzelhandel in Deutschland schlicht extrem niedrig sind und dies ein Sicherheitswunsch bei den Unternehmer fördert.

    • ach ja… Im Bahnhof Zoologischer Garten ist leise und ohne großem Bahnhof 🙂 ein neuer DM Markt eröffnet worden – leider so unbemerkt, dass das Zusatzpersonal wieder gehen musste, da dies kaum jemand bemerkt hat. Hoffentlich hält dieser noch was durch…

    • Naja, in UK gibt es auch solche Ecken und da sind solche Systeme seit 20 Jahren im Einsatz.

    • Bei Ikea wurde ja bei Einführung des Self-Scannings im großen Stil der eine oder andere Artikel nicht gescannt. Das hört man von Mitarbeitern und leider auch von etlichen Kunden.. von daher ist eine Kontrolle doch dringend notwendig. Und wenn jeder 4te oder 5te Einkauf kontrolliert wird, dann hat man sich bei den anderen Einkäufen trotzdem schonmal die Wartezeit an der Kasse gespart.

  • Globus hat doch auch seit längerem ein solches System in Betrieb – zumindest aus Mühldorf und Wiesental kenne ich das. Ich selbst nutze es nicht. Mein Schwager ist regelmäßiger Nutzer und sehr zufrieden damit. In den Märkten sieht man viele Kunden, die einen der Scanner mit sich führen. Vielleicht lohnt es sich, das dortige System mal aus Supermarktblogsicht zu testen und darüber zu berichten.

    • Naja ist ja auch Snabble bei Globus, TEO und dm. Das funktioniert halt gut mit dem eigenen Smartphone, einer guten App und einer detailorientierten Integration. „Details are not the details, they make the product.“ Mit Sebastian und Ben hätte das auch bei Rewe besser geklappt. Vielleicht nächstes Mal.

  • Ich nutze seit Beginn Scan & Go bei „meinem“ Rewe in Köln. Allerdings eigentlich immer mit dem Handscanner, da dieser zuverlässiger funktioniert als die App. Mittlerweile gibt es auch so gut wie nie Probleme mit unbekannten Artikeln.
    Auch die sporadischen Nachkontrollen funktionieren problemlos. Die zuständigen Mitarbeiter sind gut geschult und können bei Problemen helfen. Ich hoffe sehr, dass Scan&Go erhalten bleibt.

  • „Scan-&-Go-Smartphone-App, die unmittelbar nach dem Öffnen außerdem den Full-Screen-Modus erzwingt, sodass z.B. eine Einkaufszettel-App nur noch mit mühsamem Umschalten parallel dazu genutzt werden kann“

    Auf Android kann Ich die Scan App und meinen Einkaufszettel im Splitscreen anzeigen lassen, war auch erst verwundert, dass die App sich so seltsam verhält, aber so ist es in Ordnung und man hat beides schnell zur Hand.

  • Bei mir hat ein Rewe Center nach Umbau ebenfalls das Scan & Go eingeführt und ich fand das schon bei Albert Hejn und Globus sehr spannend und habe das probiert. Die 3 % Rabatt auf die ersten Einkäufe waren auch ein schönes Schmankerl.

    Insgesamt war das Erlebnis, wie hier beschrieben, sehr durchwachsen. Besonders die Handhabung der App führte manchmal zu einigen Kopfschmerzen. In Summe ziehe ich den Scanner vor. Von den Einkäufen, die ich bisher damit gemacht habe, kam es teilweise zu Problemen, die das Erlebnis ein bisschen versaut haben.

    Einmal super lange Wartezeit durch andere Kunden (Zeitersparnis dahin) und anschließende Überprüfung. Natürlich auch hier eine Verzögerung weil die Servicekraft nach den Kunden vor uns erst mal wieder im weitläufügen Markt verschwunden ist.

    Ein weiteres Mal ebenfalls lange Wartezeit auf die Überprüfung (mit Großteil wieder auspacken).

    Sowie die Handhabung von Gutscheinen aus der App an den SB-Kassen.

    • Sie müssten beim nächsten Mal hier bitte mit einer gültigen E-Mail-Adresse kommentieren (wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben).

  • In meinen Augen ist dieser Artikel sehr einseitig geschrieben. Ich habe u.a. in einer Filiale in Düsseldorf und auch in Solingen-Ohligs sehr erfolgreich meine Einkäufe mit Scan & Go absolvieren können und konnte von den gewünschten Vorteilen (Zeitersparnis, etc.) profitieren. Auch der Kauf von z.B. Produkten mit Jugendschutz hat sehr gut funktioniert und gab zumindest bei meinen Einkäufen keinen Anlass für Unmut.

  • Vielleicht liegt es an meinem mangelnden Verständnis, aber was genau bringt es, das Vorhandensein von Gegenständen zu kontrollieren, die der Kunde bereits eingescannt hat? Wäre es nicht besser – sowohl in Sachen Diebstahl wie auch Altersfreigabe – sehr viel seltener, dafür aber dann händisch und vollständig zu kontrollieren?

  • Ich finde diesen Beitrag auch sehr einseitig geschrieben.
    Könnten wir in Deutschland weiter sein? Sicherlich!
    Gibt es bessere Konzepte/Umsetzungen? Vermutlich auch.
    Gibt es einen vergleichbar großen Einzelhändler in Deutschland, der weiter ist? Nicht, dass ich wüsste.

    Wir nutzen Scan&Go seit der Einführung in unserem Markt und hatten bisher genau einen abgestürzten Handscanner und ansonsten nur positive Erlebnisse. Eine stichprobenartige Warenkorbprüfung finde ich aus Diebstahl- und Jugendschutzgründen nachvollziehbar und ok – 5 Minuten länger dauert der Einkauf dadurch übrigens nicht.

    Ich finde, dass man Rewe zugestehen muss, bei so einem Projekt auch Fehler machen zu dürfen. Denn nur daraus lernt man wirklich.
    Der Rest kann sich ja in die Schlange stellen und sich da aufregen, dass immer noch keine zweite Kasse aufgemacht wird.

    • Den Vorwurf der Einseitigkeit kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich stelle ja nicht in Abrede, dass das System grundsätzlich funktioniert. Wenn das bei Ihnen bislang reibungslos der Fall war: super! In anderen Fällen war das leider nicht so, genau darum geht es in diresem Text.

      Meine Begeisterung dafür, Rewe als fortschrittlichsten unter den Technoligie-Verzögerern im deutschen LEH zu loben, hält sich angesichts dessen in Grenzen. Und: wir reden weiterhin von rund 3 Prozent der Märkte, in denen die Technologie bislang verfügbar ist. (Ein Jahr nach dem offiziellen Start, ein Dreivierteljahr nach der vollmundigen Ausbau-Ankündigung!)

      Rewe hatte im Vorfeld die Möglichkeit, sich genauer zu äußern. Das (leider sehr allgemeine) Statement des Unternehmens steht im Text. Meine Anfrage nach einem Gespräch mit der zuständigen Fachabteilung zum Thema ist zuvor abgelehnt worden.

    • Der Beitrag ist in meinen Augen einseitig, weil er nur die negativen Erlebnisse schildert und keine positiven (oder zumindest positive Ansätze). Und das ist ja unabhängig, ob das System grundsätzlich funktioniert.

      Ein Beispiel (mit Parallelen):
      Einen Blog begrüße ich und das Format ist toll und funktioniert.
      Der Umstand, dass sie auf meinen Kommentar antworten können – ich aber nicht auf Ihren, ist ebenso einseitig und „rumpelig integriert“.
      Das geht technisch sicherlich auch anders und ich könnte mich in 11 Minuten Lesedauer darüber auslassen. Vielleicht ist es auch gewollt, es wurde nicht darüber nachgedacht oder eben ein Fehler. Ich nutze, wie bei Rewe, mal meine Möglichkeit als friendly user und gebe den Tipp mit.

      Und nochmal: ich stelle ja gar nicht in Abrede, dass ein Konzern wie Rewe weiter sein könnte und das besser machen könnte. Das könnte dann ALDI, Lidl, Netto, Penny, etc. ebenso. Und ich sehe das positiv – endlich mal einer, der neue Wege geht.

    • Ich fürchte, Journalismus funktioniert nur in Ihrer Vorstellung mit einer permanenten Positiv-Ausgleichpflicht. (Obwohl das natürlich für Politiker:innen praktisch wäre, wenn zur Kritik an ihrer Arbeit immer dazu erwähnt werden müsste, was für dufte Typen sie sonst sind.)

      Und natürlich können Sie hier auf meinen Kommentar antworten – indem Sie zu Beginn des Diskussionsstrangs auf „Antworten“ klicken.

    • …und siehe da: Indirekt kann ich doch darauf antworten. Es wird nur so nicht angezeigt…
      Hab ich aber nur durch aufwendige Nachkontrolle festgestellt.

  • Die Schilderungen passen ins Rewe-Gesamtbild. Große Sprüche, die Umsetzung schlecht bis unmöglich. In einem Markt (Bockenheimer Warte in Frankfurt) müssen die Waren aus dem Bauernmarktbereich manchmal auf Notizzetteln an der Kasse notiert werden, weil die Kassen den Barcode nicht akzeptieren. Ich habe Mal zehn Sachen an der Kasse liegenlassen, weil ich einfach keine Zeit hatte, dass die Kassiererin zehn Zettel mit Warenname , Preis und Warennummer abschreibt.

    Das Scan&Go klappt bei Globus übrigens hervorragend. Selten werde ich Mal überprüft, aber da immer ein Mitarbeiter an den Stationen steht, entsteht kaum ein Zeitverlust. Ich war bisher immer superschnell durch im Vergleich zur normalen Kasse.

  • Ich bin von dem Snabble-System bei GLOBUS begeistert, da es absolut perfekt funktioniert. Es scannt ohne jegliches Murren auch verknitterte, wellige Barcodes, sodass ich mich immer wieder wundere, wie exakt der Scanner den Code erfasst hat.

    BYOD: Siehe oben: Warum sollte ich mein Mobiltelefon mittels einer App für den Scan-Vorgang nutzen? Wo ist der Mehrwert in diesem Fall für mich? Zumal sich die Handscanner dazu noch perfekt in die Haltevorrichtung am Einkaufswagen stecken lassen und ich dadurch beide Hände frei habe!

    Wartezeit/Kontrollen: Ich werde „gefühlt“ nach ca. 10-15 Einkäufen vom Algorithmus kontrolliert und das System meldet, dass ein MA den Einkauf kontrollieren möchte. Seit meiner Nutzung von diesem genialen System im Jahr 2017 werden hierbei zur Kontrolle lediglich 2 oder 3 Artikel kontrolliert. Das war es dann aber auch schon. Zeitaufwand: 15-20 Sekunden. Und fertig.

    Aktuell ist GLOBUS jetzt eine Partnerschaft mit PayBack eingegangen. Hierbei wurden die Daten der GLOBUS-Karte auf PayBack übertragen. Ab sofort wird jeder Einkauf mit PayBack-Punkten entsprechend gewertet. Für das bisherige System können keine neuen Punkte mehr gesammelt werden, das Guthaben kann in Form von einem Gutschein noch bis 31.12.2021 in Anspruch genommen werden.

    Ich möchte das System Scan & Go absolut nicht mehr missen und hoffe sehr, dass in absehbarer Zeit auch der GLOBUS-Getränkemarkt das System übernimmt.

  • Interessant finde ich, dass hier wieder einmal die deutsche Technikverweigerung deutlich wird: Fährt man über die Grenze nach Holland, klappt Scan&Go in jedem von mir besuchten Markt von Jumbo und AlbertHeyn. Aber die haben auch schnelleres Internet und exaktere Coronazahlen. Würde mich nicht wundern, wenn auch das Online-Schooling besser klappt.

  • Diese ganzen Kontrollen, die nicht nur besonders zeitintensiv sind, sondern auch immer latentes Misstrauen signalisieren, sind ein Grundproblem aller SB Kassen. Das nervt mich schon immer beim Ikea. Statt zwei normale Kassen zu besetzen macht der Kunde die Arbeit, zwei Damen stehen daneben und schauen mit Argusaugen zu. Nichts geht schneller und Personal spart auch niemand.
    Höchstens ist es Beschäftigung für Kunden die sich dann weniger langweilen.

    Man braucht entweder sowas wie Amazons Supermarkt, wo alles automatisch erfasst und abgerechnet wird oder einfach normale Kassen. Alles andere ist mit deutschem Kontrollzwang nicht vereinbar.
    In UK ist Warenschwund halt pragmatisch einkalkuliert und den Einsparungen beim Personal gegenüber gestellt. Darum sind SB Kassen dort anders etabliert. Weil nicht ständig kontrolliert wird hat man dort wirklich eine Zeitersparnis.

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