Okay, zugegeben: Als ich vor fast genau 15 Jahren Mitte April abends in einem Kölner Hotelzimmer saß, um meinen ersten Blogtext über eine Supermarktneueröffnung vorzubereiten, hätte ich niemals gedacht, dass mich das anderthalb Jahrzehnte später immer noch verfolgt.
Aber hier sind wir jetzt. Viele Hundert Ladenbesuche und ungefähr 1.200 Texte später.
Und ich hab was Neues vor: zusätzliche Einordnungen für alle, die mithelfen, diesen unabhängigen Handelsjournalismus weiter möglich zu machen.
Aber: erstmal der Reihe nach – und kurz zurück in den April 2011, in dem ich direkt eine wichtige Lektion gelernt habe: Niemals, wirklich niemals darf man morgens um 7 Uhr einen Laden besuchen, der gerade zum ersten Mal seine Türen öffnet. Weil es dort dann vor allem von Leuten in Anzügen wimmelt, die mit der gegenseitigen Selbstgratulation beschäftigt sind, wie großartig alles geworden ist. Insbesondere, wenn es zum eigenen Berufsverständnis gehört, zu prüfen, ob womöglich das Gegenteil der Fall ist.
Wie alles anfing
Ich bin dann also mit ein paar Stunden Verzögerung wieder zum allerersten Rewe to Go in der Kölner Fußgängerzone gepilgert, hab mich zwischen den als Trinkbechern verkleideten Student:innen ausführlich umgesehen – und anschließend meine ersten Lageberichte verfasst.
Wenn ich Leuten in den Jahren darauf erzählt habe, dass ich beruflich über Supermärkte schreibe, haben die meisten immer amüsiert oder verwundert geschaut. (Eigentlich machen sie das heute noch.)
Aber ich wollte einfach mehr darüber wissen, wie eine Branche funktioniert, die so einen großen Platz in unserem Alltag einnimmt. Nach anderthalb Jahrzehnten Selbststudium weiß ich heute ein bisschen mehr. Und wundere mich immer noch, wieviele Themen bzw. Perspektiven in all den Medien, die inzwischen über den LEH berichten, zu kurz kommen.
Im Netz sind Artikel über das, was bei Rewe, Lidl, Edeka, Aldi & Co. passiert, oft so stark klickoptimiert, dass Kleinigkeiten mit reißerischen Überschriften zu Großereignissen aufgeblasen werden („Dieser Supermarkt startet eine Revolution, die euren Einkauf für immer verändert“). Viel zu oft werden – auch in der Fachpresse – einfach Meldungen der Unternehmen übernommen, ohne sie einzuordnen oder nachzufragen.
Das Supermarktblog macht das anders.
Und ihr findet das gut: Laut Similarweb – dem Industrie-Standard für digitale Traffic-Messung – ist das Supermarktblog das meistgelesene verlagsunabhängige LEH-Online-Angebot Deutschlands (Stand: November 2025). Hier lesen handelsinteressierte Verbraucher:innen, die sich für neue Formate interessieren, und Branchenprofis, die ihre Wettbewerber im Blick behalten wollen.
Diese Mischung ist kein Zufall, sondern der Kern dessen, was dieses Blog ausmacht: LEH-Insights von beiden Seiten der Kasse. Unabhängig, ohne Verlag, ohne Konzern im Hintergrund.
Besonders dankbar bin ich Jochen Krisch von Exciting Commerce, ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre!
Warum ich das erzähle
Wer sich die Medienlandschaft anschaut, sieht aber auch, was da schon seit einiger Zeit passiert: Viele unabhängige Blogs haben bereits das Zeitliche gesegnet. Social Media belohnt schnelle Reichweite, nicht tiefe Recherche. Wer zu eigenen Texten außerhalb der Plattformen verlinkt, wird vom Algorithmus abgestraft. Zugleich fließen Werbebudgets zunehmend zu wenigen großen Anbietern. Für alle, die nicht auf Klick-Optimierung setzen, wird die Luft dünner. Und KI bringt jetzt nochmal alles zusätzlich durcheinander.
Das Supermarktblog lebt davon, dass ich mir Zeit nehmen kann: um ein neues Marktkonzept anzusehen und einzuordnen; um Strategien nachzurecherchieren, statt Pressemitteilungen abzuschreiben; um auf eure Hinweise einzugehen, wenn ihr interessante Beobachtungen gemacht habt.
Manchmal auch über viele Wochen hinweg, bis am Ende ein Text draus wird, den es so nirgendwo sonst gibt.
Finanziert wird das vor allem durch Werbung und Sponsorings – transparent gekennzeichnet und ohne Einfluss auf die Berichterstattung. Sie bleiben die wichtigste Säule. Aber sie hängen an wenigen Einzelentscheidungen, und das macht die Planung oft schwierig. Ich will dieses Blog deshalb auf ein breiteres Fundament stellen, das mir die Sicherheit gibt, langfristig zu denken.
Was bleibt und was dazukommt
Das Wichtigste ist: Das Blog bleibt frei. Wer sich über die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels informieren will, kann das weiterhin hier tun. Genau wie in den vergangenen 15 Jahren.
Gleichzeitig bin ich darauf angewiesen, dass ihr mir dabei helft, das hinzukriegen. Und dafür gibt es ab sofort was zurück: zusätzliche Texte, die so bisher nicht im Blog standen oder zuerst von Supermarktblog-Mitgliedern gelesen werden können.
Geplant sind: Updates zu einzelnen Händlern, in denen ich aktuelle Entwicklungen einordne, die im normalen Redaktionsalltag bislang zu kurz kommen. Und Checkouts mit kuratierten Beobachtungen und/oder Lesetipps zu mehreren Themen. Dazu kommen – seltener, aber regelmäßig – ausführliche Recherchen, die zunächst Mitgliedern vorbehalten sind.
Alle Mitglieder erhalten die Texte automatisch per E-Mail oder können sie im ab sofort kontinuierlich wachsenden Mitglieder-Bereich des Blogs abrufen: mitglieder.supermarktblog.com.
Manche dieser Inhalte wird es zu einem späteren Zeitpunkt auch frei im Blog geben. Andere bleiben dauerhaft im Mitglieder-Bereich stehen. Welche das jeweils sein werden, entscheide ich von Fall zu Fall. Im Blog gibt es einen Teaser mit dem Einstieg ins Thema – so bleibt sichtbar, was gerade passiert.
Der Premieren-Text für Mitglieder ist gerade erschienen, eine Recherche zu Rewes Lieferbot-Test in Hamburg – und was dabei alles schief geht.
Das ist ein Experiment. Ich kann noch nicht genau abschätzen, in welchem Turnus zusätzliche Inhalte erscheinen – ich will ausprobieren, was am besten funktioniert. Aber ich kann versprechen, dass es häufig genug sein wird, um der Mitgliedschaft einen echten Mehrwert zu geben.
Was das kostet
Die Supermarktblog-Mitgliedschaft kostet 69 € im Jahr (bzw. 7 € bei monatlicher Zahlung). Wer eine Fördermitgliedschaft wählt, zahlt 199 € pro Jahr (20 € bei monatlicher Zahlung) und kann mir einmal im Quartal eine Frage oder einen Themenwunsch schicken, der aufgegriffen wird – rein redaktionell, nicht werblich.
Ich hoffe, ihr seid dabei! Und falls noch nicht: Ich arbeite weiter daran, das Blog jeden Tag besser zu machen – für Mitglieder und Leser:innen gleichermaßen.
Und falls ihr Wünsche und Ideen habt, welche Anreize noch zu einer Mitgliedschaft gehören sollten, welche Formate ihr euch wünscht oder was ihr anders machen würdet – schreibt mir! Offenheit war immer eine Stärke dieses Blogs, und das soll auch für die Mitgliedschaft gelten.





Gratulation zum Jubiläum, 15 Jahre ist echt ein Wert.
Ein Hinweis: Auf https://mitglieder.supermarktblog.com/#/portal/signup wird ein Name und eine Mailadresse als Beispiel eingeblendet, thomas.schmidt@web.de klingt relativ konkret und nicht wie ein Platzhalter, soll das so?
@sven: Danke sehr!
Name/Adresse im Signum sind tatsächlich als Platzhalter gedacht: häufig vorkommender Name + häufig vorkommenden E-Mail-Provider. Wenn’s aber Fragen aufwirft, ist es natürlich schlecht. Hab es jetzt klarer gemacht.