Budnikowsky eröffnet seine erste Filiale in Berlin – zwischen dm und Rossmann

Budnikowsky eröffnet seine erste Filiale in Berlin – zwischen dm und Rossmann

Inhalt:

Der Herausforderer will’s wissen: Zum Start in der Hauptstadt setzt sich Budni mit einer ersten Filiale direkt zwischen seine ärgsten Konkurrenten.

Partner und Sponsoren:

Schneller als gedacht wagt sich die Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky aus der Deckung und eröffnet ihren ersten Laden außerhalb ihres Stammgebiets: in Berlin.

Dem „Hamburger Abendblatt“ bestätigte Budni-Geschäftsführer Christoph Wöhlke, dass ein erster Mietvertrag im Bezirk Prenzlauer Berg unterschrieben sei. Die Eröffnung ist Medienberichten zufolge für „Ende August oder Anfang September“ geplant. Ein weiterer Vertrag, so Wöhlke, stehe „kurz vor dem Abschluss“:

„Wir beginnen jetzt zunächst mit zwei Filialen und testen, wie unser Konzept von den Berlinern angenommen wird. Merken wir, dass es gut läuft, werden wir uns weitere Standorte anschauen.“

Der erste Berlin-Budni befindet sich unmittelbar am S/U-Bahnhof Schönhauser Allee im „Schönhauser Karree“. Dort belegen die Hamburger eine Fläche, die bis vor wenigen Monaten einem McDonald’s-Restaurant und einem 1-Euro-Shop genutzt wurde, und die für den neuen Mieter zusammengelegt wurde.


Derzeit ist die Fensterfront noch größtenteils mit schwarzer Folie abgeklebt. Durch den neu geschaffenen Eingang lässt sich aber der aktuelle Stand der Baumaßnahmen begutachten. (Dauert noch etwas, bis die Creme ins Regal kann.)

Daneben werden Passanten bereits dazu aufgefordert, sich für den „Traumjob Kundenjongleur“ bei Budni zu bewerben. Die annoncierte Website budni.de/jobs-berlin war am Freitagnachmittag allerdings (noch) nicht erreichbar.

[Nachtrag, 9. Juni: Die Jobangebote sind inzwischen online.]

Interessant ist der gewählte Standort vor allem deshalb, weil sich Budnikowsky unmittelbar zwischen seinen schärfsten Konkurrenten zu etablieren versucht. Im Einkaufszentrum schräg gegenüber betreiben sowohl Rossmann als auch dm bereits eigene Filialen. In 300 Metern Entfernung befindet sich auf derselben Straßenseite ein weiterer dm-Drogeriemarkt; 600 Meter südlich verfügt auch Rossmann über einen zweiten Standort mit reichlich Verkaufsfläche. Anders gesagt: Wenn es Budni tatsächlich gelingen sollte, sich an dieser Stelle durchzusetzen, darf Wöhlke vermutlich davon ausgehen, „dass es gut läuft“.

If we can make it there …

Die Konkurrenz mochte die Initiative des sehr viel kleineren Herausforderers bislang nicht so recht erst nehmen. Kürzlich spottete Rossmann-Gründer Dirk Roßmann laut „FAZ“: „Die werden 20 Läden aufmachen, dann werden sie sich ihre Gewinn- und Verlustrechnung anschauen und dann werden sie die richtigen Schlüsse ziehen.“

Dabei hätte Budni durchaus das Zeug, die beiden Marktführer zum Handeln zu zwingen – zum Beispiel, wenn sich die Drogeriemarktkette mit einem Bio-Lebensmittelsortiment, das wie in Hamburg auch Frischware umfassen könnte, als Nahversorger etabliert (siehe Supermarktblog). Genügend Platz wäre dafür auf der ersten Berliner Fläche allemal.

Anders als bislang vermutet, erfolgt die Neueröffnung in der Hauptstadt nicht in Zusammenarbeit mit dem neuen Partner Edeka, sondern auf eigene Faust. Budni hat mit Edeka den etwas verwirrenden Deal, dass beide Unternehmen eigene Läden unter der Marke Budni eröffnen dürfen.

Edeka erhofft sich, der Dominanz von dm und Rossmann etwas entgegen zu setzen, die – anders als die Supermärkte – am stärksten von der Schlecker-Pleite profitieren konnten.

Für Budni wiederum wäre eine erfolgreiche Expansion in andere Städte auch eine späte Rache für den Expansionsdrang des früheren Partners dm. Über viele Jahre hatte Budni die dm-Eigenmarken in seinen Läden verkauft. Die Kooperation wurde 2014 beendet, weil dm sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden sah, Budni in dessen Hamburger Stammgebiet nicht mit eigenen Läden in die Quere zu kommen.

Nachtrag, 9. Juni: Mehr zum (wahrscheinlichen) zweiten Standort steht in den Kommentaren.

Korrektur: Das Zitat aus dem Interview mit dem Hamburger Abendblatt wurde in der ursprünglichen Fassung Budni-Miteigentümer Cord Wöhlke zugeschrieben; es stammt aber von Budni-Geschäftsführer Christoph Wöhlke. Ich habe den Fehler nachträglich korrigiert. Entschuldigung.

Mehr zum Thema:

Fotos: Supermarktblog

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11 Kommentare
  • Mal ein paar Fakten zum Thema Budni:

    Die 2. Filliale soll sich in einem Bunker befinden, dessen Dach begrünt wurde, ebenfalls im Prenzlauer Berg an der Schönhauser Allee und auch dort sollen schon Bauarbeiten stattfinden. Eine Google-Suche brachte mich nicht weiter, ich muss wohl doch mal aufmerksam die lange Schönhauser Allee entlang marschieren. Während die 1. hier genannte Filliale ein normaler Budni-Markt wird, soll in der 2. Filliale mit einem neuen Fillialkonzept gearbeitet werden. Details durfte man mir nicht nennen, die Eröffnungstermine stehen auch schon fest, sind aber auch noch geheim. Quelle: Anruf bei der Budni-Hotline.

    Die eigene Kundenkarte die Budni-Karte wird auch in Berlin einsetzbar sein. Pro 1 Cent Einkaufswert gibt es hier einen Punkt. Kauft man also z. B. einen Küchenschwamm für 13 Cent, gibt es 13 Punkte. Man muss also nicht erst wie bei Payback je nach Partner einen vollen bzw. 2 volle Euro vollkriegen.

    Für den Newsletter anmelden bringt 10.000 Punkte.

    Hat man für 50 Euro eingekauft, sind 50.000 Punkte auf dem Kundenkartenkonto. Entweder druckt man sich selber einen Wertscheck im Wert von 5,15 Euro aus (beide Fillialen erhalten dafür Servicepunkte) oder nach einiger Zeit gibt es den Wertscheck per Post. Entweder kann man den Wertscheck mit einem Einkauf verrechnen lassen oder man läßt ihn sich bar auszahlen. Der Rabatt beträgt also 1,05 Prozent statt 1 Prozent bei Dm, bei Dm kann man sich Paybackpunkte nicht auszahlen lassen.

    Bons nachpunkten geht online, im Gegensatz zu Dm (nur am selben Tag in derselben Filliale möglich) sind Bons der letzten 2 Monate möglich (allerdings erst 2 Stunden nach dem Einkauf).

    Kunden werben Kunden geht auch bei der Budni-Karte. Nach dem 1. Einkauf des Geworbenen (Küchenschwamm für 13 Cent reicht…) erhält der Werber 50.000 Punkte.

    Die Punkte verfallen nicht, sie sind unbegrenzt gültig (Payback: 3 Jahre Gültigkeit, Verfall jeweils zum 30.09).

    Noch offen ist, ob es mit der Budni-Karte in Berlin Vergünstigungen bei Veranstaltungen gibt. In Hamburg gibt es z. B. vergünstigten Eintritt bei Hagenbeck’s Tierpark oder einen besonderen Stadtrad-Tarif.

    Die oben erwähnte Job-Seite ist jetzt auch erreichbar. 2 Stellenanzeigen sind online, das Personal wird ab 01.08.2018 gesucht.

    • Danke fürs Recherchieren 🙂 Mein Tipp wäre: U-Bahnhof Senefelder Platz neben Rewe. Auf den Standort trifft nicht nur die Beschreibung sehr gut zu; in den „Bunker“ (der eigentlich die Terrassenuntertunnelung des italienischen Restaurants dahinter ist) sind auch neue Fensterfronten bzw. ein erweiterter Zugang eingelassen worden.



      Der Standort an sich ist auch kein schlechter: hohe Frequenz (schon durch den Supermarkt daneben) und weit genug weg vom ersten Berlin-Budni im Norden. Richtung Mitte befindet sich eine eher unscheinbare Rossmann-Filiale, dm ist erst wieder am Hackeschen Markt präsent. Und die ungewöhnliche Fläche lädt durchaus dazu ein, konzeptionell was Neues auszuprobieren.



      Klingt alles ziemlich interessant bislang.

  • Ob die dann wohl in Berlin auch so eine mutige Preisgestaltung habe wie in Hamburg?
    Im selben Einkaufszentrum, ich brauchte 2 allerwelts Standardprodukt:
    1: DM: 85 Cent, Budni 95 Cent = +11,8%
    2: DM: 95 Cent, Budni 1,05 Euro = +10,5%

  • @Ulf: Wenn ich für 13 Cent Einkauf 13 Punkte krieg, brauch ich doch 50.000 Cent (also 500€), um auf die 50.000 Punkte zu kommen, oder?

  • Ja.
    Der Vorteil bei der Cent-genauen Abrechnung ist aber:
    Wenn du bei DM für 1,95 Euro einkaufst, bekommst du 1 Payback Punkt
    und nicht 1,95 Punkte.
    Bei Budni gibt es 195 Sammelpunkte und nicht nur 100.
    Trotzdem kaufe ich da selten, da meistens teurer.

  • In der Pressemitteilung hieß es, dass beide Märkte mit einem neuen Budni Standart ausgestattet werden?!? Wenn der Markt im Prenzlauer Berg nun doch nur 08/15 Budni wird, wird dies keine, geschuldet durch die vorhandenen Anwohner und Mitarbeiter der anliegenden Büros, kein langes Gastspiel in Berlin. Vor ca. fünf Jahren konnte ich Budni durch eine Schulung in Hamburg in einer Seitengasse und in der Europa Passage kennen lernen. Bei der Nachbarschaftsfilliale gab es schon damals frische Produkte. Aber durch das Blau der CI und die engen Verkauswege kam mir dieser Markt wie ein noch teuerer Schleckermarkt vor. Der Shop in der Europa Passage war zwar geräumiger, aber erinnerte stark an „copy and paste“ beim DM Design…

  • Noch eine kleine Anmerkung zu Ulf oben:
    Inzwischen kann man am Servicepunkt seinen Geldcoupon drucken, sobald man 25.000 Punkte hat, das entspricht einem Gegenwert von 2,58 Euro. Der Coupon kann allerdings nur noch verrechnet werden, eine Barauszahlung ist nicht mehr möglich.
    Zudem gibt es für InhaberInnen der Budnikarte oder der BudniApp jeden Tag acht besondere Angebote, d. h. Lieblingsprodukte können bis zu 30% günstiger sein. Dieser „Sparschein“ (so heißt er bei Budni) gilt jeweils für einen Tag, jeden Tag gibt es einen neuen. Wer also zu Budni hereinkommt, geht in der Regel mit seiner Karte zuerst an den Servicepunkt, zieht seinen Sparschein und schaut, ob er die angebotenen Produkte an diesem Tag mitnehmen möchte. Mit dem Scannen der Budnikarte zieht die Kasse den angegebenen Rabatt automatisch ab. Auf der App-Startseite sind jeden Morgen die neuen Sparangebote zu sehen, wer mit der App scannt, bzw. seine Budni-Karte einsetzt, bekommt den Rabatt. Ich nutze beides, Karte und App.

    Durch die Einkaufskooperation mit der Edeka ist Budni bei vielen Produkten inzwischen schon deutlich günstiger geworden. Trotzdem wird es natürlich spannend, wenn mit uns ein weiterer Mitbewerber in die Hauptstadt kommt. Ich persönlich hoffe auf viele HamburgerInnen, die aus Heimatverbundenheit hereinschauen werden.

  • Ich kam heute zufällig dort vorbei und es war ein Pre-Opening, zu dem aber jeder Zutritt hatte. Es gab ein Buffett, Getränke und Cord Wöhlke war auch anwesend. Offizielle Eröffnung ist am 30.08, es ist dann Montag – Samstag von 8 – 20 Uhr geöffnet, am verkaufsoffenen Sonntag am 03.09 ist ebenfalls von 13 – 18 Uhr geöffnet.

    Für die 2. Filliale (es ist die hier vermutete im „Bunker“) steht noch kein Eröffnungstermin fest.

    Im Markt liegen in den Einkaufskörben Flyer mit einem gratis Seifenspender bis 08.09.2018. Der Markt bietet einen Servicepunkt, an dem man sich Sparcoupons ausdrucken kann bzw. eine Budni-Kundenkarte auch anmelden kann. Es gibt einen kleinen Tresen und ein paar Tische, allerdings gibt es nur Getränke zu kaufen, keine kleinen Speisen.

    Das Sortiment entspricht dem eines normalen Budnimarktes in Hamburg, neben Markenprodukten stehen auch Budni-Eigenmarken im Regal.

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