Neues Logo, modernere Märkte: Real wird dunkelblau und schickt das ,- in Rente

Neues Logo, modernere Märkte: Real wird dunkelblau und schickt das ,- in Rente

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Mit renoviertem Markenauftritt will sich die SB-Warenhauskette Real ihren Kunden wieder moderner präsentieren – dabei sind es vor allem die Märkte, denen eine Renovierung ganz gut tun würde.

Partner und Sponsoren:

Die SB-Warenhauskette Real hat so ziemlich alles im Regal stehen, was der geübte Wochenvorratseinkäufer zur Rundumversorgung benötigt – außer gute Nachrichten in eigener Sache. Die sind seit Jahren echte Mangelware. Vor einem Jahr änderte sich das kurzfristig, als in Krefeld der erste, von Grund auf renovierte Markt mit dem schicken neuen „Markthallen“-Konzept eröffnete (siehe Supermarktblog) – eine Demonstration dessen, wozu man bei der Handelsmutter Metro immer noch fähig ist, wenn man sich richtig ins Zeug legt.

Aber keine Universallösung für die vielfach in die Jahre gekommenen Märkte.

„Das Konzept richtet sich an die genussorientierten Kunden, die die Vielfalt schätzen. Die brauchen sie natürlich im Umfeld eines Standorts, um ein solches Format wie in Krefeld zu etabliere“,

erklärte Metro-Vorstandschef Olaf Koch im Sommer gegenüber Zeit Online. (Wo man aber nicht auf die Idee kam, nachzufragen, ob es denn sinnvoll war, ein neues Konzept zu entwickeln, das auf die wenigsten Märkte anwendbar ist, die eine Generalüberholung notwendig hätten.)


Jetzt passiert erstmal ein bisschen kosmetische Feinarbeit: Seit dieser Woche ist der Real-Schriftzug auf der Website und in den Wochenprospekten nicht mehr wie bisher knallrot, sondern dunkelblau. Das markante ,- am Ende des Namens ist gestrichen, stattdessen ist das (gewohnte) Motto „Einmal hin. Alles drin“ eine Etage tiefer fester Logo-Bestandteil geworden. Und anstatt die Kundschaft weiter in kursiven Blockbuchstaben anzustürmen, gibt sich die Handelskette mit geschwungener Schreibschrift weicher.


Logos: Real, Foto: Supermarktblog

„Der Kunde soll wissen: Das ist Real – unabhängig davon, ob er in unseren Märkten ist oder online einkauft“,

erklärt Real-CEO Patrick Müller-Sarmiento den Abschied vom charakteristischen Komma-Strich – also, nee: erklärt er natürlich nicht. Zumindest nicht mit dieser Begründung.

Plausibel wäre, dass Real ohne ,- in Online-Kanälen als Marke besser darstellbar ist. Dadurch verliert die Handelskette aber auch einen Teil ihres Wiedererkennungswerts. (Erinnern Sie sich noch an Kauflands Rahmen-Durcheinander?) Insgesamt wirkt der neue Auftritt vielleicht seriöser, aber halt auch sehr viel austauschbarer.

Bis das überarbeitete Logo überall in den Läden aufgetaucht ist, dürfte es etwas dauern. In der vergangenen Woche hingen in Berliner Märkten bereits erste Plakate und Preisschilder, die an den neuen Auftritt angepasst waren.

Auch neue Tragetaschen gibt’s schon, berichtet Supermarktblog-Leser Marcel P. aus Nordrhein-Westfalen. Im Vorfeld des neuen Designs seien laut Real zudem „über 4.000 Eigenmarken-Artikel mit einem neuen hochwertigen Design versehen und viele Produktrezepturen verbessert“ worden.

Konkret bedeutet das: Auf vielen (aber längst nicht allen) Eigenmarken-Verpackungen ist das Real-Logo schon seit mehreren Monaten in neutralem Schwarz oder Weiß abgebildet (links neu, rechts alt):

Dafür hat man allerdings einen wirklich langen Anlauf genommen (siehe Supermarktblog vom September 2016) – und kann direkt weiter renovieren, weil der Komma-Strich auch noch auf den neu designten Packungen zu finden ist.

Ein bisschen moderner wird zudem Reals Discount-Eigenmarke Tip, deren Design tatsächlich arg in die Jahre gekommen ist.

Im Lebensmittelsortiment lässt sich das noch nicht erahnen; erste Produktverpackungen aus dem Nonfood-Regal verraten aber, dass die Neugestaltung in diesem Fall sehr viel deutlicher ausfallen wird:

So sehr es auch zu begrüßen ist, dass man sich in der Real-Geschäftsführung wieder Gedanken über Modernisierungsmaßnahmen macht, von denen tatsächlich alle Bestandsmärkte profitieren können: Dass Real alleine mit einem neuen visuellen Auftritt (und einem riesigen Online-Marktplatz) aus der selbst gegrabenen SB-Warenhausgrube wieder raushüpfen kann, scheint unwahrscheinlich. Gut, dass Müller-Sarmiento nicht nur „umfangreiche Preissenkungen in den nächsten Wochen“, sondern „zusätzlich auch im Markt deutlich sichtbare Veränderungen“ verspricht.

Konkret heißt das: breitere Gänge, einen freien Mittelgang, niedrigere Regalhöhen. Fachabteilungen sollen einen „einheitlichen, modernen Farbcode“ und „neue Wandschriftzüge“ bekommen. Das klingt erstmal nach dem üblichen Miniprogramm, das Real alle paar Jahre als Revolution verkauft (siehe Supermarktblog von annodazumal) – bevor es direkt wieder veraltet wirkt.

Deutlich interessanter ist, was der Real-Chef für die künftige Schwerpunktsetzung bei den Sortimenten in Aussicht stellt:

„Durch eine Konzentration auf die wichtigsten Nonfood-Produkte erhält das Lebensmittel-Sortiment mehr Platz im Markt. (…) Wir fokussieren uns sehr stark auf die Ultrafrische. Die Nonfood-Fläche reduzieren wir maßgeblich, verlieren dadurch aber keinen Umsatz, weil wir das durch einen gestiegenen Onlineumsatz kompensieren.“

Keine Ursache, gern geschehen.

Die Frage ist bloß, ob Real tatsächlich das Geld in die Hand nimmt (bzw. kriegt), das für eine grundlegende Modernisierung gebraucht würde. Während der frisch aufgespaltene Mutterkonzern Metro (der gerade mächtig Ärger mit der Staatsanwaltschaft hat) ordentlich was für coole Börsenpartys springen lässt und am Unternehmenssitz teure Ausstellungspavillons bauen lässt, um sich damit ausgiebig selbst zu feiern …

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… fehlt es vielen Läden bislang selbst am Notwendigsten, um zumindest ansatzweise so zu tun, als würde man weiter mit der Konkurrenz mithalten wollen.

Der Kreativität der Mitarbeiter, die im Zweifel die Obst- und Gemüse-Abteilung um ein leckes Dach herumbauen, tut das keinen Abbruch.

Aber bislang ist das neue Real vielerorts dasselbe wie vorher: nur halt in dunkelblau. Wenn Metro mit ihrer SB-Warenhaustochter noch die Kurve kriegen will, ist es allerhöchste Zeit dafür.

Vielen Dank an Marcel P. und Bastian N.!

Logos: Real, Fotos: Supermarktblog"

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34 Kommentare
  • Na dann bin ich ja mal sehr gespannt, habe den Real Markt in 70794 (direkt am Stuttgarter Flughafen) quasi vor der Haustüre und bis auf vergammelte alte Toilettenanlagen und die Real typischen leckenden Kühltruhen ist der Markt gar nicht mal so verratzt. Würde sogar fast sagen er könnte mit ein wenig Geld weitaus schicker werden. Die Bodenfliesen müssten nicht getauscht werden, sind. i.O., die TG ist bereits modernisiert worden. Ein wenig Feinschliff, modernere Kühlbereiche, neue Frischetheken in zeitgemäßem Design. Ich hoffe da kommt wirklich noch was. Gespannt bin ich auch darauf wie die „Minimierung der Nonfoodbereiche“ hier umgesetzt werden soll. Der Markt ist auf 2 Stockwerken, mit Ausnahme des Büromaterialnonfoodbereichs rechts nach dem Eingang befindet sich Nonfood im OG, also neben Gläsern, TV etc. auch die ganze Drogerieabteilung. Wie schafft man es hier zukünftig Kunden auch ins OG zum Food Kauf zu bringen? Ich hatte ja immer gehofft dass der Laden endlich den Bach runtergeht und ein Kaufland einzieht (hier im Umkreis von 10km Mangelware) , nun könnte man Real vielleicht doch noch einmal eine Chance geben. Viele Grüße aus Filderstadt.

  • „Wo man aber nicht auf die Idee kam, nachzufragen, ob es denn sinnvoll war, ein neues Konzept zu entwickeln, das auf die wenigsten Märkte anwendbar ist, die eine Generalüberholung notwendig hätten.“

    Auf die Idee kamen wir durchaus. Aber auch ein Online-Interview ist endlich. Es wurde in den Fragen zuvor schon darauf hingewiesen, dass real reihenweise Märkte schließt und in einige Leuchtturmprojekte investiert. Es wurde außerdem in der Frage zur Antwort gesagt, dass sich real mit diesen Projekten offensichtlich vornehmlich an kaufkräftige Kunden richtet. Koch antwortet darauf, dass er mit seinem „hybriden“ Modell nach wie vor alle Kundengruppen ansprechen will. Die Frage nach „sinnvoll“ ist eine der Perspektive. „Sinnvoll“ in welchem Sinne? Im Interview ging es vornehmlich um die digital strategische Ausrichtung von Metro. Die real-Märkte spielen dabei offensichtlich (noch) keine sonderlich große Rolle (oder nicht mehr). Metro will vor allem digitaler Dienstleister werden im b2b Bereich wie im weiteren Verlauf des Interviews deutlich wird. Das erachtet Metro offenbar als „sinnvoll“. Trotzdem Danke für den Hinweis. Hätte besser formuliert werden können. Kollegiale Grüße, Bastian Brauns

    • „Im Interview ging es vornehmlich um die digital strategische Ausrichtung von Metro. Die real-Märkte spielen dabei offensichtlich (noch) keine sonderlich große Rolle (oder nicht mehr).“

      Den Erwerb von Hitmeister.de und die Integration in bzw. Neupositionierung von Real.de haben Sie aber mitbekommen, oder? Einen wesentlichen Pfeiler der „digital strategischen Ausrichtung“ eines der beiden Geschäftsteile der „neuen“ Metro? Die von Real beim jetzigen Rebranding als Voraussetzung für die Neuausrichtung der Märkte genannt wird? In denen im Zweifel die Accelerator-Technologien getestet werden? Ich frag bloß, weil: Dafür scheint ja im Interview auch kein Platz gewesen zu sein. Ich finde, Sie haben sich von Koch ziemlich beschwatzen lassen, ohne an den relevanten Stellen nachzuhaken.

  • Der einzige real in München fällt auch eher in die Kategorie „sprengen und neu bauen“, obwohl sich die Mitarbeiter immerhin sichtbar bemühen, ihn sauber zu halten. Aber er liegt im einem „Einkaufszentrum“, das erfolgreich den Normal-real vom real-Getränkemarkt durch eine Reihe Billigst-Läden trennt, an denen man nur schnell vorbei möchte, insofern ist da nicht mit schnellen Radikallösungen zu rechnen. Zumal auch große Teile der Umgebung „Euro-Industriepark“ ähnlich in die Jahre gekommen sind (der erste Mediamarkt überhaupt existiert dort noch wohl auch mehr aus Nostalgiegründen), selbst wenn sich links und rechts tatsächlich äußerst schicke Bauhaus- und McDonalds-Filialen angesiedelt haben, also würde wohl schon was gehen. Ich befürchte aber fast schon eher Kalkül, daß real seine (dort) angestammte, sagen wir mal, sehr preisbewusste Klientel nicht vergraulen möchte, wie das ja teilweise auch in Krefeld passiert ist. Ob tatsächlich genügend Ersatz-Kunden den Weg von Meerbusch, Düsseldorf, etc. nach Krefeld finden, verrät real bestimmt nicht, aber ich befürchte da schon ein Dilemma…

    • PS: Habe einen (möglichen) Grund für den etwas „schäbbigen“ Auftritt des München-reals entdeckt: die Konkurrenz des mir bis dato unbekannten V-MARKTs nebendran, der deutlich größer und gepflegter wird und auch hochpreisigere Waren führt, wenn auch im 70er Jahre Ambiente. Die dahinter stehende Georg Jos. Kaes GmbH war mir bis dato unbekannt, hat wohl 38 Großmärkte im Süden Deutschlands und ist mir bislang hier im Blog nicht aufgefallen (Hint, hint ;-). Allerdings ignorieren die den Online-Handel bislang wohl vollständig…

    • Der V-Markt neben dem Real war früher auch ein Real (aus der Walmart/Wertkauf-Linie), ist aber danach sehr weitgehend umgebaut worden. Bis vor nicht allzu langer Zeit hat man da online bestellen und abholen können. Die meisten V-Märkte außerhalb Münchens sind wesentlich kleiner. Preislich ist der V-Markt öfters interessanter, auch wenn manches teurer ist (gute Sonderangebote und weniger Wucherpreise für Langsamdreher).

      Der verbliebene Real schaut vorn, wo er vor nicht ewig langer Zeit zum Center umgebaut worden ist, eigentlich nicht schlecht aus. Der Teil, wo der eigentliche Real drin ist, ist halt eher sparsam modernisiert worden. Die früher üblichen Tropfwasserauffangkübel hab ich aber schon länger nicht mehr gesehn. Zumindest ganz früher waren die (Mehrweg-)Getränke glaub ich hinter dem Markt neben der Tankstelle (im Ostteil waren damals separat Möbel).

      Der Real im Süden Münchens (aus der Walmart/Eurospar-Linie) ist übrigens erst Ende letzten Jahres wegen Einsturzgefahr ziemlich spontan geschlossen worden. Sollte aber grad teilweise saniert werden und hat im Laden nicht so schlecht ausgesehn. Die Immobilie gehört nicht der Metro, aber sie wollen nach Neubau wieder rein (in der ganzen Gegend gibts sonst keine größeren Märkte, aber massenhaft Discounter, u.A. neuen Lidl-Palast ziemlich nebenan).

    • Vielen Dank für die Infos, wieder was gelernt, bin halt neu in der Gegend! Der V-Markt scheint mir zum einen viel auf Service zu geben, kommt zumindest in dieser Filiale den Vorstellungen von Eric unten ziemlich nahe mit seinem großen non-food-Bereich und sogar integriertem Baumarkt, andererseits wirken Konzept und Optik schon arg von gestern. Interessant zu sehen, wie lange das noch gut geht, aber immerhin war der Laden bei meinem Einkauf gut besucht (und Bayern inkl. München ist doch arg konservativ im Einkaufsverhalten, im Guten (einige ausgezeichnete Fachgeschäfte) wie im Schlechten (LadenSCHLUSSzeit um 20:00; komisch, daß der Hauptbahnhofs-EDEKA danach immer fast überquillt, aber es gibt ja keinen Bedarf ;-). Den südlichen real behalte ich im Hinterkopf, falls er wiederaufersteht…

  • Haben die eigentlich was im Onlineshop gemacht der sieht ja inzwischen ganz ansehnlich aus und die Produktvielfalt hat sich wohl auch auf ein normales Niveau eingependelt

    • Nach der (Wieder-)Einführung des Lieferservices dürfte das Sortiment nochmal erweitert worden sein; das war – angesichts der Kommissionierung im Laden – aber ohnehin überfällig.
      Erstaunlich finde ich vor allem die Real-typische Rumpeligkeit, in der das wieder passiert ist. Die Neupositionierung von Click & Collect im Sommer mit dem Website-Relaunch und dem selben undurchdachten Angebot, im zweiten Schritt die (Wieder-)Einführung der Belieferung, jetzt der neue Auftritt. Als Kunde blick ich da nicht mehr durch und ärgere mich.
      Wie fantastisch wäre es gewesen, alle Änderungen auf einen Termin zu konzentrieren und das Angebot schlüssig zu kommunizieren!

    • Ja, ich meinte nur: Das hätte man ja alles auf einen Schlag umbauen bzw. kommunizieren können, vor allem, um die Kunden nicht immer wieder mit einzelnen halbgaren Zwischenlösungen zu überraschen.

  • Dunkle Typo/Dunkles Logo auf dunkle Motive platzieren, weiche Kante Hintergründe um diese Lesbar zu machen? Oh Gott, das ist Design wie man es in einem Photoshop Tutorial auf youtube lernt, um danach dann „Designer“ zu sein, die klassischen No-Go’s. Wer produziert denn sowas grauenhaftes?

    • Guter Diss. Guter Alternativvorschlag zur Modernisierung bei Beibehaltung der bisherigen Identität? Würde mich wirklich interessieren!

  • Wetten, dass das Management sich in eine umgebaute Kaufland Filliale begeben haben und bemerkt haben, dass durch die dort reduzierte Regalhöhe und den reduzierte Non Food Bereich einfach und schneller versteckt die Produktvielfalt reduzieren lässt. Besonders eine für real (ohne ,-) sinnvolle Reduzierung im Non Food Bereich würde den Slogen „Einmal hin, Alles Drin“ hinfällig werden lassen. Aber keine Angst. Der Nachfolger Slogen „wir sind REAL“ ist schon auf einigen Seiten und im Internet zu lesen. Die Modernisierung klingt nach einer Kopie von Kaufland. Zum Glück war das Managment nicht in den ehemaligen TOOM Märken (jetzt Rewe Center) mit ihren externen Händler wie Depot & Co. Denn dann wären immer bei den typisch real stockenden Vetragsverhandlungen mit den Händlern ganze Verkaufsflächen frei. (

  • Der Artikel läuft auf diesem Blog unter dem Stichwort „Strategien“. Wenn ich jetzt mal herumspinnen und mir eine neue Strategie als „Befreiungsschlag“ überlegen dürfte, dann wäre das wie folgt:

    Irgendwann hat man in Deutschland mal angefangen englische Übersetzungen deutscher Begriffe als „Fachbegriff“ zu verwenden, wozu und warum auch immer. Besonders kurios fand ich dabei im Handelsbereich „cash and carry“ für Großmärkte – als ob der Privatmensch beim Kauflandeinkauf nicht auch „pay with cash and carry your stuff home“ also „cash and carry“ betreiben würde.
    Aber das gab mir zu denken – wozu gibt es eigentlich bis heute die sicherlich historisch gewachsene Trennung zwischen Einzelhandel und Großhandel noch in dieser starken Form?

    Versuchen nicht ständig Leute an „eine Metro Card“ heranzukommen um auch privat mal da einkaufen zu können, von einem Bekannten der ein kleines Geschäft hat usw. Das ist schon aus steuerrechtlichen Gründen natürlich nicht erlaubt. Aber ist es nicht kurios, dass Menschen sogar bereit sind Rechtsbrüche zu begehen, um dort einkaufen zu „dürfen“? Scheint die großen Handelsplaner aber nicht zu interessieren. Und Metro, alleine schon der Name, das hat doch einen ganz anderen Klang als „real“. Metro weiss durch „Metro Cash and Carry Märkte“ auch wie „klotzen, statt kleckern“ funktioniert. Die Größten davon kommen einem Wal Mart hierzulande noch am nächsten.

    Und dann die Frage, wieso es hierzulande eigentlich keine „Supercenter“ oder „Hypermärkte“ gibt, die ja selbst bei unseren französischen Nachbarn sehr populär sind und das Erfolgsgeheimnis vom weltgrößten Einzelhändler Walmart sind (Walmart hat bei seinem Deutschlandabenteuer im Grunde ja nur uralte Wertkauf und Interspar Märkte übernommen, umgeflaggt und Detailänderungen eingeführt, das hat natürlich nicht gereicht).

    Wenn ich das zusammen nehme, dann wäre mein Strategievorschlag doch auch mal einfach „Hypermärkte“ nach Deutschland zu holen. Riesengroße Boxen in denen es alles gibt, von badewannengroßen Cornflakes-Gebinden bis hin zu einer großen Auswahl an BBQ Grills.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/WalMart_Supercenter_Albany.jpg

    Sauber, hell, moderner Minimalismus, viel Platz (keine engen Gänge, hoher Verkaufsraum) und ein gigantisches Sortiment zu guten Preisen, so dass auch kein Mensch mehr Preise vergleicht oder sich seinen Wocheneinkauf in verschieden Länden zusammen sucht. Das ist das Erfolgsgeheimnis von Wal Mart.

    Wieso soll das hierzulande nicht funktionieren? Solch neue Endverbraucher-Metro-Riesenmärkte wären auch außer Konkurrenz. Sowas gibt es bisher in Deutschland nicht und abgesehen von Kaufland ist gerade der Discountbereich ja hierzulande in besonders winzigen Läden aufgesplittet (im int. Vergleich). Ansonsten weiss ich nicht, welche Nische für real gefunden werden soll, ohne solch einen Befreiungsschlag. Kaufland investiert kontinuierlich Geld in Modernisierungen und ist auch auf relativ großen Flächen aktiv – aber zu Kampfpreisen (Fazit: Kaufland ist moderner UND preisgünstiger, trotzdem auf vergleichar großen Flächen aktiv). Edekas große Marktkauf/E-Center sind etwas höherpreisig angesiedelt, aber im Vergleich mit den real Märkten, die ich kenne, wie geleckt.

    Wie gesagt, ich sehe die Chance in einer Flucht nach vorne. Ein kompletter Umbau des Einzelhandels von Metro mit einem bisher in Deutschland kurioserweise noch nicht richtig ausprobierten Geschäftsmodell besonders großer Supermärkte, flankiert von einem Namenswechsel (einheitlich Metro für Groß- und Einzelhandelsmärkte, den Großhandel kann man ja mit dem Zusatz „Großhandel“ versehen, das versteht dann auch wieder der kleine Handwerker und Imbissbudenbetreiber besser als „cash and carry“).

  • Hallo!
    Ich las heute in der Tageszeitung von Bielefeld, dass Real das Markthallenkonzept aus Krefeld auch in Bielefeld umsetzen will. Wenn es dich interessiert, kann ich dir den Artikel gerne per Email zukommen lassen.
    Schöne Grüße

    • Ich mag ja:
      „Noch unvollständig sei die Bauplanung“; „ebenfalls ’noch nicht final entschieden‘ sei die zukünftige Gestaltung der Ladenfläche“; „ebenso ungewiss sei auch die Zukunft der Mieter“.

    • Der Laden liegt keine fünf Minuten Fußweg von mir entfernt. Bislang ist dort auf jeden Fall noch gar nichts passiert, außer dass die Theke im Eingangsbereich für günstige Leberkäse- und Bratenbrötchen nun eine größere Fläche bekommen hat. Ich werde die Entwicklung in jedem Fall im Auge behalten.

    • „Bei laufendem Betrieb“ wurde auch in Krefeld umgebaut: erstmal die Fläche halbiert, dann erst die eine, dann die andere Hälfte umgebaut. War derweil eine lustige Schnitzeljagd nach den gewünschten Produkten, aber sie hatten immerhin viele Helfer mit extra-auffälligen Uniformen ein/aufgestellt. Nur in den finalen drei, vier Wochen war der komplette Markt geschlossen.
      Davon abgesehen ist das in Bielefeld ja wirklich ein architektonisches Schmuckstück (dem so eine Markthalle gut stehen würde)!

    • Wenn man das organisatorische Chaos, das man erlebt, wenn man von Lieferantenseite mit real zu tun bekommt, auf sämtliche Bereiche des Ladens weiterdenkt, ist schlicht niemand dafür zuständig, einen Handwerker zu verständigen, der das Loch stopfen könnte.

    • Hier im Südwesten 70794, tropft es im Sommer bei schwülem Wetter nur aus den uralten Kühltruhen und Kühlschränken. Das Dach ist noch dicht 🙂

  • Jetzt ist das alte Motto also fest im Logo verankert – da kann man es natürlich nicht mehr in der Radiowerbung benutzen. Stattdessen heißt es neuerdings „Real – der größte Wochenmarkt Deutschlands“. Klar, weil ich bei Wochenmarkt natürlich auch als erstes an Real denke.

  • Achtung! Entweder bei real weiß man im eigenen Hause nicht was Sache ist oder diese (merkwürdig schnoddrige) Antwort ist richtig: Auf meine Frage, ob das alte real-Logo ausgedient hat schrieb das Team von real auf Facebook mir: „Hallo Jonas,
    das ist nur Spielerei. Unser Logo bleibt natürlich.
    Viele Grüße
    Dein real,-Team“. Wer hat recht? Außerdem wird das alte Logo ja auch noch auf die real Quality Produkte gedruckt.

    • Antwort auf meine Nachfrage heute: „Hallo Jonas,
      Du hast Recht, wir haben nun ein anderes Logo 😉
      Viele Grüße
      Dein real Team“. Unglaublich was bei real los ist…

  • Heute im real,- Bruchsal-Heidelsheim bin ich mal mit offenen Augen durch den Laden durch. Ich kenne den, seit er als real,- existiert (war zuvor ein „basar“). Das Einzugsgebiet ist ländlich geprägt, im näheren Umfeld liegen die beiden Mittelzentren Bruchsal und Bretten. Der Laden war und ist immr ein wenig „rummelig“ und für das Sortiment eigentlich ein wenig zu klein – entsprechend eng geht es in einigen Abteilungen zu. Kein Vergleich zum viel wertiger aufgemachten und besser gepflegten real,- in Karlsruhe-Oststadt (im Durlach-Center).
    Vom neuen Auftritt ist nahezu nichts zu sehen, bis auf ein paar Plakate ist alles im „guten“ alten Stil gehalten. Ich mutmaße, dass dieser Standort auch einer der ersten sein wird, der im Zweifelsfall weichen muss. Seitdem der angrenzende Praktiker-Baumarkt geschlossen wurde, scheint die Attraktivität des Standorts gelitten zu haben, ich empfinde den Laden als spürbar zu wenig frequentiert (ich verirre mich immer mal wieder dahin, da ich eigentlich die real;-s schon ganz gerne mag – hat nostalgische Gründe). Im direkten Umfeld gibt es nur Gewerbe und etwas entfernt ein paar Discounter.
    Schauen wir mal, ob und wann das neue Design hier umgesetzt wird.

  • Heute lag in meinem Einkaufaktuell ein real-Prospekt bei, der Umschlag mit altem Logo und Slogan und das Hauptprospekt mit dem neuen Logo. Da wird weiter munter gestümpert.

  • Ist nun also zu erwarten dass einige wenige (max 20 Filialen in DE) in das Markthallenkonzept, wenn auch nicht ganz so pompös wie in Krefeld, umgerüstet werden und der Rest eine Sparvariante ala Kaufland erhält?

  • Im Raum Dresden hat der Real ein anderes Problem: Er liegt auf der „grünen Wiese“, weit weg von dort, wo die Leute wohnen. Vernünftig zu erreichen nur mit dem Auto; mit dem ÖPNV braucht man wohl einen halben Tag und muss 4,60 € pro Person extra zahlen.

    Dann lieber zu Kaufland oder einem größeren Rewe-Markt, die bieten eine ausreichend große Lebensmittelauswahl, sind näher am Wohnort und bieten eine bessere Einkaufsatmosphäre. Wenn ich diversen Berichten glauben darf, sind Kaufland/Rewe sogar billiger als Real. Mit exotischen Lebensmitteln, die ich bisher nie vermisst habe („Kobe-Rindersteaks“), punktet der Real bei mir nicht.

    Kein Wunder, dass von ursprünglich vier Reals im Raum Dresden schon zwei geschlossen wurden.

    Das wird sicher nicht besser, wenn man die Nonfood-Flächen reduziert. Dann heißt es nicht mehr „Einmal hin, alles drin“, sondern muss die Ware online bestellen und auf sie warten. Damit verliert man ein Alleinstellungsmerkmal und macht sich austauschbar mit Amazon & Co. In Reals Nonfood-Sortiment besonders herausragend waren Schuhe und Kleidung, eine reichhaltige Auswahl zum günstigen Preis; andere Supermärkte haben nicht so eine große Auswahl. Schuhe/Kleidung kaufe ich generell nicht online.

    Da ich keine Chance sehe, dass Real seine Märkte nach Dresden hineinverlegen kann (ein geplanter Globus-Markt ist in Dresden Dauerstreitthema), muss der Real anders punkten:
    a) Beibehaltung der Nonfoodartikel, insbesondere solchen, die es nicht bei Kaufland/Mediamarkt gibt. Wobei man hier die Nonfood- mit der Lebensmittelabteilung tauschen könnte, damit die Lebensmittelkäufer nicht erst ewig durch die Nonfood-Abteilung wandern müssen.
    b) Lieferservice, der besser ist (d. h. mehr Auswahl, günstiger, schneller, besser wählbarer Lieferzeitpunkt) als die Konkurrenz (derzeit Rewe, künftig auch Kaufland und Amazon).

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