Kaufland verstehen – in nur 3 Minuten

Kaufland verstehen – in nur 3 Minuten

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Rollband bei Kaufland

Sag mal, dieses Kaufland – das ist die Schwester vom Lidl, hab ich das richtig kapiert?

Für Menschen, die sich die Erklärung von Handelskonzernstrukturen mit Familienzugehörigkeitsvergleichen angenehmer gestalten wollen: jawohl. Kaufland gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, die 1930 nach der Fusion zweier Unternehmen als Großhandlung „Lidl & Schwarz KG“ entstand.

Dass die mit ihren Riesenläden inzwischen auch in der Stadt aufmachen, hab ich schon gelesen – aber Kauflands gibt’s doch trotzdem total oft draußen auf dem Land!


Schön, dass Sie so viel rumkommen. Und: Das eine widerspricht ja nicht dem anderen. Wo Platz ist, lässt sich so ein Riesenladen, wie Sie sagen, natürlich oft am einfachsten hinbauen. Dabei handelt es sich beim Konzept der Lidl-Schwes… – äh: von Kaufland eigentlich gar nicht um ein klassisches SB-Warenhaus [Erklärlink], wie Sie als regelmäßiger Blogleser es eventuell angenommen haben. Sondern eher um eine Art Zwitter aus SB-Warenhaus und Discounter. In manchen Märkten gibt es bis zu 60.0000 verschiedene Produkte (wie in SB-Warenhäusern) – aber die meisten zu Niedrigpreisen (wie im Discounter).

Ein SB-Warounter, sozusagen.

Einigen wir uns auf „Großflächendiscounter“. Bitte.

Kaufland in Berlin

Das sind aber ja nicht alles Eigenmarken, die’s da zu kaufen gibt.

Stimmt. Die Eigenmarke K-Classic, die erst seit 2003 existiert, ist derzeit auf etwa 1500 Artikel gedruckt, dazu kommen unter anderem die K-Bio-Produkte (seit 2009). Und sonst stehen da viele klassische Marken im Regal. Auf deren Hersteller übt Kaufland übrigens einen enormen Druck aus. Einerseits verlangt der Konzern so genannte „Werbekostenzuschüsse“ dafür, dass die Produkte in seinem „Tip“-Prospekt beworben werden oder einen guten Platz im Regal kriegen. Andererseits lässt Kaufland selbst kaum Preiserhöhungen der Hersteller zu. Wer sich mit dem Konzern deswegen nicht einig wird, kann schon mal aus dem Sortiment fliegen. Krombacher ist so eine „Auslistung“ im vergangenen Jahr passiert. Die Mitarbeiterin an der Information im Markt sagt:

„Krombacher führen wir nicht, weil wir die hohen Preise nicht an die Kunden weitergeben wollen.“

Aus Neckarsulm heißt es, die Krombacher Brauerei habe „die Konditionen zu Lasten [von] Kaufland verändert“. Krombacher hingegen sagt, Kaufland mit seinen überzogenen Forderungen sei Schuld. Und versuchen Sie mal, Barilla-Nudeln bei Kaufland zu kriegen. Nicht gefunden? Ach. Kaufland erklärt:

„Uns als Händler bietet sich ein riesiges Angebot an Produkten, diesem steht jedoch nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit unserer Filialen gegenüber. Aus diesem Grund müssen wir eine Auswahl treffen.“

Das ist doch wunderbar für die Kunden, die dann ja immer möglichst wenig bezahlen müssen!

Einerseits. Und andererseits wissen Sie ja inzwischen, was im Handel passiert, wenn’s bei der Produktion von Lebensmitteln ums Kostendrücken geht: Plötzlich ist wieder Pferd in der Lasagne drin – und Sie schreien als erstes rum!

Ich will doch beim Einkaufen bloß ein bisschen Auswahl haben und nicht abgezockt werden!

Das versucht Kaufland auch zu bieten, und zwar mit einer vergleichweise hohen Flexibilität, wenn’s darum geht, die Sortimente anzupassen. In einigen Berliner Filialen stehen zum Beispiel Lebensmittel im Regal, die vielleicht nicht zum Standardrepertoire der deutsche Durchschnittshausfrau gehören, dafür aber zu dem des türkischen Supermarkts an der Ecke. Kaufland sieht sich sehr genau an, wer im Umkreis seiner Läden wohnt – und stellt sich drauf ein.

Ach, komm mir doch nicht ständig mit Berlin. Wie läuft das denn mit Kaufland im richtigen Deutschland?

Sehr unterschiedlich. Die meisten Märkte gibt es in Baden-Württemberg und Bayern, also vor der Haustür des Mutterkon… – also: der Schwarz-Gruppe. Im Rhein-Main-Gebiet und in NRW muss Kaufland noch aufholen. Und im Norden Deutschlands wird schon seit Jahren versucht, Grundstücke für neue Märkte zu erwerben. Dagegen wehrt sich die Konkurrenz natürlich. Es kriegt ja kein vernünftiger Supermarkt gerne so einen Großflächendisocunter in den Garten gesetzt. In ganz Schleswig-Holstein gibt es bisher gerade einmal einen Markt. Das wird sich aber schon deswegen ändern, weil Kaufland in Barsinghausen (bei Hannover) ein riesiges Lager gebaut hat, das sich erst rentiert, wenn es voll ausgelastet ist und viel mehr Filialen beliefern kann.

Verstehe. Aber hast du nicht was vergessen? Hier, wie heißt der gleich, dieser – Osten!

Bei Kaufland heißt der eher: Paradies. Die neuen Bundesländer sind nämlich das Rückgrat für den Erfolg von Kaufland. Kein Konkurrent hat im Osten einen so hohen Marktanteil. Der West-Ost-Markenstudie zufolge, die von MDR Werbung und dem Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung erstellt wird, sagen 33,1 Prozent der Ostdeutschen, dass sie am liebsten zu Kaufland gehen. Im Westen sind es gerade mal 12,8 Prozent! Dafür muss Aldi sich im Osten mit gerade mal 19 Prozent Käuferpräferenz zufrieden geben (im Westen 39,2 Prozent).

Und woher kommt das bitte?

Nach der Wende hat Kaufland massiv in Eröffnungen investiert – und dank „Sonderabschreibungen“, die von der Regierung quasi als Fördermaßnahme gewährt wurden, ziemlich viel Geld sparen können.

Das heißt, Kaufland hat damals indirekt auf Steuerzahlerkosten den Osten erobert? Geht’s noch?

Ja, es geht noch: In den kommenden Jahren sollen 130 neue Märkte eröffnen, natürlich nicht nur im Osten.

Ts! Typisch Discounter, denkt immer nur an sich.

Anders als Aldi zum Beispiel weiß Kaufland das aber besser zu verstecken und war nicht so doof, ein Konzept aus dem vorigen Jahrhundert bis in alle Ewigkeit mitzuschleppen. Kaufland ist anpassungsfähiger. Der Konzern hat sich beispielsweise mit der Tierschutzorganisaton Vier Pfoten verbündet, um Hähnchen mit dem Label „Tierschutz-kontrolliert“ zu verkaufen, die nach besseren Standards gehalten und geschlachtet werden als das von der EU vorgegeben ist. Und der Verkauf von Hummer ist nach Protesten inzwischen beendet. Das ist natürlich prima. Vor allem aber ist es eine prima Werbung, der Großflächendiscounter zu sein, der sich ums Tierwohl sorgt.

Auf Anfrage verrät Kaufland, dass es in den Fischabteilungen künftig auch keine lebenden Tiere mehr geben wird:

„Wir haben lediglich in neun Filialen Fisch in Lebendhälterung. Wir haben uns entschieden, diese in den nächsten Jahren sukzessive einzustellen. Bereits in diesem Jahr werden wir dies in den ersten drei Märkten umsetzen.“

Bei Kaufland haben die Einkaufswagen Nummern

Die Kassiererinnen sind auch immer so überfreundlich beim Bezahlen, wollen aber immer noch die Nummer vom Einkaufswagen wissen.

Nee, die wollen das eigentlich gar nicht. Die Nummern an den Einkaufswagen stehen ganz unten, an den Rollen. Das heißt, die Mitarbeiter müssen kurz aufstehen und sich über die Kasse beugen, um sie zu erkennen. Dabei sehen sie automatisch, ob der Kunde Waren auf der unteren Wagenschiene platziert hat, die sonst vielleicht übersehen würden.

Moment mal, dann ist die Erkundigung sozusagen der elegante Weg, um zu kontrollieren, ob ich tatsächlich alles bezahle?

Für Menschen, die sich Maßnahmen der Supermarktbetreiber gegen die unauffällige Warenentwendung nicht schönreden wollen: jawohl.

Der Text wurde am Erscheinungstag nachträglich mit Stellungnahmen von Kaufland ergänzt.

Fotos: Supermarktblog

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40 Kommentare
  • ;o)) Schönes Interview mit dem „Kunden“.

    Übrigens gibt es bei Kaufland Schokolade für Lactose-Fructose-intolerante Menschen. Nach ein bisschen Recherche für eine erkrankte Kollegin habe ich die Marke ausgerechnet beim Kaufland Bramfeld (sie wohnt in Bramfeld) gefunden, damit sie auch mal wieder Schokolade essen kann.

  • sehr schoen geschrieben, ich war ein paar mal im Kaufland, und dieser Ramschstil in Gross, das Rot das einfach nur nach Pommesbude aussieht, bekommt mir garnicht. Und wenn ich dann schon als Kunde mitbekomme wie kindisch die Mitarbeiter da behandelt werden (Nummer vom Einkaufswagen ablesen) wird mir uebel, nein Danke – dann lieber 5 Cent mehr fuer die Nudeln ausgeben.

    • Nicht nur das. Beim verlassen des Ladens müssen die Mitarbeiter sogar auf ein Gerät drücken das entweder grünes oder rotes Licht gibt. Bei grün darfst du einfach gehen, bei rot musst du deine Taschen kontrollieren lassen. Habe dort mal ein Jahres Praktikum gemacht.

  • Ganz toller Artikel. Kaufland ist wirklich ein Phänomen und Paradebeispiel für gelungenen Handel gleichermaßen. In Berlin Neukölln (Neukölln Arcaden) gab es zur Eröffnung vor 10 Jahren einen fetten Famila im Untergeschoss. War immer gähnend leer. Dann zog sich Famila zurück und Kaufland kam – und der Laden ist immer brechend voll.

    Das mit den Wagennummern hatte ich jahrelang nicht verstanden und dann eine befreundete Kassiererin gefragt. Da wäre ich vorher nie drauf gekommen. Ziemlich clever von denen. Nur blöd, wenn renitente Rentner der Kassiererin direkt SIEBEN VIER ZWO DREI!!!!! entgegenbrüllen 😉

  • Sehr schön geschrieben, danke!
    Und den Unterschied zwischen leeren Reals und vollen Kauflands finde ich auch immer wieder frappierend.

  • Ich kaufe gerne bei Kaufland. Die Angebote sind immer echt günstig und nicht so pseudogünstig wie bei Real, Toom,…
    An der Kasse wird man oft gefragt, ob man alles gefunden hat und es wird notiert, wenn man sagt: „es gab kein XY mehr“. Das wäre noch mal eine Recherche wert, ob diese Infos tatsächlich weitergeleitet werden und Wirkung haben.

    Was mir in unterschiedlichen Filialen aufgefallen ist: Man trifft da oft die Familie im Trainingsanzug (aber ohne Trainingsanzugfigur) und im Einkaufswagen stapelt sich Kiloweise das 30 %-billiger Fleisch.

    • Das kommt ganz au die jeweiligen Vorgesetzten (und damit meine ich Abteilungsleiter, nicht Hausleiter) an. Ich habe mal ziemlich lange während des Studiums bei Kaufland gearbeitet und alle 2 Jahre ist große Fluktuation bei Kaufland, da habe ich hautnah miterleben können, wann ich jemanden anrufen musste um den fehlenden Artikel durchzugeben, wann ich etwas aufschreiben musste (mit ins Kassenbüro nehmen musste und es am Ende meistens nur im Papierkorb landete) oder wenn ich mir die Standardausreden („Lieferprobleme“, „heute nicht mitgekommen, haben uns schon beschwert, wird heute aber leider nichts mehr“ besonders bei Obst und Gemüse wenn die Abteilung einfach zu wenig bestellt hatte) ausdenken musste.

  • In den Kauflands (Kaufländern?!?), in denen ich bisher war (z.B Andernach oder Bad Nauheim, aber auch in BW), gab es kaum Unterschiede zu Real oder schlechten Globus-Märkten. Die Wagen, das Umfeld, das Geschäft: Siffig, unangenehm, komisch beleuchtet. Die Preise in den Prospekten sind ja wirklich sehr günstig – aber in 90 Prozent der Fälle entscheide ich mich dann doch gegen das Einkaufs“vergnügen“ dort.

  • […] Preis­kampf: Kauf­land betreibt in Deutsch­land rund 620 Filia­len — vor allem in Süd– und Ost­deutsch­land. Dort hat die kleine Schwes­ter von Lidl vor allem von Son­der­ab­schrei­bun­gen pro­fi­tiert, also von Steu­er­gel­dern. Warum Kauf­land ein „Groß­flä­chen­dis­coun­ter“ ist, und wie der Kon­zern die Preise drückt — das erklärt der Super­markt­blog in sei­nem lesens­wer­ten Text „Kauf­land ver­ste­hen — in nur 3 Minu­ten“. Super­markt­blog […]

  • Überrascht hat mich gerade die Frage der Kaufland-Kassiererin: Haben Sie alles gefunden? Sie schrieb sich tatsächlich den Tee auf, den es nicht gab.

  • Was die Kundenfreundlichkeit bezüglich z.B. Reklamation oder Umtausch angeht, habe ich aber noch nichts vergleichbares gefunden. Da könnte sich der ein oder andere Dienstleister was abschneiden. Vielleicht ist ja auch die oben angesprochene Frage, ob man alles gefunden habe, Teil dieser Philosophie. Ich möchte es gern glauben. 🙂

    Außerdem hat mich schon immer interessiert, ob man das an den Verkaufszahlen von Krombacher sehen kann, als Kaufland sie aus dem Sortiment geschmissen hat. Da könnte man (oder nicht) vielleicht etwas von der Marktmacht sehen.

    • Fänd ich auch interessant. Im Gegensatz zu Kaufland antwortet die Krombacher-Presseabteilung allerdings nicht auf meine Anfrage. Auch eine Erkenntnis.

    • Das mit den hohen Abschreibungen bei Reklamationen kommt dadurch zustande, dass die Summe aufgrund der hohen Umsätze nicht ins Gewicht fällt. Und wenn doch (es gibt interne Vorgaben an denen alle Kaufländer miteinander verglichen werden), dann muss man sich bei kleinen Artikeln eben als Infomitarbeiterin überlegen, wie man die Statistik am besten fälscht – dem Kunden kann’s egal sein, der bekommt sein Geld wieder und gut ist.

  • Zitierte West-Ost Studie weist übrigens aus „Prozentual gesehen gehen die Ostdeutschen am liebsten zu Kaufland (33,1 Prozent), Netto (27,4 Prozent) und Lidl (21,5 Prozent)“. Dabei werden allerdings NETTO und Netto Marken-Discount zusammengeworfen. Die werden doch nicht etwa so tun als ob Netto mit und ohne Hund der selbe Laden sei….?

    • Hab ich völlig übersehen. Ja, das ist ziemlich peinlich. Supermarktbloglesern mit einem scharfen Auge fällt das sofort auf. Danke für den Hinweis.

  • Kann mich nur anschliessen, super geschrieben. Ich war früher sehr oft im Kaufland, in letzter Zeit weniger. Warum? Kaufland hat sich ziemlich verschlechtert! Das Obst/Gemüse-Angebot hat sich in Richtung 2. Wahl entwickelt und heute musste ich feststellen, dass nun auch noch Fantasiepreise bei Preisgegenüberstellungen gemacht werden (Bananen statt 1,35 nur 1,15 (1,15 was schon teurer als bei manchen Discounter ist steht seit Monaten dran), Thüringer Leberkäse statt 2,39 nur 2,19 – genau das gleiche der Artikel ist stetig im Preis gestiegen und stagnierte bei 2,19 weit über einem Jahr, 2,39 habe ich bei dem Artikel nie gesehen). Also ich habe heute meine Konsequenz draus gezogen, ich werde mich nicht von Kaufland hinters Licht führen lassen. Kunden so zu manipulieren ist unterstes Niveau!

  • Was da Henne und Ei ist, weiß ich nicht genau: Aber Kaufland hat auch viel mehr Ost-Produkte im Sortiment als die Wettbewerber (Erfahrungen aus RLP und NRW). Große Auswahl an Goldmännchen-Tee, z.B.
    Finde ich spannend, weil ich dort schon Sachen gekauft habe, die ich sonst in der Umgebung nirgends finde.

    Ich gehe dort auch deshalb gerne hin, weil sie abends immer Obst/Gemüse und Backwaren stark reduzieren.

    Einige Ecken sind allerdings echt gerne etwas schmuddelig – und ich mag den strengen U-Zuschnitt nicht, der einen, wenn man was vergessen hat, durch den ganzen Laden zurückzwingt. Das ist fast so schlimm wie bei IKEA, mit nur wenigen „Schleichwegen“.

    • Ich liebe die Böhme Pfefferminzschokolade; auch ein Ostprodukt.

      Obst und Backwaren sind bei uns abends meist schon abverkauft, wenn ich komme – manchmal bekomme ich noch letzte Reste ab. Ungefähr jeden zweiten Samstag bin ich deswegen morgens einer der ersten, dann ist die Auswahl noch groß.

  • Ja viel Ware, aber auch vi….ieel Personal – besser gesagt eine hohe Fluktuationsrate.
    Ich habe bei Kaufland in Papenburg gearbeitet. In zwei Jahren 7 Hausleiter! Einer davon hat es geschafft, innerhalb weniger Monate 70 Angestellte zu verschleißen. Ab mittags 14:00 ist Personal Mangelware. Gähnende Leere in den langen Gängen. Die Packteams arbeiten unter hohen Leistungsdruck und dementsprechend wurde die Ware auch gepackt.

    Auffallend ist die Präsentation der Ware. Regale wie in einem Hochlager – oben geht ohne Leiter nichts mehr. Staub und Schmutz überall in den Regalen. Sehr viel abgelaufene Ware war damals zu finden. Kunden bekamen für abgelaufene Ware, die sie fanden, 2,50 ausbezahlt. Was zur Folge hatte, dass sich einige Kunden auf die Suche „spezialisierten“ und Ware gezielt versteckten, sie irgendwann wieder herausholten, um abzukassieren.

    Die meisten AN leisteten unzählige unbezahlte Überstunden. Da bei Kaufland in aller Regel nur Zeitverträge ausgestellt werden, ist der Erpressungsdruck den die Hausleiter ausüben können extrem hoch. Tarifverträge wurden damals laufend unterwandert, denn die Hausleiter waren nur überlebensfähig, wenn sie gut zahlen ablieferten. Das ging nur auf dem Rücken des Personals. Je billiger, je mehr unbezahlte Überstunden desto besser für den Hausleiter.. Wer nicht spurt, nicht mehr leistet, als er/sie eigentlich müsste, ist draußen. Aber selbst das ist kein Garant für einen Festvertrag. Die Kassenkräfte sind am ärgsten dran. Sie werden behandelt wie Unmündige. Das Verachtenswerteste überhaupt, waren die Flipchart im Kassenbüro. Dort standen die Namen der Kassiererinnen, ihre Stornos, die Rangliste der Kassiererleistungen, bestandene/unbestandene Testwagendurchläufe etc. dahinter Smileys, fröhlich bis finster dreinblickend. Der Umgangston im Kassenbüro war fürchterlich kalt und unbarmherzig. Jede Kassiererin musste eine bestimmte Anzahl an Artikeln pro Minute über den Scanner ziehen. Die hier im Blog aufgezeigten Floskeln (mehr ist es nicht) der Kassenkräfte müssen gesprochen werden. Wer es nicht macht, ist seinen Job bald los (Testkäufe!) Das Aufstehen und nach der Wagennummer schauen hat nicht nur den Hintergrund das der Wagen kontrolliert wird, sondern in erster Linie kontrolliert es die Kassiererinnen, ob sie aufstehen. Sie müssen die Nummer eingeben. Man erzählt ihnen es sei für die Statistik, aber das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Bei der Schwarzgruppe, sei es bei Lidl oder bei Kaufland gibt es nichts, was nicht kontrolliert wird, aber am meisten das Personal – weil man hier größtes Misstrauen herrscht. Der Witz ist aber- die eingehende Ware bei Lidl, die aus den Zentrallagern kommt (Ausnahme sind Fremdlieferanten) , darf nicht kontrolliert werden – wegen des knappen Zeitmanagements. Als der Überwachungsskandal die Medien füllte, gingen Lidl – Kunden nach Kaufland einkaufen, nichts ahnend, dass beide ein und denselben Mann gehören. In Neckarsulm, den videoüberwachten Hochsicherheitsbunker liegen die Büros nahezu nebeneinander.

    Tolles Unternehmen – toll im Sinne von verrückt…..

    • Da muss ich widersprechen. Habe als Student jahrelang bei Kaufland gearbeitet, habe meine Überstunden immer bezahlt bekommen und mir irgendwann angewöhnt mich nur noch ab 18 Uhr zur Verfügung zu stellen, weil man da fast 20 € die Stunde für die gleiche Arbeit (sonst 11,76 die Stunde als ich dann wg Studierende kündigte) bekam und meistens wenig los war. Wer sich von Hausleitern oder sonstigen Vorgesetzten unter Druck setzen lässt ist selbst schuld, denn die können einem nichts – die können einen nicht mal rausschmeißen, wenn man keine Nullerkasse hat!

  • Ein sehr aktuelles Beispiel für Auslistungen ist Born Senf (aus Erfurt), der seit kurzem nicht mehr bei Kaufland erhältlich ist. Auf Nachfrage beim Personal wurden laufende Preisverhandlungen angegeben. Für Nicht-Thüringer wahrscheinlich ein kaum ernst zu nehmendes Problem, aber im Mutterland der Bratwurst durchaus ein Skandal, dass stattdessen jetzt Bautz’ner Senf (aus Sachsen) mehr Platz im Regal hat.
    Es würde mich wirklich interessieren, welche Auswirkung diese Entscheidung für die Beliebtheit von Kaufland in Thüringen hat, denn diese Marke ist regional stark verankert.

  • Inflation !

    Kaufland hat die 12 mehrweg-Glasflaschen-Kiste Wasser von 1,56 auf 1,68 erhöht.

    und die bis zum Frühsommer 3-5 wöchigen Lockvogelangebote zu 96 cent gibts auch nicht mehr.

  • Kaufland ist zwar nicht der 1. Wolf der backen kann, aber dafür der Wolf
    mit der Tarnkappe. Für die Ausbeutung des Personals und Verarschung der Kunden. Wahnsinn der Laden… man muss irgendwann nur mal draufkommen.

  • Für mich, ganz unten durch.
    Für mich hat sich Kaufland erledigt. Bequem ist der Laden, da man inzwischen fast überall so einen fast vor der Tür hat. die Qualität der Produkte lässt aber manchmal sehr zu wünschen übrig und auf Kundenbriefe wird auch gar nicht erst reagiert, warum auch, es kommen ja noch genug.
    auf den folgenden Kundenbrief kam noch nicht einmal eine Empfangsbestätigung.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich war viele Jahre gern bei Kaufland Kunde, aber das ich als Rollstuhlfahrer bei Ihnen wohl nicht gern gesehen bin, das dachte ich mir schon länger oder wie soll man bei Ihnen einkaufen? Mit Rollstuhl einen Einkaufswagen schieben geht ja wohl schlecht. Da muss man erst einmal rum fahren und sich einen Karton suchen und dann durch die Leute wieder zurück schlängeln um mit dem Einkauf anfangen zu können. Beim Personal habe ich schon mehrfach in den letzten Jahren nachgefragt, aber was nicht von oben entschieden wird, interessiert nicht. Wenn ich zu Globus, Real, REWE … gehe, habe ich dieses Problem nicht.
    Die Werbung kommt hier in Xxxxx in letzter Zeit überhaupt mal wieder, aber das hat hier seit Jahren nicht mehr richtig geklappt und meist kommt sie auf dem letzten Drücker am Sonntagabend, wenn ich wieder los muss (ich bin beruflich bedingt derzeit die ganze Woche entweder in LXXXXX oder in EXXXX).
    Was aber so zu sagen der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist die Rubrik Suppenhuhn. Meine Kinder essen sehr gern Hühnersuppe mit Nudeln. Seit Jahren bereits habe ich mehrfach schon moniert, dass Ihre gefrorenen Suppenhühner wohl eher Fell hatten als Federn. Massen an mehreren cm langen Haaren und wenn man das sieht, unappetitlich hoch drei und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, der das so sieht. Das habe ich bestimmt seit 3 – 4 Jahren jährlich einmal angesprochen. Nichts.
    Am Freitag hatte ich mir wieder eines geholt (im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich mir keines aus dem Real in Xxxxx mit gebracht habe) und am Samstagabend zubereitet, da meine Kinder heute am Pfingstsonntag eben keinen Braten sondern mein Suppenhuhn wollten. Neben dem üblichen „Fellhuhn“ das laut Verpackung 1100g wiegen sollte, fand ich eines mit nur 910g. Hätte ich nicht noch Herzen dazu gekauft, wäre es eine dürftige Hühnersuppe geworden. Reklamieren ging leider nicht, da Samstagabend 20:00 Uhr Schluss ist (glücklicherweise für das Personal) und ich das Suppenhuhn auch nicht wieder einfrieren konnte, wenn es am Sonntag auf den Tisch soll.
    Diese „kleinen“ Unannehmlichkeiten über die Jahre zusammen genommen haben mich zu der Entscheidung gebracht, dass ich ab sofort nur noch in „Notfällen“ mal zu Kaufland gehen werde. Lidl und REWE sind genau so nah und meist sogar noch preiswerter.

    Mit freundlichen Grüßen
    XXXXXXX XXXXXXX

  • Ich fühle mich immer etwas verarscht, wenn die Kassierer die Nummer meines Einkaufswagens wissen wollen, weil wir beide doch genau wissen, dass sie nur sehen will, ob ich etwas geklaut habe.

    Wäre doch mal erfrischend ehrlich, wenn wenigstens einer sagen würde: „Lassen sie mich bitte mal den Wagen checken, ob auch alles auf dem Transportband liegt“.

    Dann würde ich mir deutlich weniger dumm vorkommen.

    • Sehen ob du etwas geklaut hast will die Kassiererin aber doch gar nicht. Das interessiert sie nicht die Bohne. Sie will nur ihren Job behalten, aber „Bitte lassen Sie mich meinen Job behalten“ verstehen die Kunden halt nicht. Und damit sie ihren Job behält, muss sie die Nummer überprüfen und dabei zufällig auch den Einkaufswagen, weil ihre Chefs sich das mit der Nummer extra so ausgedacht haben.

  • bei Kaufland kannst Du trotz der ehm. Lidl&Schwarz Skandale auch im Jahr 2014 als Personal Teilzeit, Vollzeit, für 2 Monate, 5 jahre,10 jahre 20 jahre (was sehr selten vorkommt) arbeiten, selbst in Abteilungsleitungsposition- Du wirst im L&S System weiterhin täglich verarscht, herumgeschupst und kontrolliert wie Leibeigene, trotz Fachkrafterfahrung bevormundet wie kleine Kinder. Private Kurzgespräche sind nicht mehr erlaubt- arbeiten, arbeiten, arbeiten -bis an die Grenze zum Umfallen am besten ohne jeglich Kontakt zu Kolleg/Innen.
    Gespart wird am Personal und Löhnen, die Arbeit ist oftmals nicht mehr zu bewältigen, 1 Mitarbeiter schuftet für 3 Mitarbeiter, Löhne nach Ausstieg aus dem Tarifvertrag willkürlich und unübersichtlich, Ein Lohnvergleich mit anderen Unternehmen ist nicht möglich wegen ungenügender, nur mündlicher Arbeitsplatzbeschreibung bei Arbeitsaufnahme, oder einseitig veranlasster Arbeitsplatzveränderung. Großteils haben die Filialen keinen Betriebsrat. Das Personal ist willkürlichen Enscheidungen hilflos ausgesetzt. Es herrscht nach wie vor Angst und wenig Solidarität.
    Die Mitarbeiter werden willkürlich verschoben wie es gerade passt, teilweise
    bei weiteren Engpässen (Fluktuation) telefonisch zurückgeholt aus 1 Wöchigem Urlaub. verlangte Mitarbeiterbewertungen und ranking der Filiale/Filialleitung sind gefaikt da jederzeit durch o.g. Arbeitsplatzbedingungen rückverfolgbar. ec.pp. (siehe dazu auch Wirtschaftswissenschaft Portal WIWI -Kaufland/o.Lidl)
    Am besten nie im Einzelhandel arbeiten -bei Kaufland und anderen Discountern schon gar nicht. Du bist nur billiges Arbeitstier für Multimilliardäre hinter ihrem Hochsicherheitstrakt- wie richtig zu Anfangs von Peer Sch. bereits beschrieben.
    Der Fisch stinkt vom Kopf bis zum Schwanz durch die nach wie vor derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen zugunsten solcher Unternehmen.

  • Erstaunlich, dass der Laden hier teilweise negativ bewertet wird. Vielleicht gibt es ja größere Unterschiede. Von den mir bekannten Berliner Filialen bin ich sehr angetan und finde es auffallend, wie die Läden immer weiter perfektioniert werden. Das einzig Unpraktische ist, dass man sich nach Umbauten oder Änderungen wieder neu zurechtfinden muss (was bei der Größe eine Weile dauert und ggf. nervt). Davon abgesehen ist es eine Riesenleistung, was die so aus dem Boden stampfen. Mein Stammladen wurde vor kurzem komplett umgebaut, sieht jetzt etwas moderner aus und hat ein paar Dinge erweitert, obwohl es vorher schon völlig okay war. Im Internet lassen sich vor’m Einkauf die Angebote raussuchen, falls man keinen Prospekt hat. Wenn man die Artikelplazierung im Laden drauf hat und nach Liste einkauft, bekommt man (fast) alles, ist schnell durch und hat zu einem guten Preis den Wagen voll. Besser geht’s doch gar nicht.

    Wie die als Arbeitgeber sind, weiß ich nicht. Die Kassiererinnen müssen ihre Standardsprüchlein aufsagen und sind ansonsten äußerst höflich, insgesamt ein sehr angenehmes Klima. Dass der Wagen kontrolliert wird, finde ich bei der Breite der Zielgruppe akzeptabel. Ebenfalls das mit der Nummer – es ist Teil des perfektionierten Ablaufs, da wird offenbar nichts dem Zufall überlassen. Viele Kassiererinnen arbeiten schon seit Jahren dort, so schlecht scheint es also nicht zu sein.

  • Kaufland ist tatsächlich ein Phänomen.
    Bemerkenswert finde ich vor allem, dass (zumindest im hiesigen Markt) praktisch JEDE Produktsorte mindestens einen eigenen Regalmeter hat. Ein ganzer Regalmeter für Bananensaft, das gibt es sonst nirgends!
    Gefühlt ist das Sortiment dadurch sogar größer als z.B. bei Real, obwohl im Gegenzug auf Frischfleisch/-käse/-fisch-Theken verzichtet wird.
    Auch gibt es bei keiner Kette so eine breit aufgestellte Spirituosen-Abteilung, die kann fast mit dem Fachhandel mithalten.
    Und trotzdem hat man da drinne immer irgendwie so ein unterschwelliges Discount-Feeling. Irgendwie genial!

    • Das scheint dann wohl sehr standortabhängig zu sein. Während ich den real bei uns wegen seiner (unnötig) bescheidenen Lage für Fußgänger und Kinderwagenfahrer meide*, würde ich für Wein, Spirituosen und Haushaltswaren noch am ehesten dort vorbeischauen. Denn während Saft in unserem Kaufland eine eigene Abteilung hat, sind das klassische Getränkeangebot sowie die Wein- und Spirituosenabteilung schlecht sortiert. Und die Küchenabteilung besteht aus ein paar überteuerten Plastikdosen und einer Fackelmann-Wand. Dafür gibt es neben riesigen SB-Bereichen für Fleisch, Wurst, Fisch und Käse auch noch eine Frischetheke. In Sachen Milchpalast geben sich beide keine Blöße, auch wenn es mich immer wieder überrascht, wie schnell anscheinend Markenjoghurt umgeschlagen wird. (Ehrmann, Zott & Co. haben oft eigene Kartonpaletten für einzelne Sorten. Das macht halt Meter.) Ohne gemessen zu haben, scheint der „Frische/TK-Bereich“ bei unserem Kaufland über ein Viertel der Fläche zu verbrauchen. Das ist beim real deutlich weniger.

      Es scheint also regional bedeutende Unterschiede zu geben, wobei mir die Kaufland-Märkte insgesamt gleichförmiger vorkommen als die von real.

      *Am Rande eines Parkplatzes für mind. 500 Parkplätze war leider kein Platz mehr für einen durchgehenden Gehweg bis zur Bushaltestelle. Is klar.

  • Obwohl manche Artikel bei Kaufland billiger sind, als bei Rewe, gehe ich dort nur noch selten hin. Eigentlich nur dann, wenn einer meiner Standardartikel im Angebot sind. Und dann kaufe ich nur die und keinen Artikel mehr.
    Mich nervt die Größe von Kaufland. Es ist meine Lebenszeit, die ich nicht damit verschwenden will, erst durch einen riesen Laden zu latschen und dann an der Kasse ewig zu warten. Das ganze Procedere an der Kasse: Wagennummer eintippen, nach Rabattmarken und Bon gefragt werden und die „Waren Sie zufrieden“-Floskel. Das dauert halt.
    Überhaupt die Sache mit der Wagennummer. Wie kann ich da gerne einkaufen, wenn die ihrem Personal so mißtrauen und mich dabei mit veräppeln…
    An der Kasse wird in jeden Karton und jede Zeitschrift genau geschaut. Was soll ich denn bitte in einer Zeitschrift raus schmuggeln? Wenn ich ein paar rumliegende Kohlrabiblätter für meine Kaninchen mitnehme, werden mir diese an der Kasse abgenommen. Begründung: Es gibt Kunden, die diese extra abreißen.
    Kaufland muss sehr schlechte Erfahrungen mit seinen Kunden machen. Ich fühle mich da total unwohl.
    Dazu kommt, dass die Kunden in dem Laden eher…naja… sind. Dann steht man an der Kasse und ist froh, wenn der Geruch, den manch einer verströmt, bald vorbei ist.

  • Kaufland Papenburg
    Hausleiter sind irgentwo auch nur unten im System angsiedelt.
    Druck wird dann weitergeletet,dem einen gelingt das eher unauffällig,
    und der andere führt sich seinen Mitarbeitern gegenüber wie ein Despot auf.
    es gab in Papenburg von Beiden.
    7 Hausleiter in 2 Jahren ist glatt gelogen.es mögen 10 in 11 Jahren sein was so glaube ich mit der Firmenphilosopie zuammehängt.
    Personalengpässe ja,ist aber ursächlich der Hauptgrund
    für das manchmal doch schmuddelige Feeling.
    Fluktuation ja, es gibt auch viele Mitarbeiter die jahrelang da sind und die sind Freundlich und Hifsbereit .
    Sortiment reichhaltig und für mich o.k.
    Beim eingepackten Fleisch ist dr Preis wirklich unten,allerdings habe ich das Gefühl das über unnötige Menge/Gewicht Umsatz generiert wird.
    Die Wurst und Käsetheke ist top,die Bedienungen allesamt super drauf!
    Also ich kann da einkaufen gehe aber genauso gerne woanders hin.

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