Ein Jahr Männertrennung im Drogeriemarkt: Wie sich dm mit SEINZ verirrt

Ein Jahr Männertrennung im Drogeriemarkt: Wie sich dm mit SEINZ verirrt

Inhalt:

Seit einem Jahr bündelt dm in deutschen Filialen Produkte für Männer in einem separaten Regal unter der Dachmarke „SEINZ“. Das ist weder elegant noch praktisch. Hat sich der Drogeriemarktführer mit seiner Initiative verkalkuliert?

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„Kundenorientierung bedeutet für uns auch, dass man Trends, die sich anbahnen, frühzeitig erkennt und sein Handeln daran ausrichtet.“

Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung dm-Drogeriemarkt


Prolog

Im Trennen macht dem König der Drogeriefachmarktexpansion so schnell keiner was vor.

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Mülltrennung ist in Filialen des Handelssympathieträgers dm nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern wird als sinnstiftende Gemeinsamkeit inszeniert, denn: „Aus richtig getrenntem Müll gewinnen wir im Recycling-Kreislauf neue Rohstoffe“ (aus denen dann zum Beispiel Aufsteller produziert werden können, die in Läden über die Rohstoffgewinnung im Recyclingkreislauf informieren).

Getrennt hat sich dm im Vorjahr auch vom Einheitspreis in Märkten und Online-Shop, weil zwischen all dem Sinnstiften irgendwann mal Geld verdient werden muss.

Und natürlich von seiner langjährigen Geschäftsführung, die im vergangenen Herbst überraschend die Scheidung einreichte, um bei einem führenden Baumarktunternehmen einzuziehen. (Das Sorgerecht für die Drogeriemarktkette war zu diesem Zeitpunkt aber bereits zu Gunsten des Gründersohns geklärt.)

Keine dieser Trennungen allerdings dürfte mittelfristig so prägend für dm sein wie die von 25 Prozent der eigenen Kundschaft. Den Männern.

Bald ein Jahr ist es her, dass dm in den Läden ein separates Duschgel- und Deo-Eckchen für männliche Drogeriekunden eingerichtet hat: schwarz eingefasste Regale, die aus der übrigen Marktgestaltung herausragen und (Unternehmensangaben zufolge) bis zu 40 Marken mit 590 unterschiedlichen Produkten fassen – von B wie Bartpflege bis Z wie Zirbelkieferrasiergel. (Im dazu gehörigen Online-Shop sind es sogar über 700.) Bis jetzt ist nur noch nicht geklärt: War das superschlau oder Harakiri?

Die Ausgangssituation

Egal mit wem man im deutschen Handel über die Entwicklung im Markt für Drogerieartikel spricht: Irgendwann begegnet einem immer eine in blanken Neid umschlagende Bewunderung. Nämlich dafür, wie sehr es dm gelungen ist, sich als Anziehungspunkt vor allem für junge Mütter zu positionieren. Die erwerben in den Märkten des Karlsruher Unternehmens einen Großteil ihres Grundbedarfs: von Baby-Nahrung, Windeln und Kleidung über Bio-Lebensmittel und – wenn man schon mal da ist – natürlich Drogerieartikel für die ganze Familie.

Bei Supermärkten und Discountern ist dm auch deshalb zu einem beliebten Parkplatzpartner geworden. Im Zweifel sind Mitbewerber bereit, einen Teil ihrer eigenen Drogeriartikelumsätze zu opfern, um junge Kund:innen durch die Nachbarschaft zu dm zumindest für den regulären Lebensmitteleinkauf zu sich zu locken.

Für dm hat das hart erarbeitete Image den enormen Vorteil, in einer wichtigen Zielgruppe fast alternativlos als zweite Haupteinkaufsstätte neben dem Super- oder Biomarkt zu gelten.

Und einen großen Nachteil: dass es männlichen Kunden tendenziell eher nicht so geht.

Männliche Kunden, denen ohnehin eine gewisse Einkaufsmuffeligkeit nachgesagt wird, lassen sich für ihre Drogerieartikelzweckeinkäufe sehr viel leichter in Läden umlenken, wo sie sich ohnehin aufhalten: zu Kaufland, Rewe, Netto (ohne Hund) usw. Deshalb hat es sich dm zum Ziel gesetzt, den „Wünschen unserer Kunden besser gerecht zu werden“ und „zur ersten Anlaufstelle auch für Männer“ zu werden.

Um dem Nachdruck zu verleihen, erfand man in Karlsruhe Anfang des vergangenen Jahres sogar eigenes Label, das seitdem spezielle Regale im dm-Universum etwas plump als Männerdomäne kennzeichnet: „SEINZ.“

Dabei handelt es sich nicht nur um eine der umfangreichsten Anstrengungen, auf Jahre die Spitzenposition im Ranking der vielleicht peinlichsten Eigenmarken im deutschen Einzelhandel zu belegen. Sondern möglicherweise auch um ein riesiges Missverständnis.

Die Vorteile

Dabei klingt die Grundüberlegung zu SEINZ durchaus plausibel: Womöglich wollen Männer insbesondere Körperpflegeartikel sehr viel fokussierter einkaufen als ihnen das bisher in vielen (Fach-)Märkten erlaubt ist. Anstatt von einer Regelreihe zur nächsten zu latschen und sich aus unterschiedlichen Fächern Deo, Duschgel, Rasierschaum und Gesichtscreme rauszusuchen, lenkt man die Verwender einfach an ein zentral positioniertes Regal, in dem die allermeisten für sie relevanten Artikel bereits an einem Platz stehen.

Das Ergebnis sieht in manchen dm-Filialen zweifellos beeindruckend aus:

Kunden memorieren dm im Idealfall als Ort, an dem sie zeitsparend das finden, was sie für die tägliche Körperpflege benötigen. Und registrieren durch die Sammelpositionierung auch Artikel, die sie bislang nicht wahrgenommen und deshalb auch nicht gekauft haben.

Sebastian Bayer, von den zahlreichen dm-Geschäftsführern verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung, bestätigt auf Supermarktblog-Anfrage:

„Wir stellen fest, dass sich die Pflegeroutine des Mannes zunehmend erweitert. Die Bündelung der Vielzahl an Produkten in einem Regal ermöglicht unseren Kunden einen ganzheitlichen Überblick über das Sortiment. Die Kunden greifen jetzt auch häufiger zu Produkten, die sie vorher nicht gekauft haben – oft, weil sie ihnen beispielsweise gar nicht bekannt waren. Jetzt entdecken die Männer mehr Pflegeprodukte für sich. So landet auch mal eine Gesichtspflege oder ein Augengel im Einkaufskorb.“

Superschlau? Abwarten.

Die Risiken

Anstatt die relevanten Sortimente einfach nur gemeinsam im Regal zu platzieren oder an ihren bisherigen Plätzen besser zu kennzeichnen (was durchaus eine Alternative gewesen wäre), hat sich dm – wie gesagt – für eine übergeordnete Dachmarke entschieden. Das entpuppt sich jedoch gleich in mehrfacher Hinsicht als problematisch.

Zum einen wirken die schwarzen Regale mit ihrer metallenen Abgrenzung und dem von Tag zu Tag schäbiger aussehenden Bodenaufkleber davor nicht nur wie Fremdkörper im pastellfarbenen dm-Kosmos. Sie sind im Zweifel auch ein Signal an die männliche Kundschaft, den übrigen Laden links liegen lassen zu können – weil SEINZ zumindest suggeriert, alles für die moderne Männerpflege Relevante an Ort und Stelle zu bündeln. (Was nicht der Fall ist, gleich mehr dazu.)

Das ist ein bisschen so als würde Rewe in seinen Märkten ein Regal mit Tiefkühlpizza, Bier, weißem Toastbrot und Grillwürstchen befüllen und „Rewe for Men“ drüberschreiben, damit sich die männliche Kundschaft den mühsamen Weg am Magerquark vorbei sparen kann.

Zum anderen ist die neue Marke auch strategisch problematisch, was insbesondere an ihrer schwammigen Positionierung liegt. SEINZ soll gleichzeitig

sein. Und zwar für Männer aller Altersgruppen. Das kann eigentlich nur schiefgehen. Zumindest muss man schon eine ausgeprägte Immunität gegen peinliche Possesivpronomenverhunzungen entwickeln, um weiter vorurteilsfrei bei dm Drogerieprodukte einzukaufen, wenn man dafür an ein Regal gezwungen wird, das einem entgegengrinst, es sei „Für Männer wie unz“ (sic!).

Keine Ahnung, wie’s Ihnen damit geht, aber wüssten Sie nicht auch gerne, wer dieser aufdringlich-kumpelige „Unz“ ist?

Ich will mich im Laden gar nicht verallgemeinern lassen, erst recht nicht unter so einem bekackten Eigenmarkennamen. Für mich ist SEINZ eher die Aufforderung, sich mal wieder umzugucken, was eigentlich die Konkurrenz Schönes im Drogeriesortiment stehen hat.

Selbst wenn andere Kunden weniger empfindlich sind: Wie zur Hölle kommt dm darauf, dass es eine gute Idee sein könnte, Verwender von Lukas-Podolski-Eigenmarken-Duschgels, Nivea-Men-Mainstreamer und Old Spice-Traditionalisten unter einen Hut zu stecken und sie dafür ans gleiche Herrenséparée zu locken?

Im schlimmsten Fall bewirkt die Sippenhaft eher das Gegenteil dessen, was das Unternehmen erreichen will: Anstatt sich dauerhaft als Anbieter mit hoher Kompetenz für Männerpflegeprodukte zu profilieren, sorgt dm eher dafür, dass man sich als Kunde dort nicht mehr richtig ernst genommen fühlt.

Und was sagen eigentlich die Hersteller, die Millionen in den Aufbau austarierter Markenidentitäten für ihre Produkte investieren, wenn die bei dm dann unter einem Fantasiemarkennamen im Regal versenkt werden?

Dazu kommt, dass SEINZ an sich schon kein Glanzstück der Markenpositionierung ist.

Name und Design sind ziemlich offensichtlich bei „Hims“ abgeguckt, einem amerikanischen Start-up für Männerprodukte gegen Haarausfall und Potenzstörungen, teilweise bis ins Detail. Selbst die Ästhetik des SEINZ-Instagram-Accounts erinnerte anfangs unübersehbar an das US-Vorbild (während dm-Co-Geschäftsführer Bayer gleichzeitig in der Fachpresse die „innovationshemmenden” Prozesse in der Markenindustrie beklagte).

Der einzige Unterschied ist, dass die Markenkopie in ihrer ganzen serifenlosen Scheinschlichtheit sehr viel improvisierter und beliebiger wirkt. Zumal sich dm kaum Mühe gibt, zu erläutern, was die Produkte eigentlich von denen anderer Labels unterscheidet.

„Bei SEINZ. trifft reduziertes, modernes Design auf sorgfältig zusammengestellte und leistungsstarke Inhaltsstoffe“,

heißt es online – und das erklärt: exakt gar nichts. Warum sollten Kunden zu SEINZ greifen, wenn Balea Men daneben viel günstiger ist? Und Alverde Men sich als Naturkosmetik-Alternative anbietet? Wofür will SEINZ stehen? Riecht das besser? Wäscht das toller? Cremt das schöner? Ernst gemeinte Frage: Welche Rasiertube in dieser Reihe würden Sie auf Anhieb kaufen?

Dabei gibt es ja Differenzierungsmerkmale (und damit mein ich nicht, dass sich die SEINZ-Mini-Duschgel-Fläschchen gut fürs Reisegepäck wiederbefüllen lassen): Verpackungen aus recyceltem Plastik, vegane Inhaltsstoffe, ungewöhnliche Duftnoten.

Hinweise darauf stehen nur sehr klein gedruckt auf den öden Schwarz-Weiß-Packungen …

… und, ja, neuerdings auf den blauen Rändern an den Preisschildern. (Gucken Sie halt mal genau hin.)

Wie passen solche Nachlässigkeiten zu dem Laden, der glaubt, er habe verstanden, wie Männer einkaufen?

Ausreichend Platz, um hintergrundbeleuchtete Displays in die Regalmitte zu schrauben, war ja schon mal. Die werden aktuell aber bloß als Querverweis auf den Online-Shop genutzt und fotoillustrieren die vermeintliche Hauptzielgruppe der Initiative: Bartölnachkäufer und Starkpomadennutzer, die irgendwie urban wirken (und schlechte Wortspiele lustig finden). Um’s mit den Worten eines Tübinger Oberbürgermeisters zu sagen: Welche Gesellschaft soll das abbilden?

Jeder Hersteller, der in der dekorativen Kosmetik mit einer derart widersprüchlichen Markenpositionierung ankäme, würde mit seinen Displays von dm vermutlich hochkant aus den Läden geworfen.

Die spannende Frage ist: Funktioniert SEINZ für dm womöglich trotzdem?

Erfolg oder Flop?

So genau lässt sich das nicht sagen – weil dm es nicht sagen will. Zumindest hält man sich in Karlsruhe derzeit auffällig mit Erfolgsmeldungen zu SEINZ zurück. Das mag teilweise der Tatsache geschuldet sein, Wettbewerbern nicht unnötig Einblicke in die eigene Strategie zu gewähren (hinterher kopiert das noch wer!).

Aber angesichts der Kommunikationsfreudigkeit, die die Drogeriefachmarktkette sonst an den Tag legt, um ihre Erfolge zu feiern, ist die Zurückhaltung schon bemerkenswert.

„Der Austausch mit den Kunden zeigt, dass SEINZ (…) bisher gut angenommen wird“,

hieß es anlässlich der Jahrespressekonferenz Ende 2019, ohne auch nur ein bisschen konkreter zu werden. Als die „Lebensmittel Zeitung” kürzlich eine eher freundliche SEINZ-Bilanz veröffentlichte, wollte man in der Zentrale ebenfalls nicht mit präziseren Informationen herausrücken.

Dabei müsste die Handelskette ja gar keine konkreten Zahlen nennen, um glaubwürdig zu unterstreichen, auf dem richtigen Weg zu sein. Es würde ja schon reichen, ganz allgemein zu erklären, wie sich die Frequenz männlicher Kunden in den dm-Filialen seit dem SEINZ-Start erhöht hat; oder in welchem Maße die Umsätze mit Männerpflegeprodukten seit der Einführung von SEINZ gestiegen sind. Auf keine dieser Fragen will man in der dm-Geschäftsführung antworten. Sebastian Bayer lässt sich auf Supermarktblog-Nachfrage lediglich zur eingangs zitierten Identifikation einer „erweiterten Pflegeroutine“ hinreißen.

Und die SEINZ-Eigenmarkenprodukte – wie verkaufen die sich im Vergleich zu den günstiger positionierten Alternativen von Balea Men bzw. im dm-Eigenmarken-Ranking ganz allgemein?

„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung unserer Männermarke SEINZ. Die Kunden nehmen die Marke sehr gut an und wir erhalten viel positives Feedback“,

lautet das Echo von Kerstin Erbe, als die als dm-Geschäftsführerin das Ressort Produktmanagement verantwortet, auf Anfrage. Echo, Echo.

Soviel vorsichtige Verallgemeinerung klingt ehrlich gesagt: nicht gut.

Eher so, als könnte sich dm mit SEINZ ziemlich verspekuliert und einen veritablen Flop gelandet haben. Dafür spräche auch die Tatsache, dass es selbst ein Jahr nach der Markeneinführung keine einheitliche Lösung für die Umsetzung auf der Verkaufsfläche gibt. Im Gegenteil: Der Raum für die Herrenséparées fällt in den Filialen höchst unterschiedlich aus.

Vielerorts sind zum Beispiel Haarpflegeprodukte nicht Teil des SEINZ-Regals, in einigen Läden gilt das auch für Deodorants und Duschgels. Dann muss im Laden doch wieder gesucht werden, so wie vorher. dm-Geschäftsführer Bayer bestätigt:

„Je nach Markt-Größe unterscheidet sich auch die Größe des SEINZ. Regals. (…) Bei unseren SEINZ. Regalen mit drei Metern Länge stehen Rasur-, sowie Bart- und Gesichtspflegeprodukte im Fokus. In der 5-Meter-Variante finden sich dann auch Deo- und Duschprodukte im Regal. Die Regale mit sechs Metern Länge beinhalten dann auch Haarpflegeprodukte. Wir beobachten sehr genau, wie sich die unterschiedlichen Regalvarianten entwickeln, um für die Weiterentwicklung die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

In „wenigen Märkten“ habe das Regal „aus Platz- oder Umbaugründen nicht einziehen“ können. Dort würden Produkte nach wie vor an ihren gewohnten Plätzen stehen.

Dabei scheinen längst nicht überall Platzprobleme ausschlaggebend dafür zu sein, welche Regalvariante zum Einsatz kommt. In diesem Frankfurter dm-Drogeriemarkt, der ausreichreichend Raum für die XL-Version böte, steht in der Ladenmitte bloß eine SEINZ-Kompaktvariante, aus der sich Hydro-Gel, Rasierschaum und Duschgel bzw. Shampoo von SEINZ entnehmen lassen.

Wer lieber das Duschgel einer anderen Marke erwerben möchte, wird drei Reihen davor fündig, wo Produkte von Axe, Dove & Co. ans reguläre Regalende einsortiert sind; in den beiden Reihen dazwischen stehen Deodorants für Männer bzw. Haargel, Wachs und Shampoo für Männer separat.

Und das kann man ja genau so machen, um männlichen Kunden einen zügigen Einkauf zu gewährleisten. In diesem Fall könnte sich dm aber den ganzen Dachmarkenzirkus auch prima sparen.

Es sieht so aus, als hätte sich die erfolgsverwöhnte Fachmarktkette ohne Not ein Konzept in fast 2.000 deutsche Filialen geholt, von dem man selbst noch nicht so genau weiß, ob bzw. wie es eigentlich am besten funktioniert. Und das, so wie es derzeit umgesetzt wird, eher Desorientierung schafft – zumindest bei denen, die es gewohnt sind, in „ihrer“ Stammfiliale Männerpflegeprodukte an einem Ort kaufen zu können, sich beim Ausflug in die Innenstadt-Filiale aber trotz SEINZ-Regal wieder alles an unterschiedlichen Fleckchen zusammensuchen suchen sollen.

Fazit

Anstatt über einen längeren Zeitraum in einigen wenigen Märkten zu testen, wie das neue Konzept ankommt, hat man sich bei dm für ein Live-Experiment auf nationaler Ebene entscheiden, das – wenn es schief geht – eine ziemliche Blamage wäre.

Und das, wenn es gut geht, nicht viel weiterhilft, weil sich SEINZ nicht so leicht in die übrigen dm-Länder exportieren lässt, wie Sebastian Bayer einräumt:

„Auch unsere dm-Märkte in Österreich haben das SEINZ.-Regal. In den anderen Ländern, in denen dm-drogerie markt präsent ist, gibt es bisher den Men’s World-Bereich. Darüber hinaus wird derzeit geprüft, inwiefern das SEINZ.-Konzept dort – auch aufgrund der sprachlichen Barriere – umsetzbar ist.“

Wettbewerber Rossmann scheint derzeit keine Pläne zu haben, dem Mitbewerber nachzueifern, hat sich die „Lebensmittel Zeitung“ kürzlich bestätigen lassen. Dort sind traditionell nur Rasierartikel separat gekennzeichnet, alle übrigen Männerprodukte werden in Regallücken dazwischen geschoben. (Was auch nicht gerade zur Übersichtlichkeit beiträgt.) Dabei gäbe es durchaus Mittel und Wege, es anders zu machen.

Bei Drogeriemärkten im Ausland, z.B. Boots in Großbritannien, ist es schon lange üblich, entsprechend gekennzeichnete Regalinseln für „men’s skincare“ oder „men’s toiletries“ zu reservieren. Ohne Schnickschnack.

Man sei „weiterhin davon überzeugt, dass Männerpflege nach wie vor relevant für unsere Kunden ist“, sagt dm-Geschäftsführer Bayer derweil, und das stellt ja auch keiner in Frage. Aber vielleicht reicht es, die entsprechenden Produkte in der Sortimentsführung besser kenntlich zu machen – so wie es dm in manchen Märkten bereits praktiziert:

Und wenn man dafür unbedingt eine zusätzliche Dachmarke einführen will, müsste man halt darauf achten, dass die auch geeignet ist, die Zielgruppe breitestmöglich anzusprechen.

Warum sich Deutschlands führende Drogeriefachmarktkette stattdessen weiter mit einem Markenirrtum herumschlägt, der nicht mal filialübergreifend sein suggeriertes Grundversprechen einhalten kann, bleibt vorerst wohl eines der ungeklärten Mysterien des deutschen Drogeriefachhandels.

Und jetzt beeilen Sie sich mal, in die dm-Filiale ihres Vertrauens zu kommen, sonst sind die runtergesetzten SEINZ-Socken aus dem Ramschregal bald ausverkauft!

Nachtrag, 12. März: Hier steht ein Update zum Text: „Mehr Orientierung, weniger Rangewanze: dm justiert bei SEINZ nach“.

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Fotos: Supermarktblog"

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45 Kommentare
  • Ich verstehe es nicht, war wohl auch nie Zielgruppe. Im verzweifelten Versuch, eine schmale Zielgruppe von Pflegeprodukte-einkaufenden (Single-?)Männern anzulocken, wird der wahrscheinlich umsatzträchtigsten Gruppe, (jungen) Familien, das Leben schwer gemacht, in dem man für ein Deo hierhin und für das andere Deo nochmal dorthin muss.
    Ich gehe in meiner lokalen dm-/Rewe-Kombo immer zuerst in die Drogerie (wegen Kühlung und so). Das SEINZ-Regal steht so blöd im ersten Gang zwischen Eingang und Kasse, dass ich in der „Runde“ durch den Laden nicht automatisch vorbei komme. (Und auch nach einem Jahr zunächst nicht dran denke.) Wenn ich dann alles für Kind und Frau und Haushalt eingesammelt habe, stell ich mich in die Kassenschlange und sammle „meinen“ kleinen Rest dann halt anschließend beim Rewe ein. Gegenteiliger Effekt erreicht, möchte ich meinen.

    • Interessant! Ich freu mich über weitere Einkaufserfahrungen in den Kommentaren. (Vielleicht gibt’s ja auch Leser:innen, die SEINZ ganz toll und praktisch finden?)

    • ICH! ich oute mich.
      Ich finde SEINZ sowohl als Marke attraktiv und die Positioninerung praktisch.

      Ich bin bekennende noname bzw. Eigenmarken-Käufer (außer bei Deos, da geh ich kein Risiko ein 😉 ) und finde bei Seinz eben alles was ich brauche in kurzer Zeit. Ich kaufe auch die SEINZ Produkte obwohl sie teurer sind als Balea, einfach um das m.M. nach mutige Konzept zu belohnen. Abgesehen davon ist das Feuchtigkeits-Gel super und das pechschwarze Duschgel ebenso. Also ob es insgesamt zu Ende gedacht ist, darf man bezweifeln. Ich persönlich finde es praktisch und ansprechend, insbesondere dass die Sucherei wegfällt.

    • Ich nutze nur wenige Produkte als Mann und da reicht mir Balea. Als ich das erste Mal ein Seinz-Regal erblickte, schaute ich mir mal kurz die gegenüber der Balea-Marke teureren Produkte an, sah aber keinen weiteren Nutzen darin. Und gefühlt sind noch immer mehr Frauen als Männer im Dm-Markt einkaufen.

  • Und bei der ganzen Sortiments-Trennung ist es auch nur logisch, dass – zumindest bei den zwei Kölner dms, in denen ich einkaufe – die alverde-Produkte natürlich nicht bei ihren balea- und sonstigen Geschwistern stehen, sondern … irgendwo. So dass ich am Ende doch wieder durch den gesamten Laden laufe, um die Tagescreme zu finden.
    Und vom gezwungen-hippen „Seinz“ fühlte ich mich schon in der Schaufenster-Beklebung so wenig angesprochen, dass ich bisher gar nicht nachgeschaut habe, was dm unter dem Namen anbietet. Scheint nicht so, als hätte ich was verpasst.

  • Hier im Kölner Rhein-Center in Weiden und in meiner Sülzer Filiale sind die Seinz-Séparées auch jeweils nur 2 Meter breit, dort zu finden sind meist die höherpreisigen Produkte und natürlich die Seinz-Marke.
    Mir persönlich gefällt die Duschcreme sehr gut, toller Duft und laut Code-Check auch mit wenig bedenklichen Inhaltstoffen. Dennoch teile ich Ihre Sicht, dass das Markting unausgegoren ist.

  • Das kann doch nicht funktionieren.
    Ich behaupte mal, gerade Männer gehen in die Drogerie weil sie bestimmte Produkte kaufen wollen oder müssen. Duschgels, Rasierer, Waschmittel.
    Höherpreisiges die bestimmte Eigenschaften vorweisen, Pomade, Rasierschaum, die vegan sind oder auch bestimmte Marken findet man in der Drogerie eh nicht.
    Die gibt’s dann beim Barbershop oder online.

    • Wenn ich schon spezielle Männerprodukte kaufe haben die nicht vegan zu sein sondern aus Bacon und Waffenöl zu bestehen!

    • Ich würde sehr, sehr gerne im Drogeriemarkt mehr Produkte kaufen, die nicht Axe und Dove sind; aber da ist dm selbst in Berlin keine gute Anlaufstelle. Anders als Budni, wo es im ersten Berliner Laden deutlich mehr Alternativen gibt; vielleicht ist das auch kein Mainstream-Thema. Aus meiner Perspektive verpasst dm da aber gerade ganz schön was bzw. nimmt Alternativen viel zu zaghaft ins Sortiment. Steht halt auch alles voll mit dem billigen Balea-Quatsch, da fehlt der Platz im Regal.

    • Geht mir mit Pre-Shaves so, das gibt es bei dm und Rossmann maximal in einer Ausführung oder gleich gar nicht. Dito feste Shampoos oder Duschgels, so etwas gab es bis vor kurzem schlicht gar nicht, dafür gefühlte 100 Flüssigvarianten. Das bekomme ich halt auch im Supermarkt.

  • Ich finde die Idee prinzipiell total gut, die Männerprodukte an einer Stelle gesammelt anzubieten. Mein erster Gedanke im DM war entsprechend auch: „Oh, sehr cool. Ich brauch nicht mehr durch den ganzen Laden laufen und finde alles schnell.“ Leider kam dann recht schnell die Ernüchterung. Mein Nivea Shampoo ist nicht im Seinz Regal zu finden, das steht (obwohl explizit für Männer) weiterhin in der normalen Shampoo Reihe. So auch weitere Artikel, die ich verwende. Wenn DM hier wirklich konsequent alle Produkte für Männer in einer Ecke versammelt hätte, hätte ich es tatsächlich als großes Plus empfunden. So ist es eher noch mehr Gesuche als vorher, da man nun nicht nur in den normalen Regalreihen gucken muss, sondern zustäzlich auch noch im „Männerparadies“.

  • Ich finde dieses zwanghaft hip-sein wollende Z so abstoßend dass ich mir das noch nie näher angeschaut hab. Aber jetzt erklärt sich warum ich seit nem knappen Jahr nur so Obstsalatduschgel verwende, die haben das MÄNNERHARTKRAFTARRRGGGHH!! Duschgel ins andere Regal geräumt. IMHO völliger Blödsinn. Das konterkariert ja auch die Beschilderung des ganzen Ladens wenn nicht alles Duschzeugs bei Duschzeugs steht.

    Und mal ganz davon abgesehen finde ich diese neu eingeführte Geschlechtertrennung idiotisch. Ich dachte das hätten wir hinter uns? Und der Größte Unterschied zwischen den Produkten für Männer und Frauen ist doch die Verpackung, zugesetzte Duftstoffe und Preis.

  • Ich habe SEINZ wegen des bescheuert-anbiedernden Namens lange bewusst ignoriert, muss aber sagen, dass einige Produkte wirklich gut sind. Mich stört im „Männerregal“ eher die lange Reihe von Bartölen und ähnlichem Hipsterbedarf von dauernd wechselnden Trendmarken wie „Butchers“ o.ä., das beeinträchtigt die Übersichtlichkeit stark.

    • „Butcher’s Son“ ist gar nicht doof, die machen z.B. Deos ohne Aluminium, was sonst echt schon wieder schwer zu kaufen ist, aber das Branding ist ebenfalls eine Vollkatastrophe: Das „Son“ soll wohl Kennzeichnung für die neue Generation sein, die vegane Produkte bevorzug („Care. Dont’kill“). Aber bis ich das verstanden hatte, ey…

    • Deos ohne Aluminiumsalze bekommen Sie auch beim weiter oben verschmähten AXE. Die stehen aber anscheinend eher selten im Männerregal, sondern entweder normal im Gang einsortiert oder oft auf Pappaufstellern.

    • Jeder bewerte Image und Geruch von Deos, wie er gerne möchte. Aber „schwer zu kaufen“ ist es nicht.

  • Also bin ich doch nicht bescheuert, sondern DM hat eine Strategie? Ich habe die bis heute nicht gerafft und bin oftmals sehr lange umher geirrt. An mir wurde das nie wirklich kommuniziert. Ich habe bis letzte Woche normal geschaut bei den Frauensachen gesucht

  • >wer dieser aufdringlich-kumpelige „Unz“ ist?
    Na das ist der kleine Bruder von Kunz, der seit Ewigkeiten mit Hinz um die Ecken zieht. Ich vermute, wir müssen froh sein, dass das Marketing hier mal kein Pseudo-Englisch als hippe Universalsprache (für Sprachlosigkeit) präsentiert…
    Davon abgesehen habe ich diese“Marke“ tatsächlich bislang ziemlich ausgeblendet, weil sie mir wirklich keinen Kaufgrund gibt. Kein Positiv-Argument und auch nicht billig. Die große Suche nach „meinen“ Produkten verläuft unverändert planlos durch den großen Laden: Wattestäbchen sind z.B. bestimmt nicht männlich genug für’s SEINZ-Regal, ähnlich sieht’s mit vielen „neutralen“ Artikeln aus (Taschentücher, Waschmittel, …); also lieber auf Vorrat kaufen, um die nächste dm-Schnitzeljagd so lange wie möglich zu verzögern.

  • Ich bin überrascht, wie negativ Seinz aufgenommen wird. Ich bekam ein paar Produkte als Geschenk und bin durchwegs zufrieden. Auch finde ich die Positionierung als Mittelmarke zwischen Balea Men und Markenprodukten gar nicht so verkehrt.

    Ein zentrales Regal würde ich bei meinem DM sogar sehr begrüßen. Mir kommt vor, bei jedem Besuch steht alles immer wieder auf einem anderen Platz.

    • Aber Markenprodukte kauft man, naja weil es Marken sind, die dafür auch reichtlich Geld ins Marketing stecken. Balea oder Alverde haben auch ihren USP. Balea als Billigalternative zu den Marken und Alverde deckt den Ölopart ab.
      Seinz halt so gar nicht. Außer dem außergewöhnlich schlechtem Design.

  • MANN KANN ES DEM MENSCHEN NIE RECHT MACHEN LEIDER. IMMER NUR DIESE UNZUFRIEDENHEIT DIESES JAMMERN. VIELE MENSCHEN GEHÖREN IN EIN LAND GESTECKT WO MAN KAUM ZUM ESSEN UND TRINKEN HAT,GESCHWEIGE DEN KOSMETIKARTIKEL. DAMIT MAN DAS HIER WAS MAN IN DEUTSCHLAND HAT UND WAS ALLES ANGEBOTEN WIRD ZU SCHÄTZEN WEIß. ANSTATT ALLES NUR ZU BEMÄNGELN.

  • Seltsam. Bei meinem DM war mir etwa vor einem Jahr aufgefallen, dass ich meine Produkte nicht mehr am gewohnten Platz finde. Erst beim dritten Einkauf bin ich auf die Idee gekommen, dass die nicht einfach aus sind, sondern evtl. umgeräumt wurden – und bin bei der Suche dann prompt auf ein kleines Männerregal gestoßen. Dort wiederum habe ich bis heute die Marke Seinz nicht wahrgenommen. Bei meinem nächsten Einkauf schaue ich noch einmal ganz genau hin.

    Ach, und eins noch – bin ich der einzige, den es gruselt, wenn ein „Männerprodukt“ mal wieder mit Aktivkohle und / oder Hopfen beworben wird? Haben wir das so nötig? Man, ist das männlich! Nein danke, um so etwas mache ich einen weiten Bogen.

  • Finde die Idee, allen Men-Produkten ein eigenes Regal zu verpassen, nicht schlecht.
    Dieses Kerl-Getue mit Seinz jedoch finde ich affig.
    Deshalb jedoch zur Konkurrenz zu wechseln, fände ich noch affiger.

  • Selten soetwas schlechtes gelesen. Hier hat jemand den Mann von heute vergessen, der selbstbewusst ist und sich genauso pflegt, wie es auch die Frau tut. Die separaten Regale zeigen deutlich „hier finde ich das was ich benötige“. SEINZ finde ich keineswegs „bekackt“ allein für dieses Wort kann ich diesen Artikel nicht mehr ernst nehmen. Der Name ist ebenfalls deutlich und ansprechend. Das Design modern ohne schnick schnack. In meinem persönlichen Umfeld kenne ich niemanden der diese Veränderung seitens dm als negativ empfindet. Ganz im Gegenteil dadurch hat dm weitere Kunden gewonnen.

    • Also ich finde nicht alles, was ich benötige, im Seinz-Regal. Was aber auch daran liegt, dass ich bei Duschgelen eher zu fruchtigen Düften als zu Sägewerk und Pumakäfig greife.
      Und ist es nicht auch wieder Ungleichbehandlung, wenn Männer „ihre“ Produkte alle in einem (vergleichsweise kleinen) Regal finden, während Frauen den halben Laden für sich haben? Denn diese Trennung suggeriert ja auch, dass geschlechtsneutrale Produkte nicht „männlich“ sind.

  • Mir ist dieses Brand bislang entgangen. Aber ohne Hintergrundwissen dazu befragt was „Seinz von DM“ wohl sein könnte, ich hätte ernsthaft auf männliche Intimpflege getippt und dann gefragt, was ausser Wasser, Duschgel und im Fall der Fälle noch Bepathen wohl noch notwendig ist.

  • Gendermarketing ist nicht gut, diese Separierung finde ich auch daneben (vor allem so beliebig, ist Algemarin-Duschgel tatsächlich männlich?) aber ich hab bis zu dem Rasierschaumfoto nicht gewusst (und nicht begriffen), dass das auch eine neue Eigenmarke ist. Entweder gibt es das bei meinem DM nicht, oder es ist so unauffällig, dass man es derart über sehen kann, was ja auch nicht Sinn der Sache sein kann.

  • Nebeneffekt des ultramännlich schwarz eingerichteten Regals: Männer ab 50 denken sich „kannich net lesen, kaufich net“. Berichtete mir die ältere Verwandtschaft.

  • Hab mal drüber geschlafen: Ein „Männerregal“ mit allen „männlichen“ Produkten hätte schon was, solange da dann auch ALLE Marken des Händlers drinstehen, also nicht etwa Nivea nur auf dem blauen Nivea-Regal 20 Meter weiter; dann ließen sich die wenigen übrigen Artikel (Zahnpasta, Taschentücher, was auch immer) wahrscheinlich relativ schnell an anderen Stellen finden.
    In einem solchen „Männerregal“ würde mich ein schwarzer MEINZ-DEINZ-Abschnitt für die Tattoo-Vollbart-Hornbrille-Kappen-Fraktion auch nicht weiter stören (je nach Tageslaune u.U. eher amüsieren), aber wahrscheinlich wäre das zu Kunden-freundlich. Die meisten Läden haben ja eher ein eingeschränktes Interesse, Kunden schnell wieder hinaus zu befördern: sie glauben ja, dass durch möglichst langes Festhalten im Laden freudige „Spontankäufe“ den Umsatz ankurbeln könnten; der genervte Kunde, der aus Frust, nichts zu finden „nie-wieder-hier“ beschließt, ist in erfolgsorientierten Power-Point-Präsentationen halt nicht vorgesehen.
    PS: Mir ist bislang bei dm kein übermäßiger Kundenanteil der „Hartweizen-Wolfsmilch-Pfannkuchen, auf Chromstahl gebacken und mit Büffelbutter bestrichen“ (frei nach Donald Duck: Der große Zerstörer) Fraktion aufgefallen…

  • Dank dieses Artikels habe ich überhaupt mal wahrgenommen, dass es sich um ein Konzept für ein sog. Männerregal handelt. Ich habe vorher nur den Schriftzug im typischen Nuller-Jahre-Friseurdesign gesehen und hielt es also für eine weitere Spezialmarke, die halt in weiß auf schwarz oder schwarz auf weiß die Wände in Drogeriemärkten zieren, so wie syoss, REVLON oder MAYBELLINE. Dass da von den Seiten auch andere Marken mit auf dem schwarzen Mittelteil stehen, habe ich auf Platz- oder Ordnungsmangel geschoben.

  • Die Spitzenposition der peinlichsten Eigenmarken dürfte m.E. auch nach Jahren noch unangefochten real(,-) mit seinen „Ohne teuer“-Produkten einnehmen.

  • Unverständlich auch, dass dm schon seit längerer Zeit verschiedene Standard-Produkte der männlichen Rasurpflege aussortiert hat, insbesondere das Nivea AfterShave Fluid ( nicht zu verwechseln mit dem Balsan ) oder auch, wenn man schon mal dabei ist, das L’Oreal Fluid … Und in der Tat weiß man(n) vor dem SeinzRegal steht nie, was doch woanders steht, ist nicht meinz…

    • Wieso unverständlich?

      Bei dm wird immer nach der Nachfrage entschieden. Anscheinend war diese zu gering, hier wird Platz für neue Produkte im Sortiment gemacht.

  • Frustrierend bei DM ist, dass man meistens mindestens zweimal durch den ganzen Laden laufen muss, weil zumindest hier in AT die Regale bzw. Gänge nicht beschildert sind. Die Herren-Produkte von Alverde sucht man auch immer ewig. Es wäre mMn angenehmer, wenn DM alles ordentlich ausschildern würde und beispielsweise die Herren-Duschgels in einen Regalmeter neben den Damen-Duschgels einräumen würde.

  • Ich sehe ehrlichgesagt auch keinen Grund, warum ich eher zu einem Seinz-Produkt greifen sollte, statt zu einem Markenprodukt oder bzw. gleich zu Balea oder Alverde. Vor allem die Preisegestaltung liegt bei Seinz zum Teil weit über die der etablierten Industriemarken. Auch die Platzierung und der Umfang des Seinz-Regals ist wie im Artikel bereits beschrieben, sehr unterschiedlich umgesetzt und das Regal hat subjektiv oft einen sehr fragwürdigen Platz in den Filialen erhalten. (z. B. direkt vor dem Kassenbereich, so dass sich die wartenden Kunden für die Kassenschlange(n) vor dem Regal anstauen). Zudem reicht es meistens tatsächlich nicht, nur das Seinz-Regal aufzusuchen, um einen kompletten Einkaufsbedarf sofort zu decken. Weiterhin scheint es, dass dm sich zunehmend in seiner Sortimentspolitik verspekuliert bzw. die zum Teil vorhandene Markentreue der Verbraucher unterschätzt. So werden neue Markenprodukte (oder einzelne Produkte von neuen Produktserien) zum Teil bei Neuerscheinung auf dem Markt, wenn überhaupt, nicht mehr umgehend eingelistet, sondern zum Teil viel später als Rossmann, Müller oder sogar Kaufland. Die stattdessen neueingeführten hippen Trendmarken bei dm, scheinen mittlerweile nicht selten bereits nach kurzer Zeit zu floppen und verschwinden schnell wieder aus den Regalen. Komplettauslistungen von ganzen Marken dagegen, wie z. B. Palmolive im Männerduschgelbereich oder Syoss, wurden nach einiger Zeit wieder revidiert und eine Auswahl der Shampoos von Syoss ist jetzt bei dm in kleineren Flaschen (400ml) statt der sonst üblichen 500ml-Flaschen erhältlich.

  • Typische Anbiederung an die Millenials oder jüngere Bengel, die jetzt nicht mehr ohne Tagescreme vor die YouTube Kamera treten können. Die Tochter des Marketingchefs durfte wohl mal direkt nach Studium ran. Aber ohne mich. Mich stören auch die ganzen Bartöle bzw deren Hipsterbilder dazu.
    Ich bin mit Balea Men bzw alverde (oder so) zufrieden, sieht doch schnieke aus.

    • Ich fände es bloß folgereichtig, wenn dm mit SEINZ ein Angebot für die von Ihnen geschmähte Zielgruppe machen würde; mein Punkt ist eher die unpassende Verallgemeinerung sämtlicher Drogerieartikelkäufer unter der neuen Marke, die mir dafür nicht geeignet scheint.

  • Ich finde die Idee gut, sollte dann aber tatsächlich (fast) alles für MANN an einem Platz in der dm Filiale geben.

    Das Design von SEINZ finde ich sehr minimalistisch, auch wenn ich bezüglich Inhaltsstoffe gerne Produkte von alverde kaufe und nutze.

    Vielleicht hätte sich das Regal auch aus dunkelbraunen Holz gut in die Filialen und in das ökologischere dm Image integriert.

  • Normalerweise hole ich meine Pflege im Supermarkt, da habe ich meine Lieblinge, schau aber ab und zu mal nach links und rechts, ob ich nicht mal etwas anderes testen will.
    Bei „unserem“ DM ist das Seinz-Regal jedoch eher klein geraten, dadurch stehen dort der Seinz-Rasierschaum und noch einer einer Marke im schwarzen Regal und andere Rasierschäume in einem anderen Regal. So wird das für mich nix mit einmal nach links oder rechts schauen…
    Platzierungen von Marken auf einem Haufen sind eben nur etwas für Menschen, die rkenkäufer sind. In einem Rewe bei uns in der Nähe haben sie ein Regal, in dem findet man nur Nivea-Produkte. Zwar hat dort Nivea Men seinen eigenen Platz, jedoch habe ich dort direkt auch nur die Wahl zwischen den verschiedenen Nivea-Rasiergels. Daneben gibt es dann ein Regal mit Fächern nur für Axe. Da hat man sogar das jeweilige Deo gleich neben dem dazu passenden Duschgel postiert. Für Axe-Käufer bestimmt hilfreich.
    Wenn ich aber mal schauen will, ob ich ein Deo von Nivea, Axe, Bac oder einer Eigenmarke haben will, muss ich an 3 verschiedenen Stellen des Regals schauen…

  • Ich empfinde den Markennamen beleidigend, so als könnten wir Männer nur plump.
    Außerdem muss ich trotzdem die Tour durch den Laden machen. Oder braucht Mann keine Müllbeutel, Taschentücher, Spülmittel, Waschmittel, Sonnenschutz, Klopapier?! Oder wird das künftig auch ins Seinz Regal gepackt…

  • Anfangs fand ich die Idee des SEINZ-Regals super. Endlich alle Männerprodukte gebündelt an einer Stelle, dachte ich mir. Doch inzwischen finde ich die explizite Aufteilung irgendwie unnötig. Das SEINZ-Regal suggeriert, dass Männer nur hier einkaufen müssen, der Rest braucht einen nicht zu interessieren. Doch wie schon in anderen Kommentaren gelesen, findet man nicht alles was man(n) braucht im SEINZ-Regal, also läuft man ohnehin durch die dm-Filiale. Die Eigenmarke macht irgendwie einen billigen Eindruck, es erinnert an Discounter-Eigenmarken wie „Tip Discount“, „Ja!“ oder „Die Weißen“ von Rewe damals… Nur mit dem Unterschied, dass das Preisniveau sehr hoch ist.

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