Real wird zur „Markthalle Krefeld“: Bist das noch du, altes SB-Warenhaus?

Real wird zur „Markthalle Krefeld“: Bist das noch du, altes SB-Warenhaus?

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Gastro-Theken im Industrie-Design, frisch zubereitetes Mittagessen, ein Laden ohne Rumpelpisten: In der neuen „Markthalle Krefeld“ wagt Real einen drastischen Neuanfang. Und schlampt ausgerechnet bei der Kundenführung.

Partner und Sponsoren:

Kein Frikadellenbüdchen am Eingang. Kein Schlüpferparcours zur Begrüßung. Kein rumpeliges Kühltruhenmuseum vor der Gemüsegrotte. Stattdessen: Boden in Betonoptik, aufwändiges Obstgestapel in Holzkisten und eine Laterne, die den Weg weist: geradeaus zum Einkaufen bitte, rechts abbiegen für den gastronomischen Exkurs. Real, altes SB-Warenhaus, du hast dich so verändert!

Eine Woche nach der offiziellen Eröffnung ist die „Markthalle Krefeld“, wie Metro ihren (vermutlich) letzten Real-Rettungsversuch getauft hat, zur Mittagszeit in der vergangenen Woche immer noch rappelvoll. Was nicht nur an den neugierigen Kunden liegt, die den (nicht gerade bescheidenen) Werbetafeln ins Industriegebiet gefolgt sind und sich nicht von der Konkurrenz haben ablenken lassen.

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Sondern auch an den Kleinbusladungen mit Metro-Managern, Herstellern und Branchen-Partnern, die zur Inspektion in Kleingruppen durch den Laden geführt werden.


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Die „Markthalle“ ist für Real ein absolutes Vorzeigeprojekt – und genau das könnte auch ihr Problem sein (mehr dazu im Kommentar). Vor allem aber ist sie ein gewaltiger Schritt nach vorn, nachdem Real sich in den vergangenen Jahren gleich mehrfach von der Einkaufsrealität links überholen hat lassen (siehe Supermarktblog vom September).

Auf über 11.500 Quadratmetern ist nun ein rundum neues Konzept umgesetzt worden, das an vielen Stellen ziemlich offensichtlich von der Konkurrenz im In- und Ausland inspiriert wurde. Aber das ist ja keine Schande, wenn das Ergebnis stimmt. Von Real in seiner bisherigen Form ist zumindest nicht mehr viel übrig geblieben. Kommen Sie mit auf einen Rundgang?

Sattessen im Gastrokreisel

Rumpelpiste war gestern, das moderne SB-Warenhaus trägt heute: Steinofen. Aus dem mosaikbesetzten Exemplar in Krefeld-Fischeln kommt die frisch vor den Augen der Kunden belegte Pizza mit Wildschweinsalami, die nur eines der Angebote ist, das der Gastrokreisel im rechten Marktflügel bereithält (Marktplan als pdf ansehen).


Foto: Alexander P.

Das gastronomische Angebot ist zweifellos das Aushängeschild der „Markthalle“. Kunden, die den Weg ins Industriegebiet auf sich nehmen, sollen sich dort gleich sattessen können. An verschiedenen Theken können Fleischgerichte, Pizza, Burger und Salat bestellt werden. In der Kreiselmitte wartet man anschließend unterm Glühbirnenhimmel im Vintage-Style darauf, dass der mitgereichte Pager loslärmt und den hungrigen Mittagspäusler für das fertig zubereitete Essen an die Ausgabe lotst.

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„Liebe Kunden! Wir entschuldigen uns im Vorfeld für die lange Wartezeit. Wir sind noch in der Übungsphase“, steht auf einem Schild an der Markttheke, Pardon: der „Manufaktur des guten Geschmacks“. Und tatsächlich: Zur Mittagszeit herrscht Ausnahmezustand in der Küche. Zig Mitarbeiter wuseln auf viel zu wenig Platz um Bratflächen, Woks und Zutatenschüsseln herum. Überall stapelt sich Kochgeschirr, weil keine Zeit zum Wegräumen ist, es dampft und brutzelt und lärmt. Aber das ist eigentlich eine gute Nachricht: weil da wirklich gekocht wird. Und nicht bloß Microwellen-aufgewärmt.

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In ein paar Wochen, wenn der Normalzustand hergestellt sein dürfte, könnte die Gastronomie tatsächlich zum Rückgrat der Markthalle werden. Schließlich kriegt fast jeder, was er will.

An der Pizza/Pasta-Station gegenüber der Bäckerei gibt’s selbstgewalzte Nudeln mit Pesto oder Soße; auf die Schnelle einmal Vollkornpapardelle – falls es geschmeckt hat, auch zum Mitnehmen für zuhause.

Auf der anderen Kreiselseite warten an der metallen schimmernden Theke Schnitzel, Lachsburger und Rumpsteak mit Dry Aged-Beef darauf, in die Pfanne bzw. auf den Grill geworfen zu werden; ein Menü für zwei Personen mit Chateau Briand, Kräuterbutter, Gemüse und Pommes steht für stolze 35 Euro zur Wahl.

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Wer lieber einen Ausflug ans Meer machen möchte, setzt sich an die Austernbar und sieht beim Schlürfen dabei zu, wie gegenüber das Eis aus der Decke in die Fischabteilung regnet.

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Die Sushi-Box, in der frische Maki-Rollen und Hähnchenspieße produziert werden, hat Real an die Franchise-Spezialisten von „Sushi Daily“ ausgelagert (was ein bisschen doof ist, weil man deren Sofortessen an der Ladenkasse bezahlen soll, während das Essen an den anderen Theken direkt bezahlt wird).

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Das sieht alles ziemlich gut aus, schwankt preislich zwischen annehmbar und WTF? und schmeckt längst nicht so ausgefeilt, wie es die tolle Thekenoptik suggeriert. Dafür lässt sich hinterm Antipasti-Pesto-Burger mit hohl frittierten Pommes frites (6,50 Euro) am Bartisch mit Steckdose gleich das Handy  aufladen.

Fusionierte Bedientheken

Ähnlich wie die niederländischen Kollegen von Jumbo in ihrem Foodmarkt hat Real die Bedientheken für Fleisch, Fisch und Käse in Krefeld unmittelbar mit der Gastronomie verschmolzen. Von der Decke der ganz in schwarz gehaltenen und elegant geschwungenen Metzgertheke hängen ritzerote Leuchten, die hervorragend mit dem Fleisch in der Auslage harmonieren. Obendrüber verspricht Real „Gutes von unserem Meistermetzger“.

Die Käseabteilung um die Ecke greift die im Laden-Logo angedeutete Marktstand-Markise auf und hängt sie sich gleich mehrfach als Schmuck über Pecorino, Emmentaler und Gouda.

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Foto: Alexander P.

Begrüßt wird die Kundschaft aber mit zwanzig laufenden Metern Bäckerei im Industriedesign: Direkt am Ladeneingang lässt sich auf Teigmaschinen, Öfen und Schieberegale mit vorbereiteten Backwaren schielen. Was fertig ist, kommt vorne auf die Tante-Emma-haften Holzkommoden oder wird gleich belegt, dekoriert und verpackt. Im Café nebendran sorgt ein flotter Espresso für den nötigen Koffeinschub. Mit dieser Kombination ist die Markthalle Lichtjahre vom bisherigen Real-Sperrholzambiente entfernt.

Die Obstmosphäre

Obst und Gemüse! Am Ladeneingang! Bei Real! Dass wir das noch erleben dürfen. Anstatt Ananas, Bananen, Tomaten, Gurken und Mango weiter am anderen Ende des Markts zu verstecken, liefert die Markthalle den Vitaminschub endlich direkt an die Startlinie.

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Bei der Erdäpfelanlieferung scheint es allerdings zu einem fiesen Auffahrunfall mit der Kartoffeldroschke gekommen zu sein, die da jetzt – ganz im Sinne des auch bei der Konkurrenz veranstalteten Bauerntheaters – jetzt etwas nutzlos darauf wartet, abgeschleppt zu werden.

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Im Vergleich mit jedem anderen Real-Markt in Deutschland ist das eine Revolution. Gemessen an der Obst-und-Gemüse-Inszenierung, wie sie bei zahlreichen Edeka-Kaufleuten und in Rewes neuem Center-Konzept üblich ist, erfüllt Metro damit allerdings eher längst überfällige Standards im Nicht-Discount.

(Die böhmische potemkinsche Holzkisten-Deko scheint allerdings nur für die erste Reihe gereicht zu haben, dahinter wird dann wieder in Plastik gestapelt.)

Bio hat Regalvorfahrt

Den eigentlichen Markt haben wir bislang links (und hinten) liegen gelassen; genau dort sortiert die Markthalle aber all jene Artikel ein, die für den regulären Wocheneinkauf noch von zentraler Bedeutung sind. Und zwar fast ausschließlich in Querreihen, durch die zwei breite Schlender-Boulevards geschlagen sind, auf denen man zum Marktende und wieder zurück gelotst wird. Ohne dabei um Aktionspaletten und Gittertische mit Restposten herumnavigieren zu müssen oder von schrillen Angebotsschildern abgelenkt zu werden.

(Verkehrsschilder mit Einkaufswagen-Überholverboten sind keine aufgestellt; aber ich tippe mal, es gilt dort die StVO.)

Gesäumt werden die Boulevards von den Lock-Angebote aus dem Wochenprospekt, die konsequent an den Regalenden platziert sind, um davon abzulenken, dass der Laden nicht ganz so günstig ist, wie im Wochenprospekt behauptet wird („Immer die besten Preise!“).

Im Gegenzug hat sich Metro getraut, Bio-Artikeln in fast allen Sortimenten Vorfahrt einzuräumen und ihnen dafür eigene Produkt-Vogelhäuschen zu zimmern.

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Das heißt: Der erste Regalmeter ist für ökologisch erzeugte oder umweltschonende Produkte reserviert, darüber steht auf hölzernem Rahmen das Versprechen: „Wir handeln aus Verantwortung.“ Erst dahinter folgen reguläre Markenartikel und Real-Eigenmarken. Wer Artikel zum Discount-Preis kaufen möchte, muss am weitesten die Querreihen reinlaufen. Die Markthalle suggeriert damit zwar nicht, Bio-Laden zu sein – stellt aber heraus, was ihr wichtig ist. Ziemlich clever.

Reals Billig-Billigmarke „Ohne Teuer“ passt in dieses Ambiente freilich nur noch sehr eingeschränkt rein. Und kriegt deshalb auch nicht viel Raum.

Welcome to Veggie Street!

Gleich eine ganze Vogelhäuschen-Straße für Bio-Produkte, Glutenfreies, vegetarische und vegane Lebensmittel sowie, ähm, „Sportlernahrung“ öffnet sich hinter der Kühlabteilung. Dort sammelt sich alles, was sonst schwer einzusortieren ist. Auf dem Ladenplan heißt die Abteilung etwas dämlich „für die besondere Ernährung“. Aber darüber dürfte der geübte Pflanzenvertilger mühelos hinwegsehen, während er seine erste, ausschließlich ihm gewidmete Kühlregalreihe in der Veggie Street begeht und seine Fleischersatzprodukte nicht mehr aus der Industriewurstdominanz im klassischen Kühlregal zusammensuchen muss.

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In der ramschfreien Zone

1-Euro-Aufsteller-Slalomfreunde müssen jetzt ganz stark sein: Der Ramsch ist weg! Beziehungsweise: gar nicht erst aufgestellt worden. Trotzdem wollte Real in Krefeld nicht auf einen zentralen Bestandteil seines bisherigen Konzepts verzichten. Den Vorzugsplatz am Eingang mussten Kochtöpfe, Herren-Pyjamas und Flachbildfernseher allerdings räumen. Was nicht weiter tragisch ist, weil das Nichtessen sowieso viel besser in die hintere Markthälfte passen.

Einige Sortimente sind in Themenwelten mit separaten Designs zusammengefasst. So wie die Bücherabteilung „My Books“, wo man im gelblich-grünen Ohrensessel schon mal ein bisschen anlesen darf.

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Oder die „Innovation Lounge“ für Unterhaltungselektronik, die allerdings in diesem Sinne keine Lounge ist, sondern eine Wand, was natürlich blöd geklungen hätte („Innovation Wall“).

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Andere Artikel wie Küchenutensilien und Kleinelektronik sind in U-förmigen Mini-Abteilungen untergebracht. Dort ist auch Platz für Markenhersteller, die ihre Produkte bewerben wollen. Zum Beispiel mit einer, nun ja: überlebensgroßen Tupperdose.

Zusammen mit den Spielwaren sind die Klamotten ans hinterste Ende der Markthalle gerutscht und suggerieren dort nun mit stylischer Deko und Anti-Grabbel-Sortierung eine ganz neue Coolness. Wer genauer hinsieht, merkt aber schnell, dass da einfach nur dieselben Billigtextilien hängen wie bisher.

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Erst aufessen, dann abholen

In riesigen weißen Lettern ruft die Markthalle Kunden bereits auf dem Parkplatz zu: ABHOLPUNKT! An dem sammeln Kunden ihre zuvor bei Real Drive im Netz bestellen Einkäufe ein. In der Kombination mit dem Gastrokreisel-Besuch ist das Konzept deutlich einleuchtender als bei den attraktivitätsarmen regulären Real-Märkten.

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Damit Nicht-Autofahrer den Markt genauso gut erreichen können, hat Real offensichtlich die Stadtwerke Krefeld dazu überredet, die Bushaltestelle direkt vor den Markteingang hinter den Parkplatz zu verlegen. (Danke für das Foto an Alexander P.)

Die Schwächen des Konzepts

Bevor Sie jetzt ihren restlichen Jahresurlaub einreichen, um mit der Familie nach Krefeld aufzubrechen, hab ich leider noch eine schlechte Nachricht: Für den gewöhnlichen Einkauf ist der Gastronomie-Erlebnissupermarkt nur so mittelgut geeignet. Außer, Sie trainieren gerade für einen Halbmarathon. Kurze Wege hatten beim Design des Ladens nämlich keine Priorität.

Der Getränkemarkt verfügt zwar über einen praktischen eigenen Zugang vom Parkplatz, ist jedoch abgekoppelt vom übrigen Markt rechts an die Gastronomie angedockt, durch die man erst durch muss, um weiter einzukaufen.

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Abgepacktes Fleisch gibt es neben dem Thekenmetzger, auf dem Weg zur Getränkeabteilung; abgepackten Käse auf dem Weg zur Abteilung mit dem abgepackten Fleisch; abgepacktes Brot aber nicht dort, wo das frische Brot gebacken wird, sondern vor den Kassen.

Die sind auch als SB-Varianten im Einsatz, mit ihren Wannenaufsätzen allerdings eher nicht der neuste Schrei.

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Die Drogerie wiederum ist ans hinterste Marktende zwischen Textilien, Saison-Sonderfläche und Elektronik in die Ecke geklatscht. Dort täuschen ein paar geschwungene Regale Design vor, vorne stehen Zahnpasta und Deo auf Standardpaletten rum. Priorität scheint die Abteilung im neuen Konzept keine zu haben. Trotzdem (oder deswegen) glaubt Real, dort Preise verlangen zu können, bei denen Einkäufer von dm und Rossmann in Tränen ausbrächen.

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Außerdem dürfen sich Haustierbesitzer nach dem Bezahlen gleich nochmal anstellen, um Futter, Streu und einen neuen Kratzbaum („Das Gute fürs Tier“) zu kaufen: Die sind nämlich – so wie Schuhe, Blumen und die Apotheke – in separate Läden hinter den Kassen verlagert worden.

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Anders gesagt: Wer bloß Wasser, Käse, Nudeln, Toastbrot und Shampoo einkaufen will, wird in der Markthalle einmal über die kompletten 11.500 Quadratmeter geschickt. Und wieder zurück. Das mag Absicht sein, um Kunden möglichst lange im Laden zu halten. Wenn man nur eingeschränkt Schlenderzeit mitbringt und im Gastrokreisel 20 Minuten auf seinen Burger gewartet hat, ist das aber maximal ätzend.

In jedem Fall ist es ein fast schon unverantwortliches Risiko, Produkte des täglichen Bedarfs (rot markiert) derart großzügig über anderthalb Fußballfelder zu verteilen …

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Illustration [M]: Real/Supermarktblog; der Orignal-Plan lässt sich hier ansehen (pdf)

… weil Kunden, die von langen Laufwegen genervt sind, es sich beim nächsten Mal gut überlegen werden, ob sie für ein leckeres Mittagessen bereit sind, doppelt soviel Einkaufszeit einzuplanen wie anderswo. Das ist ein riesiger Nachteil des Konzepts, von dem noch dazu bezweifelt werden muss, ob es sich überhaupt für andere Standorte eignet. Die Markthalle Krefeld ist ein toller Laden mit vielen guten Ideen, vielleicht sogar der modernste und beste Lebensmittelmarkt, den Metro jemals gebaut hat.

Ob er auch die Zukunft von Real ist, steht in diesem Kommentar.

Vielen Dank an Alex Reach für Informationen und erste Eindrücke sowie an Alexander P. für zusätzliche Fotos!


Mehr zum Thema:

Fotos: Supermarktblog

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39 Kommentare
  • Das klingt alles nach einer nicht ganz so guten Kopie von Edeka ZurHeide. Dort kann man sich ziemlich gemütlich locker ne Stunde aufhalten. Könntet ihr den Supermarkt nicht mal vorstellen?

    • Das dachte ich auch (habe auch eben einen Eintrag dazu hinter Peers Kommentar geschrieben), allerdings würde ich nicht sagen, dass die Markthalle nur eine schlechtere Kopie ist: die Auswahl z.B. bei Käse ist in Krefeld erheblich besser (da habe ich die Lobhudelei bei Zurheide nie verstanden!), Krefeld hat einen begehbaren Weinkühlschrank, größere Aktionsflächen, die nicht alles andere blockieren, und zumindest theoretisch die Möglichkeit, die eigenen Einkaufswege zu optimieren (wo Zurheide einen schon recht gnadenlos auf seinen Rundkurs schickt).
      Andererseits sind Zurheides Personal und einige Abteilungen wie die Kaffeerösterei schon kaum schlagbar.
      Wenn erstmal der Riesen-Zurheide an der Berliner Allee aufmacht, muß der gute Peer definitiv das nächste Mal nach Düsseldorf 😉

  • Markthalle = Karstadt. Zwar kenne ich nur die eine, die es im Untergeschoß des alten Hause in Duisburg gab, aber abgesehen davon, dass Real alles nur enorm aufgebläht zu haben scheint und natürlich alles viel moderner ist, ist es dieselbe Grundidee.

    • Ja, an die Lebensmittel-Abteilungen von Karstadt oder Kaufhof muss ich auch denken, wenn ich sowas sehe. Ich bezweifle aber auch, dass dieses Konzept real retten wird – im Vergleich zu den alten 70er/80er Jahre-Butzen ist das schon deutlich zu schick und modern und dürfte an ausgewählten Standorten, wo man sich gerne hochklassig präsentieren kann, funktionieren, kann aber kein Konzept für alle Märkte sein. Aber gerade die Sanierung eine Großteils des Filialnetzes ist dringend notwendig. Und ob die aufgeblähte Gastronomie das real-Publikum wirklich anspricht und sich auf Dauer rechnen wird, wage ich auch eher zu bezweifeln. Zumindest wenn man real bisher kennt, wird man dort eher nicht zum Mittagessen hingehen.

      Was mir an der Markthalle zudem nicht so gefällt, ist (zumindest wirkt es auf den Bildern so) die Farbgestaltung: Wie leider heute vielerorts üblich, dominieren auch hier wieder Backsteinoptik sowie sehr viel Schwarz, Braun und Grau. Das mag zwar Hochwertigkeit signalisieren, lässt das Ganze aber recht trist, düster und kalt wirken. Da finde ich die Edeka- und Rewe-Center wesentlich ansprechender.

  • Was ist das eigentlich für eine Unsitte mit den Steinbacköfen im Laden? Im Globus Koblenz haben sie auch so ein Ding, das fast immer einfach nur bestialisch stinkt, weil irgendwas darin zu Holzkohle gebrannt wurde. An einem Tag zogen sogar mal so dicke Rauchschwaden durch den Laden, dass ich mich fragt, ob wohl gleich die Sprinkleranlage losgehen würde.
    Und an besonders guten Tagen wird man beim Verlassen des Marktes, wenn man die Räucherkammer gerade rechts hinter sich gelassen hat, von einem sehr eigenen Geruch angefallen, den die Pfandautomaten von links versprühen.

    Und zu real: Die Fotos (und ganz besonders die geschilderten Preise) werden mich auch nicht mehr dazu bewegen, meine ganz grundsätzlich Abneigung gegen real zu revidieren. Geh mit Gott, …

    • Zumindest das, was ich auf dem Bild oben sehe, ist ein Holzofen, oder auch Backes. Wenn man damit umgehen kann, schmeckt Pizza und Brot sehr viel besser als aus den normalerweise vorherrschenden „Steinöfen“ (das sind die flachen Dinger mit den Metalklappen, wo die Backwaren auf einem Stein statt auf einem Blech liegen). Dann sollte es eigentlich auch nicht stinken.

  • Was leider auch hier typisch ist für reals (bzw. METROs) oft nur halbgare Vorgehensweise, ist, dass man selbst bei diesem für real sensationell neuen Konzept nicht in der Lage war, den Angestellten etwas anderes zum Anziehen zur Verfügung zu stellen als diese uralten und schäbigen rot-blauen Kittelschürzen (siehe Foto mit den SB-Kassen), die seit den 90ern ausgedient haben sollten. Selbst bei ALDI Nord gibt es diese nicht mehr. Und in die Markthalle passen sie noch weniger als in die „echten“ real-Märkte.

    • Da tun Sie Real ein klein wenig unrecht. Viele Mitarbeiter hatten bereits neue (und moderne) „Markthalle“-Arbeitskleidung; offensichtlich hat die nur nicht von Anfang an für alle gereicht.

    • Scheinbar gibt es die neue Kleidung aber nur für die Mitarbeiter der Frische-Bereiche (Bäckerei, Gemüse) und Gastronomie. Das Personal für die restlichen Bereiche (v.a. Kassen) trägt die alten Kittel auf und real will daran erstmal nichts ändern.

    • Auf Facebook hatte jemand diese Frage an real gestellt und die Antwort bekommen, dass man aufgrund dieser Frage neu überlegen wolle. Aber man hatte wohl mit den alten Kitteln geplant und es waren nicht zu wenig der Neuen für die Mitarbeiter vorhanden. Mag pingelig sein aber so etwas plant man doch bevor man mit so einem edlen Markt an den Start geht 😀

  • Hier bei uns ist real,- zum Glück nun schon einige Monate Geschichte …. Auchan hat das ruder Übernommen und das ist gut so!

  • Ich glaube wirklich, dass eine komplette Abkehr vom Namen ‚real‘ besser gewesen wäre. In meinem hiesigen Markt liegt so viel im Argen, da bringt auch die schönste Fassade nichts, wenn der Laden dahinter der gleiche ist.

    An den Angebotsschildern finden sich zahlreiche Schreib- und Grammatikfehler (bestimmt ein nettes Ratespiel für Kinder!), abgelaufene oder knapp haltbare Frischprodukte bleiben -natürlich ohne Preisreduzierung- im Regal und die Leergutautomaten machen mit ihrem stets betörenden Geruch schon von weitem auf sich aufmerksam.

  • Finde ich super!!!!

    Warum geht das nicht in Wiesbaden? Der REAl in der Mainzer Straße ist eine richtige Drecksbude mit den schlechtesten Parkplätzen und Einkaufswagen.

  • Lieber Peer,

    Eigentlich bin ich ein begeisterter Leser deines Blogs. Eigentlich. Mittlerweile geht mir nämlich dieses METRO/real,- Bashing hier gewaltig auf den Keks. Als hätten zur Heide und Co. nicht auch im In- und Ausland abgekupfert. Was real,- in Krefeld geschaffen hat ist für den LEH in Deutschland in dem Umfang schon eine Sensation. Die Kombination aus Food und NonFood so zu inszenieren, dass beide Bereiche davon profitieren klappt nur in den seltensten Fällen (siehe Marks&Spencer). Aber schon unken alle wieder rum „Gibt es doch schon“, „Eintagsfliege“ und „Machen andere besser“. Würde mir ein wenig mehr objektive Berichterstattung hier wünschen. Und an alle die hier die Hier gleich wieder kommentieren müssen, wie einfallslos doch real,- ist: Hinfahren und sich selber ein Bild machen. Viele Grüße Felix

    • Lieber Felix Buchbinder, ich war aber nicht bei Zurheide im Laden (und behaupte auch gar nicht, dass andere nicht abkupfern), sondern habe mir das von Metro selbst höchst überschwänglich angekündigte Konzept der „Markthalle“ abgesehen. Und finde es, wie geschrieben, durchaus gelungen, aber keine „Sensation“ (auch im Vgl. mit anderen Märkten, die ich gesehen habe).
      Im übrigen glaube ich, durchaus ausgewogen berichtet und meine Kritik begründet zu haben. Deshalb würde ich mir von Ihnen keine mangelnde Objektivität vorwerfen lassen wollen, bloß weil Sie anderer Meinung sind. Vielleicht machen Sie sich die Mühe und begründen diese selbst noch besser? Das trüge bestimmt zu einer interessanten Diskussion bei!

  • Sind die Laufwege wirklich länger, als z.B. in einem E-Center? In manchen Filialen kann man da ja auch einen Halbmarathon laufen.

    Ich frage mich auch, wieso man die Billigkleidung im Sortiment lässt, dann aber so aktiv die Billigmarke versteckt? Selbst durchgestaltete, nagelneue E-Center verstecken die Gut & Günstig-Ware ja nicht so deutlich, sondern bewerben sie nur nicht extra. Wer kommt denn für die Billigklamotten in die „Markthalle“, lässt sich ansonsten aber vermehrt zu Markenware verführen?

    Rein von der Optik her erinnert mich der Laden auch an erwähnte E-Center. Wenn ich da an den Bodensee zurückdenke, wo ich gewohnt habe…auf ein durchgestyltes E-Center kamen 10 Supermärkte im Fliesenwüste-Design. Da finde ich schon, dass die Markthalle in D zur optischen Oberklasse gehört.

    War dieser Getränkeeingang eigentlich kein Standard in Filialen, die du bisher besucht hast? Ich kenne nur solche Real-Märkte.

  • Mich erinnert das ganze Konzept sehr an die neuen Rewe Center. Die haben doch sehr gut vorgemacht, wie es geht auch auf großer Fläche annehmbare Supermärkte zu schaffen.

    • Nun ja… der Laden mit der Mini Obst- und Gemüseabteilung und allen Regalen im rechten Winkel ist zwar eine Verbesserung zum alten Wertkauf äääh Walmart äääh real,-. Aber der Globus in Bauschheim gefällt mir dennoch wesentlich besser: Grosszügig, ansprechende Gestaltung, nicht alle Regale wie mit dem Lineal gezogen.

    • eben drum 😉 ich finde man muss einzelne märkte miteinander vergleichen, nicht ganze unternehmen oder filialnetze mit 15 oder gar mehr standorten

  • So langsam nervt das ganze …Vergleich mit andren Märkten etc!
    Ich finde es viel wichtiger das alle Mitarbeiter egal welcher Laden es ist ihr Geld bekommen und nicht immer mehr gestrichen wird.
    Der neuste Laden bringt nichts ohne motivierenden Mitarbeiter

    • Und mich nervt so langsam die fixe Idee mancher Mitarbeiter im LEH, es könne immer alles so bleiben, wie es ist. Weil das nämlich unrealistisch ist, wenn sich das Einkaufsverhalten der Kunden verändert. Wenn Handelsketten darauf nicht reagieren, stehen Jobs genauso auf dem Spiel. Und: ja, ich bin auch für eine angemessene Bezahlung und bestmögliche Arbeitsbedingungen.

    • Danke, Peer, so sieht’s aus. „Alles egal, solange wir nur unser Gehalt kriegen“ werden sich die Mitarbeiter und Chefs bei Schlecker und Kaisers-Tengelmann auch gedacht haben…

  • Der Bericht trifft es im Großen und Ganzen schon ziemlich gut. Was allerdings die Wege im Laden angeht, da behaupte ich mal, dass dies hier eine Frage der Navigationsfähigkeiten des Kunden ist.

    Da die Kassenzone quer zum Laden verläuft, kann man hier bei kleineren Einkäufen eine Menge Strecke einsparen. Im Eingangsbereich besteht zudem die Möglichkeit sich geradeaus zu orientieren und somit den Gastro-Kreise komplett zu umgehen.

    Natürlich ist ein neu gestalteter Markt immer eine Herausforderung was die Orientierung angeht, aber gerade für den Einkauf von Lebensmitteln, hat sich hier einiges verbessert im Vergleich zum alten Real,- (Man muss nicht mehr bis ans Ende laufen um ein Päckchen Mehl zu bekommen, kein Arktis-Erlebnisurlaub mehr in der Molkereiabteilung,etc.).

  • Hinweis zur „überlebensgroßen Tupperdose“: Es ist eben keine solche, sondern eine Emsa(/Komax?)-Dose. (Ja, das ist jetzt Nitpicking, aber die Listung von Tupper in der „Markthalle“ wäre in der Tat ein Coup.)

    • „Tupper“ wie „Tempo“, ein sehr bekannter Markenname als etabliertes Synonym für das eigentliche Produkt.

  • Für einen Real Markt ist der Laden eine Offenbarung, insbesondere wenn man an den schäbigen Markt denkt, der vorher an dieser Stelle stand.

    Mitarbeiter außerhalb der Gastronomie Bereiche ~ nach wie vor typisch Real. Zum Teil! fühlt man sich als stört man bei irgendwas..

    Positiv ins Auge fiel mir jedoch, dass die Angebotspreise teilweise unterhalb der Real Preise lagen. Von Capri Sonne bis zum Waschmittel gab es eine Differenz.
    Fleisch Auswahl steht Zurheide scheinbar in nichts nach. Ich werde nochmal hingehen!

  • Zuerst das positive … sehr guter Fußbodenbelag, energiesparende Kühlanlagen … und … ja … und …
    Negativ … dieses dunkle Ambiente mit gleisendem Scheinwerferlicht … die Amis lassen grüßen … unheimliche Sucherei und schlechte Ausschilderung der Gänge … einige Artikel zugunsten „hochpreisiger Produkte“ ausgetauscht bzw. nicht mehr vorhanden … persönliche Meinung: Überangebot an Frisch-Obst und Gemüse mit vorprogrammierter Wegwerfquote.
    Man hätte den alten Laden aufhübschen und „etwas“ modernisieren sollen, ja das war überfällig.
    Hoffentlich werden nicht alle Real-Läden so umgestaltet.
    Jetzt fahre ich zu Kaufland in Homberg – ist genau so weit!

  • Im alten real kaufe ich ein, solange es ihn gibt. Eine Modernisierung wurde höchste Zeit.
    Der neue real (Kaufhalle) hat schon was, aber leider wirkt er jetzt sehr monströs. 🙁 Früher hatte ich nach einer halben Stunde den Einkaufswagen voll. Jetzt suche ich vergebens nach guten Angeboten. Die Preise haben deutlich angezogen. 🙁 Der Einkaufswagen blieb fast leer.
    Tolles Ambiente, klar strukturiert, Getränkemarkt und Einkaufsmarkt wurden zusammengelegt! 🙂 Abgabe Leergut super, keine Wartezeiten mehr, wurde automatisiert :-).
    Ob ich in Zukunft meinen Einkaufswagen dort wieder fülle….? Bei den Preisen eher nicht!

  • Hallo Zusammen,
    ich bin zum ersten Mal richtig enttäuscht worden.
    Ich war am 15.12.2018 um circa 16:30 Uhr bei Euch an der frisch Fleisch Theke und wollte für Heiligabend 8 Putenkeulen bestellen. Die Verkäuferin(habe mir leider den Namen nicht merken können) sagte mir ich sei zu spät, Sie würden keine Bestellungen mehr für Weihnachten aufnehmen. Ich war schockiert! Über eine Woche war noch Zeit.
    Meine Kollegin war heute Morgen (18.12.2018) bei Euch und hat Rinderfilet bestellt. Mir ist schon klar, dass ein Rinderfilet ein größeres Geschäft für Sie ist als meine 8 Putenkeulen. Ich bin sehr enttäuscht.
    Über ein Feedback Ihrerseits würde ich mich freuen.
    Ihnen und Ihren Familien ein frohes Fest und die besten Wünsche für 2019.

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