Das Supermarkt(blog)-Jahr in 12 Fragen

Das Supermarkt(blog)-Jahr in 12 Fragen

1. Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der schönste Discounter im ganzen Land?

Herr Aldi, Herr Penny, Ihr seid die Schönsten hier. Aber die Supermärkte, die an eure Parkplätze grenzen, sind immer noch tausendmal schöner als ihr.

2. Wohin führt die Tür am Ende dieses Ganges?

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Kommt drauf an, aus welcher Perspektive. Aus der von über 20.000 Drogerie-Angestellten: in die Ungewissheit. Aus der von Anton Schlecker: ins Unverständnis, dass ein jahrelang erprobtes Konzept aus Mitarbeiterausbeutung und Kundentäuschung irgendwann am Ende sein kann. Und aus der Sicht der Medien: zu unzähligen Reportagen über die Zukunft früherer „Schlecker-Frauen“ (und zur Erfindung des Unworts „Schlecker-Frauen“).

Handelsblatt.com sammelt übrigens Bilder alter Filialen bzw. was aus ihnen geworden ist (was gleichermaßen unaktuell und unnavigierbar ist).

3. Fußballsammelkärtchen, Panda-Klebebildchen, Schlumpf-Schnickschnack, Weihnachts-Micky-Mäuse und Asterix-Murmeln – kann ich jemals wieder einkaufen gehen, ohne dass mir die Kinder von irgendeinem Sammelkram hypnotisiert werden?

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Nein. Diese Zeiten sind vorbei.

4. Abholen oder bringen lassen?

Ist egal, so lange Sie sich vorher gerne auf Supermarktseiten im Internet rumtreiben, deren Suchfunktion dauerhaft im Urlaub ist.

5. Gibt’s bald nur noch große Ketten, bei denen wir einkaufen können?

Nö. Sie dürfen halt auf dem Heimweg nicht immer lemminghaft in denselben Rewe rennen, sondern müssen auch mal anderswo einkaufen. Dann klappt’s vielleicht sogar mit den unabhängigen Läden. (Zumindest bis sie eine gewisse Größe erreicht haben, dann lautet die Antwort auf die Frage nämlich: Ja.)

6. Wird es jemals genug Eigenmarken geben?

Erst wenn der letzte Markenkäse gegessen, die letzten Knusper-Cornflakes kopiert und das letzte Color-Waschmittel neutral verpackt wurde, werdet ihr merken, dass euch euer Geld im Supermarkt anderweitig aus der Tasche gezogen wird. (Weissagung der Spee.)

7. Lieber 35 Prozent billiger oder 50 Prozent mehr Inhalt?

Och, jetzt rechnen Sie halt selbst.

8. Wollen wir zusammenziehen?

Entschuldigung? Wir kennen uns doch kaum. Ich wüsste da aber eine hübsche Fisch-Gemüse-WG, bei der sich vielleicht eine Etage aufstocken ließe.

9. Ist das nicht eine clevere Idee, sich neue Produkte einmal im Monat in einer Box liefern lassen, um sie dann probieren zu können?

Klar. Für alle, die Frischkäse mit künstlichem Erdbeergeschmack kosten wollen, einen lebenslangen Vorrat an Stevia-gesüßten Halsbonbons benötigen und gerne ausgelaufenen „Genießer-Rotkohl“ mit Birne und Burgunder-Rotwein vom Nachbarn abholen, weil der Paketdienst wieder zu doof zum Klingeln war. Das müssten Sie nur künftig alleine übernehmen. Ich hätte den Unsinn jetzt mal abbestellt.

10. Regional ist besser, stimmt’s?

Als Werbekampagne: bestimmt.

11. Warum bitteschön soll ich mit Rewe „Besser leben“?

Das lässt sich nun wirklich nicht auf die Schnelle erklären. Gedulden Sie sich noch kurz bis nächstes Jahr?

12. Moment mal, hab ich hier etwa gerade einen versteckten Jahresrückblick gelesen?

Öhm. Vielleicht.

Das war’s jetzt aber für 2012. Danke fürs Mitlesen, für die vielen Kommentare und Themenanregungen. Und natürlich, dass Sie mit mir ins neue Blog umgezogen sind.

Guten Start ins neue Jahr!

Foto: Supermarktblog

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