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Rewe will der Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) mehr Tegut-Märkte abnehmen als bisher bekannt war. In der vergangenen Woche haben die Kölner ihr Vorhaben beim Bundeskartellamt angemeldet. Der Eintrag in der Liste der laufenden Fusionskontrollverfahren vom 20. Oktober hat das Aktenzeichen B4-75/26.
Auf Supermarktblog-Anfrage konkretisiert ein Sprecher des Bundeskartellamts am Montagmorgen:
„Die aktuelle Neuanmeldung der Übernahme von tegut-Standorten durch REWE umfasst insgesamt sieben Standorte. Der überwiegende Teil davon sind Standorte zu deren Nichterwerb sich Edeka gegenüber dem Bundeskartellamt verpflichtet hat.“
Edeka musste für die Freigabe seiner Tegut-Übernahme Ende September auf 24 Standorte verzichten, die es vier Jahre lang weder kaufen noch mieten darf (siehe Supermarktblog). Welche davon Rewe jetzt übernehmen will, sagt das Amt bislang nicht. Auch woher die übrigen Standorte stammen, ließ die Behörde offen.
U.a. „Osthessen News“ hatte in der vergangenen Woche darüber berichtet, dass im Tegut-Markt in Neuhof (Landkreis Fulda), der auf Edekas Sperrliste steht, Rewe-Mitarbeiter:innen gesichtet worden sein sollen.
Für Rewe ist es die zweite Runde: Mitte Oktober hatte das Kartellamt die Übernahme von 38 Tegut-Märkten freigegeben, auf Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern muss Rewe vier Jahre lang verzichten.
Der Zeitplan könnte dabei für Rewe sprechen. Für die erste Prüfphase hat das Amt einen Monat Zeit – ab Eingang der vollständigen Anmeldung. Das auf der Website veröffentlichte Datum markiert laut Kartellamt „nicht zwingend den Fristbeginn“. War die Anmeldung am 20. Oktober vollständig, endet die erste Phase etwa in der zweiten Novemberhälfte.
Migros will die bislang nicht verkauften Tegut-Märkte voraussichtlich im Dezember schließen, wie man in Zürich in der vergangenen Woche auf Supermarktblog-Anfrage bestätigt hatte:
„Die Filialen werden voraussichtlich bis zum 19.12 geöffnet sein. Die Verhandlungen mit potentiellen Erwerbern werden aber mit Hochdruck weitergeführt, so dass eine etwaige Übergabe besenrein zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.“
Ob das auch für die Märkte gilt, die jetzt beim Kartellamt liegen, ist unklar: Die Anmeldung stand bereits in der Verfahrensliste, als Migros das Datum nannte.
Gibt das Kartellamt die sieben Standorte in der ersten Phase frei, könnte Rewe sie übernehmen, bevor Migros sie schließt. Hält die Behörde dagegen bei einzelnen Märkten weitere Ermittlungen für nötig, kommen bis zu vier Monate Hauptprüfverfahren dazu. Die Entscheidung fiele dann erst Monate nach dem letzten Verkaufstag – sofern das Amt die Frist ausschöpft.
Das muss nicht so kommen: Über die ersten 38 Märkte für Rewe hatte das Kartellamt schon vor Ablauf der Frist Ende Oktober entschieden.
Für die Beschäftigten macht das einen erheblichen Unterschied: Im einen Fall könnten die Märkte ohne längere Pause weiterlaufen, im anderen stünden sie womöglich wochen- oder monatelang leer.
Von Migros Zürich hieß es zuletzt:
„Wir sind weiterhin bestrebt eine Lösung für die Mitarbeitenden und die Standorte zu finden.“
Tegut-Standorte: Wer übernimmt welchen Markt?
Alle Tegut-Märkte in einer Liste – und welche Händler sie übernehmen. Wird laufend aktualisiert.
Zur Liste →Alle Supermarktblog-Texte zur Tegut-Übernahme stehen hier.
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