zum weglaufen: penny startet „penny to go“

zum weglaufen: penny startet „penny to go“

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Sandwich, Salat und Saft aus der Discount-Kühltheke haben geheiratet und heißen jetzt "penny to go"

Seit zwei Jahren arbeitet Rewe am neuen Image des ewigen Discount-Nachzüglers Penny. Zahlreiche Märkte sind bereits umgebaut, ein Großteil der Eigenmarken ist zugunsten des neuen Penny-Labels aufgegeben worden, das ganze Konzept erinnert immer stärker an das klassischer Supermärkte.

Im „Handelsblatt“ erklärte Rewe-Konzernchef Alain Caparros in der vergangenen Woche, wieso:

„Früher gingen die Menschen zum Discounter, wenn sie schnell wieder raus und sich nicht verführen lassen wollten. Das hat sich geändert. Die Discounter werden zu Vollversorgern mit breitem Sortiment, auch an Markenartikeln. Die Formate verschwimmen. (…) Der Kunde will Nachhaltigkeit, er will Bio, er will beste Qualität – und trotzdem günstig einkaufen.“

Ein anderes Bedürfnis hat Caparros in seiner Feststellung ausgelassen: das nach Convenience – also z.B. vorbereitetem Essen fürs schnelle Kochen zuhause oder Mittagssnacks für die Pause.

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Auf Kunden, die sich letzteres wünschen, hat sich Penny bereits eingestellt und bei den umgebauten Märkten Kühltheken in der Obst- und Gemüse-Abteilung platziert, ganz vorne im Laden. Dort gibt es fertige Salate, Sandwiches, Säfte und Smoothies – die allerdings eine gewisse Preisgrenze nicht überschreiten dürfen, weil die Discount-Kunden sie sonst liegen lassen, hat Penny-Geschäftsführer Jan Kunath im vergangenen Jahr im Supermarktblog erklärt.

Jetzt verpasst Penny seinem Sofortessen nicht nur ein einheitliches Verpackungsdesign, sondern auch einen separaten Namen: „Penny to Go“ – pardon: „penny to go“, alles kleingeschrieben.

auch die produktnamen.

was ein kleines bisschen albern ist und ziemlich retro für einen discounter, der seinen kunden doch gerne signalisieren möchte, dass er mit der zeit geht. (und der sich sonst ausschließlich in VERSALIEN schreibt.)

bei PENNY wird sofortessen neuerdings klein geschrieben (und mit wurstschmeicheleien versehen; siehe salami-abb.)

Die Packungen mit der beigen Grundfarbe und der hellblauen „penny to go“-Schrift sind (ähnlich wie die „i like“-Wurtschmeicheleien, siehe Bild) erstmal gewöhnungsbedürftig. Und warum die neue Marke sich so deutlich vom gerade erst grafisch erneuerten Penny-Schriftzug distanziert, ist für Kunden auch nicht nachvollziehbar. Aber eins kriegt Kunath mit der Vereinheitlichung hin: Die Mini-Schnitzelbrötchen, Pastasalate, Reibekuchen usw. fallen im Kühlregal, anders als bisher, sofort auf.

(Und das Mittagpausenessen ist tatsächlich günstig. Schmeckt aber auch genau so. Wer zuckrige Pastasalate mit Pesto mag, kommt auf seine Kosten.)

Dazu hat Penny nun einen Vorsprung vor der Konzernmutter Rewe, die zwar schon seit fast vier Jahren eigene Rewe-to-Go-Läden betreibt, aber es bisher noch nicht geschafft hat, Sandwiches und Salate unter einem einheitlichen Label ins Regal zu bringen. (Zumindest als ich das letzte Mal nachgeschaut habe. Hat sich was geändert? Dann schreiben Sie’s doch bitte in die Kommentare.) Convenience-Konkurrent Albert Heijn ist da um einiges weiter.

Die eigentlich spannende Frage ist aber, ob Penny sich traut, nach den To-Go-Lebensmitteln auch auf die nächsten Convenience-Trends aufzuspringen: Fast-fertig-Mahlzeiten aus dem Kühlregal, bei der die Zutaten bereits abgewogen in der Packung stecken und zuhause nur noch fertig gekocht werden müssen. Oder vorgeschnittenes Gemüse, wie es jetzt schon in fast jedem Supermarkt zu haben ist.

Damit würde das Discount-Konzept endgültig mit dem der Rewe-Märkte „verschwimmen“, wie Caparros sagt.

Die dazu passenden Marken hat Penny längst registrieren lassen, ein appetitlicher Klang war dabei offensichtlich zweitrangig. Sie heißen: „penny to prepare“, „penny to cook“ und „penny to heat“.

Fotos: Supermarktblog

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13 Kommentare
  • Rewe hat immer noch kein einheitliches Snackdesign.
    Sie scheinen aber den Zulieferer gewechselt zu haben, einige Salate haben jetzt statt einer kurzen Zutatenliste (Weißkohl, Möhren, Sahne (enthält Carrageen), Salz o. ä.) eine Zutatenliste des Grauens mit 4x sovielen Zutaten.

  • Ich muss gestehen, dass ich mir aus der Reihe gerne mal die Mini-Möhren kaufe, ganz einfach, weil die Menge der „normalen“ bzw. „bio“-Möhren für mich allein viel zu viel wäre.
    Die kleinen machen sich im Wok dann auch ganz gut.
    Sonst habe ich bisher mal die kleinen Wraps probiert, ganz in Ordnung, aber eben recht klein.

  • Das Retrodesign (auch Schriftart und Farbgebung sind retro) liegt wahrscheinlich daran, dass das Zeug in die Kühlregale muss, die wohl auch aus der Zeit sind. Insbesondere klingen sie teilweise so, als ob sie 40 Jahre Dauerbetrieb hinter sich hätten. Oder sie haben sich die Teile gezielt in weiser Voraussicht angeschafft (reingekommen sind sie in den größeren Märkten schon beim letzten Großumbau; die restlichen Kühlregale sind normal). Wobei das Kühlregal im Prospekt ziemlich neuzeitlich ausschaut.

    BTW, Tippo: „Einen anderes Bedürfnis“.

  • Ein bisschen künslterische Freiheit bei den Schriften lasse ich mir ja durchaus gefallen, aber zumindest ein Minimum an Logik sollte doch eingehalten werden. Penny oder wahlweise PENNY wird als Eigenname immer groß geschrieben, genauso wie das englische I. „i like“ ließt sich abseits jeder Grammatik einfach scheußlich, genauso wie „penny to prepare“. Das kann mir auch niemand mehr als „Design“ verkaufen.

  • Eine Kette in Deutschland sollte mal weiter gehen und eine Mircrowelle und Heißwasserspender für Suppen und Tee und einen Kaffeeautomaten in den Supermarkt stellen!

    • Mikrowelle gibt es hier und da schon., z.B. im Rewe im MyZeil in der Frankfurter City. U.a. gibt es neben der Salatbar im Eingangsbereich auch noch ein paar Gerichte wie Tortellini in kalter Sahnesoße, die der eilige Mittagspausen-Kunde mit der Kelle abfüllen, an der Kasse pro 100g bezahlen und hinter der Kasse in eine von zwei Mikrowellen stecken kann.

  • Ganz komisch finde ich die „chef select“- Sofortessen – Serie von Lidl. Die hat nämlich gleich zwei verschiedene Logo-Varianten. Eine „chef select TO GO“ und eine „chef select to go“. Muss man das verstehen!?

    • Bei der ersten Variante ist womöglich besondere Eile geboten, deshalb die nachdrücklichere Schreibweise. 😉

  • Logo hin oder her…
    Ich find’s geil das ich jetzt nich mehr ewig nach dem überzuckertem Billigzeug zum mitnehmen suchen muss.
    Wer ’s nich mag soll doch in den Bioladen gehen.
    ….Natürlich kann man das Zeug von Penny gar nicht essen in stirb sofort nach dem Genuss kleinster Mengen….

  • Wie sieht es denn mit der MHD aus? Esst ihr die Produkte direkt am selben Tag? Ich weiß, dass sich hinter dem to go eigentlich verbirgt, dass man es direkt isst, aber ich habe keinen Penny in der Nähe meiner Arbeitsstätte, dort aber ein Kühlschrank. Ansonsten gibt es Mittagstische für 8-13€ – was auf Dauer teuer ist. Ne Salatbox jeden morgen frisch zu kaufen, ist doof. Und immer nur Salat auch. Da Penny das breiteste Angebot hat, dachte ich, ich kaufe vielleicht Sachen, die ein langes MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) haben und nutze den Kühlschrank im Büro 😉

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