Auch Netto hat Scan & Go in petto: Test in zehn Filialen in Bayern

Auch Netto hat Scan & Go in petto: Test in zehn Filialen in Bayern

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Einkäufe selbst per Smartphone scannen kommt im deutschen Discount zunehmend in Mode: Auch Netto (ohne Hund) hat in Süddeutschland einen Test gestartet. Die Funktion ist direkt in die Haupt-App integriert.

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Die Innovationsfähigkeit im deutschen Discount nimmt ungeahnte Züge an. Nachdem Penny sein im Vorjahr erprobtes Scan-&-Go-System kürzlich in mehr als 100 Filialen gebracht hat (kleines Foto; siehe Supermarktblog), bereitet sich auch Netto (ohne Hund) darauf vor, Kund:innen künftig Produkte während des Einkaufs mit dem eigenen Smartphone scannen zu lassen. Nach Supermarktblog-Informationen läuft derzeit ein Test in zehn Filialen in Bayern, konkret in den Städten Erlangen, München, Nürnberg, Schweinfurt sowie Lappersdorf-Kareth, Maxhütte-Haidhof, Schwandorf und Weiden; darunter sind auch kleinere City-Märkte.

In den Grundzügen funktioniert das mobile Selbstscannen ganz ähnlich wie beim Wettbewerber: Kund:innen erfassen die Barcodes auf den Produkten im Laden und zahlen nachher, ohne alles nochmal auspacken zu müssen.

Es gibt allerdings auch einige Unterschiede: Anders als bei Penny, das für die Funktion eine separate App nutzt, hat Netto (ohne Hund) Scan & Go in seine reguläre App integriert. (Damit die noch ein bisschen unübersichtlicher wird.)


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Barcode-Symbol signalisiert Scan-Funktion

Im Laden muss auch kein separater QR-Code zum Starten gefunden werden; die Funktion wird nach der Auswahl des Markts über die klassische Filialsuche in der App freigeschaltet bzw. auf dem Homescreen der App in Form eines Barcode-Symbols angezeigt. (Derzeit funktioniert das bei mir nur in der iOS-Variante, noch nicht in Android.)


Abb. [M]: Netto (ohne Hund)/Smb

Nach dem Klick darauf können sofort Barcodes auf Produktverpackungen oder am Regal erfasst werden; außerdem ist eine manuelle Eingabe von EAN-Codes möglich. Leergut-Bons lassen sich ebenfalls scannen. Bloß Wiegeartikel sind komplizierter: Erst den Barcode am Regal erfassen, dann Ware wiegen und das angezeigte Gewicht manuell in die App eintragen.

(In der Penny-Version wird einfach der Barcode auf dem ausgegebenen Klebeetikett gescannt.)

Bezahlung in der App möglich

Wer „An die Kasse gehen“ drückt, bekommt eine Übersicht seiner Artikel angezeigt und kann prüfen, ob alles vollständig ist. Die Bezahlung ist der zweite Unterschied zur Penny-Variante: Bezahlt werden kann bei Netto (ohne Hund) nämlich entweder an einer regulären Kasse, indem das Personal dort den angegebenen QR-Code scannt bzw. eine individuell erzeugte vierstellige Nummer eingibt. Oder einfach direkt innerhalb der App über einen zuvor hinterlegten Bezahlweg (Paypal oder Girokonto), für die auf dem iPhone dann auch Face ID zur Bestätigung verwendet werden kann.


Abb. [M]: Netto (ohne Hund)/Smb

Das Scannen funktioniert reibungslos, im Warenkorb lassen sich zwischendurch die erfassten Artikel checken. Die Netto-(ohne Hund)-Variante ist nur nicht ganz so übersichtlich wie die Lösung von Penny.

Dafür hat die integrierte Variante den Vorteil, dass App-Coupons eingelöst und Deutschland-Card-Punkte gesammelt werden sowie Artikel schon zuhause gescannt und von der Einkaufsliste in den Warenkorb übertragen werden können.

Scan & Go „in der Pilotphase“

Grundlage für das System scheint eine studentische Forschungsarbeit zur Digitalisierung des Einkaufsprozesses im Lebensmitteleinzelhandel zu sein, die im Mai von der Regensburger „Wirtschaftszeitung“ ausgezeichnet wurde. Preisträger Matthias Putz ist nach seinem dualen Studium bei Netto (ohne Hund) inzwischen als Junior Projektmanager für IT-Projekte tätig, schreibt der Discounter in einer Pressemeldung vom Mai, die sich noch sehr allgemein liest.

Im (hier abrufbaren) Video-Interview zur Auszeichnung, das in einer Filiale des Discounters geführt wurde, lässt sich zwar ebenfalls wenig Konkretes zur Lösung erfahren. (Außer dass man sich damit gerade in einer „Pilotphase“ befinde.)

Dafür versuchen im Hintergrund des Gesprächs ganz offensichtlich zwei Selbstscan-Kund:innen, ihren Einkauf an einer separaten Kassenschleuse abzuschließen, um den Laden verlassen zu können. Das legt den Schluss nahe, dass Netto (ohne Hund) Scan-&-Go-Kund:innen nicht nur durch die reguläre Kasse schleusen will. Was am Ende ja doch wieder Schlangestehen bedeuten und den Dienst zu Stoßzeiten wenig attraktiv machen würde.

Edeka und Rewe wollen auch

Aktuell wirbt Netto (ohne Hund) mit dem Versprechen: „Langes Warten an der Kasse ist Vergangenheit“; passend zur aktuellen Lage aber auch mit der Möglichkeit zur „kontaktlosen Erfassung“:

„[Der] Einkauf wird noch bequemer, schneller und sicherer.“

Ob der Discounter plant, die Funktion bundesweit zu testen, ist unklar. Die Rechte zur Verwendung der Marke „Netto Scan & Go“ hat man sich kürzlich aber bereits sichern lassen.

Ohnehin geht gerade ein gewisser Scan-&-Go-Schwung durch den hiesigen Lebensmitteleinzelhandel, dem es nur recht sein kann, wenn Kund:innen den Mitarbeiter:innen im Laden einen Teil ihrer Arbeit abnehmen. Gegenüber der dpa hatte Netto-(ohne Hund)-Herrchen Edeka vor kurzem bestätigt, Scan & Go ebenfalls zu testen (via t3n.de). Und die „Lebensmittel Zeitung“ (Abo) erfuhr bei Rewe, dass „in den nächsten Wochen“ auch „rund 50“ Rewe-Supermärkte mit einer Self-Scanning-Möglichkeit über die App „Smart Shoppen“ ausgestattet werden.

Unklare Diebstahlkontrolle

Darüber, inwiefern Netto (ohne Hund) Kontrollen vornehmen will, ob Kund:innen die eingepackte Ware auch korrekt erfasst haben, informiert das Unternehmen übrigens bislang nicht (bzw. ich hab noch nichts dazu gefunden).

Dabei wäre das durchaus relevant: Nach Mitarbeiter:innen-Berichten ist es bereits im Zuge der Installation stationärer SB-Kassen in einigen Filialen des Discounters zu erhöhten Inventurdifferenzen gekommen (siehe Supermarktblog). Netto (ohne Hund) widersprach auf Supermarktblog-Anfrage: Man könne „keine [erhöhten] Diebstahlquoten bestätigen“.

Kund:innen berichten dafür, dass der Discounter auch bei kleineren Versäumnissen an der SB-Kasse, wenn etwa ohne konkrete Diebstahlabsicht unabsichtlich einzelne Artikel zu scannen vergessen wurden, anwaltliche Schreiben mit der Aufforderung versendet werden, eine „Vertragsstrafe“ zu zahlen. (Sonst: Klage.) Das wird im deutschen Discount künftig ein interessanter Spagat zwischen Kund:innen-Zufriedenheit und Diebstahlprävention.

In einer aktuellen Studie berichtet das EHI derweil von Milliardenschäden, die dem Handel jährlich durch Diebestahl entstehen. Vergessliche Selbstscanner könnten von Händlern als Möglichkeit gesehen werden, zumindest einen Teil davon wieder reinzuholen.

Hinweis: Das Titelfoto ist ein Symbolbild und zeigt keinen der im Text genannten Scan-&-Go-Märkte.

Titelfoto [M]: Netto (ohne Hund), DPMA/Smb, Fotos: Supermarktblog"

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18 Kommentare
  • Habe dieses Selbstscan-Verfahren bei NETTO (mit Hund) im Urlaub in Dänemark auch mit Interesse beobachtet, allerdings nicht selbst ausprobiert. Die Filiale dort in Hurup (https://tinyurl.com/yx9frtu2) war eh nicht zu vergleichen mit den Läden, die man hier so kennt 🙂

  • Die Leute haben hierzulande ja sogar Probleme mit dem Self-Ceckout und der ist ja wirklich kinderleicht zu bedienen. Bei Scan&Go wird das wahrscheinlich nicht besser aussehen. In anderen Ländern ist Selbstbedienung ja schon seit Jahren gang und gebe. In unseren Breitengraden gilt’s noch als revolutionär. Ein Hoch auf den technischen Stillstand!

  • In keinem Laden gibt es so viele zusätzlich aufgeklebte Sicherungsetiketten wie bei Netto (ohne Hund), und das ist mir schon unabhängig von der Filiale in allen Nettos aufgefallen. Wie will man damit denn umgehen, wenn ich die Artikel gleich einpacke und sie nicht noch über das Band gezogen werden?

    • Ich könnte mir vorstellen, dass solche Lagen, in denen Netto gerne auch mal die Tafel Schokolade magnetisch sichert, nicht zu denen gehören, wo bevorzugt „Scan & Go“ eingesetzt wird. Filialleiter, die einen Gorilla an den Pfandautomaten stellen, haben vielleicht nicht das größte Vertrauen in Penibilität und Ehrlichkeit der Kundschaft.

    • In Nettos mit SB-Kassen kommen Sicherungsetiketten jedenfalls vor, wobei ich nicht weiß, wie das dann abläuft.

    • Wie es laufen könnte: Der Kunde muss die Waren mit Magnetsicherung beim Personal mithilfe des Kassenzettels freigeben lassen. Oder es gibt, wie früher, nur noch Leerverpackungen und Kärtchen, für die dann Waren ausgelöst werden. Beide Verfahren wären dort ein unverhältnismäßiger Aufwand, wo auch relativ niedrigpreisige Artikel (z.B. aufgrund der diebstahlfreundlichen Form) markiert werden, weswegen ich mir in solchen Märkten keinen gewinnbringenden Einsatz der Technik verspreche.

    • Wahrscheinlich macht man es so, wie es auch schon bei den SB-Kassen bei Netto läuft:
      Selbst-Scannen, Bezahlen, zum Ausgang gehen, *piep piep piep*, Blick zur Kassiererin, Kassiererin winkt ab, Laden verlassen…

      Ich hatte es aber tatsächlich schon, dass eine Kassiererin auch ohne Anschlagen der Diebstahlsicherung meinen Bon sehen wollte. Sie hat wohl ein paar Stichproben gemacht.

    • Netto (ohne Hund) hat jetzt Sicherungsetiketten mit Strichcode drauf, die offenbar gezielt direkt neben dem normalen Strichcode angebracht werden, um mitgescannt zu werden (was aber bei Rundumstrichcodes scheitert). Sonst scheint es der selbe Typ wie bisher zu sein, bloß in Weiß statt Schwarz. Keine Ahnung, wie viele unterscheidbare Varianten es da gibt, um u.U. den Alarm selektiv ausschalten zu können, wenn sie beim Scannen registriert werden. Gesehn in einer Filiale, die bisher kein Selbstscanning zu haben scheint, aber womöglich nach der anstehenden Renovierung eins kriegt. Oder sie testen das bloß im normalen Kassenbetrieb.

  • Ich möchte an dieser Stelle meinen eigenen, längeren Kommentar zu einem ähnlichen Artikel um folgende Gedanken erweitern: Dass die Kundin durch das einzelne Abscannen der Artikel mit ihrem Smartphone unterm Strich schneller ist, als wenn sie in einer Schlange steht, an deren Ende eine geübte Kassiererin die Ware mit einem professionellen Scanner 8 Stunden am Tag im Rekordtempo einscannt (an die 3 Scans pro Sekunde), darf mehr als bezweifelt werden. Mir scheint, dass man sich diesen „Fortschritt“ schönredet, weil unsere Wahrnehmung uns über das Ablaufen der Zeit einen Streich spielt. Das subjektive Zeitempfinden hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es bedeutet einen großen Unterschied im subjektiven Zeitempfinden, ob man an einer Handlung aktiv beteiligt ist (Smartphone auspacken, Bildschirm entsperren, Artikel hin und her drehen bis man den Barcode gefunden hat, Kamera richtig auf den Barcode ausrichten, eventuell manuell fokussieren, Auslösebutton drücken, Artikelanzahl eingeben, Smartphone wieder verstauen oder in der Hand behalten), oder ob man an einer (langweiligen) Handlung (Abkassieren durch die Kassiererin) passiv beteiligt ist. Im ersten Fall dürfte für die meisten Menschen die Zeit aufgrund des eigenen Handelns subjektiv schneller vergehen, im zweiten Fall aufgrund der Passivität langsamer. Der objektive Zeitablauf wird in beiden Fällen mehr oder weniger stark abweichen.
    Die Selbstscannerin wird unter Berücksichtigung dieser Faktoren allenfalls dann objektiv schneller den Laden verlassen haben, wenn sie selbst nur wenige Artikel zu zahlen hat, während die Kundinnen in der Schlange viele Artikel zu zahlen haben.
    Oder anders ausgedrückt: je weniger Artikel eine Selbstscannerin im Vergleich zu „Passivscannerinnen“ zu zahlen hat, desto größer ihr potentieller objektiver Zeitgewinn.
    Wer also nach der Arbeit zur Stoßzeit nur noch schnell ne Handvoll Zutaten zum Pizzabacken kaufen will, mag als Selbstscannerin schneller sein als sich im Trubel an die Kasse zu stellen, wenn andere deutlich mehr Ware zu zahlen haben.
    Wer hingegen samstagnachmittags seinen Wochenendeinkauf macht oder gar zu Feiertagen einen vollen Einkaufswagen mit dutzenden von Artikeln im Gedränge und Geschiebe einscannen will, wird spätestens dann die Schnauze voll haben von Selbst-ist-die-Frau, wenn ihr beim Scannen des 43. Artikels bei der Eingabe der Artikelanzahl das Smartphone aus der Hand gleitet und sich auf den edlen Supermarktfliesen einen Sprung im Bildschirmglas einfängt.
    Nun könnte man einwenden, dass man ja beide Methoden parallel laufen lassen könne, so dass jede Kundin sich ihre bevorzugte Methode selbst aussuchen könne.
    Dieser Gedanke hat jedoch einen ökonomischen Haken: Es ist für eine Supermarktbetreiberin, die ohnehin bereits personell auf dem Zahnfleisch laufen muss, nicht rentabel, zu viele Kassiererinnen angestellt zu haben, wenn durch eine steigende Anzahl von Selbstscannerinnen Kassiererinnen überflüssig werden. Wenn dann aber nur noch wenige Kassiererinnen übrig geblieben sein werden, müssen Vielkäuferinnen entweder länger anstehen bei den noch verbliebenen Kassen, oder sie müssen – wie oben bereits etwas polemisch dargestellt – das Geraffel über sich ergehen lassen, dutzende Artikel zeitaufwändig selbst einzuscannen.
    Alle Skeptikerinnen meiner Gedankengänge möchte darum bitten, beim nächsten Einkauf eine Begleiterin mitzunehmen, die mit der Stoppuhr festhält, wie lange das Einscannen eines Artikels per Smartphone ungefähr dauert.
    Ein letzter Gedanke: auch wenn im individuellen Falle durch das Selbstscannen eine objektive Zeitersparnis möglich ist, muss man kollektiv von einem Mehraufwand ausgehen. Denn dass das Einscannen eines Artikels von einem Profi mit Profiwerkzeug schneller vonstattengeht als von einer Laiin mit Laiinnenwerkzeug, sollte unmittelbar logisch sein. Wenn nun also 100 Kundinnen jeweils 10 Artikel selbst einscannen und für jeden Scanvorgang – günstigerweise geschätzt im Schnitt 2 Sekunden pro Scanvorgang benötigen – dann sprechen wir insgesamt von einer Scanzeit von 2000 Sekunden (ca. 33 Minuten), während eine geübte Kassiererin unter ungünstiger Annahme von 2 Artikeln pro Sekunde für die selbe Anzahl von Artikeln 500 Sekunden (ca. 8 Minuten) benötigt. Wir erkaufen uns also individuelle Zeitersparnis mit kollektivem Zeitmehraufwand.

    • Alle diese Gedanken sind vollkommen korrekt und der Grund, warum auch in Ländern, in denen schon viel länger mit Self-Scanning-Lösungen experimentiert wird (die Niederlande fallen mir da immer als erstes ein) trotz flächendeckender Verfügbarkeit dieser Technologie die klassischen Kassen nach wie vor nicht verschwunden sind. Meiner Beobachtung zufolge scheinen es auch in erster Linie Touristen zu sein, die das Self-Scanning tatsächlich nutzen, der größte Teil der Kundschaft, vor allem der einheimischen, lässt die Scanner links liegen.

      Ist wie gesagt meine subjektive Beobachtung; vielleicht gibt’s ja auch irgendwo substanziellere Informationen zu der tatsächlichen Nutzung über längere Zeit. Vielleicht haben die deutschen Handelsketten ja solche Untersuchungen vorliegen…? Ich befürchte jedoch, dass wir hier gerade einfach nur eine Art „me too“-Welle beobachten, in der jeder mal zeigen muss, wie unglaublich innovativ und digitalisiert und modern er doch ist, vielleicht um der inneren Angst vor tatsächlich kundenorientierten Innovationen wie den Scan&Go-Läden von Amazon (die wiederum aber ihre eigenen Probleme haben, irrsinnig teuer, aufwendig und sortimentstechnisch eingeschränkt sind – noch zumindest – aber wenigstens vom Kundennutzen her gedacht tatsächlich was anzubieten haben) wenigstens ein bisschen was entgegen zu setzen.

    • Da stimme ich vollkommen zu. Wer nur eine Handvoll Artikel kauft und in wenigen Minuten durch den Laden läuft, für den ist die App eine Option. Aber wer größere Mengen einkauft muss ständig mit dem Smartphone herumfummeln und hat die Hände nicht mehr frei. Da wäre das System mit dem Scanner am Einkaufswagen besser, was auch den Vorteil hat, dass man nicht den Strom des eigenen Geräts verbrauchen muss.

    • Hier hast du mehrere Punkte übersehen.
      Die reine Scangeschwindigkeit der Kassierer:innen ist irrelevant. Die Kassenenden sind so klein, dass sich dort kaum Waren ansammeln können. Begrenzt wird man also durch die Einpackgeschwindigkweit des Kundens, die immer langsamer ist.
      Dazu entsteht einem als Kunden durch die Kasse ein mehr Aufwand, da man die Waren in den Wagen packt , den Wagen auf die Kasse packt, die Waren wieder in den Wagen packt (für mehr bleibt keine Zeit bzw. Platz und dann die Waren endgültig einpackt. Man hat jetzt also die 4 mal und davon dreimal reichlich sinnbefreit durch die Gegend geräumt. Abgesehen von einem Vorgang bleibt das einem beim Self-Scan
      erspart, was einem Zeit sparen sollte.

  • Belhar hat recht. Die Zeitersparnis wäre rein subjektiv. Sehr richtig.

    Ich – selber 3 Jahre lang an der Kasse gesessen – verfolge diese Artikel-Reihe aber aus einem anderen Grund.
    In grossen Spermärkten an der Kasse zu sitzen ist kein Vergnügen uns ich wünsche es niemandem.
    Ja, mag sein, daß ein Arbeitsplatz verschwindet. Aber es ist eine undankbare, schlecht bezahlte, auf seelenlose Effizienz reduzierte Arbeit. Und das es dem Kunden nur um seine Zeitersparnis beim Einkaufen geht – zu lesen nicht nur in diesen Artikeln, sondern auch in den Kommentaren – kann ich aus meiner Praxis an der Kasse nur bestätigen.

  • Auch unser E Center(Dessau) bereitet Scan & Go vor… hängen überall riesige Erklärungs-Banner und die Ankündigung dass es im Herbst losgeht. Hab extra ein Foto gemacht.

  • In welchen Filialen ist das beschriebene Scan-Verfahren denn schon möglich? Ich wohne in München und würde mir das aus Interesse einmal selbst anschauen, im Filial-Finder der App konnte ich aber nicht direkt die möglichen Standorte finden.

  • Vielleicht sollten wir auch mal in die Schweiz schauen. Coop und Migros bieten schon lange Selfscanning (allerdings mit Industriegeräten) an, und das wird dort sehr gut angenommen. Und bitte nicht vergessen, zum längeren Zeitaufwand für das Selfscanning kommt der Wegfall der Wartezeit an der Kasse, der das wohl meist wieder wettmacht.

  • Ich hatte gestern eher zufällig gesehen, dass die Scan-Funktion nun auch bei mir zu sehen ist (für Filialen in Aachen). Heute dann mal ausprobiert: Scannen war problemlos möglich. Zum Abschluss sollte der Einkauf „an die Kasse übergeben“ werden. Hierfür wurde ein QR-Code und eine zweistellige Zahl angezeigt.
    Die Leute an der Kasse wussten aber von nix. Für die Zahl gab es keine Eingabemöglichkeit, für den QR-Code gab es keinen Handscanner und der normalen Warenscanner erkannte den QR-Code nicht.
    Ich musste dann doch meinen Einkauf auspacken und ganz normal scannen lassen.

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