Kauflands Lieferservice zieht seine Abholbox um und nutzt ehemalige Lidl-Märkte als Verteilstationen

Kauflands Lieferservice zieht seine Abholbox um und nutzt ehemalige Lidl-Märkte als Verteilstationen

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Kauflands Lieferservice will in Berlin nicht mehr durch die ganze Stadt gurken müssen und macht geschlossene Lidl-Immobilien zur Basis für die Auslieferung von Online-Bestellungen. Außerdem hat die Abholstation ein neues Zuhause bekommen.

Partner und Sponsoren:

Umziehen war in Berlin auch schon mal leichter als heute. Kauflands Abholstation (siehe Supermarktblog) hat sich dennoch nicht von steigenden Mieten schrecken lassen, pfeift auf Massenbesichtigungen – und ist diese Woche kurzerhand in eine Frischluftschneise im Märkischen Viertel gezogen. In der Berlin-Reinickendorfer Großwohnsiedlung dürfte mit fast 40.000 Anwohnern ein bisschen mehr los sein als am alten Standort, einer Ausfallstraße im Bezirk Schöneweide.

Dort war der Abholbox für im Netz bestellte Lebensmittel (wie im Juni berichtet) kein großer Erfolg vergönnt gewesen. Auf Supermarktblog-Anfrage hatte Kaufland angedeutet, mit der einseitigen Auslastung nicht zufrieden gewesen zu sein, die sich vor allem auf das Wochenende konzentrierte.

Die neue Adresse liegt nun mitten im Wohngebiet, inklusive Bushaltestelle neben der Klapplade. Vermutlich erhofft sich Kaufland, dort auch werktags mehr Kundenbetrieb anzulocken. Das ist schon deswegen nicht unplausibel, weil die Nahversorgung in der Nachbarschaft überschaubar ist: Der kleine Edeka, der mal gegenüber war, hat längst zugemacht.


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Da wird der quadratische Bestelldiscounter vielen der vielen Anwohner in den umliegenden Häuserblocks sicher willkommen sein. Außerdem steht sich’s gleich viel besser, so halb im Grünen.

Am Wochenende ist die Station in Schöneweide abgebaut worden, seit dem heutigen Donnerstag empfängt sie Lebensmitteleinkäufe dann an der neuen Adresse. Wenn Sie höflich sein wollen, bestellen Sie zur Einweihung am besten Brot und etwas Salz rein. Zum Start stehen auch wieder alle Zeitfenster zur Verfügung (7-10 Uhr, 10-12 Uhr, 12-14 Uhr, 14.30-17 Uhr, 17-19 Uhr, 19-21 Uhr, 21-0 Uhr).

Altdiscounter zu Verteilstationen!

Im Norden (Pankow) und Osten (Ahrensfelde) der Stadt hat Kaufland außerdem Verwendung für leerstehende Immobilien des Schwesterunternehmens Lidl gefunden. Die (zum Teil schon vor längerer Zeit dicht gemachten) Discountmärkte bzw. deren Parkplätze werden seit kurzem als zusätzliche Verteilstationen zur Auslieferung von Online-Bestellungen genutzt.

Das hat den Vorteil, dass sich nicht mehr alle Liefertransporter einmal durch den kompletten Stadtverkehr quälen müssen, wenn sie mit Waren aus dem Kommissionierlager in Lichterfelde kommen, das ganz im Süden Berlins liegt (siehe Supermarktblog). Außerdem gibt’s eine zusätzliche Abstellmöglichkeit für Liefertransporter, die gerade nicht gebraucht werden (oder deren Fahrer Pause machen).

Ob die früheren Filialen dauerhaft zu Lagern inklusive Kühlung ausgebaut wurden bzw. werden, verrät Kaufland auf Anfrage bislang nicht. (Derzeit erfolgt die Warenanlieferung offensichtlich in fertig gepackter Isolierboxen per angemietetem Kühl-LKW.)

Schlau wär’s aber: Mit den Lidl-Märkten hätte Kaufland nämlich eine ziemlich gute Lösung für ein Problem parat, das alle Lieferhändler beschäftigt. Mit zunehmender Bestellzahl werden zusätzliche Lager bzw. Depots benötigt, um Platz zu schaffen und um Ware schneller zu den Kunden bringen zu können. (Amazon macht’s vor.) Solche Standorte sind in vielen Städten aber rar bzw. teuer – es sei denn, man kann auf die vom eigenen Unternehmen ausrangierten Handelsimmobilien am Stadtrand zurückgreifen.

Hallo, Liefernachbar

Der im Pankower Stadtteil Heinersdorf genutzte Markt ist übrigens einer von denen, die Lidl ursprünglich unter seinem (wieder abgesagten) Abholkonzept Lidl Express hätte neu eröffnen wollen. Und er liegt nur einen Steinwurf von der Konkurrenz entfernt: Ein paar Querstraßen weiter kommissionieren die Kollegen vom Rewe-Lieferservice für ihre Kunden …

… und hatten es offensichtlich satt, von Kaufland nicht nur das halbe Shop-Prinzip abgeguckt zu kriegen, sondern auch noch die Optik der Liefertransporter, die sich bei den Konkurrenten in Rot-Weiß lange Zeit recht ähnlich sahen. Zumindest das hat sich geändert. Rewes Liefertransporter sind seit einiger Zeit im neuen, grüneren „Dein Markt“-Design unterwegs:

Mit Dank an Supermarktblog-Leser Markus E.

Fotos: Supermarktblog"

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