Bio im LEH – Mehr Umsatz und mehr Kunden
Anzeige. Der folgende Text stammt von BioHandel.
Die Erwartungen vieler Kundinnen und Kunden haben sich verschoben. Wer heute bewusst einkauft, fragt nicht automatisch nach einem bestimmten Siegel – sondern immer öfter nach konkreten Produkteigenschaften: Welche Inhaltsstoffe sind drin? Verstehe ich, was auf der Packung steht? Tut mir das im Alltag gut?
Laut einer aktuellen Verbraucherstudie wissen mittlerweile 48 Prozent aller Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit, was unter hochverarbeiteten Lebensmitteln zu verstehen ist – und 62 Prozent trauen sich zu, solche Produkte im Regal zu erkennen (Quelle: FMCG Gurus via Anuga). Die Sensibilität wächst, und damit auch die Nachfrage nach dem Gegenteil: Lebensmittel, die einfach und ehrlich sind. Eigenschaften also, die gute Bio-Produkte schon immer ausgemacht haben.
Für selbstständige Kaufleute im Lebensmitteleinzelhandel ist das eine günstige Ausgangslage. Denn was Verbraucherinnen und Verbraucher gerade suchen, können sie ganz einfach mit einem sorgsam kurierten Bio-Sortiment liefern. Weil die Richtlinien der Bio-Produktion strukturelle Vorteile schaffen, die sich zunehmend auch mit den aktuellen Erwartungen der Kundschaft im LEH decken.
Wo Bio konkret im Vorteil ist – drei Bereiche:
1. Weniger drin, mehr dahinter
Die eingeschränkte Zulassung von Zusatzstoffen in der Bio-Verarbeitung ist mehr denn je ein echtes Verkaufsargument. Während konventionelle Hersteller erst jetzt anfangen, Rezepturen zu vereinfachen und „ohne Zusatzstoffe“ auf die Verpackung zu schreiben, können Bio-Produkte schlicht auf das verweisen, was schon immer Standard war.
Etablierte Bio-Hersteller gehen aber noch einen Schritt weiter: Die Whole Cocoa Fruit-Schokolade von Vivani etwa nutzt die gesamte Kakaofrucht – die Süße stammt ausschließlich von den Kakaofruchtflocken, die gleichzeitig Ballaststoffe und Flavanole liefern. „Zero Waste“ trifft „Leaf to Root“.
Bei Barnhouse ersetzt eine neu entwickelte Kakaoalternative aus Gerstentrebermehl und Kakaoschalen den klassischen Kakao im Krunchy Low Sugar (No) Choco – weniger Zucker, weniger Rohstoffverbrauch, gleicher Genuss. Das Muster dahinter: Reduktion nicht als Verzicht, sondern als kreative Weiterentwicklung.
Für Kaufleute heißt das: Innovationen kombiniert mit überschaubaren Zutatenlisten sind ein Argument, das auch bei Kundinnen und Kunden funktioniert, die sich bislang vielleicht noch gar nicht als Bio-Käufer verstehen.
2. Gesund ohne Umweg
Proteinreiche Produkte, Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren: Die Nachfrage nach funktionalem Zusatznutzen in Lebensmitteln wächst seit Jahren. Foodtrendforscherin Hanni Rützler beobachtet, dass nach dem Protein-Hype jetzt Ballaststoffe stärker in den Fokus rücken.
Bio-Hersteller sorgen dafür, dass der funktionale Nutzen aus der Zutat selbst kommt statt aus künstlicher Anreicherung: gesund und einfach. Die Reisteigröllchen von Soto etwa liefern mit ihrer Sonnenblumenhack-Shiitake-Füllung pflanzliche Proteine und reichlich Ballaststoffe – beides aus der Zutat selbst, nicht aus dem Labor. Bio Planète vertreibt Leinöl-Mixturen mit DHA aus Algen. Der Unterschied zum konventionellen Pendant ist die Herleitung: natürliche Quelle statt synthetischer Zusatz.
Dieses Argument verfängt besonders bei der wachsenden Zielgruppe, die Gesundheit als echte Alltagsqualität versteht – mehr Energie, bessere Stimmung, weniger Belastung. Und zwar ohne sich andauernd mit komplizierten Nährwerttabellen zu beschäftigen.
3. Schnell und sauber
Convenience ist das Segment, in dem Bio am ehesten neue Käuferinnen und Käufer gewinnt, die sich in erster Linie praktisch, aber trotzdem gut ernähren wollen. Die Angebotstiefe ist hier in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen – und viele Kaufleute unterschätzen, was mittlerweile verfügbar ist.
Linsen-Bratlinge von Bauck, die sich im Airfryer zubereiten lassen – bei jüngeren Zielgruppen stark gefragt. Vegane Cremesuppen von Ökoland mit je 50 Prozent Gemüseanteil – perfekt für die Mittagspause. Oder Tofu Bratfilets Black Forest von Taifun, gewürzt mit Kümmel und Zwiebel – top als (Salat-)Beilage. Der gemeinsame Nenner: schnelle Zubereitung, erkennbare Zutaten, keine langen Umwege.
Für Kaufleute heißt das: Wer einmal wegen der schnellen Zubereitung zugreift und merkt, dass auch die Zutaten überzeugen, kommt wieder.
Was das für die Praxis bedeutet
Produkte dort sichtbar machen, wo der Bedarf entsteht: So entfaltet Bio auch bei den Kundinnen und Kunden Relevanz, für die der konkrete Produktnutzen im Vordergrund steht. Wer Bio-Convenience neben den konventionellen Fertiggerichten platziert, proteinreiche Bio-Flocken in die Frühstücksabteilung integriert oder im Snack-Regal auf kurze Zutatenlisten hinweist, bietet seiner Kundschaft relevante Alternativen.
In der Praxis können etwa Regalfahnen mit konkreten Hinweisen wie „Nur 4 Zutaten“, „Ballaststoffreich“ oder „In 3 Minuten fertig“ dabei helfen, Bio-Produkte über ihre Eigenschaften zu verkaufen.
Bio-Produkte, die ein konkretes Bedürfnis lösen, lassen sich zudem auf saisonalen Themen-Displays kombinieren: „Schnelle Feierabendküche“, „Power-Frühstück“, „Leichte Mittagspause“. Das funktioniert besonders gut an Frequenzstellen und rückt ebenfalls den Nutzen in den Fokus.
Bio braucht keine neuen Argumente, um Einfachheit und Natürlichkeit als Qualitätsmerkmale zu demonstrieren – aber es muss die vorhandenen im Laden besser sichtbar machen. Und zwar genau dort, wo Kundinnen und Kunden ohnehin nach Lösungen suchen.
Das online Magazin und die Veranstaltungen der BioHandel Akademie berichten aktuell und praxisnah für mehr Umsatz und mehr Kunden mit Bio im LEH. Ihr Erfolg fängt hier mit dem Abonnement des BioHandel LEH Newsletter an.





Neueste Kommentare