DHL stellt die neue „Packstation Kompakt“ bei Aldi, Rewe und Netto (ohne Hund) auf

DHL stellt die neue „Packstation Kompakt“ bei Aldi, Rewe und Netto (ohne Hund) auf

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Die neue Gerätegeneration kommt ohne Display aus und wird komplett per App gesteuert. Für den Test holt DHL diverse Handelsketten als Aufstellpartner ins Boot.

Partner und Sponsoren:

Während Amazon gerade daran arbeitet, seine Locker bei Kund:innen als verlässlichste aller Zustelloptionen zu etablieren (siehe Supermarktblog), hat DHL angekündigt, neue Packstationen zu testen. Zuletzt waren Ende 2017 verschlankte Abholstationen ohne Kartenschlitz, Zifferntasten und Druckfunktion aufgetaucht. Die Geräte der jüngsten Generation haben nun auch kein Display mehr, sondern sollen komplett per Smartphone-App gesteuert werden (via).

Dafür müssen sich Nutzer:innen, die ein an Sie adressiertes Paket abholen wollen, in unmittelbarer Nähe der Station befinden und die per E-Mail verschickte PIN in der App eingeben.

Über die Bluetooth-Verbindung des Smartphones lässt sich das jeweilige Fach öffnen und das Paket entnehmen. Noch ist dafür die separate App „Packstation Kompakt“ (für Android und iOS) notwendig; die Funktion soll aber mittelfristig in die DHL-Paket-App integriert werden.


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Das Einlegen von Paketen in die neuen Stationen ist derzeit auch noch nicht möglich, man arbeite aber „mit Hochdruck daran, auch das Versenden von Retouren und anderen frankierten Paketen“ umzusetzen, heißt es seitens des Unternehmens.

DHL kann sich die Kundenkarte sparen

Für Nutzer:innen ist die „Packstation Kompakt“ insofern praktisch, dass sie beim Abholen nicht mehr ihre Kundenkarte scannen bzw. die Postnummer händisch am Display eingeben müssen. Praktisch sind die neuen Stationen aber vor allem auch für DHL, weil sich über eine (absehbare) Umstellung des Systems auf die Bedienung mittels App der Kundenkartenversand einstellen ließe und keine Displays mehr integriert werden müssen.

(Interessant dürfte vor allem sein, wie die neuen Packstationen damit umgehen, wenn sich mehrere Kund:innen gleichzeitig einloggen wollen. Und: Grundlegende Probleme des Systems löst auch die neue Technologie freilich nicht.)

Vorerst steht die „Packstation Kompakt“ nur an wenigen Standorten: in Köln, Koblenz, Bergheim, Montabaur, Neuwied, Bad Marienberg, Darmstadt und Limburg. In den allermeisten Fällen hat sich DHL Partner aus dem Lebensmitteleinzelhandel als Aufstellpartner gesucht: Aldi Süd, Netto (ohne Hund) und Rewe (das Titelfoto oben ist ein Symbolbild).

Abholstationen als Frequenzbringer

Supermärkte und Discounter werden als Anlaufstellen (nicht nur) für Paketlkogistiker zunehmend wichtiger (siehe Supermarktblog); zuletzt gab u.a. Budni bekannt, in seinen Läden Pakete von dpd in Empfang zu nehmen bzw. versenden zu lassen. Für das Ladenpersonal ist das allerdings aufwändig – und sorgt zu Stoßzeiten im Zweifel dafür, dass andere Kund:innen warten müssen. Abholstationen dürften aus Sicht vieler Händler eine sehr viel angenehmere Lösung sein.

Vereinzelt werden Stationen deshalb auch in den Märkten aufgestellt, z.B. bei Rewe:

Schließlich hoffen die Unternehmen, mit Paketabholer:innen – wenn sie schon mal da sind – zusätzliche Umsätze generieren zu können. Genau das war auch die Hauptmotivation der amerikanischen Kaufhauskette Kohl’s, sich auf eine noch engere Kooperation mit Amazon einzulassen.

2017 nahm Kohl’s in ausgewählten Filialen erstmals Retouren-Sendungen des Online-Konkurrenten an, in der Hoffnung, dass Amazon-Kund:innen – wenn sie schon mal da sind – die (Eigen-)Markenvielfalt bei Kohl’s entdecken und spontane Einkäufe tätigen oder regelmäßig wiederkommen. Vor einiger Zeit ist der Service auf sämtliche Häuser von Kohl’s ausgeweitet worden.

Dass die Umarmungstaktik des stationären Handels (siehe Supermarktblog) tatsächlich so funktioniert wie erhofft, steht aber weiter in Frage – insbesondere, nachdem Kohl’s rückläufige Umsätze im Vorweihnachtsgeschäft meldete.

Umsatzplus durch Retourenannahme?

Eigentlich hatte sich CEO Michelle Gass zum Jahresende durch den Amazon-Retouren-Effekt ein klares Umsatzplus erhofft, schreibt CNBC. Der scheint ausgeblieben zu sein. Vielleicht sind durch die Kooperation auch tatsächlich mehr Kund:innen in die Kaufhäuser gekommen, nur halt ohne dort einzukaufen.

Gass versucht gerade, den negativen Eindruck zu relativieren: Die Frequenz in den Häusern sei gestiegen, man erreiche auch mehr jüngere Kund:innen. Mit konkreten Angaben dazu, inwiefern Retouren-Absender:innen auch tatsächlich zu Kohl’s-Kund:innen werden, hält sie sich aber zurück:

„To what we expected, some of them are buying, you’re not getting 100%, but some of them are buying.“

Womöglich ist Frequenz eben doch nicht alles – vor allem nicht, wenn man dafür mit einem Unternehmen zusammenarbeitet, dass sein Prime-Programm so gebaut hat, dass es Mitglieder auf größtmögliche Bestell-Treue konditioniert.

In Deutschland versucht sich aktuell die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof als „Amazon Hub“.

Fotos: Supermarktblog"

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