Rettet Real in Essen das SB-Warenhaus – und sich selbst?

Rettet Real in Essen das SB-Warenhaus – und sich selbst?

Partner und Sponsoren:

Keine drei Monate ist es her, dass Real seinen neuen Markt in Essen-Altendorf eröffnet hat, aber die Lobhudeleien sind schon beachtlich:

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“
„ein Einkaufserlebnis der neuen Generation“
„setzt weit über Essen hinaus neue Standards“
„eine neue Zeitrechnung“
„die Zukunft des Einkaufens“

Schade halt, dass die Formulierungen alle von Real selbst stammen.

Nun ist es ja nicht so, dass der Metro-Tochter diese Selbsthypnose nicht zu gönnen wäre. Viel zu feiern gab es in letzter Zeit schließlich nicht. Die Umsätze enttäuschen, die Läden im Ausland sind verkauft, und anstatt die bekannten Eigenmarken zu verbessern, werden neue Billigartikel in die Regale gestellt. Wenn’s dann mal wieder nach vorne geht, dürfen ruhig auch mal die Korken knallen. Immerhin ist der umfassend belobigte Markt die erste Neueröffnung seit Jahren. (Wenn auch als Ersatz für einen veralteten Standort, der in der Nähe dicht gemacht wurde.)


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Es lohnt sich aber genauso, die 9500 Quadratmeter auch noch mal etwas weniger sektlaunig zu betrachten. Immerhin hat Real-Geschäftsführer Didier Fleury angekündigt, Essen-Altendorf sei „Vorbild für die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung von Real“.

Hoffentlich gilt das vor allem für die Außengestaltung: Metro hat ihrem SB-Warenhaus (sowie ein paar Fachmärkten, die mit eingezogen sind) nämlich ein Center gebaut, das  sich sich unaufdringlich an den üblichen Großparkplatz schmiegt und aussieht, als sei es von positiv größenwahnsinnigen Hobbit-Architekten entworfen worden: mit sanftem Glasfassadenschwung, begrünten Dachflächen und lustigen Eingangshöhlen.

(Zum Vergrößern anklicken. Oder hier das Video ansehen.)

2013 eröffnetes Kronenberg Center in Essen (Zum Vergrößern anklicken.)

Auch bei Supermärkten zählen aber vor allem: die inneren Werte. Und die erzählen, dass die „Zukunft des Einkaufens“ aus Sicht von Real ziemlich nah an der Gegenwart liegt.

Dabei hat man sich sichtlich angestrengt, das bisherige Ladendesign zu modernisieren. Als erstes springt die neue Mustertapete ins Auge, auf der die Marktkategorien  verschiedenen Farben (vor dem etwas rätselhaften Hintergrund aus Blättern, Herzen, Nüssen und Zahnrädern) zugeordnet sind.

Real lotst seine Kunden mit Farbtapeten durch die Gänge

Von der hohen Decke mit den Holzverstrebungen baumeln Sortimentswegweiser, auf denen einen Stellvertreterkunden mit dem Real-Werbeversprechen anlächeln: „Einmal hin. Alles drin.“ Konsequent ist die neue Beschilderung aber nicht: Mal ist das Untersortiment danach benannt, was sich mit den erhältlichen Artikeln anstellen lässt („Kochen“, „Backen“, „Reinigen“), ein andermal steht da doch wieder fantasielos die Futterart („Molkereiprodukte“).

Hätten Sie's gewusst? Butter oder Margarine sind die richtige Grundlage für Brot und Küche. Häh?

Der ganze Laden ist hell und spart nicht mit Platz, im breiten Mittelgang ließen sich bestimmt gut Einkaufswagen-Rallyes fahren.

In der Mitte ist der große Wochenmarktzauber auf die Obst- und Gemüse-Abteilung niedergegangen, die aus dem übrigen Real-Design heraussticht und Preisschilder in Tafeloptik mit Schreibschriftpreisen verpasst bekommen hat. (Edeka lässt schön grüßen.) Zwischen Pilzsorten-Erklärtafel und „Wiegecenter“ sind fast alle die Artikel auf grüne Lieferkisten aufgebockt. Ein eigenes Logo stellt die Abteilung zusätzlich heraus. Das alles ist ordentlich und schick – aber bei so manchem Konkurrenten längst Standard.

Wochenmarktzauber in der Obst- und Gemüse-Abteilung

Auch in der gegenüberliegenden „Meine Drogerie“ halten sich die Überraschungen in Grenzen. Die größte ist vielleicht die Grundfarbe schwarz. Die geschwungenen Regalreihen und die gesonderte Beleuchtung haben sich die Konstrukteure hingegen bloß aus dem aktuellen Regelbuch zur Drogerieabteilungsgestaltung im deutschen Lebensmittelhandel abschauen müssen.

Mit Schwung zum Duschgeleinkauf: Drogerie-Abteilung im neuen Real

Interessant ist nicht nur, was Real in seinem neuen Markt verändert hat, sondern vor allem: was nicht. Und das ist – leider – ziemlich entscheidend.

Der Marktaufbau ist nämlich enttäuschend klassisch: Neben dem Eingang auf der rechten Seite ist das Infoterminal gepflanzt, und das versprochene „Einkaufserlebnis“ beginnt immer noch mit allerlei nicht zum Verzehr Geeigneten: DVD-Player, Wäsche,  Fahrradschläuche. Zumindest sind das einige der Produkte, mit denen Real seine Kundschaft im Essener Markt empfängt. (Und damit kaum einen Millimeter von seinem bisherigen Konzept abweicht.) Erst wer sich durch Elektronik, Textilien, Heimwerkerbedarf und Autozubehör gearbeitet hat, steht am Ende des langen Seitengangs vor der SB-Bäckerei und merkt: Huch, hier gibt’s auch Essbares.

Es mag ja sein, dass Real-Kunden außer dem Wocheneinkauf auch noch Schraubenschlüssel und neue Scheibenwischer fürs Auto mitnehmen wollen. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen und deshalb zuerst im Einkaufswagen landen?

Ein Sack Kartoffeln, ein Glas Marmelade und 100 Gramm frische Unterlegplättchen, bitte

Die Aufteilung ist noch unverständlicher, weil Real zumindest eingesehen hat, dass die „Wohnwelten“ – also die Sortimente Küchenutensilien, Badezimmerzeugs und Haustierartikel – viel besser ans Ende des Markts, noch hinter die Tiefkühlabteilung passen. Und wenn die Real-Geschäftsführung weiterhin davon überzeugt ist, im „Markt der Zukunft“ auch Unterhaltungselektronik verkaufen zu müssen, dann gehören die genau dorthin.

Die "Wohnwelten" sind ans Ende des Markts gebaut; da gehören sie auch hin

Ausgecheckt wird ja sowieso durch die riesige Kassenphalanx in der Mitte, an der eine Mitarbeiterin zu Stoßzeiten schnell damit ausgelastet ist, die zahlreichen Fehlermeldungen der SB-Kassen wieder abzustellen.

Für Real-Verhältnisse mag Essen-Altendorf ein Fortschritt sein, ein großer sogar. (Zumal dort auch der interessante Tiefkühlober steht, wie Supermarktblog-Leser wissen.) Für die triste Umgebung ist er das allemal. Und das lässt sich nun wirklich nur von wenigen Einkaufscentern behaupten. Dazu ist der Markt klimaschonend gebaut, beteuert das Unternehmen, und man habe „die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten intensiviert“. Aber mit all den Anstrengungen ist es der Metro-Tochter letztlich vor allem gelungen, einen relativ zeitgemäßen Lebensmittelmarkt auf die Grüne Wiese zu stellen, der außenrum genug Platz hat, um auch ein paar Spezialisten einziehen zu lassen, die als zusätzlicher Hinfahrtgrund funktionieren: dm, Deichmann, Denn’s Biomarkt.

Eine „einzigartige Einkaufsstätte“, wie Real-Chef Fleury behauptet, ist das aber nur für Leute, die sonst nie bei der Konkurrenz einkaufen gehen. (Die im übrigen gerade ziemlich aufrüstet, z.B. Rewe mit der angekündigten Neuerfindung der Toom-Flächen.)

Um im deutschen Lebensmittelhandel mithalten zu können, muss sich Real künftig noch ein bisschen mehr einfallen lassen.

Und wie kauft sich’s in Ihrem Real ein? Schreiben Sie’s in die Kommentare!

Fotos: Supermarktblog

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37 Kommentare
  • Moin,

    schon spannend was real so macht – wenn ich mir den markt ( braunschweig – berliner str. ) so anschaue wo ich immer einkaufe …

    schon der weg auf den parkplatz gleicht mehr einer hintersibirischen tundrafläche im sommer – viele schlaglöcher, ungepflegt, keine parkbuchten eingezeichnet ( dementsprechend parken die leute auch ), kein grün, eine stillgelegte alte abrissreife waschanlage durch bauzaum abgesichert, die getränke anlieferung meistens zugeparkt ( ich wusste ja nicht wie viele autofahrer weder lesen noch laufen können )

    der weg in den markt wird begleitet durch eine hähnchenbraterei auf rädern und einem china ( oder was auch immer das sein soll ) imbiß – ach ja eine kleine pizzabude gibts auch noch. der eingang eher trist und wenig einladend.

    im markt der übliche gang links kleidung rechts bücher, elektro & haushalt auf dem weg in den hinteren teil des marktes vorbei an sonderpositionen und nippes kommt dann eine gemüse und obst abteilung ( die mitarbeiter machen das beste draus ) die wenig lust auf kochen und geniessen macht. eingepfercht zwischen sonderpaletten und dem tchibo verkaufselement kann man sich ja vorstellen wie es aussieht.

    die große kühl- und tiefkühlabteilung kommt mir so vor als ob dort das letzte mal 1980 ein professioneller ladenbauer drübergeschaut hat – wenigstens passt die gestaltung zum inhalt : unterkühlt. dahinter an der rückwand des marktes frischfleisch und käse. gestalterisch ne glatte 6.

    und so weiter und so weiter …

    ich dachte immer der wettbewerb ist so groß … anscheinend ist aber der druck eine wirklich gutes einkaufserlebnis zu gestalten nicht hoch genug. real hat nur das glück wirklich günstig zu liegen ( direkt an der ausfallstrasse, nur getrennt durch einen ungepflegten grünstreifen ) – von den mitarbeitern habe ich gehört der kostendruck nimmt zu, stellen werden abgebaut und fläche noch vollgestopfter … das ist wohl aber nicht die antwort auf die herausforderung durch den kunden von heute.

    ich gehe gerne einkaufen – besonders lebensmittel. aber so macht es keinen spaß und führt dazu das ich mich so lang über mein einkaufen bei real auslasse ( liebe real macher – ihr lest ja hier auch mit; ihr könntet besser – warum macht ihr es nicht? genügend positive beispiele gibt es doch in der ganzen welt … googlen hat noch keinem geschadet. und manches kostet eher überwindung, vertrauen in die mitarbeiter und phantasie als viel geld. alles was ihr braucht habt ihr. getreu eurem einmal hin – alles drin. )

  • Hier oben im Norden gibt es etliche real-Märkte, alle nicht die neuesten. So gibt es im schönen Ostfriesland noch die scheinbar liebgewonnene Trennung von „Haupthaus“ (CDs, TV, Drogerie und Lebensmittel) und dem Getränkemarkt inkl Heimtierbedarf, Sport, Garten und… ähh, was sonst nicht gewünscht wird. Der Eingang zum Markt 1 ist neu vorgesetzt worden, ansonsten noch Regale und Fliesen von Wal-Mart, Continent und wie sie alle hießen vorher. Ergebnis: Einkaufserlebnis 0,0
    Den ehemals größten Wal-Mart der Welt (!) haben die Metrojungs auch übernommen, und erstmal Tankstelle, Möbel, Restaurant im OG etc abgegeben. Ergebnis: Sieht genauso aus wie vorher, steht nur was anderes drüber. Insgesamt haben wir 5 real-Märkte hier in der Stadt, davon 2 ex-Wal-Mart-Läden, 2 in Einkaufszentren (wovon einer am langen Arm seit Jahren verhungert-Schließungsgerüchte gehen immer wieder aufgrund der geringen Fläche um). Neu- und Umbauten wären nötig (gewesen), passiert ist aber ausser moderneren Gemüse-, Wein- und Drogerieabteilungen (eine bis drei Stufen früher als die Essener Variante) nichts. Öffnungszeiten sind innerhalb der gleichen Stadt verschieden. Insgesamt wirkt es eher lieblos und so ein wenig nach dem Motto „Leben und leben lassen“ Mühe gegeben wird sich dort schon lange nicht. Ach ja-die Märkte beginnen alle mit Zeitschriften vorne rechts

  • Prinzipiell finde ich es ok, den Elektro-Krams im Bereich des Eingangs anzuordnen. Das macht „mein“ real auch seit öhm, immer eigentlich. Allerdings hat sich m. M. n. das Konzept des SB-Warenhauses schon seit Jahren mehr als überlebt. Gibt es überhaupt eine relevante Anzahl Kunden, die im real CDs oder gar Elektro-Kram kauft? Zumindest ist das in meiner Wahrnehmung nicht der Fall.

    In „meinem“ real sieht es immer noch so aus wie vor 20 Jahren. Gelegentlich bin ich immer noch da, insbesondere bei Angeboten im Bereich Fisch und Fleisch, weil ich sowieso dran vorbei fahre.

    • das dachte ich mir auch immer-keeeein Mensch kauft bei real irgendwas elektronisches, zumal an einigen Standorten hier unmittelbar um’s Ecke die großen Metro-Elekrtromärkte sind. Aber Pustekuchen. Jedes Mal, wenn ich an der Kassenzone entweder anstehe oder vorbei gehe, steht dort jemand mit Kaffemaschine, Wasserkocher und dem LED-TV von Samsung. Kein Scherz. Frage mich nur, wie er den verpackten TV wohl gefunden hat. MA gibts im Bereich Elektro so gut wie keine.
      Es gibt also noch potenzial in der Käuferschicht, die gern ALLES (TV, Scheibenwischer, Unterhose und frische Forelle) in einem Laden kaufen.
      Oder rennen die in Scharen dahin, um niedliche Paybackpunkte zu sammeln?

  • Auch ich habe den real-Markt in Essen besucht und muss sagen ich war geradezu erschüttert, wie wenig real in seinem quasi-„future store“ (den man ja in Tönisvorst (NRW) wohl schon wieder aufgegeben hat) verändert hat. Bis auf die „Heiße Theke“, den Imbiss hinter den Kassen, kaum Innovationen. Die Mustertapeten finde ich furchtbar, liebloser konnte man diese nicht gestalten. Außerdem finde ich die Aufteilung noch schlechter als in den anderen, üblichen Ur-alt-Märkten von real, als ich im September dort war standen dort Weihnachtskekse neben einer Wand von Tip-Produkten und anderen Angeboten, das alles unter dem Titel „Saison“ und wild durcheinander gemischt. Auch die Frechheit, Kunden mit einer so schicken Fassade reinzulocken und im Markt dann unabgehängte Decken mit Rohrleitungen und dicken Holzbalken zu präsentieren hat mich mehr als gewundert. Als hätte man eine große, alte Scheune mit einem Supermarkt vollgestopft und Drumherum eine schöne Fassade gepappt. Ich bin mehr als unzufrieden mit diesem Markt und hoffe, dass real endlich wieder ein vernünftiges Konzept entwickelt, damit seine Märkte aufmöbelt und wieder zu Kräften kommt. Denn neben real sehe ich außer Kaufland keine so große, traditionsreiche SB-Warenhauskette. Und sollte die METRO Gruppe real abstoßen wäre das für mich mehr als schade.

    • Nee, den genannten „future store“ gibt’s noch unverändert und der entspricht vom inneren Aufbau her praktisch genau der obigen Beschreibung. Die Mustertapete gibt’s dort glaube ich nicht, aber da bin ich mir nicht sicher.

  • Bescheiden, sehr bescheiden. Der Real Markt in Dreieich (Hessen) wird von mir nur als Notsupermarkt benutzt, wenn mal etwas fehlt und da er lange geöffnet hat. Schon auf dem unmöglichen Parkplatz bekomme ich schlechte Laune die sich innen fortsetzt. Die Kassen sind immer schlecht besetzt und haben die langsamsten Kassiererinnen die ich jemals gesehen habe. Im Obst – und Gemüsebereich wurde ich schon 2 mal vom selben Mitarbeiter mit “du” angesprochen. Der Markt ist riesig, aber hat die kleinste Auswahl die man sich vorstellen kann, was eigentlich mein grösster Kritikpunkt ist. Hin und wieder habe ich die Möglichkeit in einem Globus Markt einzukaufen und bin immer wieder positiv überrascht, wieviel Produkte und Auswahl man anbieten kann. Positiv überrascht auch von der regionalen Auswahl die geboten wird.

    Ich sage nein zu Real und nehme für meinen Wocheneinkauf einen weiteren Weg in Kauf um in einem anderen Supermarkt einzukaufen.

    Demnächst möchte ich das neue REWE Center in Egelsbach, hier ganz in der Nähe, testen.

    Viele Grüsse Jeannette

    PS: ich hoffe wirklich das die Real Verantwortlichen mitlesen!

  • Ich frequentiere den für mich nächstgelegenen Real (Köln Gremberg) für Mineralwasser (dort ist die von mir bevorzugte Marke am günstigsten) sowie für Auto-Ersatzleuchten. Gelegentlich (wenn ich dann schonmal wegen des Wassers da bin) kaufe ich dort auch noch andere Dinge des täglichen Bedarfs. Allerdings gehört der Laden definitiv nicht zu meinen Favoriten, da ziemlich grabbelig; das Beste am Laden ist noch der ordentlich markierte Parkplatz mit ausreichend Rangierraum. Kaufland (Köln Merheim) ist aber auch nicht besser. Ein Rewe Center habe ich nicht in Reichweite, nur so City-Knirpsläden, die für nix taugen. Einen großen Edeka wünschte ich mir schon lange, habe aber immer noch keinen in akzeptabler Reichweite. Angenehm finde ich auch die mir bekannten Hit-Märkte (Köln Braunsfeld und Dormagen).

  • „Und wie kauft sich’s in Ihrem Real ein?“

    Real Eschborn: Grundsätzlich ungern; dreimal im Jahr Katzenstreu…

    Schon die Parkplätze sind ein Graus und mit einem labyrinthischen Einbahnsystem versehen. Immerhin gibt’s schon am Eingang Essbares, nämlich Schokolade. Die Non-Food-Artikel sind im Obergeschoss untergebracht. Die Gestaltung des Ladens ist lieblos, in den 80er Jahren steckengeblieben. Wie die Produktauswahl auf so großer Fläche so bescheiden sein kann, selbst gegenüber einer mittleren innerstädtischen Rewe-Filiale, ist beinahe unvorstellbar (oder sollte ich sagen: viel von mittlerer Qualität, wenig Gutes). Dazu noch ein Mief, der den ganzen Laden durchzieht und nach dem man sich eine Dusche wünscht.

    Aber große Säcke Katzenstreu, die gibt’s immerhin.

    • real,- in Eschborn? Eine Einkaufshölle auf zwei Etagen. Aber so sind viele real,–Märkte: Siffig, komisch riechend mit muffeligem Personal. In Eschborn hat das in fünf Jahren, also 2019, ein Ende. Dann zieht Globus ein, und ich bin sicher, die werden aus der Hölle eine schmucke Einkaufshütte machen. So wie in Hattersheim oder in Wiesbaden-Nordenstadt. Globus, das Beste, was einem real,–Markt passieren kann. :-)))

  • Ich war vor wenigen Tagen zum ersten Mal in jenem real-Markt und heute wieder. Egal wie sehr ich mich anstrenge, mir fällt da einfach nichts auf, was wirklich gegenüber einem „herkömmlichen“ real-Markt bemerkenswert wäre (außer daß diese Filiale zur Abwechslung mal nicht den Eindruck versprüht, als würde der Fussboden vor Dreck kleben).

  • Ach, aber dafür hat man die Freude, daß der Eingang (mit der Info) natürlich ganz am Rande ist (und wenn man von der Strassenbahn kommt am genau entgegengesetzten Ende) und wenn man es wagt den Laden ohne Einkäufe durch eine der Kassen verlassen zu wollen angeschnauzt wird, daß der Ausgang für Nichtkäufer gefälligst auch dort sei. Dass ich in den nächsten zwei Wochen dort vermutlich noch öfter vorbeigucken werde ist daher auch lediglich privaten Sachzwängen geschuldet, danach werde ich diesen Laden schnell vergessen und wie alle anderen real-Filialen meiden.

  • Anzumerken ist auch noch, daß real dafür ca. 100 Meter weiter verbrannte Erde hinterlässt. In einem dortigen kleineren Einkaufskomplex steht nun fast alles leer, weil real die Läden wie dm in sein neues Konglomerat lockt. Dass der Kunde darunter leidet, der nun von der Strassenbahn aus fünf Mal so weit laufen muß, ist real wohl egal. Dem Kunden im Zweifel nicht.

  • Von wegen einmal hin, alles drin. In unserem Markt war es mir vor ein paar Tage nicht möglich Hähnchenbrustfilet zu kaufen.
    An der Bedientheke gibt es kein Geflügel. Die Bedientheke ist auch sehr klein und war anscheinend mal größer. Zumindest gibt es noch eine Theke die dunkel und unbesetzt waren enthält zum selbstherausnehmen die abgepackt wurden.
    Im TK gabs auch nur Hähnchen mit Flüssigwürzung.
    Obst und Gemüse ist auch nicht so der Knaller.

    Die Einrichtung etc. wäre mir ja vollkommen egal, wenn der Platz auch mal für eine ordentliche Warenvielfalt genutzt werden würde. In unserem Edeka bekomme ich mehr.
    Und den Weg in den Asienladen kann ich mir auch nicht sparen.

  • Was mal wirklich toll wäre, wäre eine Art Großmarkt aber als Einzelhandel. Im Großmarkt gibts es so viele tolle Dinge aber ich kann dort einfach nicht einkaufen als Privatmensch.

  • Böblingen Hulb: Angeblich der umsatzstärkste Markt in D. Ich kenne ihn seit 2005 und es hat sich nichts geändert. Langsam merkt man es auch. Bodenfliesen, Regale, Decken. Es wird Zeit für ein neues Design. Aber solange samstags der riesige Parkplatz weiterhin voll ist, fehlt der Druck von Außen. Obwohl es mit einem neuen REWE in unmittelbarer Umgebung und (zumindest für einen Teil der Kunden) diversen Edekas und ECentern bessere Alternativen gibt. Vielleicht ist es auch die Strategie: der Markt vermittelt den Eindruck, dass es billig sein muss, so wie dort aussieht.

    • Dass der Böblinger Real immer recht voll ist, liegt daran, dass es im südwestlichen Stuttgarter Speckgürtel einfach keine Alternativen, sprich: kein entsprechend großes SB-Warenhaus gibt. Z.B. der Toom (oder wie der jetzt gerade heißt) in Echterdingen oder der Marktkauf in Herrenberg kann man zwar mit gutem Willen auch zu SB-Warenhäusern dazuzählen; diese sind aber viel kleiner als der Real. Metro in S-Weilimdorf zählt nicht, da nicht für Privatkunden offen (und zumindest vor vier Jahren noch mega-siffig).

  • Für mich persönlich bietet EDEKA das beste Einkaufserlebnis. Die E-Center sehen zumeist einladend aus, es gibt Probierstationen, angenehmes Licht und ansprechende Produktpräsentationen. Unser real,- hier ist hässlich, asi-überflutet und wird von mir noch angesteuert weil ich öfter mal im real,- Drive einkaufe. Ansonsten bin ich froh, dass ich nicht mehr durch diesen Laden laufen muss.

  • Ich besuche nur den Real in Köln-Porz regelmäßig und vor allen Dingen GERNE! Andere Real-Märkte in der Umgebung lassen mich eher erschaudern (zB der in Gremberg oder in Sülz), aber irgendwie hat sich dieses Einkaufscenter über einen langen Zeitraum bewährt. Es ist zwar auch wirklich riesig, was mich noch leicht wehmütig an Plaza und Wal-Mart, die vorher dort ansässig waren denken lässt, aber zum Großeinkauf, zum lustigen Rumstöbern oder zur kleinen Wanderung wenn man nur ein oder zwei Sachen benötigt ist der Laden immer super. Insbesondere die Fischtheke hat mich noch nie enttäuscht.

    Ich habe mich auch schon oft über das sehr weit gefächerte Produktspektrum amüsiert, was zwar viele Themen aber nicht unbedingt ein gutes Portfolio repräsentiert – jedoch fällt mir rückblickend auf, dass ich in „meinem Real“ zwar nicht regelmäßig zu bestimmten Dingen außerhalb des Lebensmitteleinkaufs greife, sodass ich sagen würde ich kaufe all meine Küchenutensilien oder mein Hi-Fi-Zubehör bei Real, aber vereinzelt sind auch andere Sachen außer Lebensmittel im Einkaufskorb gelandet.

    Zudem gibt’s in diesem Real die Elektro-Einkaufs-Roller! Amiland lässt grüßen 🙂

  • Mir fällt auf: Der real in Aachen sieht schon seit spätestens September dem geschilderten sehr ähnlich, inklusive Tapete. Es gibt zwar keinen Biomarkt, dafür einen Deichmann, einen orientalisch anmutenden Möbelmarkt, einen türkischen und einen deutschen Imbiss, eine (zusätzliche, einheimische) Bäckerei, einen Kiosk mit Post und einen Stoffladen.

    Im Vergleich zum Markt von vor fünf Jahren hat sich meiner Wahrnehmung nach nur folgendes geändert: der Möbelmarkt (vorher Garten und Camping), dass man die gleichen nichtalkoholischen Getränke nun einzeln statt in Kisten im Markt kaufen kann, die Kisten aber weiterhin im Getränkeabteil, und: die Tapete.

    Was Gott sei Dank gleich geblieben ist: die wohl beste Alkoholauswahl in einem Supermarkt in Aachen und die Elektro- und Schreibwarenabteilung am „Eingang“, in der man manchmal manch Küchengerät findet, das Kaufhof und Mediamarkt schon lange nicht mehr führen und auf das man sonst wieder bis zur nächsten Aldi-Aktion warten muss.

    Und das sind dann auch die genau zwei Beweggründe, die mich zu Festtagen ab und zu in den real treiben.
    (Aachen sieht das übrigens anders. Das Ding ist dem Verkehrsaufkommen nach immer gut gefüllt.)

  • @Banana?:
    Inwiefern unterscheidet sich denn der Real in der Größe von Plaza und Walmart? Ich war zu Plaza- und Walmart-Zeiten da jeweils nur ein oder zweimal; und viel häufiger auch nicht, seitdem es Real ist, weil es für mich etwas „ab vom Schuß“ liegt. Unterschiede habe ich allerdings kaum ausmachen können. Ich finde den Laden immer noch sehr grabbelig und vom Gefühl her irgendwann in den 70ern hängengeblieben. Fast erwarte ich, dort im braungekachelten Kühlbunker noch geriffelte dünne Plastikflaschen Kutel-Milch vorzufinden ….

    • @Chaja:
      Es geht um keine Unterscheidung der Größe, eher nur um das subjektive Empfinden und die Erinnerung an die ebenso generell großen, „vergangenen“ Vorgänger!

    • Kein Wunder, denn das Durchlach Center wird auch genau wie real und das dazugehörige Center in Essen (Kronenberg Center) vom real-Mutterkonzern METRO betrieben, auch die Internetseiten ähneln sich. (www.kronenbergcenter.de)

    • Da gibts noch etliche mehr. Sagt aber wenig. Das http://www.sumacenter.de/ stammt z.B. von Ende der 60er, was man innen im Real auch merkt (Reinregnen tuts aber wohl nicht mehr), auch wenn es vor einigen Jahren eine neue Front mit ein paar zusätzlichen Läden drin bekommen hat. Besonders hübsch ist er nicht, aber deswegen geh ich nicht zum Einkaufen. Ist auch für die Größe (ist glaub ich der größte Real in Deutschland) meistens relativ gut gefüllt (wenngleich kein Vergleich mehr zum Gewusel vor 40 Jahren), während im noch größeren und wesentlich schöneren V-Markt (Kaes) ein paar hundert Meter daneben deutlich weniger los ist. Das war mal ein Wertkauf, dann Walmart und dann Real, bis es ihnen zu blöd geworden ist, sich selber Konkurrenz zu machen; danach sehr weitgehend umgebaut. War aber schon immer so: Der Suma (Real-Vorgänger) war siffig und voll, der Wertkauf ansprechender und weniger voll (damals war aber auch das Preisniveau deutlich verschieden).

  • Ich möchte mal was zum Kommentar von Peer Schader vom 08.01.2014 mitteilen.
    Als ich das gelesen habe, dachte ich: „Oh Mann, er scheint ja richtig irgendwie sauer auf real zu sein“. Es ist ihm wohl super wichtig, absolut negativ über real zu berichten. Ich war mal in Essen einkaufen und muss sagen, ich war total begeistert. Es ist ein Einkaufserlebnis! Normalerweise gehe ich in Ratingen beim real einkaufen und bin da auch sehr zufrieden. Das Motto „einmal hin, alles drin“ stimmt tatsächlich. Wenn du etwas suchst und nicht findest, geh zu real, da findest du immer alles. Und falls mal ein Artikel ausverkauft ist, bekomme ich immer einen guten Ersatz. Ob Food oder Nonfood Artikel. Ich lass mir das Einkaufen bei real von irgendwelchen negativen Kommentaren nicht vermiesen…

    • Kann man so sehen, ja. Objektiv betrachtet hat real gegenüber der Konkurrenz Nachholbedarf. Ich gehe davon aus (Achtung, eigene Meinung), dass real in 10 Jahren nicht mehr in der jetzigen Form existiert. Es wird keine radikale Verjüngung geben, und irgendwann ist es vorbei. Wenn auch noch REWE ernst macht mit den toom Märkten, dann wird es für real langsam eng.

  • Bei mir gibt es zwei Real-Märkte in der Nähe, einen kleinen angesifften unmodernen in Bamberg und einen großen Real in BA-Hallstadt, der vor ein paar Monaten zumindest in der Gemüseabteilung modernisiert wurde (Wochenmarktambiente usw). Hohe Decken, die nicht abgehängt wurden, recht schmucklos, aber gut sortiert, das Motto „Einmal hin – alles drin“ stimmt dort und deshalb gehe ich auch immer wieder hin. Viel schlimmer finde ich den großen Marktkauf im gleichen Gewerbegebiet, der ist richtig ekelig und ein völliger Verhau, zudem ist die Kundschaft gruselig. Zum schöner shoppen gehe ich immer zu tegut, auch vom Angebot der Bedientheken her, und das Obst und Gemüse dort sind zum Niederknien frisch und schön.

  • Ich habe hier an andere Stelle in den Kommentaren ja auch schon schlecht über real geschrieben. Insbesondere über die (auch im Vergleich zu anderen Eigenmarken) oftmals schwache Qualität des TIP-Sortiments. Dass man nun qualitativ auch noch eine Marke „darunter“ einführen will, finde ich erschreckend. Die Optik vieler Märkte tut ihr übrigens. Und die Kommentare hier zeigen, dass dies viele andere auch so wahrnehmen. Umso erstaunlicher ist es für mich dabei, dass die Märkte sich dennoch zu rechnen scheinen. Irgendetwas macht real richtig – oder zumindest nicht ganz falsch. Nur: Was? Ich fänd es jedenfalls nicht schade drum, wenn real „verschwinden“ würde – vorausgesetzt, ein Mitbewerber würde in die dann entstehende Lücke stoßen, um diese wieder zu füllen. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, darum ist eine gewisse Vielfalt an Anbietern zu begrüßen, aber durch real ist für mich keine positive Belebung erkennbar. Nicht einmal im preislichen Bereich – auch hier sehe ich real im Vergleich schwach.

  • real,- …ja…! Wir hier in Bremen und umzusetzen haben die Qual der Wahl, da allein in meinem Umkreis von 15 KM sich 6 Märkte befinden. In 4 Märkten beginnt der Markt am Eingang wie hier beschrieben, in einem Markt befindet sich direkt am Eingang rechts die Drogerie Ware und links Textilien und im anderen Markt ist direkt am Eingang rechts der Schnäppchen Markt und links steht man fast an der Kasse. Alle Häuser müssten dringend renoviert werden, keine frage! Wenn ich an dem Markt in Bremen Vahr denke, wo bei regen schon einmal Eimer im Laden fürs Tropf Wasser stehen, ist da nur noch ein Abriß drin. Auf der Rückseite vom Getränkemarkt sind die Spuren der Vormieter, am Tor steht z.b. Anlieferung InterSpar Fläche freihalten und an den Mülleimer steht Walmart , allerdings hat man sich da die mühe gemacht den Schriftzug zur Wand zu drehen 😉

    Alles im allen wäre es für Bremen schlecht wenn real,- nicht mehr wäre, dann würden wir im Bereich Vollsortiment von Rewe beherrscht werden und das geht mal garnicht. Jeder Mitbewerber zählt auf dem Markt, egal wie schlecht oder schön seine Häuser sind, der Wettbewerb bringt uns hier und da gute Angebote.

  • Alles in allem sind die Kommentare immer recht ähnlich, ich wundere mich nur dass die Geschäftsführung nichts unternimmt.
    Ich kann mir nicht vorstellen dass es Unsummen verschlingen würde ein Geschäft sauber und attraktiv zu gestalten, sowie die Außenanlagen zu pflegen, da ja durch diese Maßnahmen neue kaufkräftige Kunden angelockt werden.
    Die Edeka Märkte in der Umgebung von Hannover und Hemmingen haben das verstanden.

  • real,- war hier in Görlitz-Zgorzelec immer mein der Favorit unter den Hypermärkten in der Umgebung.
    Nun ist er seit einiger Zeit weg, und es gibt erstaunlicherweise wenig Anlaß zur Treauer.
    Der Nachfolger Auchan hat die bewärten Sachen übernommen und viel Neues und Gutes hinzugefügt.
    Ansonsten kauft es sich auch sehr gut bei Carrefour und Tesco ein.
    Also ich vermisse die alten Zeiten und den real,- in keinster Weise.
    Eines muß man aber schon sagen, gerade das Angebot an produkten und die Auswahl sind doch das was die leute Woche für Woche immer wieder in die Hypermärkte zieht, zu denen ja eben auch der real,- gehörte.
    Ich hab da schon angefangen bei Socken über Hosen und Jacken, Bettwäsche, Möbel, Laptop, Fahrrad und Elektroherd so Einiges geholt ….
    Das ist ja gerade das, was das Einkaufen da ausmacht.
    Wenn man einfach nur jeweils zwei Sorten Zucker, Mehl, und vielleicht 5 Sorten Wurst und Käse holen möchte, könnt man ja auch zu Biedronka oder Lidl gehn …
    Solcherart Verkaufsstrategie kenne ich leider aus anderen Gegenden, vor allem in D.
    Anzumerken bleibt eigentlich nur, daß es ein durchaus lebhaftes Leben nach dem Ableben von real,- gibt ….
    :o)

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