Praxis-Guide: Welche Vorteile Bio-Herstellermarken dem LEH verschaffen

Praxis-Guide: Welche Vorteile Bio-Herstellermarken dem LEH verschaffen

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In den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels dominiert die Bio-Eigenmarke. Selbstständige Kaufleute, die sich darüber hinaus profilieren wollen, haben mit etablierten Bio-Fachhandelsmarken gute Karten. Ein neuer Guide der Fachzeitschrift BioHandel zeigt, was derzeit zur Auswahl steht – und mit welchen Argumenten die Anbieter antreten.

Bio im LEH – Mehr Umsatz und mehr Kunden

 

Anzeige. Der folgende Text stammt von BioHandel.

Bio-Eigenmarken sind im klassischen Lebensmitteleinzelhandel längst überall: Sie decken Grundbedarf und Preiseinstieg ab, tragen das Wachstum, und sie führen – zumindest teilweise – ähnliche Siegel wie die Markenware daneben. Bei verpackten Bio-Produkten liegt ihr Anteil laut BÖLW-Branchenreport 2026 inzwischen bei 67 Prozent.

Für Kaufleute, die ihr Bio-Sortiment darüber hinaus schärfen wollen, wird deshalb eine Frage immer wichtiger: Welches Bio spricht Kundinnen und Kunden über die Eigenmarke hinaus an?

Antworten darauf kommen unter anderem von Herstellern aus dem Bio-Fachhandel, die auch für den LEH immer interessanter werden. Dort gelten allerdings andere Gesetze: Im Fachhandel tragen Beratung an der Fläche, Sortimentstiefe und eine Kundschaft, die gezielt wegen Bio kommt. Im Supermarkt fällt eine Kaufentscheidung oft binnen weniger Sekunden, im direkten Vergleich mit der Eigenmarke, bei Kundschaft, die meist aus anderen Gründen im Laden ist.

Welche Stärken sich vom einen ins andere System übersetzen lassen, probieren derzeit beide Seiten aus.

Barnhouse, Herstreller der beliebten Bio-„Krunchys“, beschreibt die eigene Position im Guide entsprechend: Man wolle „Fachhandels-Bio aus der Nische holen und genussorientierte Käufer begeistern“.

In der Sonderveröffentlichung „Starke Bio-Marken“ von BioHandel stellen sich rund 20 Hersteller vor, die diesen Weg gehen.

Drei Ansätze zur Differenzierung

Über die Kategorie, die es im LEH noch kaum gibt. Fermente mit aktiven Kulturen, Umami-Spezialitäten, Bio-Heilwasser: Marken, die eine Nische besetzen, argumentieren nicht über Bio, sondern über ein Regalsegment, das im Supermarkt bislang dünn besetzt ist. Der Vergleich mit der Eigenmarke stellt sich dort gar nicht erst.

Über eine belegbare Auszeichnung. Öko-Test-Bestnote, German Brand Award, „Bestes Bio 2026“ – solche Nachweise kann auch eine Kundschaft einordnen, die die Marke selbst vielleicht noch nicht kennt – und versteht sie sofort als Qualitätssignal.

Über die Zielgruppe. Produkte für Flexitarier, Protein-Orientierte oder Convenience-Käufer? Kein Problem! Bio mag in diesen Fällen zwar nicht der erste Kaufanlass sein, als Eigenschaft zahlt es aber dennoch auf den wahrgenommenen Wert eines Produkts ein.

Was die Marken konkret mitbringen

„Starke Bio-Marken“ haben auch einen klaren Plan, wie sich ihre Vorteile am POS im LEH transportieren und inszenieren lassen. Der Guide führt je Marke auf, welche Unterstützung im Falle einer Listung angeboten wird: Vertriebsweg über Zentrale, Direktbelieferung oder Großhandel, Gebindegrößen und UVP, Ansprechpartner mit Durchwahl, dazu POS-Material von Displays über Regalwobbler und Rezeptkarten bis zu Probierpaketen und Erstbesteller-Konditionen.

So liefert der Guide Informationen, die sonst über Websites, Messekontakte und Vertreterbesuche verstreut sind – und die zeigen, wie belastbar ein Hersteller den Kanal tatsächlich bedienen kann.

Was die Handelsforschung dazu sagt

Wenn Produkte im Regal einander optisch und inhaltlich immer ähnlicher werden, entscheidet nicht mehr das Siegel, sondern ein eigenständiges Profil auf Produktebene.

„Bio-Markenartikel unterscheiden sich von Bio-Handelsmarken durch ihre herstellerseitige Positionierung, ihre Rezepturkontinuität und ihr eigenständiges Markenbild. Sie stehen für nachvollziehbare Herkunft, konsequente Qualitätsstandards und eine Kommunikation, die Händler entlastet, weil sie beim Verbraucher bereits wirkt – oder gezielt wirken kann“, argumentiert Professor Stephan Rüschen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn in seinem Editorial.

Aus Sicht der Verhandlungspraxis kommt der Handelsforscher Frank Hälsig, Professor an der Hochschule Koblenz, zu einer ähnlichen Zuspitzung: Marken müssten belegen können, dass sie zusätzliche Käufer in den Markt bringen. Für die Listung heißt das: Entscheidend ist weniger die Bio-Qualität als der Umsatz, den eine Marke zusätzlich erschließt.

Ergänzend dokumentiert der Guide den zweiten BioHandel LEH-Marktplatz, bei dem Vertreter von Edeka Minden-Hannover und der Rewe Group über ihre Auswahlkriterien gesprochen haben.

Bezug und Ausblick

Die Printausgabe ist bereits an rund 10.000 Einzelhändler versandt worden. Online steht der Guide kostenfrei zur Verfügung.

Eine zweite Ausgabe mit weiteren Marken folgt im Frühjahr 2027 geplant. Zur Anuga ist eine weitere Ausgabe geplant, die erweiterte Angebote zur Anuga enthält.

Das online Magazin und die Veranstaltungen der BioHandel Akademie berichten aktuell und praxisnah für mehr Umsatz und mehr Kunden mit Bio im LEH. Ihr Erfolg fängt hier mit dem Abonnement des BioHandel LEH Newsletter an.

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