„Danke-Rabatt“: Tegut übergibt Filialen an Edeka und Netto (ohne Hund) schon Ende Oktober

„Danke-Rabatt“: Tegut übergibt Filialen an Edeka und Netto (ohne Hund) schon Ende Oktober

Inhalt:

160 Tegut-Filialen wechseln zum nächsten Monat den Betreiber. Bis dahin verspricht Tegut Kund:innen auf Plakaten „Alles wie immer“, und trotzdem gibt’s ab sofort drei Tage lang 50 Prozent auf fast alles. Nur eine Edeka-Regionalgesellschaft hat andere Pläne.

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Nachdem über viele Monate Abwarten angesagt war, geht jetzt alles ganz schnell. Die hessische Supermarktkette Tegut verabschiedet sich von ihren Kund:innen, online und in zahlreichen Filialen – mit fast schon emotionalen Worten: „Dieser Markt wird bald kein tegut… mehr sein“, heißt es dort – neben dem handschriftlich eingetragenen Datum, das als letzter Tegut-Betriebstag angegeben ist: 30. Oktober 2026.

In gut zwei Wochen, passenderweise einen Tag vor Halloween, ist das Ende mit Schrecken für gut die Hälfte der Märkte dann vollzogen. Auf einem zweiten Plakat sagt Tegut schon jetzt Danke:

„Liebe Kundin, lieber Kunde, eine Ära geht zu Ende und wir möchten auf diesem Wege vor allem noch einmal eines sagen: DANKE. (…) Wir haben jeden Tag unser Bestes gegeben, dich mit regionalen, guten Lebensmitteln und guten Preisen zu begleiten.“

(Der ganze Abschied im Wortlaut steht am Ende dieses Texts.)

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„Alles wie immer“ – außer im Regal

In 160 Märkten ist laut Tegut-Angabe (Abruf am 15. Oktober) Freitag, 30. Oktober, der letzte Verkaufstag, in Thüringen schon Donnerstag, 29. Oktober. Danach übernehmen Edeka und Netto (ohne Hund). Bis dahin gelte, so steht’s auf dem Plakat: „Alles wie immer. Gleiche Regale, gleiche Lieblingsprodukte“. Mit den gleichen Regalen ist das allerdings so eine Sache. Nach dem Eigenmarken-Abverkauf mit 30 Prozent hängt inzwischen in vielen Märkten ein weiteres Plakat:

„Sale – 50% RABATT AUF ALLES außer Obst & Gemüse sowie Ware von der Frischetheke“

Der „Danke-Rabatt“ gilt vom heutigen Donnerstag, 15. Oktober, bis einschließlich Samstag, 17. Oktober. (Ausgenommen sind auch die üblichen Verdächtigen von Tabak bis Pfand. Und natürlich nur, solange der Vorrat reicht.)

Tegut hat online eine Liste mit 133 Märkten veröffentlicht, in denen der Danke-Rabatt gilt. Der Abgleich mit der Supermarktblog-Standorttabelle zeigt: Dabei sind alle 57 Märkte, die laut Tegut an Netto (ohne Hund) gehen, und viele, die zu Edeka kommen. Künftige Rewe-Märkte sind momentan nicht dabei. Am Mittwoch dieser Woche hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von 38 Tegut-Märkten durch Rewe freigegeben. (Welche Märkte künftig als Rewe und welche als Penny weitermachen, wollte Rewe auf Supermarktblog-Anfrage nicht verraten.)

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Hessenring nimmt die Ware gleich mit

Keinen Rabatt gibt es dagegen in 27 künftigen Edekas. Betroffen sind je drei Märkte in Fulda, Göttingen und Weimar, je zwei in Kassel, Erfurt und Schwalmstadt sowie einzelne Märkte in Hünfeld, Schlitz, Bad Salzschlirf, Schrecksbach, Marburg, Gießen, Staufenberg, Limburg, Braunfels, Bad Sooden-Allendorf, Gotha und Herbsleben. In Erfurt, Gießen und Gotha hängt der halbe Preis damit sogar von der Adresse ab: Am Erfurter Anger, wo künftig Netto (ohne Hund) einzieht, gibt’s 50 Prozent, in der Gorkistraße nicht.

Die meisten dieser Märkte übernimmt Edeka Hessenring, etwa in Fulda, Kassel, Schwalmstadt und Weimar. Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt die Regionalgesellschaft:

„[W]ir werden einen Teil des Warenbestandes übernehmen, daher findet diese Aktion nicht in den von uns zu übernehmenden Märkten statt.“

Ganz einheitlich ist das allerdings nicht: In drei Wetterauer Märkten, die Hessenring ebenfalls übernimmt – Friedberg (Fauerbacher Straße), Karben und Wölfersheim –, gibt’s laut Tegut-Liste trotzdem 50 Prozent.

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Kurz zu, dann Edeka

Der Zeitplan ist eng. Hessenring übernimmt die Märkte zum 1. November, für die „technische und organisatorische Umstellung“ werden sie kurz geschlossen. Nach aktuellem Stand sollen sie schon am Donnerstag, 5. November, wieder öffnen. Und:

„Dabei ist uns besonders wichtig, dass wir nicht nur die Standorte, sondern auch die dort beschäftigten Mitarbeitenden und Auszubildenden übernehmen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Märkte und sollen auch künftig Teil der EDEKA-Familie bleiben.“

In Stellenanzeigen, über die bereits nach (zusätzlichem?) Personal gesucht wird, sind für die einzelnen Standorte unterschiedliche Vertriebsschienen genannt („Neukauf“, „Aktiv“, „EDEKA“). Diese hätten aber „keinen Einfluss auf den Marktauftritt gegenüber den Kundinnen und Kunden“, heißt es aus Melsungen:

„Alle übernommenen Standorte werden künftig unter EDEKA geführt.“

Betreiben wird sie zunächst die RM Großmarkt GmbH. Grundsätzlich sei es das Ziel, die Märkte „perspektivisch an rechtlich selbstständige EDEKA-Kaufleute zu übergeben“. In welchem Umfang und wann, könne man derzeit noch nicht sagen.

Dass Hessenring manches anders macht als der Rest des Verbunds, ist nicht neu. Als Edeka 2025 bei Payback einstieg, blieb Hessenring als einzige der sieben Regionalgesellschaften außen vor – ähnlich wie zuvor bei der Deutschlandcard. Wer in Fulda oder Kassel bislang Tebonus-Punkte gesammelt hat, muss sich dort künftig mit Coupons aus der Edeka-App begnügen.

Und in der Zwischenzeit?

Der „Danke-Rabatt“ gilt derweil auch in den Stuttgarter Märkten, die Edeka Südwest übernimmt, und in elf Münchner Märkten, die an Edeka gehen. Dazu kommen Märkte in Franken, etwa in Abenberg, Ansbach, Erlangen und Fürth, und quer durchs Rhein-Main-Gebiet von Frankfurt über Darmstadt bis Wiesbaden und Mainz. Edeka Südwest hat eine Supermarktblog-Anfrage bislang nicht beantwortet.

Auch Tegut-Märkte, die direkt an Edeka-Kaufleute weitergereicht werden, sind dabei, etwa die von Habig in Gelnhausen und Linsengericht, von Ermel in Seligenstadt und von Stenger in Niederdorfelden. Habig kündigt die Neueröffnung als E-Center bei Instagram für Montag, 16. November, an.

Wo Tegut die Hälfte nachlässt, soll vor der Übergabe vermutlich möglichst viel Ware aus den Regalen. Bei Netto (ohne Hund) ist das wenig überraschend, schließlich zieht dort ein komplett anderes Sortiment ein. Allerdings beginnt der Umbau einiger Netto-(ohne Hund)-Märkte teilweise erst später im November.

Laut Auskünften des Discounters gegenüber Lokalmedien ist das etwa am 3. November in Bad Nauheim, Oberursel und Mühlheim der Fall und am 10. November in Kronberg und Dietzenbach. In Bad Homburg geht’s sogar erst am 21. November los, Neueröffnung ist am 3. Dezember. Was zwischen dem letzten Tegut-Tag und dem Umbau passiert, hat das Supermarktblog bei Netto (ohne Hund) angefragt.

Der Danke-Rabatt endet allerdings schon am Samstag, fast zwei Wochen vor dem letzten Tegut-Tag. Wie „Alles wie immer“ dann in den Regalen aussieht, wird sich zeigen.

Welcher Markt wann zum letzten Mal als Tegut öffnet und wer ihn danach betreibt, steht in der Supermarktblog-Übersicht zu allen Tegut-Standorten, die weiterhin laufend aktualisiert wird.

ÜbersichtStand: 15. Oktober 2026

Tegut-Standorte: Wer übernimmt welchen Markt?

Alle Tegut-Märkte in einer Liste – und welche Händler sie übernehmen. Wird laufend aktualisiert.

Zur Liste →

Alle Supermarktblog-Texte zur Tegut-Übernahme stehen hier.

Danke an Bananenbrot8342 für Hinweise und Fotos!


Der Tegut-Abschied im Wortlaut

„GEMEINSAME ERINNERUNGEN BLEIBEN EHRENSACHE!
Liebe Kundin, lieber Kunde,
eine Ära geht zu Ende und wir möchten auf diesem Wege vor allem noch einmal eines sagen: DANKE.
Vor fast 80 Jahren sind wir in Fulda als Bio-Pioniere gestartet, um dich mit guten Lebensmitteln zu versorgen. Zwischen vollen Einkaufswagen zum Wochenende, kleinen Feierabend-Snacks und schnellen „Ich brauch nur noch kurz…“-Momenten ist über die Jahre mehr entstanden als nur Einkaufen.
Wir haben jeden Tag unser Bestes gegeben, dich mit regionalen, guten Lebensmitteln und guten Preisen zu begleiten.
Danke für deinen Einkauf, deinen Besuch, deine Treue und dein Vertrauen. Diese Erinnerungen bleiben.
Das fühlt sich gut an.
Dein tegut… Team!“

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1 Kommentar
  • Wenn da jetzt nicht schon die Belieferung mit Edeka-Ware startet, was soll der Plan für die nächsten zwei Wochen sein? Bei dem Nachlass werden die doch geplündert sein nach dem Wochenende, da können die Mitarbeiter in den Gängen dann Fangen spielen.

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